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2.3.08: WELT am Sonntag/WAMS: "Der Schimmel breitet sich wieder aus. - Starke Dämmung in Neubauten und falsches Lüften führen schnell zu Parasitenbefall" - Mit Aggen, Meier + Fischer!
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Altbautaugliche Verfahren und Baustoffe Kapitel 3 + 4 + 5

Kapitel: Fensterprobleme: [1. Alte Fenster - Erneuern oder Erhalten?] [2. Die Schadensfolgen moderner Fenster - Betrug am Kunden durch Schwachverstand? Problem: Klimatisierung + Lüftungsanlage] [3. Thema Glas] [4. Historische Bleiglasfenster] [5. Tendenzen der Fensterperversion - Lüften / Dichten] [6. Feuchte- u. Energieproblematik am Fenster] [7. Zu guter Letzt - warum gute Fenster weggeschmissen werden]
Holzanstrich: [8. Geeignete + ungeeignete Farbsysteme auf Holzuntergründen im Innen- u. Außenbereich] [9. Fensterhandwerk - quo vadis?] [10. Hinweise zum Fachwerkanstrich außen / Rostschutzfarbe - Anstrich auf Eisen]
Fensterbestandsaufnahme + Instandsetzungsplanung: [11. Bestandsaufnahme + Ausschreibung zur Erhaltung alter Fenster] [12. Praxistaugliche Bestandsaufnahme von Fensterkonstruktionen - Anforderungen + Ziele] [13. Arbeitsvoraussetzungen der Bestandsaufnahme historischer Fensterkonstruktionen] [14. Reparaturplanung für alte Fenster] [15. Kostenberechnung + Ausschreibung für die Instandsetzung historischer Fensterkonstruktionen]
Holzschutz:[16. Holzschutz ohne Gift] [17. Giftfreien Holzschutz gegen Widerstände verwirklichen] [18. Sind zugelassene vergiftete Holzschutzmittel unschädlich? / Surftips für Dialektiker - Gegenteilige/Ergänzende Links - Nix + niemand glauben - Bilden Sie sich eine eigene Meinung]

Das Handwerkerquiz + Das Planerquiz für schlaue Bauherrn
(aktualisiert 13.10.09)

Die Schadensfolgen moderner Fenster - Problem Lüftungsanlage + Klimaanlage, kontrollierte Wohnraumlüftung [2]

Teuer krankmachende Anlagentechnik mittels Klimatisierung und Lüftungsanlage anstelle normaler Fensterlüftung nach alter Väter Sitte?

Die Mehrzahl aller Bauschäden entstehen nach dem Bauschadensbericht der Bundesregierung (4. Manuskriptfassung 8/95) durch Schimmelpilze nach Fenstererneuerung. Außerdem ergeben sich langfristige Bau- und Gesundheitsschäden bei dem nur auf Abdichtung zielenden Fensteraustausch. Inzwischen werden von interessierten Kreisen - wie in Schweden schon vollzogen - gesetzliche Maßnahmen zur anlagentechnischen Entlüftung der vorschrifts- und DIN-gemäß übertrieben abgedichteten Aufenthaltsräume gefordert. Das Einfamilienhaus mit Lüftungsmaschinerie. Die Anlagentechniker jubeln.

Kollege Dipl.-Ing. Wilhelm Mühlen, Obel - Zimmermann und Partner GbR, Freie Architekten BDA, Teutonenweg 10, 86609 Donauwörth, führt dazu in einem Antrag auf Befreiung von der EnEV aus:

Hier der Link zur entsprechenden schwedischen Bauvorschrift:www.riksdagen.se/webbnav/index.aspx?nid=3911&bet=1991:1273

Eine österreichische Energiesparhausseite stellt in den Raum:

"Probleme mit Lüftungsanlagen können weitgehend vermieden werden, wenn eine seriöse und sensible Planung durchgeführt wird."

Aha. Seriös(!) und sensibel(!!). Eben genau das, was unser Energiesparsensibelchen von den krawattierten Energiesparscherzperten erwarten darf. Tipp: Achten Sie auf Klavierspielerfinger als wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Holzhacker-Bratwurstfinger-Planern und nervösen seriösen Schreibtischlingen.

Eine Unzahl von gesundheitlich mehr oder minder beeinträchtigten Bewohnern von zwangsbelüfteten Niedrigenergiehaus- und Passivhäusern fanden aber solch sensibilisierte Seriösplaner öleider nicht. Vielleicht gibt es sie ja nur in Österreich, raffiniert versteckt in einem zugigen Heuschober irgendwo in der Steiermark, im Burgenland, in Tirol oder auch Kärnten. Jedenfalls schwer zu finden. Und wohl genau deswegen suchen auch hierzulande kontrolliert durchgelüftete Energiesparer verzweifelt Abhilfe gegen geschwollene, ausgetrocknete und verkrustete Nasenschleimhaut, Bronchialasthma und sonstige Energiesparfolgen.



Viele versuchen, mit schimmelriskanter Luftbefeuchtung gegenzuwirken - natürlich ohne bzw. mit gegenteiligem Erfolg. Es ist ja nicht unbedingt die sich durch die hohe winterliche Luftwechselrate zwangsläufig einstellende Trockenheit der Luft, die Probleme bringt - jeder kennt doch die günstige Wirkung supertrockener Winterluft im Gebirge oder einem Januarspaziergang - sondern deren Schadstoffbefrachtung mit Feinstaub, Schimmelsporen und sonstigen Aussonderungen sowie sonstigen Kankheitserregern, die in den keimverschleimten und staubigen Tiefen des Lüftungssystems beste Wachstums- und Zuchtbedingungen vorfinden.

Die Dreckluft aus dem scheußlich verstaubten, verkeimten und verschleimten Lüftungssystem, die sich auch ohne Lüftungsbetrieb im Sinne des Konzentrationsausgleichs in der Raumluft verbreitet, wird nun befeuchtet - die sicherste Gewähr, den Krankheitserregern in den höllischen Abgründen des Lüftungskanals  noch bessere Vermehrungsbedingungen zu gönnen. Die Zusatzfeuchte kondensiert ja ebenfalls bevorzugt an den kühlen Kanalwandungen. Abhilfe? Neues Heizsystem, Ausbau bzw. Versiegelung der Lüftung, Wiederherstellung ausreichender Fugendurchlässigkeit der Fenster.

Übliches Reinigen hilft ja nicht wirklich weiter, wie es dieser traurige Fall aus dem Fachwerkforum belegt. Im englischen Barrow-in Furness machte 2002 eine legionellenverpestete Klimaanlage 70 personen todkrank. 15 Leute kamen in die Intensivstation, ein Mann war nicht mehr zu retten und starb. Bei uns in Deutschland erkranken und sterben jährlich 800-1.600 Menschen an Legionellose, sehr oft sind die extrem krankheitsfördernden Legionellen (Legionärskrankheit) in den üblicherweise (!) schlecht gewarteten Lüftungsanlagen und Klimaanlagen daran schuld. Schimmelpilze, Parasiten, Bakterien und Viren gedeihen prächtig in den versauten Kanälen und Lüftungsrohren. Und das auch und gerade verstärkt in Zeiten, in denen die Panik vor einer Schweinegrippe-Pandemie umgeht. Motto: Schweinegrippe aus der Lüftungsanlage. Aus den Brutanlagen der Lüftung - Schneller Brüter wäre hier eine keinesfalls untertriebene Bezeichnung - kommen all die schädlichen Luftbestandteile kontinuierlich, also ständig in die Raumluft. Weitere Details und Stellungnahmen aus der Schweiz finden Sie in diesem Artikel hier, der auch im Kommunalmagazin 10/09 gedruckt erschien: Susanna Vanek: Heute top, morgen ein Flop? Der Minergie-Standard boomt, auch im Bereich der öffentlichen Bauten. Angesichts der Diskussion über eine mögliche Pandemie stellt sich aber die Frage, ob durch die Lüftungen Krankheiten verbreitet werden könnten. (www.kommunalmagazin.ch)

Daß Filter gegen den krankmachenden Lüftungsschmuddel was nützen, erzählt auch nur die Lüftungsindustrie. Sie müssen ja durchströmbar sein und lassen deswegen die besonders unangenehmen Feinstäube und Mikroorganismen bis hin zu den Grippeviren zwangsläufig durch - die dann in perfekter Symbiose die Klimaanlagen und Lüftungskanäle besiedeln. Logische Folge der hohen Temperaturen und Luftfeuchte mit starker Wasserdampfsättigung in den Kanälen. Pfui Deibi! Seltene und energiefressende Ausnahme: Ultradichte Filter, die dann mit sehr hohem Luftdruck betrieben werden müssen.

Obendrein bilden sich in den luft- und dreckdurchströmnten Kanälen Flusen, im Küchenbereich kommen Fette dazu. Das kumuliert sich über die Zeit zu explosionsgefährdetem Brandpotential. Staubgenährte Schwelbrände, Staubexplosionen - ein bisserl Hitze durch einen Wackler oder Kurzschluß oder einen heißgelaufenen Ventilator genügt, schon raucht die Bude. Und trotz regelmäßiger Wartung und Filterwechsel der Lüftungsanlage zeigt sich IMMER: Kanal/Rohr ist verschmutzt, denken Sie da nur mal an Ihren Staubsaugerbeutel! Von den Wirkungsgradverlusten und Energiemehrkosten durch zerschmutzte Filter ganz zu schweigen. Die eigentliche Ursache heißt aber: Falsches Bauen, falsches Instandhalten.

Und nicht mal Energiesparen gelingt so richtig mit den kontrollierten Lüftungsanlagen - trotz an die 90 Prozent Wirkungsgrad. Zum einen ergeben sich kostenintensive Folgen aus der erforderlichen Luftwechselrate - die dann angepriesene Luftbefeuchtungsanlage. Das steigert die Anlagen- und Betriebskosten (allein die Anlagenkosten können bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus schnell die 10.000 EUR-Grenze überschreiten, je nachdem, welch feine Raffinessen der energiebewußte Kunde sich eben aufschwätzen läßt - und wer will sich später schon vorwerfen, man habe am falschen Fleckgespart, wenn die hustenden Kleinen an Atshma verrecken?), senkt die Wärmerückgewinnung und erfordert mehr Energie zum Aufheizen als trockene Luft. Und die Wärmeverluste können bei hohen - hygienisch gerade bei dichten Blower-Door-Häusern unabdingbaren - Luftwechselraten natürlich schnell alles übersteigen, was an altertümlicher Fensterlüftung üblich ist. Auch Schallschutz-Probleme und Zugerscheinungen sowie die teils explodierenden Kosten für den alle paar Monate erforderlichen Filteraustausch werden bei Kontrollierter WohnraumLüftung (KWL) hin und wieder beklagt.



Lesen Sie in diesem gar nicht mal so schlechten Wikipedia-Artikel Näheres: Kontrollierte Wohnraumlüftung

Was es nun alles gibt am Reinigungsmarkt, läßt erschauern: Trockenverfahren mit Bürstenrobotern, Spezialdrehwellen, Drucklüuftreinigung, dazu Naßverfahren/Dampfverfahren/Strahlverfahren: Hochleistungsdampfgeräte, Schaumkanonen, automatisierte Trockeneisstrahler mit Vortrieb auf Rädern, dazu dann noch Spezialchemie wie Lösemittel und Desinfektionsmittel unterschiedlichster Vergiftungsgrade, Risiken und Langzeitfolgen für den Anwender und "Belüfteten". Davon schweigen die Vertreter der Lüftungsfraktion rund um die kontrollierte Wohnraumlüftung. Vertrauen wird mißbraucht, Kontrolle findet nicht statt. Kontrollierte Wohnungslüftung heißt Vollreinigung in angemessenen Zyklen! Dat kost!

Nur ausreichend sichere Reinigungszyklen und profimäßige Reinigung können die Gesundheits- und Funktionsrisiken einigermaßen vermindern - freilich ohne jede Garantie für Ihre Gesundheit. Wenn nicht erfahrene und zuverlässige Reinigungsprofis hier rangelassen werden, geht es freilich wie immer: Kost nix, taugt nix.

Wie es nun typischerweise aussieht in allerlei normgerecht errichteten Lüftungs- und Klimaanlagen - auch Ihrer!, zeigen beispielsweise diese Bilder, die mir freundlicherweise die Reinigungsfirma IWS AG Lüftungshygiene, Basel, aus ihrer Homepage zur Verfügung gestellt hat:

Kontrollierte Wohnraumlüftung - Lüftungsverschmutzung in Badlüftung1. Verschmutztes Lüftungsrohr einer Badentlüftung Lüftung/Zwangslüftung/ Kontrollierte Wohnraumlüftung: Verstaubte Lüftungsöffnung von innen2. Staubbeladene Schachtabdeckung eines Abluftkanals von innen Kontrollierte Wohnraumlüftung/Zwangslüftung: Rohrmündung eines Naßraums3. Rohrmündung eines Naßraums - versaut! Zwangslüftung/Wohnraumlüftung: Verschmutztes Lüftungsrohr nach 32 Jahren4. Verdrecktes Lüftungsrohr nach 32 Jahren Kontrollierte Wohnraumlüftung: Verkeimtes Lüftungsrohr/Flexrohr5. Verkeimtes Flexrohr Kontrollierte Lüftung: Lüftungskanal verscmutzt6. Lüftungskanal voller Schmutzablagerungen und Müll Lüftungsanlage: Lüftungskanal Klimaanlage7. Lüftungskanal einer Klimaanlage mit zerfetzter Innenisolierung / Wärmedämmung Lüftungsanlage Verdreckte Badentlüftung in Mehrfamilienhaus8. Verdreckte Badentlüftung in Mehrfamilienhaus Dunstabzug: Verfettete Küchenabluft9. Verfettete Küchenabluft in Dunstabzugs-Kanal Schimmel, Bakterien, Keime aus Lüftung in agar agar10. Schimmel, Bakterien, Keime aus Lüftung in agar agar

und in Ihrem Atemsystem / Ihren Bronchien bei jedem Luftholen. Wie der Energiesparkunde durch Energiespar-Mogelpackungen und Produkt-Etikettenschwindel rundherum und restlos veralbert wird, dies zeigt auch dieses Urteil (SZ 13.10.00) zu einem Schimmelschaden:

Noch ein schönes Urteil zeigt, wo es lang geht - OT 22.7.00:

In Schweden folgte der Gesetzesregelung zur Zwangslüftung ein Gesetz zur jährlichen Entkeimung dieser versifften Anlagen, nachdem nach Todesfällen deren Gesundheitsgefahren nicht mehr totzuschweigen waren. Und bei uns? Vernünftig wäre es, die guten Entlüftungseigenschaften traditioneller Fensterbaukunst nicht aufzugeben, sondern bei der Fensterreparatur bzw. Neukonstruktion beizubehalten. Der heutige Irrsinn fordert 0,8-fachen Luftwechsel bei gleichzeitig verstopften Fenster- und Gebäudefugen und bietet teure undichte Dichtungen und Lüftungsklappen zur Abhilfe. Die Lüftungsbauer, die Wohnraumgifte und -keime sowie die Profiteure an Allergien, Asthma und Sick-building-syndrom (SBS) freuen sich. Deutschland hat auf dem europäischen Kontinent die meisten Asthmatoten (jährlich 8.000-10.000), die höchste Kinderasthmarate und ein Drittel der Bevölkerung als Allergiker vorzuweisen. Ergebnis falschen Bauens oder rassisch-genetischer Defekte? Letzteres eher nicht, da die verwestlichten Ossis mit ehemals wesentlich besseren Zahlen innerhalb kurzer Zeit auf Wessistandard nachzogen. "Energetische Sanierung" wird das im Orwell-Neusprech verbrämt.

Die Wahrheit im Link: Haustechnikdialog - Forum: Verschmutzung von Luftleitungen

Der ultimative Beleg für kriminelles Handeln? Erst gegen alle Widerstände und Einsprüche die sog. EnergieEinsparVerordnung EnEV durchzwingen, mit der nirgends Energie gespart werden kann, sondern alle Pottdicht-Buden vom Hausschwamm befallen werden und asthmatische Schimmelopfer produzieren, und nun das:

Wie lange läßt sich der deutsche Michel wohl noch von seinen so arg hilfsbereiten (und sicher auch von milliardenschweren "Beratern" "beratenen") Sesselfurzern so hilfsbedürftig verarschen? Bis echt alles - auch das Niedrigenergiehaus und Passivhaus - den Bach heruntergespült ist? Auf die Streitrösser gegen den Amts-Schimmel!

Skandalös auch die schwachverständige Zuweisung der Schimmel- und Gesundheitsschäden nach Wärmedämmung der Fassade und Einbau gummilippendichter Isolierfenster an den Nutzer wg. "unterlassener Stoßlüftung". Bei www.luftdicht.de bietet Dipl.-Ing. Herbert Trauernicht inzwischen sogar einen "Lüftungstrainer" an. Zunächst mit Alarmanzeige ab 65 Prozent relative Feuchte, aktuell und neu schon ab 60 Prozent! Er, ein "vom Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen e.V. zertifizierter Prüfer der Gebäudeluftdichtheit im Sinne der Energieeinsparverordnung", muß es wissen, warum. Hierzu erläutert er auf seiner Webseite:

"Zu einem luftdichten Haus gehört auch das Wissen, wie man richtig lüftet. An der Vorschrift, luftdicht zu bauen, kommt heute keiner vorbei. Die Energieeinsparverordnung schreibt luftdichtes Bauen vor. Während das Gebäude früher an sich schon undicht genug war, um den erforderlichen Luftwechsel zu gewährleisten, ist jetzt der Bewohner selbst gefordert, häufig genug und richtig zu lüften. ..."

Mein Kommentar und kostenloser Tipp zum Thema: Befreiungstatbestände der EnEV nutzen! Das spart Lüftungstraining und die durch grundsätzlich falsche Luftdichtbauweise erzwungenen bzw. vorprogrammierten Durchfeuchtungsschäden.

Seit Prof. Roloffs Publikation zu diesem Thema sollte zumindest der Fachmann wissen:

Die lästigen Zugerscheinungen sind, soweit nicht Ergebnis von typischem Malerpfusch mit dichtungsstörenden Kunstharzschichtpaketen im Falz- und Flügelbereich, übrigens meistens ein Ergebnis falschen Heizens. Die durch Heizluftkonvektion herumwirbelnde Raumluft wird von den Raumnutzern fälschlicherweise den angeblich schlechten Fenstern zugesprochen. Lösung: Eine Hüllflächentemperierung als Strahlungsheizung. Dann entfällt der energetische und hygienische Mißbrauch unseres wichtigsten Lebensmittels (nach Großeschmidt), der Luft, für Heizungszwecke. Und warm abstrahlende Raumhüllen vermeiden nicht nur Zug und verringern nicht nur Energieverlust wg. geringeren Raumtemparaturen bei gleicher "Behaglichkeit", sondern schützen auch die Bausubstanz vor Wärmebrückenproblemen und Schimmelbewuchs.

Der Schimmelpilz breitet sich übrigens auch besonders gerne aus in angeblich dauerhaft luftdicht versiegelten Leichtbaukonstruktionen, die in "luftdichten" Niedrigenergiehäusern und Passivhäusern inzwischen DIN-Standard sind. Was meint die aktuelle Bauforschung dazu? Bitteschön:

1. "Qualitätssicherung klebebasierter Verbindungstechnik für Luftdichtheitsschichten, Dipl.-Ing. Guido Hagel, Referat II 2 - Forschung im Bauwesen, Energieeinsparung, Klimaschutz, GAEB, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)

Untersuchung und Kennzeichnung von Klebebverbindungen für Luftdichtheitsschichten
- Neuer Bericht aus der Bauforschungsförderung des Bundes -
Die Ausführung von Stößen, Überlappungen und Anschlüssen von Luftdichtheitsschichten mit Klebebändern muss dauerhaft gewährleistet sein. Dauerhaftigkeit beschreibt im Bauwesen einen Zeitraum von bis zu 50 Jahren. Die DIN 4108-7 enthält für Verklebungen von Bahnen untereinander bzw. für Anschlüsse (z.B. Folie an Mauerwerk) eine Vielzahl von Konstruktionsempfehlungen auf der Basis moderner Klebebänder und -massen, welche auch ohne mechanische Sicherung auskommen sollen. Diese Konstruktionsempfehlungen können derzeit auf Grund fehlender Vergleichsmöglichkeiten kaum als gesicherter Stand der Technik erachtet werden."
(Zitat aus Pressemitteilung) und

2. "Forschung zur Dauerhaftigkeit von Klebeverbindungen

Es herrscht in der Fachwelt vielfach die Meinung vor, dass Klebeverbindungen auf ewig halten. Zur Dauerhaftigkeit von Klebeverbindungen wurde im Rahmen der Bauforschungsförderung ein interessantes Projekt erstellt ...
Ein Ergebnis der hier vorgestellten Untersuchung ist, dass die Klebebänder von sehr unterschiedlicher Qualität sind.
Interessant ist auch, dass der Forscher (Autor ist Dipl.-Ing. Gross, ZUB-Kassel) festgestellt hat, dass die üblichen Folienmaterialien (Dampfbremsen, -sperren) sehr geringe Oberflächenspannungen aufweisen. Die Dauerhaftigkeit von Klebeverbindungen kann bei der Wahl eines ungeeigneten Fabrikats nicht gewährleistet werden. Zudem schwanken die Oberflächenspannungen in der Fläche sehr stark. ..."

(aus Trauernichts Luftdicht-News Nr. 48). Also, Freunde der Kondensatvermeidung durch Dampfsperren und Dampfbremsen, aufgepaßt: Am Anfang mag es noch gutgehen, doch nach einiger Zeit? Und auch die Abdunstung der Eigenfeuchte bedacht, die dann in die Dämmstoffe reinfeuchtet? Das ist derzeit der häufigste Fall, wenn ich mal in Beratungsfällen die Dämmung aufschneide! 3. Hans-Peter Leimer, Ilka Toepüfer: "Pilzbelastung der Raumluft hochgedämmter Häuser - baubiologische Aspekte"

Aus der Pressemitteilung des Verlags: "Die Entwicklung hochgedämmter Häuser führt bei manueller Fensterlüftung zu Problemen mit der Gewährleistung einer guten Raumluftqualität. Daher werden zunehmend Lüftungsanlagen vor allem auch in Einfamilienhäusern eingebaut. Da hier im Gegensatz zur Klimaanlage keine Befeuchtung und Kühlung der Luft stattfindet, geht man davon aus, dass Probleme mit mikrobiellen Kontaminationen ausgeschlossen sind. Es fehlen aber die Langzeiterfahrungen und Messungen, die diese Annahme absichern. Im vorliegenden Projekt wurden Lüftungsanlagen in bewohnten Häusern und eine Versuchslüftungsanlage in einem Prüfraum untersucht. Es wurde der Einfluss der Lüftungsart - mechanisch oder manuell - auf das Vorhandensein von Mikroorganismen in der Raumluft beobachtet. Ferner wurden Untersuchungen zu der Filterqualität und entstehenden Pilzbelastungen im Filtermaterial durchgeführt. Zusätzlich wurde überprüft, wie die Anfälligkeit zur Schimmelbildung auf Wärmebrücken vom Oberflächenmaterial und vom Raumklima abhängt, das wiederum durch die Lüftungsart beeinflusst wird. "

Aus der Zusammenfassung: "Die Untersuchungen haben gezeigt, dass Pilzsporen zum Teil filtergängig sind. Auf den Filtern wurden pathogene und toxinogene Arten bestimmt und es konnte in den Filtern das Mykotoxin Ochratoxin A nachgewiesen werden. Eine lange Standzeit der Filter führt zur Akkumulation von Pilzen und deren Stoffwechselprodukten (Toepfer und Leimer 2005). Daher muss damit gerechnet werden, dass es zur Freisetzung vor allem kleinerer Partikel kommt, die gesundheitsschädigende Auswirkungen auf den Raumnutzer haben können. Besiedlungsversuche auf künstlich angelegten Wöärmebrücken in den Prüfräumen haben gezeigt, dass die kontinuierliche Belüftung sich dahingehend auf das Raumklima auswirkt, dass eine Schimmelpilzbildung auf den Oberflächen vermieden wird.

Der Nachweis von Pilzen (vor allem auch gesundheitsschädigenden Arten) und Verschmutzungen, die als Nährstoffe dienen, zeigt, dass das Potenzial zur Verkeimung einer Lüftungsanlage vorhanden ist. Bei erhöhter Luftfeuchte innerhalb der Lüftungsanlage kann es zu einer mikrobiellen Kontamination kommen."

Ganz davon abgesehen, daß die falsche Hoffnung auf wirtschaftlich sinnvolle Energieeinsparung mehr als trügt:

Dem Artikel "Renovierungsmaßnahmen unter der Lupe", Der Vermieter 1/2000 ist zu entnehmen:

"unser gas 157/04" berichtet zu diesem Thema, daß nach Erkenntnissen des Initiativkreises Erdgas & Umwelt IEU die Investitionskosten für die (angebliche, da nur errechenbare) Einsparung von einer Kilowattstunde Wärme mittels "Modernisierung" betragen:

Erlösen Sie sich von allem Energiesparirrsinn mit einem baurechtlich zulässigen Antrag auf Ausnahme/Befreiung (Beispiel WSVO EnEV). Und lesen Sie hier, wie man heiztechnisch wirklich Energie sparen kann.

Weiter: [3. Thema Glas]


Weiterführende Fensterliteratur

Fenster und Türen in historischen Wohn- und Wehrbauten - DBV-Kolloquium




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