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Das Fertighaus - Bauen ohne Reue, Fluch oder Segen?

(aktualisiert 22.01.10)
"Zum Unglück hat sich mit der Industrie ein System verbunden,
das Profit als den eigentlichen Motor des gesellschaftlichen Fortschritts betrachtet,
den Wettbewerb als das oberste Gesetz der Wirtschaft,
Eigentum an den Produktionsgütern als absolutes Recht, ohne Schranken,
ohne entsprechende Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber. [...]
Noch einmal sei feierlich daran erinnert, dass Wirtschaft im Dienst des Menschen steht."

Papst Paul IV. (in seiner Enzyklika über den Fortschritt der Völker - POPULORUM PROGRESSIO - Volltext deutsch)

"Die (massiv gebauten) Häuser von 1900 bis 1940 sind ja hervorragend. ...
Die Gebäude aus der Zeit 1969 bis 1990 sind die allerschlimmsten.
Die müsste man ... eigentlich wegen ihrer schlechten Energie- und Bauqualitäten abreißen."

Prof. Volker Hartkopf, Architekt, Gründer und Leiter des "Centre for Building Performance and Diagnostics",
Carnegie Mellon University (in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung am 2.6.2007)

Das Bild zum Thema: Frans Francken - Der Tod und der Kaufmann (1620)

Modernes Bauen - das heißt industrielles Bauen. Und als Massenprodukte des industriellen Bauens heißen die Resultate: Plattenbau und Fertighaus. Während der Plattenbau meist mit minderbemittelten Massenmenschen als Mieter gefüllt wird, verwirklicht der minderbemittelte Individualist seinen Eigenheimbau zumeist mit einem Fertighaussystem in Leichtbauweise. Das kostet wenig, verspricht Baukostensicherheit von Anfang an und bietet sogar die Möglichkeit der kostensparenden Eigenleistung. Der kostenbewußte Bauherr sucht sich dann die billigsten Produkte im Baumarkt heraus und verschönert damit sehr individuell alle seine Träume vom besseren Wohnen. Alle notwendige Info gibt es gratis in den schön bunten Werbebeilagen der Wochenendausgaben unseres Heimatboten. Studieren Sie doch mal diese Fallbeschreibung, die viel Stoff zum Nachdenken bietet: Sanierung der Wärmedämmung in den Außenwänden eines Fertighauses

Die entscheidenden Tricks der Branche, mehr Geld als je gedacht aus dem gutgläubigen Bauherren herauszupressen, finden sich in den Propagandaschriften ebensowenig, wie in den Beratungsgesprächen vor der Vertragsunterzeichnung. Zu nennen wären beispielsweise:

- Wichtige Planungsleistungen wie statische Berechnung, Baugrundgutachten, Entwässerungsplanung, Wärmebedarfsberechnung, Vermessungsleistungen (u.a. Garageneinmessung auf Grundstück), Anschlußkosten für Gas, Wasser, Strom, Kanal fehlen in den Vertragsvereinbarungen. Folge: Diese Leistungen müssen extra bezahlt werden.

- Die Qualität der Baustoffe und der Ausstattung wird nicht genau konkretisiert und ausreichend detailliert. Später sucht sich der arglose Bauherr irgendwelche schönen Türen, Böden, Fliesen und Sanitärobjekte / Sanitärausstattungen aus - und darf sich dann über exorbitante Zusatzkosten freuen.

- Obendrein werden gerne auch die Baustelleneinrichtung oder diverse Bauversicherungen dem Bauherren als notwendiges Extra draufgenudelt, selbstverständlich erscheinen diese Zusatzkosten auch nicht im versprochenen Preis oder dem Vertrag.

- Und der Super-Gau blüht bei so manchen unsoliden Fertighausbaufirmen - sie sacken die "üblichen" Vorauszahlungen ein - und gehen dann in die Insolvenz. Dann steht der arme Bauherr noch ärmer da - mit oder gar ohne angefangene Fertigbauruine.

Doch der Knüller ist folgender: Niemand erzählt dem Fertighausinteressenten, daß seine Bude allen genormten Schwachsinn unseres unseligsten Industrievermarktungstreibens enthält, nicht aus Überzeugung der beteiligten Bauleute, nein aus purer Angst vor dem prozessierenden Kunden. Und niemand verrät dem Bauherren, daß beispielsweise seine kartonverkleideten Dachgeschoße im Sinne einer Wartungsfuge aus Silikon - der Vergleich stammt übrigens vom sehr geschätzten Kollegen, ö.b.u.v. Sachverständigen und Dipl.-Phys. Rainer Bolle - eben auch eine Wartungsebene sind, die alle paar Jährli mal weggerupft gehören, um die dahinter versagenden Luftdichtheitsebenen und aufgenässten Dämmstoffe wieder rauszuentsorgen und neuen Normschit hineinzupressen und festzukleben und anzutackern. Wie es aussieht hinter deutschen Normdachausbauten finden Sie auf diesem Link. Vorsicht Grusel!

Doch all das wird gerne vergessen, denn der oft wichtigste Vorteil eines Fertighauses läßt alle sonst gesunde Vorsicht den Bach hinunter rutschen:

Die künftige Bauherrschaft kann sich ein von Vorzugskunden bewohntes möglichst neues Musterhaus / Testbüdli am Wochenende angucken. Die Vorzugsbewohner preisen alles in den höchsten Tönen, vielleicht winkt ja ein schnuckeliges Provisiönchen. Und wozu über die bei der Musterbude nach langem Hin und Her schlußendlich ausgemerzten unbekannten Problemchen grübeln?, da steht es satt und fett in der bunten Landschaft, zum Anfassen, zum Reinriechen, zum kuschelig Wohlfühlen. Und so nette Bewohner, die können doch nicht irren! Da brauchtes also keine Phantasie mehr, na freilich, die Fliesen dürfen schon noch geändert werden (kostet extra), auch die Dachfarbe von mausbraungrau zu papageiengelbgrünblau gewechselt. Was braucht es dazu einen Architektenschnösel? Wozu hat man denn seine gediegenen Vorurteile und notfalls das Fertighaus-Onlineforum hier und dort? Soweit, so gut.



Doch welche Qualitäten sind damit erreichbar? Hier helfen uns nur Erfahrungswerte weiter. Was kommt heraus, wenn die fertighaustypischen Baustoffe und Bausysteme im Wohnumfeld zum Einsatz kommen?:

- Mit Holzschutzmittel vergiftete Holzkonstruktionen
- Schadstoffcocktailbefrachtete Beplankungen aus Spanplatten und anderen Plattenwerkstoffen
- Weichmacher- und lösemittelbelastete, langfristig ausgasende Beschichtungen und Fußbodenbeläge
- Leichtbaukonstruktionen mit geringer Schallschutzwirkung und Wärmespeicherfähigkeit
- Nässespeichernde Betondachsteine, Betonbodenplatten, Wandbildner, Wärmedämmung, Mörtel, Putze, Anstriche und Tapeten
- Superdichte Fenstersysteme mit Isolierglas und Gummilippendichtung
- Zwangslüftungstechnik und lufterhitzendes Heizsystem
- Feuchteriskanter Ausbau der Naßräume und des Dachgeschosses mit kunstharzverklebten Luftdichtebenen - hauchzarte Plastefolien (!) mit Ewigkeitsgarantie + drei Tage
- Versagensanfällige Dichtungssysteme an allen Fugen innen und außen, siehe vor

Diese ergänzenden Links können erweiternd eine kleine Übersicht über das Problemspektrum liefern (tote Links bitte melden!):

Schadstoffprobleme im Fertighaus?: www.umweltanalytik.com/ing6.htm
Wohngifte: www.baupraesent.de/wohngifte.htm
Fertighaus-Geruch: Chloranisole wahrscheinlicher Verursacher www.arguk.de/mitteilungen03.htm#News03-03
Kauf Okal-Haus Typ 169 von 1977 www.bau.net/forum/fertighaus/104.htm
Fertighaus-Kernsanierung: www.modergeruch.de/
Warum hatten wir soviel Ungeziefer?: www.modergeruch.de/ungeziefer01.htm
Umweltgifte im Wohnraum: www.obstkeller.de/TM_Wohngifte.htm
Holzschutz- und Fertighaussanierung: www.bau.de/forum/schaden/1667.htm
Sanierung der Wärmedämmung in den Außenwänden eines Fertighauses: www.bau.de/forum/werhat/2070.htm
Streif-Haus und Schimmelbildung?: www.bau.de/forum/werhat/2089.htm
Okal Fertighaus von 1973 Schadstoffe: www.bau.de/forum/fertighaus/131.htm
Okal Haus Bj. 1970, sanieren oder abreissen?: www.bau.de/forum/schaden/2234.htm
Rechtsanspruch bei Formaldehydbelastung eines Okal-Fertighauses: www.bau.de/forum/schaden/2410.htm
Albtraum TraumFERTIGhaus ??? !!!: www.bau.de/forum/sonst/512.htm
Fertighäuser gasen auch nach Jahrzehnten noch hohe Konzentrationen an Schadstoffen aus!: www.baubiologie.net/docs/pm_fertighaus.shtml
Übersicht zu Beeinträchtigungen der Luftqualität in Innenräumen: www.u-archiv.de/fiuc/wohngifte.htm
Umweltbelastungen und Schadstoffe (Formaldehyd, PCB, PCP usw.) in Innenräumen: www.fertighaus.de/umweltbelastungen_und_schadstoffe_in_innenraeumen.htm
Muffiges Okalfertighaus: www.fachwerk.de/wissen/okal-fertighaus-5774.html
Wohngifte die Todesursache?: www.hennek-homepage.de/mcs-zeitung/ak24.htm
Schimmel im Fertighaus - Wie sanieren??: www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/allgemein_a.asp?Thread=515_1
Ausblühungen am Fertighaus-Klinker: www.bau.de/forum/aussenwaende/45.htm
Gebaut und abgerissen: www.sr-online.de/statisch/Programm/Fernsehen/ARD/Plusminus/20000328/thema03.shtml
Schadstoffbelastung bei Streif - Fertighaus 1973: www.baukatalog.de/forum/index.php?forum=63&msg=22947
OLG Nürnberg: Unbewohnbarkeit eines Fertighauses wegen zu hoher Formaldehyd- und Lindan-Konzentration - Hersteller muss dem Käufer die Kosten der Neuherstellung ersetzen - Umstrittene Grenzwerte: www.justiz.bayern.de/olgn/presse/info/ziv/prziv071.htm
Gesundheitsschädigende Stoffe in Fertighäusern: www.schadstoffe-schimmelpilze.de/fertighaeuser.html
Schadstoffbelastung in einem Fertighaus Bj.1972: www.bau.de/forum/schaden/2109.htm
"Das Haus hat uns krank gemacht": www.hausbaulogik.de/OZHRO/OSTSEE-ZEITUNG1.htm
Modergeruch-Fertighaus SOS: fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/Forum%7C29305



Im Ergebnis klagen Fertighausbetroffene über Gestank, Modergeruch und Muff, gesundheitliche Beeinträchtigungen von Triefnase, tränenden Augen, Erkältungen, Asthma, über Hautausschlag, Allergie, Dauerkopfschmerz und Übelkeit bis zu schweren Erkrankungen sogar mit Todesfolge, komplizierte bis unmögliche Sanierung, Probleme bei der Durchsetzung von Gewährleistungsansprüchen, Schadensersatz und Haftung, Schwierigkeiten bei der Ortung der Schadstoffbelastung und -herkunft - und natürlich - siehe entsprechende Links - stürzt sich eine ganze Armada von professionellen Wohltätern (Schadstoffdiagnostiker und Profisanierer) auf die fertighausgeplagten Betroffenen. Andererseits behauptet sich die Fertighausindustrie durch Abwiegelung, Ausreden und Verantwortungsverlagerung sowie mit neuen Versprechungen, daß heutzutage alles viel besser wäre, was als Bau- und Wohnqualität der Fertighaushersteller geliefert würde. Auch die Häuser von allerlei flotten Bauträgern zeichenn sich hin und wieder aus durch zielgenaue Treffer, wie man minderwertigste Feucht- und Giftdünstbaustoffe einsetzt, und dem gläubigen Sparbauherrn als "aktuell", "Niedrigenergiebauweise" und aufschwatzt.

Wie hat doch das Landesberufsgericht Baden-Württemberg anno 1988 so schön geurteilt (zitiert nach DAB 09/08, S. 38)?:

"Derjenige, der ein Bauwerk auf eigene Rechnung errichtet und schlüsselfertig anbietet, ... verdient ... im Gegensatz zum freien Architekten daran, wenn er das Bauwerk 'billig' herstellt, Mängel vertuscht usw. Vor allem in Krisensituationen besteht die Gefahr, daß er durch 'Einsparungen' seinen Gewinn zu vermehren und seinen Verlust zu vermindern versucht. Deshalb kann ihm keine Sachwalterstellung zukommen. Vielmehr ist er ein echter 'Vertragspartner', der nach Gewinn strebt, dem gegenüber deshalb kritische Wachsamkeit angebracht ist. Gerade um ihn zu überwachen bedarf es des freien Architekten."

Na, und wie schön allerlei Bauträerlein dem leichtgläubigen Bauherren ihre Pappendeckelbauten mit Plastefolienabdichtung und schütteren Gespinsten aufschwatzen können - leichter kann man mit kurzlebigem Baupfusch - jawohl: alles nach DIN! - kaum Geld verdienen. Was es damit dann praktisch auf sich hat, können Sie prüfen - benutzen Sie die obigen Links und die weiteren Infolinks: Baustoffqualitäten Wand und Konstruktion Baustoffqualität allgemein

War es nebenbei bemerkt nicht die Fertighauslobby, die uns die unselige, da schädigende, Bauschäden verursachende und in der Sache wirkungslose Wärmedämmung dank geschickter Einflußnahme auf willfährige Bauwissenschaftler, Ministerialbeamter und Politiker eingebrockt hat? Als ultimata ratio und des Pudels Kern, was Energiesparen betrifft? Hat man dazu nicht sogar die Parole ausgegeben, daß zukünftig über Wärmespeicherfähigkeit, Temperaturamplitudendämpfung und Phasenverschiebung nicht mehr geredet und geforscht werden darf, da diese Energiesparfaktoren des Massivbaus den Absatzchancen der Fertighaus-Leichtbaukonstruktion - lustigerweise als "Energiesparhaus/Niedrigenergiehaus/Passivhaus" dem durch ängstlich neurotisierten Energiespargeiz besonders kritiklos-verdooften Michel angedreht, abträglich sein dürfte? Lieber Styrol ausgasende Polystyroldämmung, sogar auf Tapeten (Dämmtapete) kaschiert, formaldehydhaltige und lungengängige Mineralfaserwolle, brand- und fraßschutzgiftbehandelte Naturdämmstoffe mit - dank luftiger Faser-/Woll-/Schüttungs-Struktur bester Kondensateinspeicherungsfähigkeit und Schimmelsubtsratqualität auf, über und unter der Bude? Auf diesem Link mehr dazu - Wärmedämmung dämmt keine Wärme?

Und hier finden Sie Info zum Thema "Gesundes Heizen mit Strahlungswärme und Hüllflächentemperierung".

Mein Tip zum Sanieren von Fertighäusern: Macht kaputt, was Euch kaputt macht - raus mit dem schadstoffbelasteten und schadstoffausgasenden Plunder, raus mit den irren Fensterabdichtungen und rein mit guten und wirklich bewährten Baustoffen.

Ein Aufsatz von Josef Spritzendorfer in Bauhandwerk 3/2009 befaßt sich mit den Effekten angeblicher Hilfsmittel zur Sanierung bzw. dem Abbau der Formaldehydbelastung in verseuchten Innenräumen - besonders zutreffend gerade bei alten und modernen Fertighäusern. Daraus einige Facts:

Fünf Prozent der deutschen Haushalte sind mit über dem Grenzwert von 0,1 ppm krebserregend eingestuftem Formaldehyd belastet. Formaldehyd-Giftstoff-Quellen: Bauplatten, Spanplatten, Farben, Bodenbeläge, Kleber, Dichtstoffe, Bindemittel in Dämmstoffen usw. usf. Baumüll also, wie er sich heutzutage in nahezu jedem Niedrigenergiehaus, Passivhaus, EnEV-gerechtem sowie KfW-40- oder KfW-60-Haus - jedoch auch in wohl den meisten energetisch sanierten Altbauten in Hülle und fülle finden läßt und sich infolge möglichst dichter - oft sogar Blowerdoor-gesicherter Bauweise bestens auf Brutalowerte in der Raumluft - nebenbei unser wichtigstes Nahrungs- und Lebensmittel - anreichert. Dank einerseits der industrieabhängigen Planer und Handwerker, die sich einen feuchten Kehricht um die gesundheitlichen Belange ihres schändlich auf Gewinnmaximierung gerichteten Tuns scheren. Nicht zu vergessen andererseits auch all die geizgeilen Doityourselfer, die den übelsten Baumüll jedes Wochenende aus dem Baumarkt heimschleppen, um damit die eigenen vier Wände maximal zu vegiften. Gerade die Fertighäuser der 1970er und 80er Jahre sperren sich nun dem einfachsten Saniermittel - Ausbau der verseuchten Spanplatten und bieten deswegen einen dollen Markt für allerlei Sanierungsversprechungen, als da wären:

- Absperrlacke auf Schellackbasis. Sie zeigen aber nach vollständiger Aushärtung lacktypische Versprödungserscheinungen und Durchringbarkeit, die zu neuerlichen Belastungen führt. Eine Rundumbeschichtung der ausgasenden Platten und sonstigen Bauteile ist damit freilich kaum möglich, deswegen strömt das Gift aus den besonders stark emittierenden Shcnittflächen weiter aus.

- Wandfarben mit Titandioxyd. Tatsächlich kann Titandioxyd unter Laborbedingungen Formaldehyd abbauen. Die dafür nötige UV-Intensität bzw. Lichtintensität ist aber in Wohnräumen Illusion (Untersuchung WDR Ratgeber Technik im Juli 2007).

- Katalytisch ausgerüstete Teppichböden und "proaktive" Holzböden mit katalytischen Pulvern auf Metallbasis bzw. mit Aminosäre. Hier fand das Eco-Labor Köln für den ARD Ratgeber Bauen & Wohnen heraus, daß der angepriesene Teppichboden selbst im Vergleich zu nicht katalytisch ausgerüsteten Teppichböden die dreifach höhere Schadstoffmenge ausgast. Je länger der Teppich in der Prüfkammer exponiert war, umso höher stiegen die Giftwerte. Na Bravo!

- Alufolien und PE-Folien. Sie können nicht dauerhaft 100%ig dicht machen. Und wer möchte nach der "Sanierung" mit solchen Dichtbaustoffen dann in einer Thermoskanne wohnen?

- Ammoniak und Natur-Schafwolle. Ammoniak kann Holz verfärben und bleibt einige Zeit riechbar, Schafwolle darf nicht mit mit Mottenfraßschutz und Brandschutz versiegelt sein - und liefert damit neues Risikopotential. Nun, am besten sit es freilich, erst mal gar keine Giftstoffe ins Haus zu holen und dann das Haus nicht pottdicht zu versiegeln. Mit moderner Energiesparbauweise ein Ding der Unmöglichkeit - mit bewährten Baumethoden nach alter Väter Sitte die leichteste aller Übungen. Sie entscheiden!

Bei der Durchsetzung von Ansprüchen bei Baupfusch nutzen Sie die hier im Online-Magazin angebotenen Informationen und suchen Sie das Gespräch mit dem Ihrer Meinung nach Verantwortlichen zur außergerichtlichen Einigung. Das spart Zeit, Geld und Nerven. Wenn das nichts fruchtet und Sie Zeit, Geld und Nerven immer noch sparen wollen, verzichten Sie auf Ansprüche und sanieren oder räumen Sie die Pappendeckelbude. Hierzu nehmen Sie ggf. professionelle Hilfe in Anspruch, um nicht allzuviel verkehrt zu machen. Oder wenn Sie Zeit, Geld und Nerven ohne Ende haben - gleich zum Rechtsanwalt und ein Beweissicherungsverfahren mit einem vom Gericht bestellten Sachverständigen (Gutachter-Probleme finden Sie hier angesprochen) angestrengt - nicht erst das Geld in ein im Gerichtsgang fast unerhebliches Privatgutachten gesteckt. Hier einige Fachinfo zum Schimmelpilzbefall und seiner Beseitigung. Vorsicht - lassen Sie sich nicht durch Dämmstoff-Fanatiker hereinlegen, die Ihnen weismachen wollen, mit mehr Dämmung ließe sich Schimmel vermeiden und angeblich Energie sparen. Die Feuchte muß weg, darauf kommt es an!

Nicht vergessen: Bei gesundheitlichen Beschwerden gleich zum Facharzt - Umweltmediziner. Schimmelbefall, chemische Schadstoffe, überhöhte Raumluftfeuchte - all das macht Sie und Ihre Familie krank!

Mein Tip für Bauherren in spe: Denken Sie an die Zukunft ihrer Lebensinvestition: Bauen Sie massiv mit gutem Backstein ohne Zerporung und Zerlöcherung und/oder mit massivem Holz, der Rest dann Kalkmörtel ohne Zement, Kalktünche, Tonziegel, Holzfenster ohne Gummilippendichtung, Ausbau mit bewährten, nicht irgendwelche Schadstoffe ausgasenden Naturbaustoffen, Stahl, Glas - und vor allem keine sinnlosen und vor allem feuchteriskanten Leicht-Dämmstoffe, egal aus welchem Schaum-Gespinst-Faser-Material. Weder unter und vor dem Fundament verbuddeln, noch irgendwo am Haus außen oder innen oder sonstwo dazwischen kleben, stopfen oder montieren. Keine Zwangs-, sondern gute, alte Fenster-Fugenlüftung und eben keine lufterhitzende, sondern eine vorwiegend wärmestrahlende Heizung. Zum Thema Elektrosmog und Feng shui haben Sie sicher eine gediegene eigene Meinung, ich sag da nichts dazu außer Ähleckdro-Schmock und Scheen Pfui.

Denken Sie auch daran, daß Ihr Haus nicht nur die ganze Welt klimaschützen muß, sondern vor allem Ihnen ganz persönlich Schutz vor dem Klima bieten muß. Selbst wenn wir glauben, daß in wenigen Jährlein uns dauernd Hurrikane und Tornados, Boras und Shirokkos, Taifune, Überschwemmungen, Hitzen und Kälten, Eisberge und Sandstürme um die Ohren fliegen, wie es uns die Politik verheißt (Motto: Die Rente ist sicher!) - was glauben Sie, welches Häusel dann und genau dann am besten nutzt? Ich wünsche

Viel Erfolg beim Guten Bauen!

Dieser kleine Nachtrag zur Dauerstabilität von Wohnhäusern kann den Fertigbauinteressierten vielleicht auch noch interessieren:

Wie verhält sich eigentlich die Gesamtwirtschaftlichkeit eines Fassadensystems, wenn man eine längere Zeitperiode betrachtet? Dirk Fanslau-Görlitz, Martin Pfeiffer, Janet Simon und Yasemin Wildebrand stellten sich diese drängende Frage auch und geben in ihrem "Atlas - Bauen im Bestand", Verlagsges. Müller, 2008, im Kapitel I.3: "Nachhaltige Modernisierung" auf Seite 59 eine Tabelle an, aus der die folgenden Kostendaten und Instandsetzungszyklen für verschiedene Fassadensysteme -auch für das vorgenannte Holzständerwerk mit Holzverschalung - bei Betrachtung einer Periode von 80 Jahren aufgeführt werden. Dieses Buch kann als wahre Fundgrube bezeichnet werden, soweit man sich für Baukosten und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen gerade im Zusammenhang mit derzeit anstehenden Neubauten oder auch Sanierungen interessiert.

Und wenn der schlaumeiernde Leser denkt, daß man ja die Instandhaltungszyklen fast nach Belieben dehnen kann, nur das: Dann steigen halt die jeweils anfallenden Instandhaltungskosten entsprechend. Vielleicht sogar exponential, also um ein Mehrfaches.


Hier nun ein wohl mehr als aufschlußreicher Auszug aus der aufschlußreichen Tabelle, die auf einer entsprechende Untersuchung des Instituts für Bauforschung e.V. IFB in Hannover (Erklärte Ziele u.a.: Kostengünstiges Planen, Bauen und Betreiben) aus dem Jahre 2001 aufbaut:

Tabelle I.45:
Instandsetzungsintervalle und Instandsetzungskosten ausgewählter Bauteile im Wohnungsbau [Auszug]
Bauteil, Art der Leistung Instand-
setzungs-
intervall
Kosten Jahre Kosten nach 80 Jahren
[inkl. Neben-
kosten + Ust
Inflation 2%)
Kosten im
Jahresdurch-
schnitt
Außenwände [Jahre] [EUR/m²] 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 [EUR/m²] [EUR/m²]
Außenwand mit Verblendmauerwerk 284,73 3,56
Verfugung ausbessern 20 7,67 . . . x . . . x . . . x . . . x 89,10 1,11
Gerüstvorhaltung 20 7,67 . . . x . . . x . . . x . . . x 89,10 1,11
Mauerwerk säubern 40 15,34 . . . . . . . x . . . . . . . x 106,53 1,33
Außenwand mit Standardputz (mit Anstrich) 566,36 7,08
Neuer Anstrich 15 25,56 . . x . . x . . x . . x . . x . 333,09 4,16
Putzausbesserung 15 10,23 . . x . . x . . x . . x . . x . 133,32 1,67
Gerüstvorhaltung 15 7,67 . . x . . x . . x . . x . . x . 99,95 1,25
Außenwand aus Holzständerwerk mit Holzschalung 650,47 8,13
Streichen 5 5,11 x x x x x x x x x x x x x x x x 205,92 2,57
Gerüstvorhaltung 5 7,67 x x x x x x x x x x x x x x x x 309,63 3,87
neue Holzschalung 50 51,13 . . . . . . . . . x . . . . . . 134,92 1,69
Außenwand mit Wärmedämm-Verbundsystem 1.314,05 16,43
Reinigung und Pflege 5 7,67 x x x x x x x x x x x x x x x x 309,63 3,87
Gerüstvorhaltung 5 7,67 x x x x x x x x x x x x x x x x 309,63 3,87
Putzausbesserung 10 7,67 . x . x . x . x . x . x . x . x 162,21 2,03
Neues WDVS 40 76,69 . . . . . . . x . . . . . . . x 532,58 6,66


Nun soll mir mal ein Planer oder Energieberater erklären, wie sich das grottige WDVS-Ergebnis in der oberen Tabelle mit dem Umweltschutz, dem Klimaschutz, der Energieeinsparung und vor allem der Wirtschaftlichkeit verträgt? Ist es angesichts dieser wissenschaftlich erhobenen Daten nicht geradezu ein abscheulicher Betrug, unkundigen und vertrauensseligen Bauherren weiszumachen, daß WDVS zu großen Vorteilen führe? Und selbst der dickste KfW-Zuschuß - von den mickrigen Zinsvorteilen gar nicht zu reden - kann die hier wohl jedem Deppen auf den ersten Blick sichtbare Unwirtschaftlichkeit der WDVS-Bauweise jemals heilen. Geschweige denn die selbst gemäß DIN und EnEV "regelrechte" Ermittlung der Heizkostenersparnis als Grundlage der Anfangsinvestition in ein Wärmedämmverbundsystem. Und aufgepaßt: Ein Bauherr kann wohl mit Fug und Recht erwarten, daß sein studierter Planer und auch sein zertifizierter Energieberater die einschlägige Fachliteratur zum Thema beherrscht und seinen Bauherrn deswegen auf Basis gesicherter Erkenntnis vollumfänglich auch wirtschaftlich korrekt berät! Wenn nicht? Das ist dann eine Frage für die Gerichte ...

Literatur zum Fertighaus, modernem Hausbau, zu Hauserwerb und Haussanierung





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