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12. Dachdeckung und -konstruktion 5
(aktualisiert 29.10.08)
Kapitel 12: Dachdeckung und Dachkonstruktion 1 2: Moderne Dachkonstruktion 3: Schiefer +
Tonziegel 4: Betondachstein
5: Ziegelnovitäten - ein Fortschritt? 6: Blechdach
7: Flachdach
8: Dachausbau
9: Reet/Stroh + Holzschindel / Links
München
TV Pressetalk 20:00 (Pressetalk
"Einstürzende Flachbauten"
45 Live-Minuten ungeschnitten auf DVD
autorisierte und exklusive Version, nur hier!
Talk-Clip 6 min wmv 2,9MB Download)
mit v.l.: Konrad Fischer, SZ: Red. Christian Schneider, TV-Moderator Christopher Griebel, FOCUS: Red. Christian Sturm, BYAK:
Vorstand Rudolf Scherzer
aus tragischem Anlaß - mit bisher nie gesehenem (!)
Filmmaterial vom Einsturz Dachau 1999, spannender und kritischer Diskussion betr. Hintergrundinfos,
Ursachen und Folgen der Einsturztragödien allerorten.
5. Ziegelnovitäten - der letzte Schrei
Hierzu paßt folgende Meldung in der Süddeutschen Zeitung 13.8.1999:
"Qualitätsprobleme belasten Creaton
München (Reuters) - Qualitätsprobleme
haben beim Dachziegelhersteller Creaton im ersten Halbjahr 1999 zu einem Gewinneinbruch geführt. [...] Der Überschuss brach
auf 0,2 ([1998] 3,5) Millionen DM ein. Der Umsatz ging auf 131,8 (136,3) Millionen DM
zurück. Im Gesamtjahr werde der Gewinn deutlich sinken, sagte ein Sprecher. Eine
Ursache für den Umsatzrückgang war nach Creaton-Angaben der harte
Winter. Außerdem hätten Probleme bei der Herstellung des Ziegels
"Magnum" im Werk III Großgottern dazu geführt, dass geplante
zusätzliche Umsätze nicht erzielt worden seien."
Tip: Lassen Sie Anderen den Vortritt bei derartigen Experimenten. Man hört
von 30 Millionen geschädigten Ziegeln mit neuartiger Dünnschicht-Glasur,
die nun durch seltsamste Schleierbildung vor sich hin protzen. Kommt es
von Anhydritkristallisation, von ungenügender Glasphasenbildung mangels
der bewährten Bleischmelze, wer weiß? Die Glasuren bestehen
auch aus Glasfritten, sie versiegeln die Oberfläche, die dennoch von
unten her durchfeuchtet wird. Und wohin sollen dann die lästigen Salzausblühungen
ausblühen? Sie hinterdringen die Glasurschmelze und färben die
neue Buntheit weiß. Es werden nun als Abhilfe flächig erscheinende,
aber nur z. Teil echt abdeckende Glasuren angeboten, die den Feuchte- und
Salzhaushalt weniger stören. Hoffentlich klappt das auch langfristig,
viel Forschungsarbeit steckt da drin.
Die neuen Buntheiten, die nicht nur nebenbei den schlechten
Geschmack des Bauherrn weit über´s Land hinausposaunen, gehen bis zum
Mäusepelzgrau echt antik am Ziegeldach. Dachgestaltung wie am Wiener
Stephansdom oder dem Grünen Turm in Ravensburg ist bisher jedenfalls
noch nicht dabei herausgekommen, oder? Und wie schreit man über ein
bißchen natürliche Vergrünung und Flechtenbewuchs, die
das historische Ziegeldach so unverwechselbar charmant machen!
Die durchgeklinkerten oder vollglasierten Ziegel sind aus traditioneller
Sicht bestimmt nicht das Gelbe vom Ei. Mit der o.g. perfekten Beherrschung
des Wassers aus Regen und Kondensat sowie allenfalsiger Salzausblühungen
haben sie jedenfalls nix mehr am Hut.
Sollten Sie sich übrigens über Vergrünung von Dachziegelflächen
wundern, schauen Sie mal unter die Ziegelfläche: Da finden Sie gar
nicht so selten Folien, Dämmschichten oder sonstige trocknungsstörende
Zutaten. So einfach kann das sein, neben windgeschützter Verschattung
durch große Laubbäume oder Nachbarbebauung.

Glasierter Tondachziegel / Tonziegel / Falzziegel - trotz teuerster wasserabweisendster Glasur nach kurzer Zeit
schon befallen mit Grünalgen / vergrünt. Von wegen schmutzabweisend und bewuchshemmend. Da heißt es
schrubben und polieren, mit Heißdampfkärchern oder jährlich absäuern!
.

Schön auch das winterliche Verhalten der Glasurdachziegel. Intelligenter kann man seine Dachrinne wohl kaum überlasten,
als durch den dort besonders vorteilhaft abrutschenden Neuschnee / Papp-Schnee. Beachten Sie die auf dem naturroten Ziegeldach
dahinter einfach über die gesamte Fläche ruhig liegenbleibenden Schneelasten / Schneebelastungen.
In der Denkmalpflege kennen wir vielhundertjährige Ziegel in ihrer
ursprünglichen Lage am Dach. Das ist das unerreichbare Vorbild. Ein
Meister des Dachdeckerhandwerks wird nach jahrzehntelanger Erfahrung mit
Pfusch, Bewährung und Schaden zum Problem Deckungsmaterial, Wärmeschutzwahnsinn
und Folienmist richtig beraten. Ob das auch der Handwerksprostitution,
die jeden Schund auf die Bude wirft, wenn´s nur Geld bringt, gelingt?
Nachtrag von der Messe Dach und Wand, Nürnberg Mai/Juni 2000:
Was die "Vorreiter" der Ziegelbranche hier an bisher ungesehenen Farbtönen
boten, spottete jeder Beschreibung. Mal abgesehen von der begrüßenswerten
Rückkehr zum natürlichen gelb-rot geflammten Farbspiel durch
Oxidationsunterschiede. Ansonsten dürfen wir uns nun einstellen auf
das Abschluss-Feuerwerk des grausamsten Geschmacks auf deutschen Dächern.
Es ist nun aus mit dem Bündnis für landschaftsgerechtes Bauen,
das die Ziegler Jahrhunderte anführten. Mickey Mouse wohnt schöner,
als das, was uns die Glasurverirrungen deutscher (?) Ziegeleien antun.
Und sieht man die Schlumpfhütten aus den Werbeprospekten der Buntziegler
an, Architekten waren das doch nicht. Oder doch? Vielleicht FH-Archs? Der
Kunde will´s ja so. Wie dumm will man ihn noch machen? Der Wahn rund
um den Großziegelpflatschen langt offenbar noch lange nicht. Hauptsache,
der Dachdecker bricht sich bald das Kreuz.
Da wären ja lackierte Blechpfannen oder pigmentbesprühte Bitupflaster
noch anständiger am Dach. Die können ja nicht anders. Und was
machen diese Ersatzbaustoffe, auf die der kostengeile Immobilienverwurster
steht? Sie ahmen Form und Farbe des naturroten Ziegelbibers nach. Sogar
Zementsteine gehen diesen Weg. Warum eigentlich? Der "creative" Trend der
"Ziegler" geht doch in ariellegrün, lilablaßblau, hyazinthviolett
und chromsignalgelb. Und schreitet daher wie der Pfauen-Geck auf dem Corso. Papageien
gelten dort als unscheinbar. Wie gut, daß das alles immer weniger
kostet. Da bleiben uns diese Spielarten nicht mehr allzulange auf dem Markt.
Der Weg der deutschen Fliesenindustrie ins trendsettige Abseits ist das
Vorbild. Die Ziegler dürfen sich nun darauf einstellen, 1001 Farbvarianten
mit Zubehör erst ins Lager, dann wegen glasurbedingten Schäden
oder Unverkäuflichkeit auf die Halde zu werfen - denn nichts ist so
kurzlebig wie eine Trendfarbe. Und die schwierig zu produzierenden Großziegel
sind sicher der beste Weg, einer wirtschaftlichen Fertigung den Garaus
zu machen. Die Revolution frißt sicher auch hier ihre Kinder.
Daß die Besinnungslosigkeit im Dachdeckerhandwerk bald ihren Höhepunkt
erreicht, zeigten nicht nur die hallenweise aufreitenden Schaumstoffaussteller
und Klebebandproduzenten. Ob die Dachdecker wirklich wissen, was mit diesen
bestens korrodierenden Produkten der organischen Chemie über kurz
oder lang im Dach passiert?
Auch der letzte Schrei
der Dachziegler - die Solarpfanne und dergleichen - zeigt nur, wie tief
diese Branche gesunken ist. Auf der Ökowelle schwimmen, den Bauherrn
mit unwirtschaftlichstem Technikunsinn um sein Geld bringen, die eigentlichen
Qualitätsbaustoffe mit sowas um ihren guten Ruf bringen, mit den Wölfen
heulen, das ist vielleicht Marketinggag, aber bestimmt nicht verbraucherfreundlich.
So wird das bestimmt nix mit dem Überlebenskampf gegen tödliche Kampfpreise ...
Weiter: 6: Blechdach

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