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Bau- und Planungskosten im Altbau - kommentierte Beispielrechnung






Dipl.-Ing. Konrad Fischer

Planungskosten im Altbau 3
Hungerleider, Architekten und HOAI-Mindestsatzunterschreitung

(aktualisiert 22.04.09)

Seite aufgeteilt: Aktualitäten:1 2 3 4 5 6 Einleitung:7 8 9 Luxusplanung:10 11 12 Handwerker-Quiz:13 Planer-Quiz:14 Deutschland sucht die Super-Planung:15 Bauherrn-Quiz:16 Ziel- und qualitätsbezogene Vergabekriterien für Planung:17 18 19 Sachgerechte Vertragsgestaltung:20 Bestandsaufnahme:21 Honorarzone u. -satz:22 Grundleistungen/Zuschläge:23 Anrechenbare Kosten:24 Substanzsicherung/Nebenkosten/Haftungsausschluß:25 Zusammenfassung und Kostendiskussion:26 Last, but not least: Bauen ohne Planer/Vertragsrecht/Vertragsmuster:27

Zum besseren Verständnis der Lage - SZ 25.10.03:

Kommentar - Was BAK-Welter verschweigt:

In Deutschland beackern Gebäudeplaner ein umfangreicheres Arbeitsfeld als im Resteuropa, wo "Städtebauer" und blanke "Entwurfsfuzzis" vorherrschen. Hier zu Lande soll es sogar freie Gebäudeplaner geben, die am wirklichen Bauen "Leistungsphase 5 aufwärts" teilnehmen. Das übernehmen im Resteuropa meist "Nichtarchitekten", Bauings und Techniker als Vollsklaven der Bauindustrie.

Und betr. Ertragslage: Öffentliche Bauherren, Kirchen und auch Privatleute (Link "Der klassische Bauherr") bevorzugen selbstverständlich billige Gebäudeplaner und vergeben Planungsaufträge deswegen vielleicht hin und wieder unter Mindestsätzen. Wer die Mindestsätze nicht unterschreitet, kommt nach meiner Erfahrung nicht in die Nähe der Pleite. Nur wer auf der Grundlage von Honorardumping - gibt es beispielsweise in der ehem. DDR wirklich Architekten, die für Kommunen, Privatleute oder gar die Kirche arbeiten und die anrechenbare Bausubstanz als wesentlichster Honorarfaktor im Altbau ansetzen? Ich kenne bisher keinen! - arbeitet, wird nicht wirklich kostendeckend schaffen. Die stichpunktartigste Prüfung der letzten 3 Vertragsabschlüsse eines durchschnittlichen Planers würde möglicherweise genügen, um Unterschreitungs-Grausamkeiten aufzudecken. Oder das Lesen dieses wahren Briefwechsels:

11.12.03
Sehr geehrter Herr Fischer, lieber Kollege,

ich möchte Ihnen ein paar Minuten Ihrer sicherlich knapp bemessenen Zeit stehlen.

Mit einer Mischung aus Belustigung und Erschrecken habe ich ich mich heute durch Ihre Seiten geklickt. Ich gehöre wahrscheinlich ab dem nächsten Februar zu den von Ihnen so geschmähten "Mindestsatzunterschreitern".

Nach dem Studium der Architektur folgte ein Jahr Weiterbildung im Bereich Denkmalpflege (Projekt "ÖKO"), in Ermangelung einer Anstellung. Anschließend 3 Jahre Anstellung als Ingenieur - schlecht bezahlt, 60 Stunden-Woche, dann der Rausschmiß wegen "Baukrise" und Auftragsmangel.

Nach dem Motto "wenn Ihr mich nicht als Mitarbeiter haben wollt, dann bekommt ihr mich als Konkurrenz" stehe ich vor dem Schritt der Verselbstständigung, sprich Gründung eines Architekturbüros mit den Tätigkeitsschwerpunkten Denkmalpflege und Altbausanierung.

Die größten von Ihnen beschriebenen Fehler einer "Planungslusche" werden mir hoffentlich nicht unterlaufen, zum einen da ich über ein gewisses Maß an Fachkenntnis verfüge und zum anderen, weil ich mich in Ermangelung von Referenzen wohl erst mit kleineren, überschaubaren und wenig fehlerträchtigen Projekten befassen werde. Aber: jede Bauaufgabe muß gelöst werden, und es gibt keine "unwichtigen" Bauaufgaben.

Nun zur Mindestsatzunterschreitung:

Für mich als Existenzgründer stehen auf der Fixkostenseite natürlich wesentlich weniger Euros als bei Ihnen mit 14 Angestellten. Nach sorgfältigster Kalkulation komme ich auf Mindeststundensätze von irgendwas knapp unter 30,00 Euro. Ein knapp gehaltenes bauhistorisches Gutachten mit Aufmaß Stufe II nach Eckstein/Gromer, dendrochronologischer Altersbestimmung von 2-3 Bauphasen und Fotodokumentation wäre für ein kleines niederdeutsches Hallenhaus ab 4.500 Euro drin. Dies würde die Kosten decken und ein wenig zum Leben und Zurücklegen übriglassen. Es reicht zwar nicht, um in Kürze ein neues Auto anzuschaffen oder irgendwelchen Luxus zu finanzieren, aber es würde reichen.

Natürlich würde ich mehr nehmen - liebend gerne - aber wie soll ich denn den Mindestsatz gegenüber dem Bauherren durchsetzen? Gerade bei nicht genehmigungspflichtigen Maßnahmen ist doch der Architekt (vermeintlich) von allen am Bau Beteiligten der überflüssigste!

Natürlich weiß ich, daß sich die gängige Praxis der Unterschreitung nur so lange hält, wie es Kollegen gibt, die hier mitmachen. Aber gerade als Anfänger würde ich doch wie Don Quixote gegen ein ganzes Heer "alteingesessener Unterschreiter" antreten - die mit Ihren wohlklingenden Namen doch jeden Bauherren stolz machen und ihn auch noch bei der nächsten Vernissage zwischen Lachshäppchen und Piccolöchen mit geschwellter Brust in den Mittelpunkt rücken.

Mit meinem Namen kann ich nichts werden, nur mit meiner Leistung, und die kann ich nur "verkaufen", wenn der Preis stimmt.

Und die Kammern? Einen gesunden Lobbyismus vermisse ich komplett. Es gibt niemandem, der am Negativmage des "10%-kassierenden Architekten" kratzt.

Die Ärzte machen es uns vor. Bei denen ufert es zwar schon aus, aber ein Minimum an Nachahmung wäre wünschenswert.

Und Service für die Mitglieder? 20 Euro für einen neuen Mitgliedsausweis, den jeder Laie mit dem Tintenstrahler und einem Laminiergerät für 30 Cent hinbekommt, Fortbildungen für 500 Euro / Tag, ab April diesen Jahres auch noch Pflicht bzw. Voraussetzung für die Eintragung in den altherrengeführten Arbeitslosenclub. Von hier ist wohl keine Hilfe zu erwarten.

Also wagt man als "One-Man-Show" den Sprung ins kalte Wasser. Entweder man lernt Schwimmen, oder man ertrinkt. Ganz einfach.

Über Anregungen und Argumentationshilfen zur Durchsetzung von Mindesthonoraren würde ich mich sehr freuen - das intensive Studium Ihrer Seiten steht mir ja noch bevor, von Ihrem Angebot der käuflich zu erwerbenden Lösungen werde ich mit Sicherheit in Kürze Gebrauch machen.

Viele Grüße aus dem hohen Norden und viel Erfolg beim Kampf gegen die Windmühlen wünscht

Johann Johannsen (alias)


Meine Antwort:

Lieber Kollege,

Danke für Ihr offenes Schreiben.

Mindestsätze durchsetzen! Wenn ich mehr als 15 EUR/Std. Durchschnitt bei einem Projekt herausholen würde, wäre ich gut. Es geht nicht, trotz Nichtunterschreitung (das dürften Sie mir abnehmen). Jedenfalls nicht in meinem Alltag.

Und so sülze ich über Schlechtleistungen der dennoch - oh Wunder! - Mercedes/BMW-Fahrer herum. Ich neide es ihnen nicht, fahre gern 20-jährigen VW-Bus (familiär) und 5-jährige Skodas (Business) und mach Urlaub auf dem billigsten Bauernhof jwd.

Darum geht es also nicht. Sondern um die Sache. Erfüllen Sie mal die Ansprüche. Steht im VOB/HOAI-Kommentar. Und haben Sie bestimmt - wie alle - nicht gelesen.

Dann können wir uns weiter unterhalten, denn dann bringts was.

Viel Spaß beim Stöbern wünscht Ihr

Konrad Fischer

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