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Konrad Fischer: Altbauten kostengünstig sanieren Konrad Fischer
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Kapillar aufsteigende Wandfeuchte + Trocknung nasses Mauerwerk 14

Aufsteigende Feuchte Kapitelübersicht

1 - Einführung zur Problemlage 2 - Ein schrecklicher "Trockenlegungsfall" 3 - Feuchtequellen 4 - Ziegel-Mauerwerk und Aufsteigende Feuchte 5 - Naturstein-Mauerwerk und Aufsteigende Feuchte 6 - Nachträgliche Horizontalabdichtung historischen Mauerwerks? - Mauerwerksversalzung 7 - Kondensat und Regen 8 - Trockenlegung oder Bauwerksschäden durch Horizontalisolierung? 9 - Trockenlegungsschwindel - die Marketingtricks 10 - Elektroosmose und die typischen Trockenleger-Ausreden bei Mißerfolg 11 - Trockenlegungsexperten? - Planer und Gutachter 12 - Trockenlegung - Industrieberatung oder der gesunde Menschenverstand? Probleme und Lösungen 13 - Mauertrockenlegung - Die klassischen Fehler 14 - Nasse Wände sanieren - Was sagt die Wissenschaft? 15 - Mauerfeuchte woher? Zum historischen und wissenschaftlichen Hintergrund

Nasse Wände sanieren - Was sagt die Wissenschaft?

Nachtrag aus:

1. Forschung des Dahlberg-Instituts für Diagnostik und Instandsetzung historischer Bausubstanz e.V. im Forschungszentrum der Hansestadt Wismar, nachzulesen im Tagungsband der 9. Hanseatischen Sanierungstage "Putzinstandsetzung", Kühlungsborn 1998, erschienen im Verlag für Bauwesen Berlin 1998:

2. Forschung Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP Institutsteil Holzkirchen, nachzulesen in: Elke Nürmberger: "Bauforschung, Labor unter freiem Himmel, Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP unterhält in Holzkirchen die weltweit größte Freilandversuchsstelle", Arconis 1/99:

3. Helmut Künzel: "Bauphysik - Geschichte(n) Nr. 17, Aufsteigende Feuchte: Großes Fragezeichen!" in: ARCONIS 4/02:

Bei diesen klaren und einleuchtenden wissenschaftlichen Erkenntnissen kann es doch sehr verblüffen, wenn ausgerechnet ein gewisser Dr.-Ing. Hartwig M. Künzel vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Stuttgart, in einem mir vorliegenden Schreiben vom 20. Mai 2008 folgendes von sich gibt (Auszug):

"... Aufsteigende Feuchte wird durch starke Kapillarkräfte im porösen Baustoff hervorgerufen. Sie kann gemäß dem Stand der Technik nur durch Kapillarsperren (Sägeschnitt mit Horizontalabdichtung oder hydrophobierende Injektionsmittel) bzw. das Anlegen sehr hoher elektrischer Spannungen bei ausreichendem Salzgehalt im Mauerwerk unterbunden werden."

Sind es nun pseudowissenschaftliche Spekulationen außerhalb der anerkannten physikalischen Gesetze, wenn da draußen Leute rumlaufen, die naßversalzten Wänden aufsteigende Feuchte zusprechen, um Mauersägeverfahren, hydrophobe Injektionen oder gar Anlegen von sehr hohen Stromspannungen als Entfeuchter und Entsalzer zu vermarkten? Fragen wird ja wohl noch erlaubt sein ...

Ein diesbezüglich aufschlußreicher Artikel in Bautenschutz und Bausanierung/Bauen im Bestand 5/2010 zeigt, welch Wahnsinn die Trockenlegungsindustrie bereitstellt, um Sanierungsmaßnahmen zu komplizieren, verteuern und maximieren - mit oft mehr als zweifelhaftem Ergebnis: Dipl.-Ing. Lev Koss, Dr. Natalia Lesnych und Prof. Dr. Dr. Helmuth Venzmer: "Dem Schaden die Suppe versalzen ... Methoden zur Entsalzung". Vorsicht: Wissenschaft!

Die Verfasser unterteilen die Methoden in 1. "Salzentfernungsverfahren (Kategorie I) - Salzentfernung - Abbruch, Abriss und Austausch" (des versalzten Mauerwerks) und 2. "Reduzierungsverfahren (Kategorie II)", 3. Salzumwandlungsverfahren (Kategorie III)" sowie zu guter letzt 4. das Beibehaltungs-/Beschichtungsverfahren (Kategorie IV)" durch verschiedene Heilverfahren/Sanierverfahren, die in der Branche teils schon zu mehr als zweifelhaftem Ruf geführt haben. Unter den Reduzierungsverfahren werden angeführt:

1. Das AET-Verfahren. Die profimäßig-mysteriös-wirkenden Kürzelbuchstaben, von denen sich der salzgeplagte Kundensimpel voraussichtlich mächtig-gewaltig impressionieren läßt, soll "Aktive Entsalzung und Trocknung" bedeuten. Gemeint ist, daß eine Elektromigration - sprich ein elektrisch induzierter Salzionentransport stattfinden soll, wenn der "Salzexperte" eine Opferanode aus Eisen ins versalzte Mauerwerk rammt, daran eine Spannung von ca. 60 Volt gegenüber dem Erdpotenzial anlegt und unter die Anode ein Quarkschälchen aus Plaste und Elaste als Tropfenfänger in das Mauerloch reinbugsiert. Was da reintropft? Na, das ist jedem Experten klar wie Kloßbrüh, die flüssigen Eisenchloride. Das Mauerwerk unter dem Totentanzfresko der Marienkirche in Berlin war ein berühmtes Opfer dieser sich selbst dank extrem partiellem Entsalzungseffekt bald von selbst nachlassendem Stromfluss und Korrosion des Eisenstabs außerkraftsetzenden Opferanodenmethode.

2. Es kommt noch besser mit dem Druckdifferenz-Verfahren - Δp-Verfahren. Da wird oben Wasser mit Druck in das Bauteil reingepresst, das beim wieder druckgeförderten Herauspumpen aus der Mauer Salz mitnimmt. Pech für die Wand: Löcher für die Wasserpumperei und schwer zu beherrschendes Ergebnis. Genauso wie beim nach ähnlichem Prinzip ausgedachten Saugdochtverfahren, bei dem in das obere Bohrloch Wasser reinkommt, das dann mit Salz angereichert über einen Docht im unteren BBohrloch wieder rausbugsiert werden soll.

3. Wieder ein Abkürzungsüberzeuger, das ETB-Verfahren. ETB: Entsalzung, Trocknung, Bausanierung. Wie AET, jedoch teurer dank platinüberzogener Anode. Außerdem hat man die Wahl zwischen Anodenstab oder eher flächiger Gitteranode. Mit einer um die Elektrode im Bohrloch angeordneten Pufferschicht zur Ionenaufnahme und Ionenabgabe und ständig nachgeführter Bewässerung haben Sie dann das ebenfalls elektrobasierte "Kerasan"-Verfahren. Besonders einfallsreich! Unglaublich, was sich menschlicher Erfindungsreichtum so ausdenken kann. Zukünftig vielleicht sogar solarstromgestützt ...

4. Kompressen (denken Sie an Küchentücher, mit dem Sie ausgelaufenes Ketchup wegwischen oder Mull bzw. Watte, mit dem eitrige Blutwunden abgetupft werden) aus Buchenholzzellulose oder Zellulose-Bentonit-Sandkompresse, die auf das Salzbauteil flächig und feucht aufgebracht werden und in die beim kapillaren Trocknen gelöste Salze aus dem Untergrund einwandern. Wenn man dann der kompresse laufen Wasser zuführt, hat man die Injektionskompresse, der das bei der Verdunstung verlorene Wasser ständig nachliefert, um einen längeren Entsalzungseffekt zu erzielen. Aufwendiger Materialverbrauch, da das Verfahren bis zur gewünschten Entsalzung öfters wiederholt werden muß.

5. Elektrochemische Kompresse. Hier wird die Kompressenschicht mit Flächenelektroden kombiniert, man will die in Kompressenrichtung erfolgende Salzionenströmung mit elektroosmotischen Vorgängen verstärken. Oh, oh!

6. Eine logische Weiterentwicklung des Kompressenverfahrens ist der im Gesamtverfahren oft wesentlich teurere Kompressenputz unterschiedlichster Zusammensetzung. Der kann dann aber nicht so elegant wie eine wasserlösliche Kompressenschicht herabgewaschen oder recht einfach von der Behandlungsfläche trocken abgekratzt werden werden, sondern wird nach Versalzung dank kapillarer Aufnahme der Untergrundsalze (gelingt nur bei geeigneter Porengeometrie!) mühselig abgekloppert. Besonders kackemäßig, wenn mit zementären Bindemitteln rezeptiert und teils so fest mit dem historischen Untergrund verbunden, daß der alten Bausubstanz beim Ausbau des Kompressenputzes ziemlich übel mitgespielt wird. Viele Sanierbaustoffhersteller haben das Zeugs trotzdem im Programm, der Umsatz zählt, nicht die Schonung der Bausubstanz. Die Salzaufnahme des Kompressenputzes erfolgt im Frischmörtelstadium, solange dieser noch naß ist und später infolge hygroskopischer Feuchteaufnahme der Salze, die dann im Sinne des Konzentrationsausgleichs aus dem Untergrund in den ggf. weniger salzgeschwängerten kapillaraktiven Kompressenmörtel migrieren. Besonders irre ist der "Sanierputz" als Kompressen-Sperrputz, dazu auf dem Link Näheres.

7. Ach ja, das Vakuum-Fluid-Verfahren. Hier soll ein Vakuum, das mit einer Saugglocke auf dem Mauerwerk erzeugt wird, das oberhalb der Saugglocke eingebrachte Wasser mit Salz angereichert raussaugen. Oho!

Und es bleiben die intelligenten Verfahren zur Salzumwandlung mittels chemikalischer oder biologischer Methodik, die ich hier lieber nicht weiter ausbreiten will oder gar das Beibehaltung- bzw. Beschichtungsverfahren. Wie, was wo? Na klar: Wand vor das Salz und dann abwarten und Tee trinken ... ;-)

Mein Fazit: Warum einfach, wenns auch kompliziert geht?


Weiter? Endlich Schluß! ===> Aufsteigende Feuchte Kapitel 15




Sind Sie Opfer von Trockenlegungsfirmen - hat Ihr Gutachter Aufsteigende Feuchte diagnostiziert? Rätseln Sie, welches der teuren Trockenlegungs- / Entfeuchtungs- / Sanierungs-Angebote für Ihre feuchte Wand, das Kondensat und die hygroskopische Feuchte, das Leitungswasser aus Wasserleitungsleckagen, undichten Regenleitungen oder Grundleitungsschaden das richtige ist?
Dieser Aufklärungs-Knüller hilft bestimmt etwas weiter:
Wissenschaftsbetrug der Bauchemie und Geräteindustrie, Geschäftemacherei der Planerluschen, Schlechtachter, Schwachverständigen sowie der Nepper, Schlepper, Bauernfänger und Handwerkspfuscher mit "Aufsteigender Feuchte (engl.: Rising Damp)", Ursachen und Sanierung feuchter Wände:
Jeff Howell: The Rising Damp Myth

(Rezension in Deutsch)

Sonstige Nützlichkeiten und andere Meinungen für feuchte, nasse, abgesoffene, verschimmelte, verpilzte und vermorschte Häuser - soweit es nicht um nutzlose Horizontalisolierung gegen "aufsteigende Feuchte" geht, der manche industrieabhängige bzw. ahnungslose Autoren (wer es ist, verrate ich nicht, ätsch!) - anhängen. Reihenfolge der Titel beinhaltet keinerlei Wertung!!!:






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