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6. Luftkalkrezepturen
Mörtel für
Mauerwerk, Innen- und Außenputze,
Estrich,
Dachdeckerbedarf,
Verfugung und Verpressung 4

Mörteleigenschaften und Rezeptur

(aktualisiert 18.04.09)

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Mörteleigenschaften und Rezeptur

- Für den Handwerker ist der Umgang mit zementären Produkten ein großes Gesundheitsproblem: Die Zement- oder Maurerkrätze - eine ekel- und schmerzhafte Hautkrankheit - steht nach Erhebungen der Bau-Berufsgenossenschaften mit an der Spitze der Berufskrankheiten und verursacht der Bauwirtschaft jährlich Millionenschäden. Sie entsteht durch Kontakt mit Zement.

- Den Trockenmörteln wird aus verarbeitungstechnischen Gründen (Bindung, mechanischer Transport, Festigkeitsentwicklung, Aufbrennverhinderung) Methylzellulose bzw. synthetischer Celluloseether (Tylose) zugegeben. Diese Quellmittel wirken aber stark wasserrückhaltend, gar filmbildend. Die Schwundrißbildung, kapillare Abtrocknung des Mörtels und Karbonatisierung des Kalkes wird dadurch stark verzögert bzw. auf Dauer blockiert. Deshalb wird die Mörtelabbindung teils durch Zugabe hydraulischer Komponenten in angebliche Kalkmörtel (Putz/Mörtelgruppe Ic - II) "beschleunigt". Ergebnis: Ein schadsalzhaltiger, wasserhaltender, trocknungsblockierender und überfester Mörtelkleber, dessen schädliche Eigenschaften bestens geeignet sind, den empfindlichen Bestand (vorgeschädigte, niedrigfeste oder saugfähige Mauersteine, hinterfüllte Altputze) mittelfristig zu zerstören. Merke: Druckfestigkeiten über 4,5 N/mm2 im Putz haben in der Regel (Ausnahme z.B. sehr klüftiges, festes Mauerwerk mit guten Einbindungmöglichkeiten für den Mörtel) keine dauerhafte Chance auf luftkalkvermauerten bzw. -verputzten bzw. sonstig "weichen" Untergründen.

- Am Dach zerstören die wasserrückhaltenden und überfesten Zementmörtel für Verstrich und Einbettung der Grate und Firste den Ziegel im Kontaktbereich. Salz und Feuchte lassen den Ziegel blätterteigartig auffrieren, Festigkeitsprobleme aufreißen, der Mörtel selbst bildet eine Unmenge von kapillaraktiven Schwundrissen aus und befeuchtet so die Dachkonstruktion. Mit Kalkmörtel wäre das nicht passiert.

- Als Estrich sind Zementmörtel eine Zeitbombe. Erst schüsseln sie auf, da sie oberseitig trocknen und entsprechende Schwundverkürzung zum konkaven Schüsseln führt, nach Belegung mit welchem Boden auch immer staut sich die oberseitige Abtrocknung und sie trocknen von unten her mit der Folge des oberseitigen Aufwölbens. Das hier gegebene Risiko kann jahrelang bestehen und ernährt eine Unzahl von Sachverständigen. Der doofe Bodenleger weiß davon aber nichts, da er eben vom Zement nichts versteht. Sonst hätte er vielleicht Kalkestrich verwendet, der diese Bewegungsfreude eben gar nicht hat und obendrein viel besser trocknet.

- Auch Lehmputze, eigentlich eine altbewährte Lösung, zeigen bei heutigen Randbedingungen dolle Tücken. Was man dazu wissen muß:
1. Lehm ist ein Dichtbaustoff. Von wegen gute Feuchteabsorption und Verzehr/Unschädlichmachung/Bindung von üblen Gerüchen als Lehm, dagegen Dichtigkeitsbeiwerte, die für Deponieabdichtung, Teichbau und Deichbau beste Ergebnisse versprechen. Stellen Sie sich alternativ mal schwarze Bitumenpampe vor.
2. Lehm wird zur Minderung seiner Rißanfälligkeit durch Schrumpfen / Schwinden bei der Wasserabgabe etwas abgemagert mit Sand und teilweise armiert mit organischen Beimischungen. Das mindert zwar die Dichtheit, aber mit einer unbehandelten Holzschalung wären Sie besser bedient, wenn es nur um Absorbtion von Überschuß-Luftfeuchte - die Krux unserer überdichten Bauweise geht.
3. Lehm ist Heilerde, deswegen wachsen - gerade im Verbund mit seiner enormen und im Vergleich zu Luftkalkmörtel bedeutend höheren Feuchterückhaltung (Praktischer Feuchtegehalt!) und seiner organischen Dotierung mit Strohhäcksel (vollmondgepflücktes Dinkelstroh?), Holzgespäne (aus biologischem Anbau?), Hanfgefaser (Resteverwertung aus Haschisch-Selbstanbau?) usw. - sehr schnell Schimmelpilze auf diesem "Naturbaustoff". Selbst das Austreiben von Samen aus den organischen Zuschlägen wie getreidekörnerhaltiges Spreuhäcksel kann hin und wieder beobachtet werden.
5. Lehm ist nicht alkalisch wie Kalk. Auch das fördert Schimmelzucht.
6. Lehm ist langsam trocknend. Seine Verarbeitung ist deswegen "langsam", außerdem kostet er als Lehmputz nicht gerade wenig. Seine Gesamterstellungspreis als Lehmputz kostet also eine hübsche Summe Geld - für welche Vorteile???
5. Wenn Sie Lehmputz wollen, beachten Sie also alle seine Eigenschaften. Und halten Sie durch allerbestes Lüften ihre Bude besonders trocken. Dann mag es angehen. Viel Glück! (Weitere Informationen zur Lehmbautechnik)

- Da Architekten regelmäßig nicht in der Lage sind, aus eigenständigem Fachwissen eine technisch einwandfreie Ausschreibung von Instandsetzungsarbeiten zu erstellen (wo hätten sie das auch lernen können?), leisten das die "Fachberater" der Industrie. Logische Folge: Produkttypische VOB-widrige Ausschreibungstexte, die in ihrem technischen Gehalt den zu stellenden Ansprüchen kaum genügen können.

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Literatur zu Putz und Farbe, Anstrich und Fassade, Badgestaltung und Lehmbau-Technik:











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