Seite aufgeteilt: Aktualitäten:1 2 3 4 5 6 Einleitung:7 8 9 Luxusplanung:10 11 12 Handwerker-Quiz:13 Planer-Quiz:14 Deutschland sucht die Super-Planung:15 Bauherrn-Quiz:16 Ziel- u. qualitätsbezogene Vergabekriterien für Planung:17 18 19 Sachgerechte Vertragsgestaltung:20 Bestandsaufnahme:21 Honorarzone u. -satz:22 Grundleistungen/Zuschläge:23 Anrechenbare Kosten:24 Substanzsicherung/Nebenkosten/Haftungsausschluß:25 Zusammenfassung:26 Last, but not least: Bauen ohne Planer/Vertragsrecht/Vertragsmuster:27
Wie und mit welchen geheimnisvollen Tricks die so schnöde vom Auftraggeber und sich selbst verratenen Planer trotz aller Zwickereien weitest unter den HOAI-Sätze überleben?
Vielleicht so: Ihre bauherrnseits unbezahlte / unterbezahlte Arbeit erledigt der "Freund" ("Pharmareferent") aus Baustoffindustrie oder Baufirma. Dafür gibt es dann "umsonst" geplante Planung mit den "richtigen" Baustoffen, den richtigen "Auftragnehmern", dafür winkt der Auftrag für unverschämten Pfusch zu Dreifachkosten. Und über die freundlichen Produktsignale im LV und ein paar nette Anrufe beim Lieferanten - Motto "Wer hat denn sonst noch angerufen?" - organisieren die Bieter ihr Kartell im Rasthaus Kassel, Treffpunkt 11.00 Uhr.
Das hätte natürlich planerseits in den Bewerbungsunterlagen alles angegeben werden müssen im Sinne der mit der Ausschreibung geforderten "Auskunft" betr. VOF § 7 (2) und "Erklärung" betr. VOF § 4 (4). Dies fragen aber die Auftraggeber-Schlaumeier gewiss nicht nach, prüfen keine LVs vergleichbarer Projekte vor der Vergabe auf echte Produktneutralität gem. VOB/A - und begünstigen aus vollem Herzen diese auch von ihnen oft selbst praktizierte Form von Kriminalität.
Alles kein Problem mehr, wenn die Vergabebeamten sowieso von Anfang an als sog. "Störer" des gesetzlich vorgeschriebenen Wettbewerbs im ungeschmälerten HOAI-Rahmen solch perfide Rafinesse entwickeln. Die Vergabediensstelle begründete ihre ungestraften, aber gleichwohl doch unerwünschten (?), den Dienstherren, aber auch das Vergaberecht geradezu vorsätzlich schädigenden Operationen mir gegenüber dann so: "Wer garantiert uns denn, daß sich der Planer wirklich korrekt verhält, wenn wir ihn - was Gott verhüten möge! - HOAI-gemäß honorieren?"
Tolle Frage und noch tollere Utopie. Denn das ist in Deutschland ja noch nie geschehen, oder? So bekommt halt jeder was er verdient. Der Bauherr sicher größtanzunehmenden Planungsblödsinn, das Planerwürstchen schlimmstenfalls Gewissensbisse, die "Zulieferer" die volle Knete. Alles - im Falle des öffentlichen Geldversaubeutelns / Bauens ganz gewiß auf Kosten der Steuerzahler.
Themenlinks (wie der Herr, so´s Gscherr):
Wuppertal Intern - Über den OB Oberbürgermeister Dr. Hans
Kremendahl und Uwe Clees/SPD-Parteispendenskandal/GWG-Skandal - Korruption - Seilschaften
Der GWG-Skandal - RADIO WUPPERTAL
WDR
Online - Korruption in Wuppertal Korruption
bei den Demokraten
Die verkommene Korruption der Polit- und
Kapitalbonzen: Bspl. Wuppertal! : Politikforum
Im März vom LG Dortmund freigesprochen: OB Kremendahl und Bauunternehmer und edler Spender Clees - für die 500.000 Mark-Spende, von der SPD unter "Verschiedenes" gebucht, gestückelt und Scheinspendern zugeschrieben, konnte ein "Unrechtsvereinbarung nicht nachgewiesen werden. "Anfüttern" von Amtsträgern ist nicht strafbar!
Schauen Sie in die Planungsunterlagen und die Leistungsbeschreibung sowie die Firmenlisten: Die Hersteller-Namen, die Sie dort entdecken, sind - bis auf allergeringste Ausnahmen (vgl. VOB/A § 9) - die eigentlichen Planungslieferanten. Der Bauherr zahlt dann doppelt und dreifach - für Umsonstplanung, die sein mindestnehmender Planungssieger hintenrum empfängt, für den überteuertsten Baumist, der damit zum Einsatz kommt und für alle Sponsorengebühren, die die Durchstecherei auf den beteiligten Ebenen erfordert. Und wie soll sich ein öffentlicher Bauherr schon dagegen schützen, wenn seine eigene untreue Bauverwaltung hier den Takt angibt? Es gibt so einige Einflugschneisen für gratifikationsgestützten Baumist zu horrenden Herstellungspreisen, vielleicht - oder ganz sicher? - auch in vielen - vielleicht auch allen? - Bauämtern von Staat, Kommune und Kirche. Sei es Mauerwerkstrockenlegung oder Fassadenpamp, Dämmstofforgie oder Haustechnikschmonz bis zur wandverschmutzenden Luftheizung von Großräumen. Dafür wird jede sorgfältige Detailplanung und Produktneutralität nicht gerade selten verweigert - auch wenn die HOAI und auch VOB sie sowohl vom Gebäude- wie auch jedem Fachplaner abfordert.
Wie mag es Planern nun gelingen, so billig anzubieten, wie es der Auftraggeber wünscht? Klar, sie müssen
ihr existenzsicherndes Honorar außerhalb der zulässigen Wege zuwegebringen. Das geht bespielsweise so:
Nicht selber planen, sondern externe Umsonstplanung dem Auftraggeber unterjubeln. Dann kann man freilich günstig
Planungsleistung anbieten. Die HOAI-Ignoranten in Handwerk und Baustoffindustrie, die typische Planungsleistungen
außerhalb der Vergütungsregeln der HOAI nach dem System "Rückvergütung später" planen und
liefern, wissen was gemeint ist:
Fall A) Sie liefern dem Lieblingsplaner hinter dem Rücken des Auftraggebers alle ihr Gewerk betreffenden
HOAI-Planungen umsonst, bauen ausreichend Luftnummern (Leistungen, die später gewiß nicht drankommen, für die aber
die dessen ahnungslosen Mitwettbewerber normal bieten, entsprechend höhere Angebotspreise erzielen und dann gegenüber
dem LV-erstellenden Bieter, der solche Leistungen mit ca. 1 Euro-Einheitspreis anbietet, sicher unterliegen) in das
Leistungsverzeichnis ein. So bekommen die schlauen Bieter und Ersatzplaner immer den Auftrag.
Doch wie nun ausreichend
Geld beiseite schaffen, um den untreuen Ausschreiber mit dicken Kuvertchens zu beglücken und sich selbst auch noch ein fettes
Schnitzelchen gönnen zu können? Na freilich - durch eingebaute Fettnummer:
Neben den dick angesetzten Nullnummern (s.o.) werden klitzekleine Alternativpositionen oder Bedarfspositionen /
Eventualpositionen mit geringsten Mengenansätzen eingebaut. Ach, so klein sind diese Positiönchen angesetzt,
daß es gar nichts ausmacht, wenn man da mal 1.000-Euro-Einheitspreise einpreist - da man wegen der bekannten
Nullnummern ja allemal das günstigste Angebot im "Wettbewerb" vorlegen kann. Doch holla, wenn es ans Stechen geht,
entarten die mit einer Mengeneinheit angesetzten Fettnummern zu dicken, riesigen Massen. Ja, da macht das Abrechnen
Spaß.
Dieses Spielchen könnte man auch daran erkennen, daß zwischen Kostenschätzung und späterer
Abrechnung fast kein Unterschied ist. In einem deutschen Staatsbauamt habe ich diese Trickserei über zig
Bauabschnitte jahrelang verfolgen können, der untreue Baubeamte konnte so von der HU-Bau bis zum bitteren Ende
immer unauffällig-auffällige Zahlen vorweisen. Seine Kuverts und das Handwerkerschnitzel waren ja von
Planungsanfang an mit eingepreist. Das klappt freilich überall, wie aus eingeweihten Preisen zu erfahren ist. Und
versuchen Sie nun mal, diese Durchstecherei gerichtsfest nachzuweisen. Da können Sie dran verzweifeln, wie verschwiegen
deutsche Drecksäue zusammenhalten können. Omerta heißt das auf italienisch.
Ein weiteres Merkmal solcher Spielchen sind die immer selben Handwerker auf nahezu allen Baustellen
des Planers / Baubeamten, schlauerweise natürlich nur bei ausgewählten Gewerken. Was der einzelne Bauherr
natürlich kaum feststellen kann. Oder eben nur an sorgfältiger Vergleichsprüfung der inneren
Widersprüche von Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung.
Fall B) Oder sie manipulieren den Text des an den Planer gelieferten Leistungsverzeichnisses, verstoßen frechstens gegen das Neutralitätsgebot der VOB, schnitzen erstmal die Gewerkleistung auf ihre Umsatzmaximierung mit teils auch noch echten Mistprodukten größtanzunehmender Untauglichkeit hin und benennen ihre Produkte bestenfalls mit dem heuchlerischen und VOB-mäßig zu 99,9 % unzulässigen Zusatz "oder gleichwertig" im LV. Damit geben sie "ihren" Bietern sogar noch die feine Möglichkeit, hintenrum über den Produzenten Kartelle zu schmieden. So hat dann wirklich jeder was davon. Wobei Fall B auch von Baufirmen im Fall A mit praktiziert werden kann. Dann geht die Kette der Planungsleistung eben so: Produzentenberater - Bauunternehmen - Planer - Auftraggeber. Das Omerta-Prinzip gilt auch da. Und was den Dreck als einziges auffliegen läßt, sind dann die irgendwann von den Korruptis enttäuschte, betrogene bzw. unterversorgte bzw. abgestoßene Weiber. Zu 99% sind es nämlich diese, die sich dann bei ihren früheren Gunsterweisern bitterlich rächen. Die Zahl habe ich von einem hochrangigen Rechnungsprüfer. Schärschä la Famm!
Wunderschön hat auch der Bundesrechnungshof beschrieben, wie er die Lage rund um die Produktneutralitätsverstöße sieht (aus: Schriftenreihe des Bundesbeauftragten für Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung, Band 7, Hochbau des Bundes, Wirtschaftlichkeit bei Baumaßnahmen, Zweite, überarbeitete Auflage, Empfehlungen des Präsidenten des Bundesrechnungshofes als Bundesbeauftragter für Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung für das wirtschaftliche Planen und Ausführen von Hochbaumaßnahmen des Bundes, Verlag W. Kohlhammer 2. Aufl. 2003, S. 71 ff.):