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12. Dachdeckung und -konstruktion 2.2 - Wie geht es weiter?
Tips zu Instandsetzung und Inspektion
(aktualisiert 12.04.08)
Kapitel 12: Dachdeckung und Dachkonstruktion 1 2: Moderne Dachkonstruktion 3: Schiefer +
Tonziegel 4: Betondachstein
5: Ziegelnovitäten - ein Fortschritt? 6: Blechdach
7: Flachdach
8: Dachausbau
9: Reet/Stroh + Holzschindel / Links
München
TV Pressetalk 20:00 (Pressetalk
"Einstürzende Flachbauten"
45 Live-Minuten ungeschnitten auf DVD
autorisierte und exklusive Version, nur hier!
Talk-Clip 6 min wmv 2,9MB Download)
mit v.l.: Konrad Fischer, SZ: Red. Christian Schneider, TV-Moderator Christopher Griebel, FOCUS: Red. Christian Sturm, BYAK:
Vorstand Rudolf Scherzer
aus tragischem Anlaß - mit bisher nie gesehenem (!)
Filmmaterial vom Einsturz Dachau 1999, spannender und kritischer Diskussion betr. Hintergrundinfos,
Ursachen und Folgen der Einsturztragödien allerorten.
2. Moderne Dachkonstruktion - der todsichere Hit?
Eine notwendigerweise hyperkritische Betrachtung zu den Themen
Flachdach, Pultdach, Hallendach, Einsturz, Dachkonstruktion, Leim,
Klebstoff, Leimbinder, Bauen, Sanieren, Instandsetzen, Eissporthalle,
Turnhalle und Reitstall
Inhalt des Unterkapitels 12.2:
2.1.1
Einsturzchronologie und Kommentare 1980-1989
2.1.2 Einstürze 1990 ff.
2.2 Wie geht es weiter? Tips zu Instandsetzung und Inspektion
3. Weiterführende Dachlinks
4. Hinweis für besorgte Dachbesitzer
Hinweis: Wer weitere Fotos zu hier erwähnten
Einstürzen zur Verfügung stellen kann, möge die bitte nach telefonischer
Rücksprache 09574-3011/0170-7351557 an mich mailen.
2.2
Wie geht es weiter? - Tips und Tricks zur Instandsetzung und Inspektion
Weitere erhöht feuchtebeanspruchte "moderne" Dächer, man denke nur mal an die ca. 50.000
Leimbinderhallen in Deutschland, davon ca. 10.000 im Besitz der öffentlichen Hand (Schätzung lt. ZDF-Recherche,
unzählige Nagelbinderhallen und noch unzähligere sonstige schlaue Flachdachkonstruktionen nicht mitgezählt), alle
Flachdachbauten aber auch durch staatliche Energieeinsparzwangsmaßnahmen mit falschen, da mit
feuchtespeichernden Dämmstoffkonstruktionen ("Zwischensparrendämmung") verpfuschte Steildächer
stehen nun für viele überraschenderweise im Einsturzverdacht.
Natürlich sind Hallennutzungen mit hohem Durchfeuchtungsrisiko
dabei an vorderster Front, egal in welcher Konstruktionsart und mit
welchem Baustoffsystem auch immer. Der Normenaberglaube wirkt sich
wieder mal verheerend aus.
Im Mai 2006 veröffentlicht der TÜV-Süd die
Ergebnisse
seiner Untersuchung an 200 deutschen Hallendächern, davon 60
in
Bayern:
100 % der kleineren Hallen zeigten Mängel
75 % der Hallendächer aus Holz zeigten "relevante Mängel", vor allem "wegen der Art der Verarbeitung" - Leimbinder?
55 % der Stahldachkonstruktionen waren mangelhaft.
55 % aller Hallen stehen herum ohne verfügbare Statikberechnungen.
45 % der Stahlbetondächer waren mangelhaft.
12 % der Hallendächer wurden anders errichtet, als die Planung und Statikberechnung vorgab.
11 % der untersuchten Holzdachhallen waren so schwer geschädigt, daß sie sofort gesperrt werden mußten.
7 % der Hallen waren nach einer falschen Statikberechnung erbaut.
Die meisten Mängel traten innerhalb der ersten fünf Jahre nach Erbauung auf .
Mängelursachen: 1/3 Pfusch am Bau, 1/3 Planungsfehler, 1/3 Wartungsmängel.
Auch der TÜV-Nord machte sich dann an die privaten und öffentlichen Hallendächer, meist aus den 60er und
70er Jahren, ran. Im April 2008 wurden die Ergebnisse seiner Untersuchungen publik:
- Ca. 60 % der Hallen zeigten relevante Sicherheitsmängel.
- Bei 22 % gab es Einschränkungen der Verkehrssicherheit wegen Mängeln an Sekundärbauteilen.
-Bei 27 % ist eine Gefährdung der Standsicherheit nicht ausschließbar.
Die häufig festgestellten Mängel:
- Beschädigte und verfaulte Holzstützen.
- Feuchtigkeitsschäden auch an Deckenverkleidungen.
- Risse am Hauptträgersystem und Auflagerbereich
Soweit die TÜV-Untersuchung.
Das Risiko-Ranking: Weitgespannte Hallendächer, weitgespannte Flachdächer, flachgeneigte Dächer.
Verschärfung durch Feuchte und Belastung sowie feuchteempfindliche (Stahl, Stahlbeton, Holz, Dämmung) und
leichtbautypische Konstruktionsweisen. Wobei es bestimmt nicht zutrifft, daß die in den fetten Jahren der 1970er
und 1980er errichteten Bauwerke mit weitgespannten bzw. flachen Dächern nun wegen "Billigbauweise" (so die
Apologeten der Moderne) hinüber sind. Ganz im Gegenteil wurde bei diesen Boom-Bauten oft an nichts (außer
geeigneten Maßnahmen zum sommerlichen und winterlichen Wärmeschutz) gespart. Es sind oft bauaufsichtlich
eingeführte, aber eben technisch grottenfalsche Normen - ohne Berücksichtigung des tatsächlichen
Verhaltens der normgeförderten und von DIN-Normen geforderten Baustoffe und Konstruktionen bei Nutzung und
Alterung - die nun vorhersehbare - in breiter Front aber den Normengläubigen überraschende Probleme bereiten
und sogar Menschenopfer fordern.
Dabei muß man wissen, daß es weder in den Bauvorschriften des Bundes, noch der Länder baurechtliche
Verpflichtungen über die Durchführung von Gebäudeinspektionen und Baiuwerksinstandhaltung nach der
Errichtung gibt, nicht für die öffentlichen Bauten und schon zweimal nicht für private. Die
damit verbundenen Risiken werden also baurechtlich "hingenommen".
Absurd wirken angesichts dieses Szenarios - eigentlich der Untergang der Flachdach- und Normenarchitektur, oder? - die
Abwehrversuche der Bundesländer Anfang Februar unter Becksteins Führung,
behördlich für mehr Überprüfungssicherheit zu
sorgen, gerade nachdem die ästhetisch immer so modebußte
Staatsbauverwaltung und die von ihnen bevorzugten Wettbewerbsjuries an
vorderster Front stehen, wenn es landauf und ab um das dirigistische Anordnen und
Durchsetzen der für unsere regenverwöhnten Breiten geradezu
abscheulichen Flachstdachbauweise ging und geht.
Ein Flachdach ist bautechnisch gesehen eine Leichtbaukonstruktion mit
hauchdünner und keinesfalls dauerstabiler Dichtebene, darunter meist absauffähige
und einbeulende Dämmstoffschichten, darunter zwangsläufig nach
etwas Zeitvertreib undichte und lokal Unmengen Kondensat hereinlassende
Dampfsperren und dann eine tragende Konstruktion. Das erzwingt geradezu
Dachseen und Leckagen mit allerübelsten Folgen für die
Belastung und das Tragwerk. Und wer reißt schon jedes Jahr die
oben und unten angeordneten Dichtebenen auf, um deren Versagen zu überprüfen? Das passiert nicht und deswegen sammelt
sich oft lange Zeit unbemerkt das Wasser in den Dämmschichten. Wenn es
dann endlich durchtropft, ist meist die Tragkonstruktion gefährlich
feuchtegeschädigt, ohne daß man genau weiß
wo überall und wie stark. Die Brühe fließt
nämlich in dem Schichtenpaket erst mal hin, wo sie will und dann erst irgendwann
und irgendwo durch, so daß man weder den Eintritt des
Schadens noch dessen genau Stelle ohne entsprechendes Monitoringsystem zur
Leckmeldung gleich herauskriegt. Auch die Aufhängungen der
abgehängten Unterdecken sind aus bauphysikalischen
Gründen extrem feuchtegefährdet und lösen immer wieder
katastrophale Einsturzereignisse aus, z.B. in der Schwimmhalle in Uster am
9.8.1985 mit 12 Toten. Fazit: Lumpigriskante Baupfuschweise,
garantiert schwierigste Inspektion und sehr eingeschränkte Standfestigkeit auf Dauer.
Genau das Richtige also für öffentliche Bauinvestitionen aus unser aller
Steueraufkommen und Industriehallen mit feuchteempfindlicher Fertigungstechnik unter dem Flachdach.
In Polen ist man da angeblich und sehr vielleicht schlauer geworden, der Ministerpräsident
will nach Presseberichten unter dem verheerenden Eindruck der polnischen
Bauwerkskatastrophen - die Flachdachbauweise für sein Land
zukünftig verbieten. Ein Generalverdacht gegen irgendwelche Baustoffe oder Tragsysteme im alarmistischen
Sinne ist natürlich nicht unbedingt angebracht, eine
kritische Prüfung bei erkennbaren Gefahrenmomenten aber schon. Und
entsprechend liefern die inzwischen überall laufenden
Überprüfungen gute (auch nicht immer und unbedingt glaubwürdige) und schlechte Nachrichten
für die betroffenen Hallenbesitzer. Empfehlenswert sind im
Risikofall rechtzeitig tragwerksstabilisierende normkritische Gegenmaßnahmen wie
Unterstützungskonstruktion für die fehlkonstruierten Deckentragsysteme,
Verbesserte Dachentwässerung zur Vermeidung stauendem und vereisendem Dachwasser, das neben Deckungs- und
Konstruktionsschädigung auch enorme Zusatzlasten verursachen kann,
Austausch feuchteriskanter Flachdachdeckungsmaterialien, -dämmschichten und sonstige
Konstruktionsteile gegen unempfindliche Systeme, evtl. auch Umbau zum geneigten Dach,
Installation automatisierter Monitoringsysteme unter die von unbemerkter Leckage
gefährdete Abdichtungsebene zur sofortigen Havariemeldung in
Echtzeit (als Leckmeldeanlage), anstelle weiteren Zuwartens auf die im
Flachdach garantierten Tropfereignisse mit immer mehr oder weniger
katastrophalen Folgen für Konstruktion und Nutzung,
kondensatreduzierende Bauteiltemperieranlage
in Simpelbauweise (wirtschaftliche Alternative zu Klimamaschinengigantismen), die durch moderate Erhöhung der
Oberflächentemperatur der feuchtegefährdeten Bauteile
Kondensataufnahme auschließt und die Wechselklimabelastung
der kritischen Bauteile deutlich abdämpfen kann,
Trägeraufhängung an zusätzlicher Überkonstruktion,
konstruktive Berücksichtigung der Beanspruchungen aus der meist
konstruktiv unterschlagenen krass unterschiedlichen linearen Temperaturdehnung der
im Dach anzutreffenden Materialien (z.B. Ziegel: 0,5; Baustahl und Beton:
1,2; Kupferblech: 1,7; Dachbahnen: 2,0; Sperrholz: 2,0; Aluminium: 2,4;
Polyurethan: 2,5; Gipskarton: 2,5; Bauholz: 5,0; Eis: 5,1;
Asbestzementplatten: 6,0; Polystyrol: 6,0; Phenolharz: 6,0;
Polystyrol-Dämmstoff: 6,0 jeweils in mm je Meter bei 100 K Temperaturdifferenz),
Tragwerksverstärkung für bisher
unvorhergesehene Lasten aus Kondensataufnahme ungeeigneter Dämmschichten,
Querschnittsertüchtigung und verbesserte
Schubaufnahme der Träger durch ausreichend bemessene, dauerhaft sicher und kontrollierbar einbindende
Dübelkonstruktion und/oder bewehrende Verschraubung,
seitliche, ober- und unterseitige Laschenkonstruktion als Umbau in Fachwerkträgerbauweise oder
Kombinationen dieser grundsätzlichen
Verstärkungsmöglichkeiten zur Wiederherstellung sicher definierbarer Tragwerkskonstruktion,
möglichst ohne kostenintensive Abhnahme noch funktionierender Dachdeckung und unter geschickter Ausnutzung der
tatsächlich auf lange Sicht noch ansetzbaren Resttragfähigkeit der Altkonstruktion ("vom
Brettschichtleimbinder zum delaminierten Holzstapelbinder")
entsprechend der gegebenen technischen und wirtschaftlichen Randbedingungen am Gebäude nach entsprechend realistischer
konstruktions- und chemiekritischer Voruntersuchung und objektspezifischer
Prüfung an den noch stehenden Baukonstruktionen der weitgespannten Leim- und Stahlbinder- und
Flachdachkonstruktionen wie:
gegebene Durchbiegung im Vergleich mit rechnerisch
ermittelter Durchbiegung, hier sind im Laufe der Jahre bekanntermaßen zunehmende Verformbarkeiten durch
Präzisionsmessungen feststellbar, dafür wollen Lehrer und
Schüler des Werkschulheims Felbertal (Österreich) gem. Meldung
vom 7.2.2006 und später auch ein Wittener Architekt gem. Meldung
vom 18.2.2006 lasergestützte Kontrollautomatismen entwickeln und patentieren
lassen, die das drohende Konstruktionsversagen noch rechtzeitig melden sollen,
Einsatz der SEA-Technik
(Schallemissionsanalyse), die online oder mit Dattenlogger verdächtiges Trägerkrächzer auch im
unsichtbaren Konstruktionsquerschnitt als unfehlbare Vorboten des
irgendwann darauf folgenden Einsturzes über am Träger installierte Mikrofone "hört"
und noch vor gefährlicher Trägerverformung (hoffentlich) rechtzeitig meldet bzw. registriert,
Überprüfung der vorhandenen Statik auf realistische Lastannahmen,
Prüfung von Kondensataufnahme und damit verbundene Zusatzlasten in
gefährdeten Dachdämmsystemen,
äußerlich erkennbare Alterungs- und
Ermüdungserscheinungen von Leimholzträgern an den Leimfugen in Bindermitte
(Maximierung Zug- und Druckspannungen) und am Auflager (Maximierung Schub-/Scherspannungen),
nachweisbar überdicke und damit überbeanspruchte Leimfugen,
Überprüfung der Dachentwässerung, die bei
lastbedingter und durch verformungsgefährdete Dämmsysteme
verursachter Einbeulung der Flachdachkonstruktion in Tiefpunkten
stauendes Wasser und bei Abflußstörungen zusätzliche
Eislasten verursachen kann, bei größeren Verformungen die
Dachhaut überbeansprucht und zu Undichtheiten in der Dachfläche und an Klebestößen z.B. am
Dachrand und durchdringenden Bauteilen (Lichtkuppeln, Abluftsysteme, Kamine,
sonstige Dachaufbauten) mit Folgeschäden führt,
Feuchtigkeitsmessung in kondensat- und bei Deckungsleckagen dachwassergefährdeten
"Dämm"-Schichten mit entsprechend unvermuteter Lastzunahme,
Verrostung von metallischen Tragwerkskonstruktionen und Verbindungsmitteln,
zerstörungsfreie Holzquerschnittsuntersuchung z.B. mit Ultraschall,
zerstörungsarme Holzquerschnittuntersuchung z.B. mit einer Widerstandsmeßgerät-Bohrung,
Überprüfung der Dachhaut (soweit noch ohne integrierte Leckmeldeanlage) auf
undichte Stellen - nach dem Unglück Bad Reichenhall stellte sich bei nachfolgend einsetzenden
Untersuchungen an öffentlichen und privaten Flachdächern eine
geradezu ungeheuerliche Anzahl von bisher übersehenen - dem Fachmann und Flachdachlaien jedoch grundsätzlich
bekannten und vorhersehbaren - Undichtheiten heraus - wie z.B. hier
in Kürten, die Flachdachhardliner versuchen freilich wie gewohnt abzuwiegeln, wie z.B.
hier,
Feuchtemessung über den Gesamtquerschnitt von Leimholzträgern, um
ggfs. aus unzulässig variierender Feuchtebefrachtung Rückschlüsse
auf die Leimbelastung zu erhalten sowie die Hydrolisierungsgefahr
(feuchtebedingte Auflösung der Molekülverkettung) beurteilen zu können,
analytisch erkennbare Materialveränderungen an Fugenklebungen
von mittig entnommenen Bohrkernen im Vergleich zu Frischklebungen mit identischem Synthetikleim,
Abscherprüfung an mittig entnommenen Bohrkernen der verleimten Querschnitte und Vergleich mit den logischerweise nur an
frischen Konstruktionen ermittelten Normvorgaben,
Überprüfung auf sichtbare Trägerrisse quer und längs zur Spannrichtung, ebenso im Profilquerschnitt von oben,
Überprüfung auf mikrobiellen Befall und entsprechende Materialzersetzung in den Leimfugen,
weitere Überprüfungen an Konstruktionen und Baustoffen nach örtlicher Erfordernis
erfolgen.
Mit dauerndem Schneegeschaufel - ein zeitraubendes und riskantes Wintervergnügen der architekturästhetikgeplagten
Flachdachbesitzer (Architektur und Staat schaffen schneesichere Arbeitsplätze!) und als
skurriles Räumtechnik-Bildmotiv für Ballonflieger inzwischen der winterliche Dauerhit auf dem
schneekeilbedrohten Münchner Allianzarena-Blähdach aus aufgepumpten
Ethylen-Tetrafluorethhylen-Waben, witzigerweise quer zur Ablaufrichtung
des Dachwassers in geheizten, aber offenbar gegenüber bedeutenden Schneemassen zur Verhinderung kritischer Auflasten
untauglichen Ablaufrinnen verbaut - ist es nämlich nicht getan.
Grund: Die Auswirkungen der Materialermüdung bzw. alterungsbedingt zunehmende Überbeanspruchung können
auch zu Einstürzen von Leimbinder- und anderen flachen Dächern ohne jede zusätzliche Auflast
führen (siehe obiges Beispiel aus Dachau 1999). Da brauchen die
zulässigen Schneelasten gem. DIN 1055 oder ÖNORM B 4013 trotz
pfundigem Naßschnee und eisiger Dachvergletscherung noch lange
nicht überschritten sein - die Schneeeinstürze des Winters
2005/06 zeigten es mehr als deutlich - und trotzdem krachts (gut, wer da ein steiles Sparrensteildach mit zum Beispiel 50°
Dachneigung hat, er kann bei der Schneelast laut Norm 50 %, bei 60° gar 75 %
von der Flachdachschneelast (gilt von 0° bis 30°) abziehen,
wobei ihm eh der Schnee lieber gemächlich (es sei denn, er hat
schon dummerweise die in Neubaugebieten zu bewundernden helllilablaßbuntblaurosanen glattglasierten
Lawinenbeschleunigungs-Dachziegeln aufitan) obirutscht, gschickterweise
bei der etwas flacheren Neigung des Aufschieblings an der Traufe zart gebremst.) Bitte auch daran denken, daß arg viele weiter
gespannte und leichter gebaute Flachdächer nach etwas Zeit mittig
einsinken und dann den stützen- oder randnahen Gully auf dem Berge
haben, während es im Tal dann zu schwerer See- und Eislast kommt.
War Ihr schmuckmodernes Flachdach auf solche Lachen berechnet? Und a propos Leckageinspektion, kommt jährlich ein Wahrsager, ein
Handaufleger oder gar ein Rutengänger zur Leckageortung und findet
die vollgesoffenen Dämmschichten im undurchdringlichen Schichtenaufbau unter der Dachplane? Schauen Sie mal hier:
"Flachdachlachen", was so eine Flachdachkonstruktion für typische Schadensproblemchen
bietet.
Wie sieht es übrigens nun zukünftig aus mit all den mehr oder weniger
gealterten Dächern und ihren Unterbauten, die in diesem Winter
(und wer weiß, wievielen davor??) erst bis zur Grenze ihrer
Tragfähigkeit schnee-, eis-, regen- und kondensatbedingt (nur 1
Zentimeter Wasser in der 10 Zentimeter starken Dämmung bringt schon eine Gewichtserhöhung von 10 kg/m², was dann
eine voll abgesoffene Dämmschicht bringt, können Sie sich nun selbst ausrechnen) belastet wurden und
erst durch Beräumung vor dem Einsturz bewahrt wurden? Sollte
man die so gestreßten Tragwerke einfach lustig weiterstehen
lassen bis zum nächsten Wettergau, oder verbesserte Vorsichts- und
Verstärkungs, ggf. auch Umbaumaßnahmen einleiten? Vorsicht: Wartung kommt nicht von Warten!
Man denke hier auch an die vielen unvorhergesehenen Einstürze von Stahlbetonbauwerken und Brücken,
besonders auch bei vorgespannten Konstruktionen - alles Zeugnisse der
in den Normen - ja warum wohl? - nicht vorhergesehenen
Materialermüdungen. Ob es jemals zu einer
entsprechenden Verbesserung des Sicherheitsdenkens kommen wird?
Problem ist
doch, daß die Beteiligten ihre genormten und neutralitätsverletzenden
Unarten dafür
ablegen müßten. Und dies gilt auch im besonderen
Maße für die einzuschaltenden Gutachter, die
möglicherweise auch betreffend schützender Hand von
ihren
industriellen Auftraggebern in Anspruch genommen werden
könnten -
wer kann denn heute schon ohne "Drittmittel" überleben? Wird
man wieder wie in Dachau feststellen,
daß
weder ein "Konstruktions- noch ein Materialfehler" schuld ist am Tode
der unglückseligen Opfer genormter Baukunst? Sind wieder die
guten Normen eingehalten worden und die Überbeanspruchung der
Leimbindung
wäre ja nach vorliegenden Erkenntnissen bestimmt nicht
vorhersehbar gewesen, sondern eine Folge der Verkettung
äußerst sehrstens
unglücklichster Zufälle und Umstände, quasi
Ausfluß
der 'höheren Gewalt', keinesfalls jedoch vorhersehbarer Murks
und teils manipulativ-korruptiv geprägter
Konstruktionspfusch.
Den Presseveröffentlichungen seit dem Bad Reichenhaller
Halleneinsturz kann
entnommen werden, wie der Gang der Beurteilung der
Unglücksursachen verläuft.
Dies soll hier weiter verfolgt und dokumentiert werden - bleiben Sie
also dran:
Obermain-Tagblatt
Lichtenfels, nachfolgend "OT" vom 9.1.06: "Der Leim hielt nicht - Erste
Bauschäden an der Halle entdeckt ... Nach Angaben des
Traunsteiner Prüfingenieurs Walthari Fuchs waren an mindestens
fünf der 20 Bruchstellen des Daches die Leimverbindungen
vollständig abgelöst." Im
Telefonat mit mir ergänzte Herr Kollege Fuchs, daß
die
Bruchstellen vorwiegend an den Leimungen der Keilzinkenverbindungen
waren.
Neue Presse Coburg, nachfolgend "NP" vom 9.1.06: "Nach Ansicht des Traunsteiner
Prüfingenieurs Walthari Fuchs, der in der Nacht nach dem
Halleneinsturz die Trümmer untersuchte, waren "an mindestens 5
der 20 Bruchstellen vollständig abgelöste
Leimverbindungen". Solche Beschädigungen wurden auch bereits
von anderen Experten als mögliche Ursache genannt."
Dann der einheitliche Tenorwechsel zur Verschleppung und Verharmlosung schon am 10.1.06:
OT/NP gleichlautend (Hinweis auf einheitliche Datenquelle und
regulierte Sprachregelung): "Am
Wochenende war bekannt geworden, dass (Fuchs) in den Trümmern
abgelöste Leimverbindungen entdeckt haben will."
NP dann weiter: "Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, Volker Ziegler, sagte am
Montag, Fuchs arbeite nicht im Auftrag der Ermittlungsbehörden. Es gebe vorerst keine Auskunft zu den
laufenden Ermittlungen, die überdies nicht vor Mitte April beendet sein würden."
Keine Überraschung: Am 26.1.06 ist in der NP zu lesen: "Solange
die Unglücksursache nicht bekannt sei, gebe es keinen Anlass für Änderung der Vorschriften, sagte der Leiter der
Obersten Baubehörde, Josef Poxleitner, am Mittwoch im Innenausschuss
des Landtags." Und weiter: "Wir brauchen einen
kühlen Kopf". Da muß aber ein heißes Herz drunter schlagen!
Am 31.1.2006 bekräftigte dann eine von der ZDF-Frontal
21-Redaktion veranlaßte Untersuchung an Proben der
Reichenhaller Trägerreste durch die TU Berlin
Auflösungen des Leims als wesentlicher Bestandteil der
Einsturzursache. Kritischer Journalismus hat hier die
staatsanwaltlichen Untersuchungen offenbar überholt. Das OT
Lichtenfels schreibt dazu am 1.2.2006: "Experte: Falscher Leim
ließ Halle einstürzen." Gem. dpa wird
am
gleichen Tag der Experte, "Baustofftechnologe
Bernd Hillemeier" zitiert: "Unter den klimatischen
Bedingungen, die in der Halle geherrscht haben, war es der falsche
Leim. ... Er ist der Hauptverursacher, dass etwas passiert
ist, dass sich Verbindungen gelöst haben." Die Untersuchungen
in seinem Institut hätten gezeigt, dass Leim auf
Harnstoffbasis verwendet wurde. Unter Fachleuten sei seit langem
bekannt, dass dieser Leim Wasser aufnehmen und dadurch seine
Klebewirkung verlieren könne."
Die auch
von
meiner Seite informell unterstützte Recherche des ZDF-Teams
bestätigte also die hier seit langem geargwöhnten
Verdachtsmomente gegenüber der Dauerbelastbarkeit von
alterungsempfindlichen Leimverbindungen unter realen
Verhältnissen. Ein
diesbezügliches Umdenken der Hallenbesitzer und
Leimbinderhersteller wäre also mehr als angebracht, die Zeit
drängt! Ein großes Dankeschön dem ZDF,
das hier wenigstens skeptischer Würdigung von Modernem Bauen
die Bahn bricht. Ob das weiteren
Architektur-Unglücksfällen und Todesopfern vorbeugen
wird?
Der Tenor dieser Untersuchung wird dann auch in den
Veröffentlichungen ab 18.7.06 bestätigt, wonach BILD
aus den
inzwischen vorliegenden Gutachten zitiert, daß eben
minderwertige
Leime zu den Hauptursachen - neben Mängeln im Zulassungs- und
Instandhaltungsbereich - zur Katastrophe führten. Probleme,
die
sich nun an allen solchen Hallen stellen - viele in der Hand von
Kommunen und Vereinen, die ja - verständlicherweise
notgedrungen -
für einen sehr "sparsamen" Umgang mit ihrer Unterhalts- und
Verkehrssicherheitspflicht bekannt sein dürften. Der Gang der
sich
aus der Suche nach den Verantwortlichen ergebenden Prozesse wird
spannend werden und allzu ehrgeizig-geizgeilen
Vereinsvorständen
und Bürgermeistern voraussichtlich graue Haare bescheren.
Zur Frage der Dauerstabilität von Synthetikprodukten
gegenüber Materialkorrosion durch Zutritt von UV, Sauerstoff
und
Wasser in die langverketten Polymere mit der Folge von Aufbruch in
kürzere versprödete Bruchstücke:
Bald undichte Baufolien für Flachdächer,
versprödende
Unterdeckfolien für Steildächer, löchrige
Plastikschläuche für Fußbodenheizungen,
weichmacherausgasende Plastikbeschichtungen, versprödende
Kunstharzprofile der Fensterindustrie, gerissene und wassersaugende
sowie -sperrende Plastikanstriche auf Fassaden und allen
Hölzern
im Außenbereich, sich auflösende Fugendichtmassen,
keinesfalls volumenbeständige Bau- und
Isolierschäume, brüchig werdende Klebstoffe und
-filme usw.
usf. mit nicht unerheblicher Freisetzung von Giften im
Verwesungsprozeß belegen aber seit den Anfängen des
Plastikzeitalters ungelöste Probleme der
Dauerstabilität, problematisches
bzw. erst mal allzulange unterschätztes Alterungsverhalten
unter
realen Bedingungen, die Beschimmelungs- und Veralgungsempfindlichkeit
sowie die im Vergleich zu bewährten
Konstruktionen teils viel schneller einsetzende und technisch unter
Umständen
heimtückische Versagen dieser Tunken, Suppen,
Pampen und Soßenprodukte aus alchemischen
Hexenküchen.
Und von diesen Problemen sollte
natürlich jeder
Chemiker in der Industrie und müßten auch Planer
pflichtgemäß wissen.
Wo bleibt also die Pflichtangabe des Verfallsdatums
(besser
Einfallsdatums?) für alterungsgefährdete moderne
Tragkonstruktionen, die
Mindesthaltbarkeitsangabe für die konstruktiv mehr als
fragwürdigen Konstruktionsprodukte und -hilfsmittel genormter
Baukunst, die penibel genaue Risikobeschreibung bei
ungünstigen
Nutzungsbedingungen der Baukonstruktion in der Praxis am und im
Bau?
Steht doch in der Norm selbst, daß
sinngemäß "das
Einhalten von Normen
nicht von der Verantwortung entbindet", daß
jeder Normanwender
trotz Normbefolgung persönlich haftet und die DIN insofern
Sicherheit und Verantwortung nur vortäuscht. Genügend
Gerichtsurteile
belegen
auch die
interessensgeleiteten und nicht neutralem Sachverstand
entsprechenden Inhalte der Normen sowie deren Untauglichkeit bzw. nur
eingeschränkt brauchbare Verwendung als "allgemein anerkannte
Regeln der Technik", geschweige denn "der Baukunst". Wissen
das
die Gerichtssachverständigen, die Opferanwälte, die
Richter?
Wie es aussieht, eher nicht. Und so werden bedenkenlos immer weitere
Wundermittelchen auf den Baumarkt geworfen, ohne ausreichende
Kennzeichnung, ohne Haltbarkeits- und Verfallsdatum und in krasser
Mißachtung der sich aus der
Produkthaftung ableitenden ausreichenden Informationspflichten
betreffend "Inverkehrbringung". Wieviele Bauherren müssen wohl
derartigem auf den Leim gehen, wieviele Modernkonstruktionen aus dem
Leim? Was das Flachdach als solches betrifft, zeigen dessen
verschiedene Versagensfälle der Praxis, daß ihr
Vorteil neben ästhetischer "Schönheit" wohl auch ihre
dauernde Arbeitsplatzsicherung nicht nur für
Schneeräumer, sondern auch für die
Instandsetzungsbranche sein mag.
Und die Verantwortung dafür? Warum glauben Ingenieure
eigentlich
den Werbesprüchen der Industrie? Greift beim
Konstruktionsversagen
auch ihre Haftpflicht z.B. wegen Organisationsverschulden bzw.
Planungsfehler? Wie sieht es mit der Verantwortung der Hersteller gem.
Produkthaftungsgesetz aus, z.B. wegen fehlerhafter Inverkehrbringung?
Und die
Prüfinstitute,
die für sowas die Zulassung erteilen? Und der
Normausschuß?
Wer wie ich schon mal einen Normeinspruch eingebracht hat, und
beobachten durfte, wie alle gut
begründeten Einwendungen
von den beteiligten Herstellern vom Tisch gewischt werden, darf da
seine Zweifel haben.
Anständigkeit und Verbraucherschutz - ein Fremdwort
für die
Baubranche? Muß das alles dem Moloch Fortschritt, wie die
"Ökologie und Klimaschutz" und das "Energiesparen", in unserer
"demokratisch-wertbefreiten" Gesellschaft alles auch Tarnworte
der privaten Bereicherungslyrik (vgl. Hans Domizlaff:
"Variationen
über das Thema Demokratie" in "Die Seele des Staates -
Regelbuch
der Elite", Hamburg 1957) in der Politik, des Staatsbeamten, der
Wissenschaft, der Industrie und der privaten Anleger, geopfert werden?
Von wo eigentlich beginnt der Fisch zu stinken? Ach, wenn wir doch auch
einen Indianerhäuptling wie Evo Morales (Nomen est Omen?)
hätten, der
als erste
Regierungs-Amtshandlung sein eigenes Gehalt - und damit das aller davon
abhängigen Abgeordneten und Staatsdiener - fast halbierte,
establishmentverpflichtete Generäle und Minister
erließ,
Leute aus dem Volk an deren Stelle setzte und seine Schwester, eine
einfache Marktfrau, zur First Lady ernannte! Angela, zieh doch auch mal
einen Poncho an, vielleicht hilft wenigstens das a bisserla weiter?
Keine staatlich geförderten Schwindelunternehmen wie
ungeeignete
und geradezu
schädliche Energiesparmaßnahmen mehr! Dafür El Condor pasa!
Und für uns Bauleute - warum eigentlich nicht bewährte
Holzkonstruktionen und Fügetechniken weiternutzen? Die bewährten und von den allermeisten
Privathäuslbauern aus allerbestem Grund seit eh und je bevorzugten Steildächer
45° + sind ja so gut wie nicht durch Schneeeinstürze auffällig geworden. Von der
Fertigteilindustrie und von ihr sponsorierten abgeschmackten Architekturästhetik verboten? In meinem Studium
an der TU München gehörte die Flachdachkonstruktion zum Muß. Wer
dagegen verstieß, riskierte schlechte Entwurfsnoten (was meine
unprätentiöse Wenigkeit zähneknirschend in Kauf nahm).
Und in den Wettbewerbsjuries waren sich wenigstens dabei die ästhetikgeschulten Beamten und corbusier- und miesgeschulten
Architekten so oft einig ...
3. Links zur Dachproblematik
4. Hinweis für besorgte
Dachbesitzer

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