Jedes Haus - nicht nur die ammoniakgetränkte Stallwand voller Salpeter/Mauersalpeter/Mauerfraß/Kaliumnitrat -
hat doch irgendwo ein feuchtes, salzbröseliges, salpeterverpusteltes, ausblüheffloreszierendes,
naßschuppiges oder fruchtkörper-verpilzt-schimmelschwammiges Eckchen, oder? Im Gewölbekeller
(egal ob Tonnengewölbe oder Preußisches oder Böhmisches Kappengewölbe, Stallgewölbe oder
Kellergewölbe), dem mit Betondecke, Betonsteindecke, Holzbalkendecke, Eisenträgerdecke oder Hourdis
überdeckten Kellerraum, am Sockel und auch an irgendwelchen Innenwänden aus Naturstein, Backstein,
Ziegelmauerwerk oder sogar Fachwerkwänden kennt man das - landauf und landab - Feuchtes Mauerwerk und
Mauerfeuchtigkeit:
... . .. ....
So kann es freilich auch aussehen:
... .
Oder so:
(alle Bilder aus meiner Bauberatung)
Herumdoktern und Verwüsten - möglichst teuer und sinnlos!
Das SCHREIT nach Mauerentfeuchtung und Trockenlegung, Bautrockner, Fundamentausgrabung, Kellertrocknung,
Drainage/Dränage, Geländetieferlegung, Wanddauerheizung / Temperierung, Putzaustausch und
Fugmörtelerneuerung, Stirnrunzeln und Haareraufen, Verzweiflung und Panik, oder? Auf dem
Mauerfeuchte-/Kellerfeuchte-Markt tummeln sich folglich viele Akteure:
Sachverständigen, Fachautoren / Fachjournalisten - teils aus gewisser Nähe zur Trockenlegungsindustrie,
Handwerker, Sanierer, alles erfolgreiche Experten fürs "Trockenlegen" und die "Feuchtesanierung" durch Einbau /
Installation einer "nachträglichen Horizontalsperre / Horizontalabdichtung / Horizontalen Sperrschicht /
Horizontalabsperrung / Horizontalisolierung / Horizontaldichtung / Mauerwerksabdichtung / Mauerwerksisolierung" wie:
drucklose Injektion / Flascheninjektion / Kapillarstäbchen-Injektion oder Druckinjektion mit Injektionspackern
(Bohrpacker / Schlagpacker / Schraubpacker / Klebepacker / Heizpacker) / Injektionsschlauch / Injektionsdübel /
Bohrlochventil / Injektionsnippel oder im zuflußgeregelten Impulsverfahren bzw. mit Mehrstufeninjektion (1.
Injektion einer mikroporösen Zementsuspension, 2. Injektage Siliconmikroemulsion, 3. Nachinjektion alkalisches
Injektionmittel) von allerlei gift-, lösemittel-, polymer- bzw. salzhaltigen Injektions-Flüssigkeiten (!) /
wasserlösliche, niedrig-viskose Injektionsmittel: Alkalisilicat (Schadsalze wie Soda abspaltendes Natriumsilikat,
ebenso schädliches Pottasche abspaltendes Kaliumsilikat/Kali-Wasserglas -> Alkalisilikataufwachsungen,
Hygroskopizität!), ebenso schadsalzabspaltende Alkalisiliconate / Siliconate, Alkalimethylsiliconat oder
wasserabweisende / hydrophobierende silan-/siloxanhaltige Cremes / Silane, Siliconmicroemulsion SMK ( Silanemulsion /
Siloxanemulsion), erwärmte Paraffine in mit Heizstäben erhitzte Mauerwerksbohrungen (Paraffinverfahren mit
druckloser Injektion oder im Kombinationsverfahren auch mit Druck),
nach Seilsägeverfahren bzw. Mauersägeverfahren eingelegten Kunststoffbahnen,
Kunststoff-Vergußmaterial, teils schwermetallhaltigen Metallfolien und eingerammten Blechplatten (Edelstahlblechplatten - V4A-Blech,
Chromstahlblech, Chromnickelstahlblech, Chromnickelmolybdän-Stahlblech, bituminierte Aluminiumbahnen, Bleiplatten,
mechanische Horizontalabdichtung mittels Mauersäge-Verfahren oder gar Maueraustausch-Verfahren),
Elekroosmose und sonstige Erdwellen-/Erdmagnetismus-Umpolungs-/Resonanzverfahren bzw. Prinzipien des
Ying-Yang-Systems, der vedischen Wohn- und Baukunst Vasati, dem I-Ging, der Ayurveda-Heilkunst, dem Feng shui,
der Aromaölmethode, dem Handauflegen, der Schauberger-Wasserbeschwörungs-Systematik, dem Tesla-Prinzip und
weiterer Magnetismus-Spiritismus-Zaubereien,
die Entlüftungsröhrchen nach Knapen (Knapensche Röhrchen / Lüftungsrohre /
Mauerröhrchen schräg nach oben ins nasse Mauerwerk gebohrte Löcher mit keramischen oder porösen
Rohr-Kunststoffeinsätzen ("Mauerlungen"), die die Wand durch vermehrten Kondensateintrag noch mehr auffeuchten,
ebenso wie die vor der Wand angelegten abgedeckten Luftschächte / Belüftungsschächte)
Je geheimnisvoller, je undurchsichtiger die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren, umso besser und
überzeugender für den durchnässten Bauherren? Doch nicht jeder Hausbesitzer ist ein Fuchs. Und so binden
die Feuchteexperten, Hausdoktoren, Bauphysiker oder - gaaaanz einfach nur - Bautenschützer/Bausanierer nicht
gerade selten dem armen Bauherren den teuren Bären auf, es handle sich ausgerechnet bei seiner salzigen
Feuchtigkeit / Nässe / Mauerfeuchtigkeit / Mauernässe / Wandfeuchtigkeit / Wandnässe um "aufsteigende"
und bei ihrer einmaligen Isolierungs-/Kaschierungs- oder gar Feuchte-auf-immer-und-ewig-Wegzauberungs-Methode um etwas
gaaanz Sicheres, wissenschaftlich erprobt und ausgetestet, WTA-qualitätsgesichert. Notfalls mit
Geld-zurück-Garantie. Mit untersuchungsgestütztem Nachweis des Trocknungserfolgs, egal wie feucht die
"behandelte" Feuchte noch im Bauteil noch vor sich hin dunstet. Früher hat eine Lehmpackung, am rechten Platz und
in handwerklich anständiger Manier verarbeitet, die Mauerfeuchte durch am Fundament anstehendes Wasser in den
Griff gekriegt (Lehm / Ton / Bentonit ist auch heute noch ein Dichtstoff! In Deponieton-Güte, als frostsicher
abgemischtes Verdichtungsmaterial aus Bentonit und Sanden dichtet eine Lehmschicht auch heute noch, wir kommen noch
darauf ...), heute braucht es dazu Spezialisten und gaaanz geheime Wunderwaffen bzw. Chemiekampfstoffe, oder? Oder einen
gewissenlosen Heini, der für teuer Geld Mauerproben - zerstörerisch aus Ihrem wehrlosen Wändli
herausgebohrt - untersucht, obwohl schon ein bloßes Hingucken die ganze Antwort geben könnte, was da los ist
und was einzig hilft?
Die passende Lektüre für eine umfassende und kontroverse Aufklärung rund um die offizielle Bauphysik ist
übrigens auch:
Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier: Richtig bauen. Bauphysik im Widerstreit + Mythos Bauphysik + Phänomen
Strahlungsheizung ==>
Warum beliebt? Weil sich sowas Teures bestens verkauft, möglichst - da so neu! - ohne jegliche Gewährleistung.
Ganz raffiniert werden - nicht nur in Österreich! - die sinnlosesten und wirkungslosesten Trockenlegungsmethoden
inzwischen auch als unbedingte Voraussetzung für eine nachfolgende - sehr fragwürdige -
Wärmedämmung der Fassade beworben und durchgeführt - nasse Wände dämmen ja so schlecht!
Du armer Gewölbekeller! Weh Dir, nasse Wand! Freu Dich auf Nachschub, salzverpestetes Mauerwerk: das Handwerk,
nein, die Spezialisten, ach wo, DIE WELTWEIT EINZIGARTIGEN EXPERTEN für Bautenschutz & Bausanierung, für
Trockenlegen & Mauerentfeuchten rücken an! Angebot / Erstbesichtigung inkl. Feuchteprüfung & Feuchtekontrolle,
Salzanalyse dank begleitender Laboranalytik, fachmännisch ausgearbeiteter Expertenrat mit Saniervorschlag im
Angebotstext, "urheberrechtlich geschützt" (schon seit den 1930er Jahren vagabundieren die immer gleichen
Textbausteine durch die Lande) und kost nix.
Der Gipfel des Chemiewaffen-Produktplacements auf dem heißumkämpften Saniermarkt sind aber,
neben den vielen herstellerverpflichteten Experten (erkennbar an ihren Gutachten- bzw. Ausschreibungstexten,
in denen der das Neutralitätsverbot kraß mißachtende Begriff "Produkt XY-Hersteller oder
gleichwertig" Standard ist), die inzwischen teils sogar herstellerseits unter dem Titel
"XY Fachplanung GmbH" offen herstellerabhängig, oder maskierten Bauchemie-Planungsabteilungen, die nicht nur
ausschließlich auf die Chemie-Lösungen ihres Mutterunternehmens hinarbeitenden Untersuchungen des
geschädigten Bestands, sondern teilweise auch alle weiteren Planungsschritte am Markt feilbieten. Das Planungshonorar
ist dann unausgewiesener Teil des Produktpreises. Das schluckt sich besser. Vor allem bei Baubehörden. Lieb
Rechnungshof, magst ruhig sein!
Was sagt nun das WTA-Merkblatt 4-5-99/D "Beurteilung von Mauerwerk - Mauerwerksdiagnostik" zur Bewertung der in der
Labor-Analytik von Mörtelproben/Mauerwerksproben festgestellten Schadsalz-Ionen?
Hierzu die tabellarische Übersicht - Bewertung der schadensverursachenden Wirkung verschiedener Salzionen in
Mauerwerkskörpern (Angaben in Masseprozent / M-%):
Cloride
< 0,2
0,2 bis 0,5
> 0,5
Nitrate
<0,1
0,1 bis 0,3
> 0,3
Sulfate (bez. auf leicht lösliche Sulfate)
< 0,5
0,5 bis1,5
> 1,5
Bewertung (Maßnahmenbedarf nicht nur von Salzbewertung abhängig)
Belastung gering - Maßnahmen im Einzelfall erforderlich.
Belastung mittel - Weitergehende Untersuchungen zum Gesamtsalzgehalt (Salzverbindung,
Kationenbestimmung) erforderlich. Maßnahmen im Einzelfall erforderlich.
Maßnahmenbedarf hier und Maßnahmenerfordernis da. Doch welche? Dreimal dürfen Sie raten!
In der Kirche wollen wir nix glauben, dem seriösesten aller seriösen "Praktiker" aber möglichst alles.
Ja, aber? Genau!:
Unbedingt flott aufgemacht mit wissenschaftlicher, nein! wissenschaftlichster
Hochglanz-Vierfarbdruck-PDF-Video-Download-Expertise des dahinterstehenden Produzenten und seinen Freunden aus der
Bauwissenschaft, Bauchemie und Bauphysik, also Professoren und / oder mindestens Doktoren / Doktoranten.
Docta ignorantia (selber googlen macht schlau!) - darunter machen wirs nicht, wir sind doch sooo aufgeklärt, dem
ach so finsteren Mittelalter und seinem Aberglauben glücklichst entronnen und bedienen uns doch immer wieder so
gerne unseres ganz und gar unendlichen Verstandes! Vor allem bei Astro-TV und den Lebenshilfe-Anrufen (3,89 Ct/min) bei
verhexten Tarot-Spezialistinnen und allerlei sonstigen Kristallkuglern bis zur Bauexpertenschaft. Man gönnt sich
ja sonst nix. Deswegen holt sich ja auch Dein ahnungsloser Planer derlei Expertenrat, um Dir gegenüber seine
fachmännische Brillanz nachzuweisen.
Fazit: Gutachten müssen sein!!! Freilich nur, um Dir die Augen auszwischen, deswegen
werden sie genau von den Suppen- und Tunkenproduzenten und deren scheinheiligen Mietlingen nicht nur zurechtgetürkt,
sondern deren Bedarf schlau, am liebsten durch allerlei - wegen Fundamentierung durch Schwachverständige, an Idiotie nicht zu übertreffende - Gerichtsurteile
herbeigeschrieben.
Stimmts oder hab ich recht? Na ja, weiß nicht so recht? Vielleicht einfach mal a bißla weiterlesen:
Fäkalsalzgeschädigter Sockel eines Reetdachhauses
Keine kapillar aufsteigende Feuchte / Wandfeuchte / Mauerfeuchte, sondern Folge von aktuellem Spritzwasser,
wasserrückhaltenden Zementfugen und früherer Tierhaltung
Vorschlag des Handwerkers: Bohrlochinjektion mit salzabspaltender Injektionsflüssigkeit als Horizontalisolierung /
horizontale Sperrschicht!
Aus meiner Bauberatung (Foto Bauherr): Versalzte Wand, falsch verputzt - das Ergebnis: Mit Zementmörtel verputzte Mauerziegelschale wird durch Salzkristallisation (z.B.
Salpeter-Ausblühung, Salz-"Ausblähung"), Feuchtestau und Frost abgesprengt. Der Übergang der
kristallinen Phase in eine wässrige Lösung von z.B. Kalziumnitrat beginnt ab einer relativen Luftfeuchte von
ca. 50 Prozent, von Kaliumkarbonat schon ab ca. 42 Prozent r.F., von Natriumnitrat ab ca. 74 Prozent und von Streusalz
/ Natriumchlorid ab ca. 75 Prozent. Bei Luftfeuchten über der sog. Gleichgewichtsfeuchte /
Gleichgewichtsfeuchtigkeit kommt es zur Lösung des Salzes durch aufgenommene Luftfeuchtigkeit, liegt die
Luffeuchte darunter, kommt es zur Kristallisation.
Das freigelegte Fundamentmauerwerk im speicherfähigen Erdreich hält die Schadsalz-Befrachtung aus.
Dort gibt es ja wg. mehr oder minder Dauerfeuchtezustand weniger Kristallisationsdruck, wg. Speicherfähigkeit
und Salzgehalt (Salz setzt den Gefrierpunkt des Wassers herab und erhöht den Siedepunkt) weniger Frostangriff und
keinen wassersperrenden / hydrophoben Feuchteblockerverputz.
Die Mörtelfugen im Fundament waren natürlich auch hinüber.
Ähnlicher Schadensfall aus Bauberatung (Foto Bauherr):
Hier liegen nur teilweise Salzüberlastungen vor - ein Unding, wenn man an "aufsteigende Feuchte" glaubt - die ja
eine von unten nach oben einheitliche Salzlösung und Salzbeladung und Schädigung des Mauerwerks voller nasser
Schadsalzfrachten hervorbringen sollte. Feuchteblockierender Zementverputz schädigt dann an den
salzüberlasteten Mauerpartien am meisten. Die Mauerziegelfragmente lassen sich mit dem Finger
herauspulen.
Wie es hier weitergeht? Fragen Sie mal versuchsweise drei Mauertrockenleger. (Zum Handwerkerquiz)
Aus Bauberatung (Foto: Schukraft): Feuchte und salpeterbelastete Wäned mit Salzausblühung /
Salzkristallisation auf dem alten Putz (Luftkalkmörtel) - Folge der Fäkalbelastung im historischen Umfeld
(Tierhaltung, Abort, Klärgrube). Die Ausblühung am Türgewände ist voraussichtlich durch dort an der
im Winter kältesten Bauteiloberfläche abkondensierende ammoniakhaltige Fäkalabgase (Schweinehaltung?)
zurückzuführen, die mit dem Kalk im Mauermörtel Kalziumnitrat / Mauersalpeter bilden. Und das wollen wir
durch Heilputz / Sanierputz heilen? Und durch Paraffininjektionen oder Wasser-Umkehr-Schwingungen oder gar mechanische
Horizontalisolierung bekämpfen? Ehrlich?
Schadensbeschreibung ... Das Nebengebäude ist nicht unterkellert und mit der Stirnwand ... an ein
Nachbargebäude angebaut. ... Baujahr ca. 1890 ... vermutlich früher als Stall oder ... Schlachthaus betrieben
... Vor gut 20 Jahren ... als Wohnhaus ausgebaut ... Im und am Haus zeigen sich Feuchtigkeitsschäden durch
abblätternde Farbe und Putz ... Kristalline Ausblühungen ... keine, schwarze Schimmelstellen nur ganz wenige.
... Vor zwei Jahren haben wir (die zugänglichen Wände) von außen isolieren lassen. ... Das Aussenmauerwerk
wurde bis auf den Fundamentfuss in ca. 0,60 - 0,80 m Tiefe freigelegt. ... Bruchsteinfundament ... Wandoberfläche ... mit
einer ca. 15cm dicken Betonschale aus wasserfestem Beton "verkleidet", anschließend mit einer Bitumendickbeschichtung
versehen und mit Pordrainplatten abgestellt. Am Fuss wurden um das Haus Drainagerohre verlegt, die aber an keinen Abfluss
angeschlossen wurden. ... Die Feuchtigkeitssituation im Haus ist nach nunmehr zwei Jahren leider unverändert, wenn
nicht sogar noch schlimmer geworden. Die Luftfeuchtigkeit im Erdgeschoss ist sehr hoch, die Wände sind rundum mehr
oder weniger feucht. Man fühlt das ... durch Auflegen der Handflächen an die Wände ... Außen
fühlen sich die Wandflächen trocken an, obwohl dort teilweise auch der Anstrich abgeblättert ist.
... Messungen mit Widerstandsmeßgeräten ...: Stirnwand A: hohe Feuchtigkeit bis in eine Höhe von 170 cm!
... Wände B und C mittlere Feuchtigkeit bis in ca. 35 cm Höhe ... Innenwände E und F: partielle,
stärkere Feuchtigkeit, speziell an der Wandinnen- und Wandaußenecke der Wand E ... Folgende
Sanierungsmaßnahmen haben uns Fachleute vorgeschlagen:
- Anbringen einer Horizontalsperre (z.B. als Injektionsverfahren mit Paraffin ...) an allen Innenseiten der
Außenwände resp. an den Innenwänden
- Alternativ Verkleidung aller Wandinnenseiten mit sog. Wohnklimaplatten auf Calciumsilikatbasis (...)
- Vertikale Innenabdichtung der Stirnwand analog zur Außenabdichtung
Alles ist teuer und nach der scheinbar nutzlosen vertikalen Außenabdichtung nicht zwingend erfolgversprechend.
Denn keine der Maßnahmen geht den möglichen Ursachen auf den Grund ...
Aber was tun? ... Meiner Meinung nach muss es ... einen regelmäßigen Wassernachschub geben. Aber wo könnte der herkommen? ...
Abflussrohre der Regenrinnen des Haupthauses sind im Erdreich kaputt, sodass das Regenwasser der Dächer nicht ordnungsgemäß abfließen kann, sondern
unkontrolliert ins Erdreich versickert. ... Auf dem Grundstück des Nachbarn ... Brunnen im Garten
(Grundwasserspiegel ca. auf 12 m). Das Wasser wird aus dem Brunnen elektrisch hochgepumpt. Könnte da etwas undicht
sein, was unbemerkt eine ständige Versickerung im Erdreich zur Folge hat? ... der nicht mehr genutzte Schornstein
...? ... mögliches Wasser im Erdreich durch die Außenisolierung nun nicht mehr nach außen
wegdiffundieren kann, also dadurch verstärkt an den Innenwänden aufsteigt ... starke Kondensation auf den
Wandinnenseiten ... die Wände überhaupt nicht gedämmt ..." usw. usf.
Nun, die empfohlenen Maßnahmen haben einmal die "Aufsteigende Feuchte" im Blick. Drei mal kurz gelacht! Seit
wann gibts den sowas? Oder sie wollen nur kaschieren, ohne die Feuchte abzustellen. Kann denn das wirklich sinnvoll
sein? Wird das die schimmelpilzfördernde Wohnfeuchte verringern? Aber nein!!!
Hier möchte ich das hochverehrte Publikum mal auf das
Sensationsurteil mit perfekter deutscher Rechtssprechung gegen die Trockenlegungs-/Sanierungs-Branche hinweisen,
das leider kaum bekannt ist und am Saniermarkt doch ziemlich aufräumen könnte:
Das Oberlandesgericht / OLG Celle hat in einem Urteil vom 20.05.2009 - 14 U 22/09 entschieden, daß ein
beratungspflichtiger Unternehmer - hier eine sog. "Fachfirma für Bautenschutz" für eine zwar mangelfreie,
jedoch unwirksame Trockenlegung keinerlei Vergütungsanspruch hat. Was war vorausgegangen?
Der Auftragnehmer hat dem feuchtegeplagten Auftraggeber nach typischer Falschanalyse des Feuchteschadens als
"Aufsteigende Feuchte und defekte Horizontalisolierung" (in Wahrheit war Lochfraß in der Heizungsleitung /
Warmwasserleitung Ursache der Baufeuchte / Feuchtigkeitsschäden) ein fehlgeschlagenes Trockenlegungsverfahren - im
gegebenen Fall eine nachträglich im Mauerwerk einzubringende "Horizontalisolierung / Horizontalsperre" - empfohlen.
Der Auftraggeber hat entsprechend Empfehlung (= auftragnehmerseitige Planung) diesen Auftragnehmer beauftragt. Die
Horizontalsperre wurde auftragsgemäß und selbstverständlich mangelfrei eingebaut, bei hohen Kosten und
mit vorhersehbar keinerlei Ergebnis im Hinblick auf die damit erwartete Trockenlegung. Obwohl die angebotene Leistung
also fach- und sachgemäß ausgeführt wurden, hat die Firma die von ihr als Nebenpflicht des Werkvertrags
geschuldete Beratungspflicht im Zuge der Ursachenermittlung bzw. Schadensanalyse verletzt. Da sich die von ihr sinnlos
erneuerte Horizontalisolierung als nicht zielführend und unbrauchbar erwies, mußte sie dem Bauherren den
vollständigen Werklohn zurückzahlen - gem. BGB §§ 280 Abs. 1; § 311 Abs. 2 Nr. 1.
Der Auftraggeber wollte nach dem Fehlschlag sein Geld zurück und klagte, der Unternehmer verlor. Außerdem
wurde er verurteilt, zusätzlich zu seinem eigenen Geldverlust dem Auftraggeber auch die Gutachterkosten für
die Suche nach den wahren Ursachen der Feuchte bezahlen. Na ja, und eben auch die gar nicht unerheblichen Kosten des
Rechtsstreits, die sich die Anwälte und das Gericht irgendwie aufteilen.
Mit der unmöglich aufsteigende Feuchte seit über 100 Jahren täglich neu hereingelegte Auftraggeber,
aufgepaßt:
Kein Anspruch auf Werklohn / Lohn / Geld / Honorar bei nutzloser Leistung infolge einer Verletzung der Beratungspflicht!
Das läßt doch gewaltig aufhorchen, oder?
Und was passiert eigentlich all den Millionen Gutachtern und Planern, die dem Hausbesitzer dergleichen vorprogrammierte
Fehlschläge empfehlen bzw. planen? Nun verstehen Sie die Strategie der Pfuschkaschierung durch Sanierputz auf
"trockengelegter" Wand besser. Dann entdeckt der Bauherr den Pfusch / Fehlschlag nämlich erst nach der
Gewährleistungsfrist.
Aus einer weiteren Beratungsanfrage vom 15.11.08:
Aufsteigende Feuchte ???
Sehr geehrter Herr Fischer,
leider muss ich mich seit längerer Zeit mit der Frage beschäftigen, ob in dem Mauerwerk unseres Hauses
Feuchtigkeit aufsteigt. Während meiner Suche nach Erklärungen bin ich auf ihre Homepage gestoßen und
habe ihre Ausarbeitung mit großem Interesse gelesen.
Unser Haus wurde 1913 von meinen Urgroßeltern gebaut und in den letzten Jahren durch meine Familie renoviert.
Seit ca. 2,5 Jahren bewohne ich mit meinem Freund das Haus und habe im Sommer 2007 leider die feuchten Wände
festgestellt. Ausschlaggebend war ein muffiger Geruch in einem von uns nur selten genutzten Zimmer. Irgendwann habe ich
die Fußleisten abgenommen und dahinter Nässe und Schimmel an den Wänden und Fußleisten
feststellen müssen. An allen ursprünglichen Wänden des Hauses habe ich diese Feststellungen gemacht.
Völlig verzweifelt haben wir nach Ursachen geforscht, aber keine Erklärung gefunden. Danach begann der
„Gutachter-Marathon“ und die Zweifel sind immer größer geworden.
1. Baugutachter:
Nach ein paar kurzen Messungen mit einer sog. Hydromette und einem Rundgang durch das Haus stand die Erklärung fest:
Aufsteigende Feuchte durch eine fehlende Horizontalsperre.
Beratung: Nur durch eine nachträgliche Verkieselung kann die Feuchtigkeit gestoppt werden.
Auf der Rechnung stand als Empfehlung: Folie einziehen!
Danach kamen div. Firmenvertreter und wollten uns ihr Produkt aufzwängen.
2. Firma A:
Völlig theatralisch lief der Mann mit seinem Messgerät durch das Haus und machte uns immer mehr Angst:
- das ist hier alles sehr schlimm und sie müssen sofort handeln
- die Feuchtigkeit wird schnell 2 Meter hinaufziehen
- es besteht große Gefahr für Pilze und Hausschwamm
- der Putz muss bis zu 2 Meter Höhe entfernt werden
- die Fugen müssen raus
- Holzbalken müssen ausgetauscht werden
- Versiegelung
- Sanierputz und nur spezielle Farbe
- nie wieder Tapete etc.
Nach den Ansagen war ich am Ende, hatte keine Kraft mehr und wollte das alles nicht mehr durchziehen, obwohl es mir
immer sehr wichtig war, das Erbe meiner Familie zu erhalten. Unsere Träume und Zukunftspläne scheinen
geplatzt und es bestehen nun noch Zweifel.
Nach einigen Monaten haben wir dann noch mal Kontakt zu zwei weiteren Firmen hergestellt, wobei eigentlich kein anderes
Ergebnis herausgekommen ist.
3. Firma B:
Nach einigen Messungen kam der Mann zum selben Ergebnis. Putz 1 m von der Wand entfernen, Fußboden/Estrich in
einem Abstand von 25 cm zu der Wand entfernen, Versiegelung, Spezialputz etc.
4. Firma C:
Endlich mal jemand, der auch mal skeptisch war. Die feuchten Wände stellte auch er fest, allerdings konnte er sich das nicht so richtig
erklären. Seiner Meinung nach liegt das Haus zu hoch und komischerweise sind auch die Räume oberhalb des
Kellers betroffen.
Vorschlag:
Den Putz an einigen Stellen abmachen, Bohrungen und Messungen im Stein durchführen. Sollte die Bohrung
„positiv“ ausfallen, dann Boden 25 cm von der Wand entfernen, Putz entfernen, Horizontalsperre mit Druck
injizieren.
Den Putz hatten wir bereits entfernt und wollten in einem Raum mit der Bohrung beginnen, aber dann bin ich auf ihre
Seite gelangt und meine Zweifel sind noch größer geworden.
Die Kosten für die Horizontalsperre sollten sich auf ca. 30.000 EUR belaufen. Die erheblichen Kosten waren
bereits ein großer Schock, aber erneut den Boden aufzureißen und den Putz von der Wand zu schlagen ist
für uns einfach unvorstellbar. Wir denken nicht, dass wir diese Belastung momentan bewältigen würden.
Keine der Firmen konnte uns erklären, woher die Feuchtigkeit kommt. Keiner konnte uns eine tatsächliche
Garantie geben. Es würde zwar bislang immer klappen und keine Spätfolgen etc. bekannt sein, aber eine
wirkliche Garantie würde es nicht geben.
Da mir das zu schwammig ist und ich ohne eine wirkliche Erklärung keine Maßnahmen treffen möchte, haben
wir bislang versucht, die ganze Problematik zu verdrängen.
Die Hoffnung, eine Erklärung zu bekommen und eine Erfolg versprechende Lösung zu finden, war ausschlaggebend,
zu Ihnen Kontakt aufzunehmen.
Meine Zweifel ergeben sich aus folgenden Feststellungen:
- Zimmer über dem Keller sind ebenfalls betroffen
- Im Sommer ist die Feuchtigkeit deutlich stärker als im Winter.
- Bei der Renovierung haben wir eine solche Feuchtigkeit nicht festgestellt. Der alte Lehm war zwar an einigen Stellen
im unteren Bereich leicht feucht, aber nicht in allen Räumen. Darüber war er staubtrocken
- Der Holzbalken im Eingangsbereich ist an einigen Stellen feucht, aber der Putz darüber ist trocken. Auf der
Innenseite im Büro (Putz bis auf den Boden) ist die Wand hingegen feucht.
- Bislang gibt es für mich keine Erklärung, woher die Feuchtigkeit kommt.
Die Wand ist insbesondere ganz unten feucht/nass und wird nach oben weniger. Bis ca. 50 cm ist die Feuchtigkeit deutlich
feststellbar.
Für mich ist sehr wichtig zu wissen, woher die Feuchtigkeit kommt und wie wir weiterhin in dem Haus leben
können. Für uns hängen unsere gesamten Zukunftspläne von dem Ergebnis ab. Alle weiteren
Baumaßnahmen haben wir gestoppt und wissen einfach nicht mehr weiter.
Anbei sind eine Auflistung der Renovierungsmaßnahmen, einige Lichtbildaufnahmen des Hauses und weitere Unterlagen.
Über eine erste Einschätzung und einen Kostenvoranschlag für einen Besuch wäre ich Ihnen sehr
dankbar. ...
Sind Sie Opfer von Trockenlegungsfirmen - hat Ihr Gutachter "Aufsteigende" Feuchte diagnostiziert? Rätseln Sie,
welches der teuren Trockenlegungs- / Entfeuchtungs- / Sanierungs-Angebote das richtige ist?
Dieser Aufklärungs-Knüller hilft bestimmt etwas weiter:
Wissenschaftsbetrug der Bauchemie und Geräteindustrie, Geschäftemacherei der Planerluschen, Schlechtachter,
Schwachverständigen sowie der Nepper, Schlepper, Bauernfänger und Handwerkspfuscher mit "Aufsteigender
Feuchte (engl.: Rising Damp)", Ursachen und Sanierung feuchter Wände:
Jeff Howell: The Rising Damp Myth
(Rezension in Deutsch)
Sonstige Nützlichkeiten und andere Meinungen für schadsalzbelastete, feuchte, nasse, abgesoffene, verschimmelte,
verpilzte und vermorschte Häuser - soweit es nicht um nutzlose Horizontalisolierung gegen
"aufsteigende Feuchte" geht, der manche industrieabhängige bzw. ahnungslose Autoren (wer es ist, verrate ich nicht,
ätsch!) - anhängen. Reihenfolge der Titel beinhaltet keinerlei Wertung, lassen Sie sich überraschen!: