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Konrad Fischer Konrad Fischer: Altbauten kostengünstig sanieren
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12. Dachdeckung und -konstruktion 2.2 - Wie geht es weiter?
Tips zu Instandsetzung und Inspektion

Kapitel 12: Dachdeckung und Dachkonstruktion 1 2: Moderne Dachkonstruktion 3: Schiefer + Tonziegel 4: Betondachstein
5: Ziegelnovitäten - ein Fortschritt? 6: Blechdach 7: Flachdach 8: Dachausbau
9: Reet/Stroh + Holzschindel / Links


Einstürzende Flachbauten

München TV Pressetalk 20:00 "Einstürzende Flachbauten" Talk-Clip 6 min wmv 2,9MB Download)
mit v.l.: Konrad Fischer, SZ: Red. Christian Schneider, TV-Moderator Christopher Griebel, FOCUS: Red. Christian Sturm, BYAK: Vorstand Rudolf Scherzer
aus tragischem Anlaß


2. Moderne Dachkonstruktion - der todsichere Hit?

Eine notwendigerweise hyperkritische Betrachtung zu den Themen Flachdach, Pultdach, Hallendach, Einsturz, Dachkonstruktion, Leim, Klebstoff, Leimbinder, Bauen, Sanieren, Instandsetzen, Eissporthalle, Turnhalle und Reitstall

Inhalt des Unterkapitels 12.2:

2.1.1 Einsturzchronologie und Kommentare 1980-1989
2.1.2 Einstürze 1990 ff.
2.2 Wie geht es weiter? Tips zu Instandsetzung und Inspektion
3. Weiterführende Dachlinks
4. Hinweis für besorgte Dachbesitzer

Hinweis: Wer weitere Fotos zu hier erwähnten Einstürzen zur Verfügung stellen kann, möge die bitte nach telefonischer Rücksprache 09574-3011/0170-7351557 an mich mailen.


2.2 Wie geht es weiter? - Tips und Tricks zur Instandsetzung und Inspektion

Weitere erhöht feuchtebeanspruchte "moderne" Dächer, man denke nur mal an die ca. 50.000 Leimbinderhallen in Deutschland, davon ca. 10.000 im Besitz der öffentlichen Hand (Schätzung lt. ZDF-Recherche, unzählige Nagelbinderhallen und noch unzähligere sonstige schlaue Flachdachkonstruktionen nicht mitgezählt), alle Flachdachbauten aber auch durch staatliche Energieeinsparzwangsmaßnahmen mit falschen, da mit feuchtespeichernden Dämmstoffkonstruktionen ("Zwischensparrendämmung") verpfuschte Steildächer stehen nun für viele überraschenderweise im Einsturzverdacht. Natürlich sind Hallennutzungen mit hohem Durchfeuchtungsrisiko dabei an vorderster Front, egal in welcher Konstruktionsart und mit welchem Baustoffsystem auch immer. Der Normenaberglaube wirkt sich wieder mal verheerend aus.

Im Mai 2006 veröffentlicht der TÜV-Süd die Ergebnisse seiner Untersuchung an 200 deutschen Hallendächern, davon 60 in Bayern:

100 % der kleineren Hallen zeigten Mängel
75 % der Hallendächer aus Holz zeigten "relevante Mängel", vor allem "wegen der Art der Verarbeitung" - Leimbinder?
55 % der Stahldachkonstruktionen waren mangelhaft.
55 % aller Hallen stehen herum ohne verfügbare Statikberechnungen.
45 % der Stahlbetondächer waren mangelhaft.
12 % der Hallendächer wurden anders errichtet, als die Planung und Statikberechnung vorgab.
11 % der untersuchten Holzdachhallen waren so schwer geschädigt, daß sie sofort gesperrt werden mußten.
7 % der Hallen waren nach einer falschen Statikberechnung erbaut.
Die meisten Mängel traten innerhalb der ersten fünf Jahre nach Erbauung auf .
Mängelursachen: 1/3 Pfusch am Bau, 1/3 Planungsfehler, 1/3 Wartungsmängel.

Auch der TÜV-Nord machte sich dann an die privaten und öffentlichen Hallendächer, meist aus den 60er und 70er Jahren, ran. Im April 2008 wurden die Ergebnisse seiner Untersuchungen publik:

- Ca. 60 % der Hallen zeigten relevante Sicherheitsmängel.
- Bei 22 % gab es Einschränkungen der Verkehrssicherheit wegen Mängeln an Sekundärbauteilen.
-Bei 27 % ist eine Gefährdung der Standsicherheit nicht ausschließbar.

Die häufig festgestellten Mängel:

- Beschädigte und verfaulte Holzstützen.
- Feuchtigkeitsschäden auch an Deckenverkleidungen.
- Risse am Hauptträgersystem und Auflagerbereich

Soweit die TÜV-Untersuchung.

Das Risiko-Ranking: Weitgespannte Hallendächer, weitgespannte Flachdächer, flachgeneigte Dächer. Verschärfung durch Feuchte und Belastung sowie feuchteempfindliche (Stahl, Stahlbeton, Holz, Dämmung) und leichtbautypische Konstruktionsweisen. Wobei es bestimmt nicht zutrifft, daß die in den fetten Jahren der 1970er und 1980er errichteten Bauwerke mit weitgespannten bzw. flachen Dächern nun wegen "Billigbauweise" (so die Apologeten der Moderne) hinüber sind. Ganz im Gegenteil wurde bei diesen Boom-Bauten oft an nichts (außer geeigneten Maßnahmen zum sommerlichen und winterlichen Wärmeschutz) gespart. Es sind oft bauaufsichtlich eingeführte, aber eben technisch grottenfalsche Normen - ohne Berücksichtigung des tatsächlichen Verhaltens der normgeförderten und von DIN-Normen geforderten Baustoffe und Konstruktionen bei Nutzung und Alterung - die nun vorhersehbare - in breiter Front aber den Normengläubigen überraschende Probleme bereiten und sogar Menschenopfer fordern.

Dabei muß man wissen, daß es weder in den Bauvorschriften des Bundes, noch der Länder baurechtliche Verpflichtungen über die Durchführung von Gebäudeinspektionen und Baiuwerksinstandhaltung nach der Errichtung gibt, nicht für die öffentlichen Bauten und schon zweimal nicht für private. Die damit verbundenen Risiken werden also baurechtlich "hingenommen".

Infolink Materialalterung

Infolink Einstürze an Stahlbauten

Absurd wirken angesichts dieses Szenarios - eigentlich der Untergang der Flachdach- und Normenarchitektur, oder? - die Abwehrversuche der Bundesländer Anfang Februar unter Becksteins Führung, behördlich für mehr Überprüfungssicherheit zu sorgen, gerade nachdem die ästhetisch immer so modebußte Staatsbauverwaltung und die von ihnen bevorzugten Wettbewerbsjuries an vorderster Front stehen, wenn es landauf und ab um das dirigistische Anordnen und Durchsetzen der für unsere regenverwöhnten Breiten geradezu abscheulichen Flachstdachbauweise ging und geht.

Ein Flachdach ist bautechnisch gesehen eine Leichtbaukonstruktion mit hauchdünner und keinesfalls dauerstabiler Dichtebene, darunter meist absauffähige und einbeulende Dämmstoffschichten, darunter zwangsläufig nach etwas Zeitvertreib undichte und lokal Unmengen Kondensat hereinlassende Dampfsperren und dann eine tragende Konstruktion. Das erzwingt geradezu Dachseen und Leckagen mit allerübelsten Folgen für die Belastung und das Tragwerk. Und wer reißt schon jedes Jahr die oben und unten angeordneten Dichtebenen auf, um deren Versagen zu überprüfen? Das passiert nicht und deswegen sammelt sich oft lange Zeit unbemerkt das Wasser in den Dämmschichten. Wenn es dann endlich durchtropft, ist meist die Tragkonstruktion gefährlich feuchtegeschädigt, ohne daß man genau weiß wo überall und wie stark. Die Brühe fließt nämlich in dem Schichtenpaket erst mal hin, wo sie will und dann erst irgendwann und irgendwo durch, so daß man weder den Eintritt des Schadens noch dessen genau Stelle ohne entsprechendes Monitoringsystem zur Leckmeldung gleich herauskriegt. Auch die Aufhängungen der abgehängten Unterdecken sind aus bauphysikalischen Gründen extrem feuchtegefährdet und lösen immer wieder katastrophale Einsturzereignisse aus, z.B. in der Schwimmhalle in Uster am 9.8.1985 mit 12 Toten. Fazit: Lumpigriskante Baupfuschweise, garantiert schwierigste Inspektion und sehr eingeschränkte Standfestigkeit auf Dauer. Genau das Richtige also für öffentliche Bauinvestitionen aus unser aller Steueraufkommen und Industriehallen mit feuchteempfindlicher Fertigungstechnik unter dem Flachdach.

In Polen ist man da angeblich und sehr vielleicht schlauer geworden, der Ministerpräsident will nach Presseberichten unter dem verheerenden Eindruck der polnischen Bauwerkskatastrophen - die Flachdachbauweise für sein Land zukünftig verbieten. Ein Generalverdacht gegen irgendwelche Baustoffe oder Tragsysteme im alarmistischen Sinne ist natürlich nicht unbedingt angebracht, eine kritische Prüfung bei erkennbaren Gefahrenmomenten aber schon. Und entsprechend liefern die inzwischen überall laufenden Überprüfungen gute (auch nicht immer und unbedingt glaubwürdige) und schlechte Nachrichten für die betroffenen Hallenbesitzer. Empfehlenswert sind im Risikofall rechtzeitig tragwerksstabilisierende normkritische Gegenmaßnahmen wie

  • Unterstützungskonstruktion für die fehlkonstruierten Deckentragsysteme,
  • Verbesserte Dachentwässerung zur Vermeidung stauendem und vereisendem Dachwasser, das neben Deckungs- und Konstruktionsschädigung auch enorme Zusatzlasten verursachen kann,
  • Austausch feuchteriskanter Flachdachdeckungsmaterialien, -dämmschichten und sonstige Konstruktionsteile gegen unempfindliche Systeme, evtl. auch Umbau zum geneigten Dach,
  • Installation automatisierter Monitoringsysteme unter die von unbemerkter Leckage gefährdete Abdichtungsebene zur sofortigen Havariemeldung in Echtzeit (als Leckmeldeanlage), anstelle weiteren Zuwartens auf die im Flachdach garantierten Tropfereignisse mit immer mehr oder weniger katastrophalen Folgen für Konstruktion und Nutzung,
  • kondensatreduzierende Bauteiltemperieranlage in Simpelbauweise (wirtschaftliche Alternative zu Klimamaschinengigantismen), die durch moderate Erhöhung der Oberflächentemperatur der feuchtegefährdeten Bauteile Kondensataufnahme auschließt und die Wechselklimabelastung der kritischen Bauteile deutlich abdämpfen kann,
  • Trägeraufhängung an zusätzlicher Überkonstruktion,
  • konstruktive Berücksichtigung der Beanspruchungen aus der meist konstruktiv unterschlagenen krass unterschiedlichen linearen Temperaturdehnung der im Dach anzutreffenden Materialien (z.B. Ziegel: 0,5; Baustahl und Beton: 1,2; Kupferblech: 1,7; Dachbahnen: 2,0; Sperrholz: 2,0; Aluminium: 2,4; Polyurethan: 2,5; Gipskarton: 2,5; Bauholz: 5,0; Eis: 5,1; Asbestzementplatten: 6,0; Polystyrol: 6,0; Phenolharz: 6,0; Polystyrol-Dämmstoff: 6,0 jeweils in mm je Meter bei 100 K Temperaturdifferenz),
  • Tragwerksverstärkung für bisher unvorhergesehene Lasten aus Kondensataufnahme ungeeigneter Dämmschichten,
  • Querschnittsertüchtigung und verbesserte Schubaufnahme der Träger durch ausreichend bemessene, dauerhaft sicher und kontrollierbar einbindende Dübelkonstruktion und/oder bewehrende Verschraubung,
  • seitliche, ober- und unterseitige Laschenkonstruktion als Umbau in Fachwerkträgerbauweise oder
  • Kombinationen dieser grundsätzlichen Verstärkungsmöglichkeiten zur Wiederherstellung sicher definierbarer Tragwerkskonstruktion,
  • möglichst ohne kostenintensive Abhnahme noch funktionierender Dachdeckung und unter geschickter Ausnutzung der tatsächlich auf lange Sicht noch ansetzbaren Resttragfähigkeit der Altkonstruktion ("vom Brettschichtleimbinder zum delaminierten Holzstapelbinder")

  • entsprechend der gegebenen technischen und wirtschaftlichen Randbedingungen am Gebäude nach entsprechend realistischer konstruktions- und chemiekritischer Voruntersuchung und objektspezifischer Prüfung an den noch stehenden Baukonstruktionen der weitgespannten Leim- und Stahlbinder- und Flachdachkonstruktionen wie:

  • gegebene Durchbiegung im Vergleich mit rechnerisch ermittelter Durchbiegung, hier sind im Laufe der Jahre bekanntermaßen zunehmende Verformbarkeiten durch Präzisionsmessungen feststellbar, dafür wollen Lehrer und Schüler des Werkschulheims Felbertal (Österreich) gem. Meldung vom 7.2.2006 und später auch ein Wittener Architekt gem. Meldung vom 18.2.2006 lasergestützte Kontrollautomatismen entwickeln und patentieren lassen, die das drohende Konstruktionsversagen noch rechtzeitig melden sollen,
  • Einsatz der SEA-Technik (Schallemissionsanalyse), die online oder mit Dattenlogger verdächtiges Trägerkrächzer auch im unsichtbaren Konstruktionsquerschnitt als unfehlbare Vorboten des irgendwann darauf folgenden Einsturzes über am Träger installierte Mikrofone "hört" und noch vor gefährlicher Trägerverformung (hoffentlich) rechtzeitig meldet bzw. registriert,
  • Überprüfung der vorhandenen Statik auf realistische Lastannahmen,
  • Prüfung von Kondensataufnahme und damit verbundene Zusatzlasten in gefährdeten Dachdämmsystemen,
  • äußerlich erkennbare Alterungs- und Ermüdungserscheinungen von Leimholzträgern an den Leimfugen in Bindermitte (Maximierung Zug- und Druckspannungen) und am Auflager (Maximierung Schub-/Scherspannungen),
  • nachweisbar überdicke und damit überbeanspruchte Leimfugen,
  • Überprüfung der Dachentwässerung, die bei lastbedingter und durch verformungsgefährdete Dämmsysteme verursachter Einbeulung der Flachdachkonstruktion in Tiefpunkten stauendes Wasser und bei Abflußstörungen zusätzliche Eislasten verursachen kann, bei größeren Verformungen die Dachhaut überbeansprucht und zu Undichtheiten in der Dachfläche und an Klebestößen z.B. am Dachrand und durchdringenden Bauteilen (Lichtkuppeln, Abluftsysteme, Kamine, sonstige Dachaufbauten) mit Folgeschäden führt,
  • Feuchtigkeitsmessung in kondensat- und bei Deckungsleckagen dachwassergefährdeten "Dämm"-Schichten mit entsprechend unvermuteter Lastzunahme,
  • Verrostung von metallischen Tragwerkskonstruktionen und Verbindungsmitteln,
  • zerstörungsfreie Holzquerschnittsuntersuchung z.B. mit Ultraschall,
  • zerstörungsarme Holzquerschnittuntersuchung z.B. mit einer Widerstandsmeßgerät-Bohrung,
  • Überprüfung der Dachhaut (soweit noch ohne integrierte Leckmeldeanlage) auf undichte Stellen - nach dem Unglück Bad Reichenhall stellte sich bei nachfolgend einsetzenden Untersuchungen an öffentlichen und privaten Flachdächern eine geradezu ungeheuerliche Anzahl von bisher übersehenen - dem Fachmann und Flachdachlaien jedoch grundsätzlich bekannten und vorhersehbaren - Undichtheiten heraus - wie z.B. hier in Kürten, die Flachdachhardliner versuchen freilich wie gewohnt abzuwiegeln, wie z.B. hier,
  • Feuchtemessung über den Gesamtquerschnitt von Leimholzträgern, um ggfs. aus unzulässig variierender Feuchtebefrachtung Rückschlüsse auf die Leimbelastung zu erhalten sowie die Hydrolisierungsgefahr (feuchtebedingte Auflösung der Molekülverkettung) beurteilen zu können,
  • analytisch erkennbare Materialveränderungen an Fugenklebungen von mittig entnommenen Bohrkernen im Vergleich zu Frischklebungen mit identischem Synthetikleim,
  • Abscherprüfung an mittig entnommenen Bohrkernen der verleimten Querschnitte und Vergleich mit den logischerweise nur an frischen Konstruktionen ermittelten Normvorgaben,
  • Überprüfung auf sichtbare Trägerrisse quer und längs zur Spannrichtung, ebenso im Profilquerschnitt von oben,
  • Überprüfung auf mikrobiellen Befall und entsprechende Materialzersetzung in den Leimfugen,
  • weitere Überprüfungen an Konstruktionen und Baustoffen nach örtlicher Erfordernis

  • erfolgen.

    Mit dauerndem Schneegeschaufel - ein zeitraubendes und riskantes Wintervergnügen der architekturästhetikgeplagten Flachdachbesitzer (Architektur und Staat schaffen schneesichere Arbeitsplätze!) und als skurriles Räumtechnik-Bildmotiv für Ballonflieger inzwischen der winterliche Dauerhit auf dem schneekeilbedrohten Münchner Allianzarena-Blähdach aus aufgepumpten Ethylen-Tetrafluorethhylen-Waben, witzigerweise quer zur Ablaufrichtung des Dachwassers in geheizten, aber offenbar gegenüber bedeutenden Schneemassen zur Verhinderung kritischer Auflasten untauglichen Ablaufrinnen verbaut - ist es nämlich nicht getan.

    Grund: Die Auswirkungen der Materialermüdung bzw. alterungsbedingt zunehmende Überbeanspruchung können auch zu Einstürzen von Leimbinder- und anderen flachen Dächern ohne jede zusätzliche Auflast führen (siehe obiges Beispiel aus Dachau 1999). Da brauchen die zulässigen Schneelasten gem. DIN 1055 oder ÖNORM B 4013 trotz pfundigem Naßschnee und eisiger Dachvergletscherung noch lange nicht überschritten sein - die Schneeeinstürze des Winters 2005/06 zeigten es mehr als deutlich - und trotzdem krachts (gut, wer da ein steiles Sparrensteildach mit zum Beispiel 50° Dachneigung hat, er kann bei der Schneelast laut Norm 50 %, bei 60° gar 75 % von der Flachdachschneelast (gilt von 0° bis 30°) abziehen, wobei ihm eh der Schnee lieber gemächlich (es sei denn, er hat schon dummerweise die in Neubaugebieten zu bewundernden helllilablaßbuntblaurosanen glattglasierten Lawinenbeschleunigungs-Dachziegeln aufitan) obirutscht, gschickterweise bei der etwas flacheren Neigung des Aufschieblings an der Traufe zart gebremst.) Bitte auch daran denken, daß arg viele weiter gespannte und leichter gebaute Flachdächer nach etwas Zeit mittig einsinken und dann den stützen- oder randnahen Gully auf dem Berge haben, während es im Tal dann zu schwerer See- und Eislast kommt. War Ihr schmuckmodernes Flachdach auf solche Lachen berechnet? Und a propos Leckageinspektion, kommt jährlich ein Wahrsager, ein Handaufleger oder gar ein Rutengänger zur Leckageortung und findet die vollgesoffenen Dämmschichten im undurchdringlichen Schichtenaufbau unter der Dachplane? Schauen Sie mal hier: "Flachdachlachen", was so eine Flachdachkonstruktion für typische Schadensproblemchen bietet.

    Wie sieht es übrigens nun zukünftig aus mit all den mehr oder weniger gealterten Dächern und ihren Unterbauten, die in diesem Winter (und wer weiß, wievielen davor??) erst bis zur Grenze ihrer Tragfähigkeit schnee-, eis-, regen- und kondensatbedingt (nur 1 Zentimeter Wasser in der 10 Zentimeter starken Dämmung bringt schon eine Gewichtserhöhung von 10 kg/m², was dann eine voll abgesoffene Dämmschicht bringt, können Sie sich nun selbst ausrechnen) belastet wurden und erst durch Beräumung vor dem Einsturz bewahrt wurden? Sollte man die so gestreßten Tragwerke einfach lustig weiterstehen lassen bis zum nächsten Wettergau, oder verbesserte Vorsichts- und Verstärkungs, ggf. auch Umbaumaßnahmen einleiten? Vorsicht: Wartung kommt nicht von Warten!

    Man denke hier auch an die vielen unvorhergesehenen Einstürze von Stahlbetonbauwerken und Brücken, besonders auch bei vorgespannten Konstruktionen - alles Zeugnisse der in den Normen - ja warum wohl? - nicht vorhergesehenen Materialermüdungen. Ob es jemals zu einer entsprechenden Verbesserung des Sicherheitsdenkens kommen wird?

    Problem ist doch, daß die Beteiligten ihre genormten und neutralitätsverletzenden Unarten dafür ablegen müßten. Und dies gilt auch im besonderen Maße für die einzuschaltenden Gutachter, die möglicherweise auch betreffend schützender Hand von ihren industriellen Auftraggebern in Anspruch genommen werden könnten - wer kann denn heute schon ohne "Drittmittel" überleben? Wird man wieder wie in Dachau feststellen, daß weder ein "Konstruktions- noch ein Materialfehler" schuld ist am Tode der unglückseligen Opfer genormter Baukunst? Sind wieder die guten Normen eingehalten worden und die Überbeanspruchung der Leimbindung wäre ja nach vorliegenden Erkenntnissen bestimmt nicht vorhersehbar gewesen, sondern eine Folge der Verkettung äußerst sehrstens unglücklichster Zufälle und Umstände, quasi Ausfluß der 'höheren Gewalt', keinesfalls jedoch vorhersehbarer Murks und teils manipulativ-korruptiv geprägter Konstruktionspfusch.

    Den Presseveröffentlichungen seit dem Bad Reichenhaller Halleneinsturz kann entnommen werden, wie der Gang der Beurteilung der Unglücksursachen verläuft. Dies soll hier weiter verfolgt und dokumentiert werden - bleiben Sie also dran:

    Obermain-Tagblatt Lichtenfels, nachfolgend "OT" vom 9.1.06: "Der Leim hielt nicht - Erste Bauschäden an der Halle entdeckt ... Nach Angaben des Traunsteiner Prüfingenieurs Walthari Fuchs waren an mindestens fünf der 20 Bruchstellen des Daches die Leimverbindungen vollständig abgelöst." Im Telefonat mit mir ergänzte Herr Kollege Fuchs, daß die Bruchstellen vorwiegend an den Leimungen der Keilzinkenverbindungen waren.

    Neue Presse Coburg, nachfolgend "NP" vom 9.1.06: "Nach Ansicht des Traunsteiner Prüfingenieurs Walthari Fuchs, der in der Nacht nach dem Halleneinsturz die Trümmer untersuchte, waren "an mindestens 5 der 20 Bruchstellen vollständig abgelöste Leimverbindungen". Solche Beschädigungen wurden auch bereits von anderen Experten als mögliche Ursache genannt."

    Dann der einheitliche Tenorwechsel zur Verschleppung und Verharmlosung schon am 10.1.06:

    OT/NP gleichlautend (Hinweis auf einheitliche Datenquelle und regulierte Sprachregelung): "Am Wochenende war bekannt geworden, dass (Fuchs) in den Trümmern abgelöste Leimverbindungen entdeckt haben will."

    NP dann weiter: "Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, Volker Ziegler, sagte am Montag, Fuchs arbeite nicht im Auftrag der Ermittlungsbehörden. Es gebe vorerst keine Auskunft zu den laufenden Ermittlungen, die überdies nicht vor Mitte April beendet sein würden."

    Keine Überraschung: Am 26.1.06 ist in der NP zu lesen: "Solange die Unglücksursache nicht bekannt sei, gebe es keinen Anlass für Änderung der Vorschriften, sagte der Leiter der Obersten Baubehörde, Josef Poxleitner, am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags." Und weiter: "Wir brauchen einen kühlen Kopf". Da muß aber ein heißes Herz drunter schlagen!

    Am 31.1.2006 bekräftigte dann eine von der ZDF-Frontal 21-Redaktion veranlaßte Untersuchung an Proben der Reichenhaller Trägerreste durch die TU Berlin Auflösungen des Leims als wesentlicher Bestandteil der Einsturzursache. Kritischer Journalismus hat hier die staatsanwaltlichen Untersuchungen offenbar überholt. Das OT Lichtenfels schreibt dazu am 1.2.2006: "Experte: Falscher Leim ließ Halle einstürzen." Gem. dpa wird am gleichen Tag der Experte, "Baustofftechnologe Bernd Hillemeier" zitiert: "Unter den klimatischen Bedingungen, die in der Halle geherrscht haben, war es der falsche Leim. ... Er ist der Hauptverursacher, dass etwas passiert ist, dass sich Verbindungen gelöst haben." Die Untersuchungen in seinem Institut hätten gezeigt, dass Leim auf Harnstoffbasis verwendet wurde. Unter Fachleuten sei seit langem bekannt, dass dieser Leim Wasser aufnehmen und dadurch seine Klebewirkung verlieren könne." Die auch von meiner Seite informell unterstützte Recherche des ZDF-Teams bestätigte also die hier seit langem geargwöhnten Verdachtsmomente gegenüber der Dauerbelastbarkeit von alterungsempfindlichen Leimverbindungen unter realen Verhältnissen. Ein diesbezügliches Umdenken der Hallenbesitzer und Leimbinderhersteller wäre also mehr als angebracht, die Zeit drängt! Ein großes Dankeschön dem ZDF, das hier wenigstens skeptischer Würdigung von Modernem Bauen die Bahn bricht. Ob das weiteren Architektur-Unglücksfällen und Todesopfern vorbeugen wird?

    Der Tenor dieser Untersuchung wird dann auch in den Veröffentlichungen ab 18.7.06 bestätigt, wonach BILD aus den inzwischen vorliegenden Gutachten zitiert, daß eben minderwertige Leime zu den Hauptursachen - neben Mängeln im Zulassungs- und Instandhaltungsbereich - zur Katastrophe führten. Probleme, die sich nun an allen solchen Hallen stellen - viele in der Hand von Kommunen und Vereinen, die ja - verständlicherweise notgedrungen - für einen sehr "sparsamen" Umgang mit ihrer Unterhalts- und Verkehrssicherheitspflicht bekannt sein dürften. Der Gang der sich aus der Suche nach den Verantwortlichen ergebenden Prozesse wird spannend werden und allzu ehrgeizig-geizgeilen Vereinsvorständen und Bürgermeistern voraussichtlich graue Haare bescheren.

    Zur Frage der Dauerstabilität von Synthetikprodukten gegenüber Materialkorrosion durch Zutritt von UV, Sauerstoff und Wasser in die langverketten Polymere mit der Folge von Aufbruch in kürzere versprödete Bruchstücke:

    Bald undichte Baufolien für Flachdächer, versprödende Unterdeckfolien für Steildächer, löchrige Plastikschläuche für Fußbodenheizungen, weichmacherausgasende Plastikbeschichtungen, versprödende Kunstharzprofile der Fensterindustrie, gerissene und wassersaugende sowie -sperrende Plastikanstriche auf Fassaden und allen Hölzern im Außenbereich, sich auflösende Fugendichtmassen, keinesfalls volumenbeständige Bau- und Isolierschäume, brüchig werdende Klebstoffe und -filme usw. usf. mit nicht unerheblicher Freisetzung von Giften im Verwesungsprozeß belegen aber seit den Anfängen des Plastikzeitalters ungelöste Probleme der Dauerstabilität, problematisches bzw. erst mal allzulange unterschätztes Alterungsverhalten unter realen Bedingungen, die Beschimmelungs- und Veralgungsempfindlichkeit sowie die im Vergleich zu bewährten Konstruktionen teils viel schneller einsetzende und technisch unter Umständen heimtückische Versagen dieser Tunken, Suppen, Pampen und Soßenprodukte aus alchemischen Hexenküchen.

    Und von diesen Problemen sollte natürlich jeder Chemiker in der Industrie und müßten auch Planer pflichtgemäß wissen. Wo bleibt also die Pflichtangabe des Verfallsdatums (besser Einfallsdatums?) für alterungsgefährdete moderne Tragkonstruktionen, die Mindesthaltbarkeitsangabe für die konstruktiv mehr als fragwürdigen Konstruktionsprodukte und -hilfsmittel genormter Baukunst, die penibel genaue Risikobeschreibung bei ungünstigen Nutzungsbedingungen der Baukonstruktion in der Praxis am und im Bau?

    Steht doch in der Norm selbst, daß sinngemäß "das Einhalten von Normen nicht von der Verantwortung entbindet", daß jeder Normanwender trotz Normbefolgung persönlich haftet und die DIN insofern Sicherheit und Verantwortung nur vortäuscht. Genügend Gerichtsurteile belegen auch die interessensgeleiteten und nicht neutralem Sachverstand entsprechenden Inhalte der Normen sowie deren Untauglichkeit bzw. nur eingeschränkt brauchbare Verwendung als "allgemein anerkannte Regeln der Technik", geschweige denn "der Baukunst". Wissen das die Gerichtssachverständigen, die Opferanwälte, die Richter? Wie es aussieht, eher nicht. Und so werden bedenkenlos immer weitere Wundermittelchen auf den Baumarkt geworfen, ohne ausreichende Kennzeichnung, ohne Haltbarkeits- und Verfallsdatum und in krasser Mißachtung der sich aus der Produkthaftung ableitenden ausreichenden Informationspflichten betreffend "Inverkehrbringung". Wieviele Bauherren müssen wohl derartigem auf den Leim gehen, wieviele Modernkonstruktionen aus dem Leim? Was das Flachdach als solches betrifft, zeigen dessen verschiedene Versagensfälle der Praxis, daß ihr Vorteil neben ästhetischer "Schönheit" wohl auch ihre dauernde Arbeitsplatzsicherung nicht nur für Schneeräumer, sondern auch für die Instandsetzungsbranche sein mag.

    Und die Verantwortung dafür? Warum glauben Ingenieure eigentlich den Werbesprüchen der Industrie? Greift beim Konstruktionsversagen auch ihre Haftpflicht z.B. wegen Organisationsverschulden bzw. Planungsfehler? Wie sieht es mit der Verantwortung der Hersteller gem. Produkthaftungsgesetz aus, z.B. wegen fehlerhafter Inverkehrbringung? Und die Prüfinstitute, die für sowas die Zulassung erteilen? Und der zuständige Normenausschuß? Wer wie ich schon mal einen Normeinspruch eingebracht hat, und beobachten durfte, wie alle gut begründeten Einwendungen von den beteiligten Herstellern vom Tisch gewischt werden, darf da seine Zweifel haben.

    Anständigkeit und Verbraucherschutz - ein Fremdwort für die Baubranche? Muß das alles dem Moloch Fortschritt, wie die "Ökologie und Klimaschutz" und das "Energiesparen", in unserer "demokratisch-wertbefreiten" Gesellschaft alles auch Tarnworte der privaten Bereicherungslyrik (vgl. Hans Domizlaff: "Variationen über das Thema Demokratie" in "Die Seele des Staates - Regelbuch der Elite", Hamburg 1957) in der Politik, des Staatsbeamten, der Wissenschaft, der Industrie und der privaten Anleger, geopfert werden? Von wo eigentlich beginnt der Fisch zu stinken? Ach, wenn wir doch auch einen Indianerhäuptling wie Evo Morales (Nomen est Omen?) hätten, der als erste Regierungs-Amtshandlung sein eigenes Gehalt - und damit das aller davon abhängigen Abgeordneten und Staatsdiener - fast halbierte, establishmentverpflichtete Generäle und Minister erließ, Leute aus dem Volk an deren Stelle setzte und seine Schwester, eine einfache Marktfrau, zur First Lady ernannte! Angela, zieh doch auch mal einen Poncho an, vielleicht hilft wenigstens das a bisserla weiter? Keine staatlich geförderten Schwindelunternehmen wie ungeeignete und geradezu schädliche Energiesparmaßnahmen mehr! Dafür El Condor pasa!

    Und für uns Bauleute - warum eigentlich nicht bewährte Holzkonstruktionen und Fügetechniken weiternutzen? Die bewährten und von den allermeisten Privathäuslbauern aus allerbestem Grund seit eh und je bevorzugten Steildächer 45° + sind ja so gut wie nicht durch Schneeeinstürze auffällig geworden. Von der Fertigteilindustrie und von ihr sponsorierten abgeschmackten Architekturästhetik verboten? In meinem Studium an der TU München gehörte die Flachdachkonstruktion zum Muß. Wer dagegen verstieß, riskierte schlechte Entwurfsnoten (was meine unprätentiöse Wenigkeit zähneknirschend in Kauf nahm). Und in den Wettbewerbsjuries waren sich wenigstens dabei die ästhetikgeschulten Beamten und corbusier- und miesgeschulten Architekten so oft einig ...

    3. Links zur Dachproblematik

    4. Hinweis für besorgte Dachbesitzer





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