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Ivo Hammer, Wien

Die malträtierte Haut

Anmerkungen zur Behandlung verputzter Architekturoberfläche in der Denkmalpflege

(Abbildungen nur beschrieben)

Roland Möller zu Ehren: Dresden 1995


In der von ihm seit 1983 in Dresden aufgebauten akademischen Lehre der Restaurierung von Wandmalerei hat Roland Möller von Anfang an die Farbigkeit der Architektur einbezogen, ein historisches Verdienst. Die Liebe zu den einfachen handwerklichen Erzeugnissen der Gestaltung historischer Architekturoberfläche gibt Roland Möller weiter. Er hat Schule gemacht, wie wir auch an vielen Beiträgen dieses Familiensymposiums sehen können. Mit dieser fast obsessiven Liebe zu den scheinbar geringfügigen Elementen der Oberfläche, die nicht nur Kleidung, sondern Haut der Denkmale sind, fühle ich mich mit Roland Möller besonders verbunden. Ich denke auch an die Praxis und Lehre meines Vaters [1], wenn wir Wandmalerei sowohl ästhetisch wie technologisch als Teil, als Spezialfall von Architekturoberfläche sehen. So verstehen wir auch den Kulturbegriff der Charta von Venedig von 1964 [2].
Wie wir alle wissen, werden in der herrschenden Praxis diese einfachen verputzten Oberflächen oft als auswechselbares Gewand, als vêtement modifiable [3] betrachtet. Die Haut der Denkmale wird bis heute malträtiert.(Abb. 1)
Die folgenden Anmerkungen wollen sich nicht am Lamento über den Kulturverfall beteiligen, sondern versuchen, einige Gedanken zu den Ursachen der Fehlentwicklungen zu notieren.Die Hindernisse, die der Erhaltung der materiellen und ästhetischen Identität der Architekturoberfläche im Wege stehen, sind nicht nur technischer Art, sie verweisen auf übergreifende gesellschaftliche Probleme. Aber auch technologische Fragen erfordern für ihre Beantwortung Erkenntnismethoden, die sich nicht nur auf selektive naturwissenschaftliche Daten stützen, sondern sich bemühen, Zusammenhänge aufzuspüren. Die praktischen Lösungen, die wir im Rahmen der österreichischen Denkmalpflege entwickelt haben, knüpfen an der historischen Tradition handwerklicher Reparatur an und versuchen zugleich moderne Kriterien der Denkmalpflege zu verwirklichen - ein Unterfangen, das freilich nicht ohne Widersprüche zu bewerkstelligen ist.

Lernen von der Geschichte
Denkmale sind nicht nur Vergegenständlichung von Ideen, die man zum historischen, künstlerischen oder sonst kulturellen Erbe zählt. Sie sind in ihrer materiellen Substanz auch Botschafter historischer Technologie. Sie repräsentieren technische Erfahrung und technisches Wissen, das in Jahrhunderten, ja Jahrtausenden im unendlichen Prozeß von Versuch und Irrtum, von try and error, entwickelt wurde. Ihre Existenz ist geradezu Beweis für die Intelligenz technischer Lösungen, sowohl jener der ursprünglichen Herstellungs- und Gestaltungstechnik als auch jener der späterer Veränderungen, also auch der Pflege und Reparatur. Was von diesen technischen Lösungen sich im Prozeß der Verwitterung bewährt hat, wurde von der Verwitterung historisch selektiert, das Gute, also das gut Gemachte und gut Gepflegte, blieb erhalten, das schlecht Gemachte und schlecht Gepflegte existiert nicht mehr.

Kontinuität der handwerklichen Methoden: Herstellung und Reparatur
Trotz vieler Unterschiede im Detail sind insgesamt die technischen Unterschiede bei Verputzen bis ins 20. Jahrhundert nicht sehr groß. Die Handwerker arbeiteten bei der Herstellung und auch bei der Reparatur eines Verputzes mit dem traditionellen Werkzeug, der Kelle und in der traditionellen Weise der Bearbeitung der Oberfläche. Die Materialien, Handwerkszeuge und Methoden wurden in den Jahrhunderten wenig verändert. Bis über das 17. Jh. hinaus finden wir in Österreich Mauerwerk aus Bruchstein, daneben und bis heute Ziegelmauerwerk. Gebrannter Kalk und Sand von nahen Waldbächen wurden gemischt und zusammen gelöscht [KF: Luftkalkmörtel]. Ein Zuschlag von zerstoßenen Ziegeln [KF: als latent hydraulischer Zuschlag] und möglicherweise auch von vorgetrocknetem Kalk kann häufig sowohl im originalen Mörtel und in jenem für die Reparaturen verwendeten festgestellt werden. Sie haben oft eine leicht rötliche Farbe. Ihre Zusammensetzung ist so ähnlich, daß sie kaum voneinander unterschieden werden können. Sichtbare Spuren der Alterung und der Reparatur wurden akzeptiert.
Die durch Handwerker vorgenommene periodische Pflege und Reparatur mit Materialien und Methoden, die zu dem Bestand kompatibel waren, verhinderten in der Regel ausgedehntere Schäden. Die periodisch aufgetragenen Kalktünchen hatten nicht nur ästhetisch erneuernden, sondern auch technisch konservierenden Effekt. (Abb.2)

Bruch mit der handwerklichen Tradition
Der historische Ort für den Bruch mit dieser Tradition der handwerklichen Herstellung und Pflege ist nicht leicht zu finden. Er dürfte mit tiefgreifenden sozialen und und vor allem ökonomischen Veränderungen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zusammenhängen, aber auch mit dem schon lange, jedenfalls seit dem 15. Jahrhundert virulenten Prozeß der Autonomisierung der Kunst, der Trennung von Kunst und Handwerk, von Hand- und Kopfarbeit [4].
Die Erteilung des Patents für Roman-Cement, 1796, mag dazu ein bezeichnendes Datum sein [5]. Ein hochhydraulisches, stark härtendes Material ersparte beim Mauern das lästige Trockenlöschen des Kalkmörtels [6], beim Antrag von Verputz waren - kurzfristig zeitsparend - größere Schichtdicken möglich. Verputze aus reinem Romanzement sind aber meines Wissens nur aus dem späteren 19. Jahrhundert erhalten [7], das Material wurde vor wohl allem als hydraulischer Zuschlag und für Mörtelgüsse verwendet.
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden - in merkwürdiger Inkonsequenz zur Steinfreilegungsmode - barocke Kalkfassaden mit Ölfarben überstrichen [8]. Anlaß dafür war wohl auch die zunehmende Luftverschmutzung mit schwefeligen Stoffen vor allem in den Ballungszentren, nicht zuletzt durch Hausbrand mit Kohle. Die Vergipsung des Kalks nahm entsprechend zu, vor allem der neuen Anstriche mit Kalk [KF: Kalktünche / Luftkalktünche / Kalkanstrich].
Der bis heute nicht überwundene Bruch mit der Handwerkstradition fand durch ein entsprechendes Bewertungsmuster seine Vertiefung. 1817 sprach der Geheime Oberbaurat Friedrich Schinkel, der mit Goethe und Boissereé in Kontakt war, von verputzten Wänden als "widerlichem Kontrast zu Hausteinmauerwerk" [9]. Die eigentümliche Verbindung von Materialpurismus und Indifferenz gegenüber historischer Architekturoberfläche, die auch im bekannten Polychromiestreit ihren Ausdruck fand [10], wirkt bis in unser Jahrhundert fort, auch in der Denkmalpflege. Noch 1932 wird in Salzburg das Abschlagen des alten Putzes als "glückliches Werkprinzip" bezeichnet, 1934 im Zusammenhang mit der Wiener Hofburg die grundsätzliche Freilegung auch ursprünglich sicher überschlämmter Steine befürwortet. Max Dvorak reduziert 1916 in seinem berühmten Katechismus der Denkmalpflege das denkmalgerechte Aussehen von Architektur auf "schlichten Verputz von außen" und "weiße oder graue Tünche im Innern". Die am scheinbar autonomen Einzelkunstwerk orientierten Wertvorstellungen der Fachwelt, der Kunsthistoriker, Architekten, Denkmalpfleger, behinderten das Erkennen der Bedeutung eines rein handwerklich hergestellten Elements der Architekturoberfläche wie des Verputzes oder der Färbelung [11].
Bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts, wohl vor allem von Dvorak ausgehend, bestand das Dogma der Behandlung der Oberfläche historischer Architektur -nicht nur in Wien -in einem Überzug aus ungefasstem Reibeputz. Der Bestand an historischer Architektur versank in ein tristes Grau in Grau.

Polychromieforschung und Erhaltungspraxis
Unsere Kenntnisse über die Materialien, Techniken und Formen der Beschichtung von Architekturoberfläche, auch mit Verputzen, sind in den letzten 30 Jahren größer geworden [12]. Die Arbeit von Roland Möller hat an diesem Erkenntnisfortschritt führenden Anteil. Es ist heute nahezu selbstverständlich, daß vor der Restaurierung einer Fassade die historische Polychromie untersucht wird. Bei entsprechender Qualifikation des/der untersuchenden Restaurators/Restauratorin und genügendem Aufwand an Zeit und Sorgfalt wird es meist auch gelingen, mit hinreichender Genauigkeit die historischen Phasen der Polychromie und ihre Zuordnung zu den verschiedenen Fassadenelementen festzustellen.
Nicht selten finden sich die Eigentümer auch bereit, auf ihre individuellen, modernen Wünsche der Farbgestaltung zu verzichten und die Rekonstruktion einer historischen Phase der Fassadenpolychromie zuzulassen.
Noch viel zu selten wird aber auch die materielle Substanz der verputzten, gefassten, gefärbelten Oberfläche erhalten.
Statt der traditionellen Reparatur (mit den historischen Materialien) wird der Verputz auch heute noch an vielen Objekten abgeschlagen oder zumindest mit einer dicken Schicht aus Farbe, die Kunstharze enthält, bemalt. Auf diese Weise werden die Alterungsspuren und auch die Spuren baulicher Veränderungen zum Verschwinden gebracht. Die authentische Oberfläche ist nicht mehr sichtbar. Das historische Bauwerk kann nicht mehr von einer (historistischen) Replik unterschieden werden.
Die aus Fertigprodukten hergestellten Mörtel entsprechen in der Regel nicht den physikalischen und ästhetischen Strukturen der originalen Beschichtung, weder in der Farbe, noch in der Korngröße und Sieblinie der Sande, im relativen Anteil des Bindemittels, in der Verarbeitungskonsistenz etc. Als Folge der Verwendung von Zement werden zusätzlich lösliche Salze in die Mauer eingebracht. Die bei der modernen Reparatur und Rekonstruktion verwendeten Farbmaterialien sind mit der porösen, wasserdurchlässigen (hydrophilen) historischen Architekturoberfläche nicht kompatibel, sie führen im Gegenteil oft sogar zu einer schnelleren Verwitterung der originalen Oberfläche. Die eine Zeit lang haltbare moderne Farbe, die Kunstharz enthält und filmbildend ist, zerstört langfristig ihren Träger, den hydrophilen historischen Verputz. (Abb. 3)

Radikale Intervention und Kosmetik
Die Veränderungen der Bautechnik auch hinsichtlich der Gestaltung und Beschichtung von Architekturoberfläche entwickelten sich im 19. Jahrhundert zunächst eher langsam [13]. Noch bis in die Fünfziger Jahre unseres Jahrhunderts blieb die handwerkliche Tradition der Herstellung und Pflege von Architekturoberfläche mit Materialien, die Löschkalk enthielten, lebendig, zumindest außerhalb der wirtschaftlichen Zentren. Erst in den letzten fünfunddreißig Jahren wurde die handwerkliche Tradition weitgehend von Baustelle verdrängt, und dies nicht nur in technischer Hinsicht, auch methodisch. Die historischen Techniken gerieten in Vergessenheit. Die Regel war nicht mehr Pflege mit minimalem Aufwand an Material und Arbeit, sondern Vernachlässigung und maximale, kostspielige Intervention, wenn bereits irreversible Schäden aufgetreten waren. Es ist dies eine Vorgangsweise, die auch in anderen gesellschaftlichen Lebenszusammenhängen zu beobachten ist: In der Medizin high-tec Intensivstationen und Antibiotika statt sanfter und breit angewandter Hygiene, bei technischen Produkten wie etwa dem Auto teure Ersatzteile oder Neukauf statt laufender Pflege und Reparatur des alten. Orientiert an der Warenästhetik [14], wandelten sich auch die ästhetischen Normvorstellungen: Dem Gebrauchswert wurde der Neuheitswert vorgezogen. Die Spuren der Alterung, Veränderung und Benutzung historischer Architektur, die sich immer über die Oberfläche vermitteln, verschwanden hinter fleckenreiner und "pflegeleichter" Oberfläche von Putz und Farbe. Das Denkmal verlor seine Überzeugungskraft, seine Authentizität und seinen Identitätswert.

Kurzfristiges, technokratisches Denken
Liest man manche Firmenprospekte für Baumaterialien, könnte man glauben, alle Probleme des Bautenschutzes seien durch neue, "modifizierte" Produkte lösbar. Der Beweis wird durch selektive wissenschaftliche Daten und "Kennzahlen" geliefert. Die Bauwerke werden "saniert", ein biologistischer Begriff, der soviel bedeutet wie "gesundmachen". Wissenschaftlich abgesicherte Prospekte der Hersteller von "Sanier"materialien richten sich gezielt an die Eigentümer, die ihrerseits dem ausführenden Fachmann das zu verwendende Produkt vorschreiben.
Fachlich qualifizierte, dem Objekt entsprechende Bearbeitung der Oberfläche wird ersetzt durch teures, aber meist auch durch Laien zu verarbeitendes Material. Kurzfristige Kalkulation, in deren Rahmen Arbeitskosten hoch erscheinen, erspart die Auseinandersetzung mit den Folgekosten, also auch mit der Nachhaltigkeit des Eingriffs in die Architekturoberfläche.
Wir kennen diesen naiven Glauben, daß "Wissenschaft", eine verkürzt verstandene, technokratische Wissenschaft, alle Probleme lösen kann, aus vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen. Für jede Krankheit, für jedes Symptom gibt es Mittelchen. Dieses Mittelchen hat (meist) schädliche Nebenwirkungen, Folgesymptome also, gegen die es wieder ein Mittelchen gibt, und so fort, im Schneeballsystem.
In der Praxis richten diese Produkte zur Bau"sanierung" oft beträchtliche Schäden an. Arnold erwähnt in seinem fundamentalen Aufsatz zum Thema Naturwissenschaft und Denkmalpflege [15] unter anderem z.B. die Schäden, die durch die Verwendung von alkalischen Baustoffen wie Zement oder Kaliwasserglas als Material für Mauerinjektionen und für sogenannte Sanierputze entstanden sind. Ganze Generationen von Handwerkern wurden verunsichert und desinformiert, verloren schließlich das Interesse an ihren handwerklich-empirischen Kenntnissen - wofür sie dann manchmal als dumm und unfähig beschimpft werden, (und sich resignierend bisweilen dann auch so verhalten). Auch die durch wissenschaftliche Alterungsversuche nachgewiesene lange Haltbarkeit etwa des Acryloids Paraloid B 72 erweist sich, zumindest unter den Bedingungen der Fassadenmalerei in situ, in der Praxis langfristig als unrichtig [16].

Grenzen der Naturwissenschaft: Phänomenologie und Empirie
Um Mißverständnissen vorzubeugen: Es geht nicht um eine neue, "moderne" Mystifizierung unseres Gegenstands. Im Gegenteil: Die Naturwissenschaft ist unerläßlich für die Erfassung und Erkenntnis der Materialien, Anwendungstechniken, des Zustands, der Veränderungen, der Schäden, der Schadensursachen, und schließlich der Intervention und der Nachkontrolle, also kurz: für jede Stufe der Untersuchung und Intervention. Aber was kann man von ihr erwarten ? Es geht um das Verhältnis von Naturwissenschaft und Empirie, es geht um eine Erkenntnistheorie der Untersuchung in der Denkmalpflege und der Konservierung, um die Frage, welche Erkenntnismethode was leisten kann.
Arnold führt für das methodische Dilemma interdisziplinärer Erkenntnis ein Beispiel aus dem Gebiet der Wandoberfläche an: Ein Bauphysiker, gefragt nach Systemen der Trockenlegung einer Mauer, wird kompetent die Ursachen der Feuchtigkeit feststellen und entsprechende Methoden der Trockenlegung vorschlagen, möglicherweise einschließlich der Beheizung des Raums. Die Durchführung der Trockenlegung könnte für Wandmalereien katastrophal sein. Lösliche Salze könnten in Verbindung mit Veränderungen des Klimas und Mikroklimas von Raum und Mauer zur Zerstörung der Wandmalereien führen.

Interdisziplinäre Erkenntnismethoden
Erfahrungswissen gerät also häufig in Widerspruch zur Aussage naturwissenschaftlicher Analyse. Im Erkenntnisprozess wird häufig nicht akzeptiert, daß für eine realitätsnahe wissenschaftliche Erkenntnis verschiedene Methoden notwendig sind, nämlich naturwissenschaftliche und phänomenlogische.
Die Naturwissenschaft arbeitet in der Regel mit dem Mitteln der logischen Reduktion. Sie analysiert Einzelfragen, was auch die Vereinzelung der Fragen bedeutet.
Die Gegenstände der Denkmalpflege - und dies betrifft in besonderem Maße die mit der Architektur verbundenen Objekte - sind aber in der Realität sowohl materiell wie ästhetisch komplexe, synergistische Gebilde. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Jede wissenschaftliche Aussage kann nur eine Annäherung an die Realität sein. Der Restaurator und auch der Handwerker hat aber die ungeteilte materielle und auch ästhetische Einheit des Objekts vor sich, muß diese erkennen und in sie eingreifen. Franz Mairinger, wie Arnold Naturwissenschafter, brachte dieses Dilemma des Restaurators auf den Punkt, als er seinen StudentInnen zurief: "Vertrauen Sie nie auf eine chemische Analyse, auch wenn sie richtig ist". Auch wenn im Einzelfall ein Fülle technischer und naturwissenschaftlicher Messdaten erhoben werden kann, bleibt dennoch die historische Begrenztheit der Erkenntnismöglichkeit, der "Stand des Wissens", auch der Naturwissenschaft. Selten kann in der denkmalpflegerischen Praxis abgewartet werden, bis "alle" möglichen Daten erhoben sind; der Zustand des Objekts selbst, aber auch finanzielle Grenzen zwingen zu restauratorischen und handwerklichen Entscheidungen [17].

Vernetztes Denken
An der Beurteilung der Schadensfaktoren Feuchtigkeit und Salze wird deutlich, wie eine an Einzelphänomenen orientierte Wissenschaft Mühe hat, Zusammenhänge zu erkennen.
In jedem Lehrbuch steht, daß Feuchtigkeit der Hauptfeind eines Bauwerks ist. Tatsächlich ist Feuchtigkeit Hauptbedingung für alle chemischen, biogenen und für viele physikalischen Schadensvorgänge. Feuchtigkeit ist aber unter normalen Verwitterungsbedingungen nicht generell schädlich. Im Gegenteil. Feuchtigkeit ist in mäßigen Mengen für die Selbstheilung des Verputzes notwendig [18], also für den bekannten Sinterprozess. In der Literatur und auch in Firmenprospekten wird die Bedeutung der Infiltration von Wasser in ein Bauwerk für den normalen Alterungsprozess überbewertet. Auch historische Bauten hatten durch dichtes Steinmauerwerk oder Lehmmörtel im Ziegelmauerwerk nicht selten einen Schutz gegen aufsteigende Feuchtigkeit.
Gegenüber der Infiltration bekamen in Forschung und Praxis die beiden anderen Feuchtigkeitsquellen, die thermische und die hygroskopische Kondensation, lange nicht die notwendige Aufmerksamkeit. Nach vom Bundesdenkmalamt in Auftrag gegebenen Klimamessungen [19] ist an Fassaden thermische Kondensation eine wesentliche, wenn nicht hauptsächliche Ursache der Feuchtigkeit, die jede Nacht und nach fast jedem Niederschlag auftritt. Erst seit den Untersuchungen des Bundesdenkmalamts zum Fall der romanischen Fresken in Lambach ist die Bedeutung der hygroskopischen Kondensation von Feuchtigkeit durch an der Oberfläche konzentrierte Salze gebührend erkannt worden [20].(Abb. 4)

Resistenzfaktoren gegen Verwitterung
Um die Schadensfaktoren zu verstehen und zu bewerten, ist eine Vorstellung nötig, wie eine verputzte und gefärbelte Architekturoberfläche normalerweise gegen Verwitterung reagiert und wie sie normalerweise altert. Jedes Material altert. Oft ist die wichtigste Frage für den Restaurator zuerst: Warum ist der Verputz überhaupt erhalten geblieben? Erst vor diesem Hintergrund können Schadensprozesse in ihrer Bedeutung und Dynamik beurteilt werden (Ähnlich wie der Krankheitsbegriff in der Medizin). Erst dann können die Methoden für Eingriffe entsprechend differenziert werden, kann unterschieden werden zwischen Pflege und dringlichem, manchmal radikalem Eingriff. Es ist nicht gleichgültig, ob z.B. durch lösliche Salze verursachten Schäden mit einer rezenten Infiltration (z.B. durch eine verstopfte Dachrinne) zusammenhängen oder Ergebnis einer jahrhundertelangen Konzentration der Salze an der Oberfläche sind.
Bezüglich der Frage, warum historische Verputze auch an Fassaden überhaupt eine oft so erstaunliche Haltbarkeit bewiesen haben, soll thesenhaft auf folgende Zusammenhänge hingewiesen werden:
· Historische verputzte Fassaden sind immer durchlässig für Wasser in flüssiger Form.
· Feuchtigkeit tritt (an Fassaden) immer auf, jedenfalls als thermische Kondensation, häufig als hygroskopische Kondensation.
· Das verdunstende Wasser (z.B. Kondensfeuchtigkeit) kann bis zur Oberfläche kommen und dadurch viel schneller (Faktor 1000) verdunsten als durch eine Oberfläche, die den Wassertransport nur in Dampfform zuläßt. (Wasserdurchlässig, nicht "atmungsaktiv").
· Durch die schnelle Trocknung des Verputzes ist Möglichkeit der Wirkung von Schadensprozessen geringer, es gibt weniger Zeit zur Bildung von Eis, zur Entwicklung von chemischen und biogenen Umwandlungsprozessen. Auch Subfloreszenzen entstehen seltener, weil die Salznadeln zunächst an der Oberfläche ausblühen können und nicht die Kapillaren zersprengen.
· Der ungehinderte Transport von Wasser in flüssiger Form im porösen System ermöglicht den für die Selbstheilung notwendigen Sinterprozess.

Folgen falscher Baumaßnahmen (technologisch und ökonomisch)
Die landläufige Fehlinterpretation, daß Wasser in jeder Menge schädlich sei, führt in der gegenwärtigen Praxis zu Eingriffen in das Bauwerk, die oft nicht notwendig sind, zu radikal und schädlich. Aufwendige sogenannte Trockenlegungen von Steinmauerwerk Horizontalsperren aus Zement oder Kaliwasserglas z.B.: waren oft nicht nur unnötig und damit verschwenderisch, sondern erzeugten zusätzliche Schäden. Die an der Oberfläche konzentrierten Salze, oft Hauptursache der Schadensphänomene, blieben außer Betracht.
Die häufig verwendeten Sanierputze, die so große Poren haben, daß sie den Transport von Wasser nur in Dampfform zulassen, wirken im Vergleich zu einem wasserdurchlässigen Verputz als Trocknungsblockade, ein viel zu wenig bekannter Zusammenhang. Meist werden sie in Zusammenhang mit einem mehr oder weniger dichten Zementvorspritzer angebracht, so daß zusätzliche Salze in das Mauerwerk eingebracht werden und die Maueroberfläche durch die dort kristallisierenden Salze zerstört wird. Auch eine Hydrophobierung mit Siliconen wirkt als Trocknungsblockade, führt zu Subfloreszenz und verhindert den Sinterprozess.

Reparatur - Restaurierung: Die verlorene Schönheit des Vergänglichen
Architekturoberfläche ist integraler Teil der gebauten Struktur, unabhängig davon, ob sie rein handwerklich oder mit dem Anspruch künstlerischer Gestaltung hergestellt ist. Zur ihrer Erhaltung nehmen Restauratoren, Maurer und Maler je spezifische Aufgaben war. Wenn Denkmalpflege ernst genommen wird als Erhaltung von Werten, die öffentliches Interesse beanspruchen können, dann kann nicht willkürlich, auf Grund einer Vorbewertung des Objekts, eines Vorurteils, entschieden werden, ob die Erhaltung restauratorische oder handwerkliche Aufgabe ist. Die Frage darf also nicht lauten: wer arbeitet an welchem Objekt, sondern die Frage muß lauten: wer macht was am (denkmalgeschützten) Objekt [20]. Bei der Erhaltung von Architekturoberflächen müssen und sollen Handwerker und Restauratoren zusammenarbeiten. Lernen von der Geschichte heißt auch lernen von der handwerklichen Erfahrung, die im Denkmal vergegenständlicht ist. Auch in der Erfahrung heutiger Handwerker sind Elemente historischer Technik zu finden. Indem Restauratoren ihre spezifischen Aufgaben wahrnehmen, nämlich die Befundsicherung, die Konservierung und die Ausarbeitung eines Restaurierungsprojekts, schaffen sie auch die Grundlagen für die Zusammenarbeit mit den beteiligten Handwerkern. (Abb.5.)
Gerade an verputzten und gefärbelten Fassaden wird die Konservierung des ursprünglichen Zustands einschließlich der Spuren der Alterung und Verwitterung eher die Ausnahme sein. Zum Schutz vor zu rascher Verwitterung müssen in der Regel die schädlichen (und teils auch optisch störenden) Stoffe entfernt und die Schutzfunktion der Oberfläche wiederhergestellt werden. In den Methoden der Konservierung sind traditionelle, handwerkliche und moderne, spezifisch restauratorische Verfahren der Intervention verbunden. Voraussetzung sollte nicht nur das Prinzip des minimalen Eingriffs sein, sondern auch die wissenschaftlich begründete Erkenntnis der Schadensursachen. Techniken der Salzverminderung, der Gipsumwandlung und der Beseitigung von Sinterkrusten werden heute teilweise auch von Handwerkern angewandt. Neuere Tendenzen der Restaurierung historischer Architekturoberfläche, die unter Konservierung nicht nur die Erhaltung des authentischen Originals samt seiner Alterungsspuren, sondern auch die Belassung schädlicher Produkte der Verwitterung verstehen, z.B. Gipskrusten, laufen Gefahr, aus der Oberfläche des Denkmals eine Art Konsumartikel zum Genuß der Spuren der Vergänglichkeit zu machen und sie zugleich rasch zunehmender Verwitterung auszusetzen [23].
Die handwerklichen Methoden der Reparatur können, sofern sie nicht auf lebender Handwerkstradition aufbauen können, von der Beobachtung der Reparaturmethoden am Objekt selbst ausgehen. Es wird nichts Neues und nichts "Besseres" erfunden, nichts "nachgestellt", sondern das am Objekt Bewährte und Erfolgreiche weitergeführt. Die historische Tradition der Pflege verputzter und gefärbelter Architekturoberfläche mit Kalktünchen oder Kalkschlämmen schafft nach jedem Anstrich einen relativen Neuzustand der Oberflächenerscheinung, auch wenn Spuren der Reparatur, zum Beispiel Ausbesserungen des Putzes, aber auch Spuren der Verwitterung, sichtbar bleiben (Abb. 6).
In die Freude über die gewonnene und reparierte originale Architekturoberfläche mischt sich die Trauer über die verlorene Schönheit des Vergänglichen, über den Verlust der Patina.(Abb.7)
Der unauflösbare Widerspruch unserer Tätigkeit bleibt bestehen: wir wollen das historische Dokument erhalten, indem wir es verändern.

Abbildungen:

1.
Dürnstein /Niederösterreich, ehemaliges Stift, Südfassade und Turm, um 1725. Die Südfassade war seit der Erbauung unberührt: die Nullfläche mit durchgefärbtem Verputz (Schlacke) mit rauher Oberfläche, die Gliederungen geglättes Fresko; die Turmfassaden wurden 1985 mit einer dicken, unhistorisch grellen Kaliwasserglasfarbe gestrichen; die Restaurierung der Südfassade wurde 1988 in Kalktechnik ausgeführt. Foto Hammer 1987.

2.
Weißenkirchen / Niederösterreich, Pfarrkirche, Südfassade des Presbyteriums, ursprünglicher Verputz von 1523. Seitlich des Fensters sieht man die Netzriegellöcher des Gerüsts, die offensichtlich bei späteren Reparaturen (z.B. an den Fenstern) wieder verwendet wurden. Die Handwerker markierten die Netzriegellöcher mit Kreuzen und machten sie dadurch wiederr auffindbar. In der handwerklichen Herstellung wurde also die notwendige und als selbstverständlich angenommene Reparatur technisch vorbereitet. Foto Hammer 1990.

3.
Spitz / Niederösterreich, Pfarrkirche, Turm von Südwesten, Verputz von 1498; bei der Renovierung 1987 wurden beschädigte Teile des Verputzes von 1498 abgeschlagen. Die gesamte Oberfläche wurde mit einer Schlämme überzogen, die eine Acrylatharz enthält und abschließend hydrophobiert. Die Kosten waren nicht geringer als bei einer Konservierung/Restaurierung. Foto Hammer 1989.

4.
Krems, Ursulakapelle, Ostfassade, Verputz mit Randfascien und Quadermalerei, um 1300 u. 15. Jh. An geringen Tünchenresten (Weiß bzw. Gelb) sind pflegende Reparaturen (18./19. Jh.?) ablesbar. Schäden am Traufgesims des Giebels hatten eine beschleunigte Verwitterung des Verputzes zur Folge (Kruste aus Gips und Calciumcarbonat, lösliche Salze). Foto Hammer 1990.

5.
Krems, Ursulakapelle, Ostfassade, Verputz mit Randfascien und Quadermalerei, um 1300 u. 15. Jh. Nach Konservierung/Restaurierung 1991: Teilweise Hinterfüllung und Konsolidierung, Reinigung mit Hirschhornsalz-Kompressen und Salzverminderungskompressen, dünne Konservierungstünche und partielle Rekonstruktion der Fugenmalerei. Die Ursachen der beschleunigten Verwitterung sind behoben, aber der ästhetische Reiz der Vergänglichkeitsspuren ist unter Konservierungstünche verschwunden. Foto Hammer 1992.

6.
Krems, Ursulakapelle, Ostfassade, Verputz mit Randfascien und Quadermalerei, um 1300 u. 15. Jh., Detail mit Doppelritzung der Fugenmalerei von um 1300, nach Konservierung/Restaurierung 1991: Die mit Sandaufschlämmung gefärbte Konservierungstünche von 1991 füllt nur die an der Oberfläche aufgewitterten Poren des Verputzes, sie ist so dünn, daß die Faktur nicht beeinträchtigt wird. Foto Hammer 1992.

7.
Feste Hohensalzburg, Reckturm von Nordwesten, Verputz 16. Jahrhundert. Die anschließende Fassade zeigt den Zustand vor Restaurierung, der Reckturm zeigt den Zustand ein Jahr nach der Restaurierung von 1991. Wie bildliche Quellen belegen und auch durch Befund nachweisbar ist, war die Verputzoberfläche ursprünglich weiß getüncht; auch spätere Reparaturen des Verputzes tragen eine weiße, mit Sand gemischte Tünche. Bei der seit 1991 laufenden Restaurierung der Fassaden der Feste Hohensalzburg wird technisch und ästhetisch die handwerkliche Tradition der Fassadenreparatur fortgeführt. Jeder Arbeitsetappe geht eine restauratorische Befundsicherung voraus, die Ausführung der Verputzreparatur obliegt Bauhandwerkern. Das entsprechende Konzept der Durchführung wurde im Rahmen einer Pilotarbeit (am Reckturm) von Restauratoren gemeinsam mit Bauhandwerkern entwickelt. Foto Hammer 1992

Publiziert in: Beiträge zur Erhaltung von Kunstwerken 7, hrsg. vom Restauratorenfachverband e.V. unter Mitwirkung der Hochschule für Bildende Künste Dresden und des Restauratorenverbandes Sachsen e.V., Berlin 1997, 14-23.

Anmerkungen

[1] Walter Hammer, Kunstmaler und Restaurator, geb. 17.4.1910 in Schwendi, gest. 31.8.1980 in Ulm.
[2] Charta von Venedig: siehe U. Besch (Hrsg.), Restauratorentaschenbuch 1996, München 1996, 46-48 (Redaktion der Charta von 1989).
[3] P. Philippot, La restauration des facades peintes: du problème critique au problème technique, in Facciate dipinte. Conservazione e restauro (Atti del convegno di studi, Genova 15.-17. aprile 1982 a cura die R. Rotondi Terminiello e F. Simonetti) Genua 1984.
[4] siehe: Autonomie der Kunst. Zur Genese und Kritik einer bürgerlichen Kathegorie. Mit Beiträgen von M. Müller et al., Frankfurt/Main 1972
[5] siehe z.B. H. Albrecht, Kalk und Zement in Württemberg. Industriegeschichte am Südrand der Schwäbischen Alb, Ubstadt-Weier 1991.
[6] K. Kraus - S. Wisser - D. Knöfel, Über das Löschen von Kalk vor der Mitte des 18. Jahrhunderts - Literaturauswertung und Laborversuche, in: Arbeitsblätter für Restauratoren, Heft 1, 1989, Gruppe 6, Stein, 206-221.
[7] z.B. Hohenems / Vorarlberg, Palast.
[8] M. Koller, Denkmapflege mit "Opferschichten", in: Österr. Zschr. f. Kunst und Denkmalpflege 1989, 48-53.
[9] F. Kobler und M. Koller, Farbigkeit der Architektur, in: Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte (Lieferung 75/76, 1975), Bd. VII, Sp. 274-428, Stuttgart 1981)
[10] M. Koller, Architektur und Farbe. Zur ihrer Geschichte, Untersuchung und Restaurierung, in: Maltechnik restauro 1975/3, 177-198.
[11] I. Hammer, Probleme der Erhaltung verputzter historischer Architektur, in: L'intonaco: storia, cultura e tecnologia. Atti del convegno di Studi, Bressanone 24 - 27 Giugno 1985, Padova 1985, 339-352.
[12] Die erste bewundernswerte Zusammenfassung zu diesem Thema für den deutschen Sprachraum von F. Kobler und M. Koller von 1975 (s. Anm. 9) bedürfte dringend einer Neubearbeitung und eine Erweiterung auf Denkmale zumindest im übrigen Europa. Siehe auch die Beiträge in: Restauratorenblätter 16. Fassadenmalerei/Painted Facades. Forschungsprojekt EUROCARE 492 Muralpaint, Klosterneuburg-Wien 1996 und I. Hammer, Symptome und Ursachen. Methodische Überlegungen zur Erhaltung von Fassadenmalerei als Teil der Architekturoberfläche, in: Zeitschrift für Kunsttechnologie nd Konservierung, Jg. 10/1996, 63-86.
[13] Der Fassadenverputz der Pfarrkirche St. Sulpitius in Frastanz (1885-88) ist wohl einer der frühesten Beispiele für die Verwendung von Portlandzement als hydraulischen Mörtelanteil.
[14] W. F. Haug, Kritik der Warenästhetik, Frankfurt/M 1971 (1980:7. Aufl.) und weitere Arbeiten des Autors zu diesem Thema.
[15] A. Arnold, Naturwissenschaft und Denkmalpflege, in: Deutsche Kunst und Denkmalpflege 45, 1987/4, 2-11.
[16] G. Torraca hat 1985 darauf hingewiesen, siehe die Beiträge in: SCR-Association Suisse de Conservation et Restauration (ed.), Produits synthetiques pour la conservation et la restauration des oeuvres d'art. 3e partie. Utilisation des produits synthetiques 2. Seminaire 19./20./21. novembre 1987 à Interlaken , Bern (Haupt) 1988.
[17] P. u. L. Mora u. P. Philippot, La Conservation des Peintures Murales, Bologna 1977, 266: "Bien que le fixativ idéal n'ait pas encore été découvert et qu'un contróle expérimental complet fasse défaut, un choix s'impose".
[18] H. Paschinger, Fassadenanstriche, in: Restauratorenblätter 4, Wien 1980, 99-108
[19] M. Bogner, Zum Einfluß meteorologischer Parameter auf den Verwitterungsprozess an der Fassadenfläche des Landschlosses Parz, in: Restauratorenblätter 16: Fassadenmalerei/Painted Facades. Forschungsprojekt EUROCARE 492 Muralpaint, Wien 1996, 77-82.
[20] H. Paschinger, Untersuchungen über die Ursache der Zerstörung romanischer Fresken in Lambach (Salzausblühungen), in: H. J. Oel u. K. Schmidt-Thomsen (Hrsg.), Kolloquium über Steinkonservierung (Münster/Westfalen, Westf. Landesamt für Denkmalpflege 25.-27.9.1978), Hannover 1978, 117-125.
[21] I. Hammer, Sinn und Methodik der restauratorischen Befundsicherung. Zur Untersuchung und Dokumentation von Wandmalerei und Architekturoberfläche, in: Restauratorenblätter 9, 1987/88, 34-58; ders.; Historische Verputze in Österreich, in: Denkmalpflege in Niederösterreich 6, 1990, 11-17, 52-53.
[22] I. Hammer, Salze und Salzbehandlung in der Konservierung von Wandmalerei und Architekturoberfläche, in: Salzschäden an Wandmalereien. Beiträge einer Fortbildungsveranstaltung der Restaurierwerkstätten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege am 28./29. November 1988, Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Band 78, 81-117 (Bibliographie gemeinsam mit C. Tinzl).
[23] siehe z.B. C. Linsinger u. H. Hoffmann, 500-jährige Verputze in der Wachau. Zur Konservierung authentischer Architekturoberflächen, in: Restauratorenblätter 16: Fassadenmalerei/Painted Facades. Forschungsprojekt EUROCARE 492 Muralpaint, Klosterneuburg-Wien 1996, 171-176.

Ivo Hammer, geb. 18.5.1944 in Ulm, 1963-1976 freischaffender Restaurator, 1966-1975 Studium der Kunstgeschichte, Philosophie, klassische und christliche Archäologie in Freiburg/Breisgau und Wien, Abschluß mit Promotion zum Dr. phil., 1976-97: Bundesdenkmalamt Österreich, Restaurierwerkstätten, Ltd. Restaurator für Wandmalerei und Architekturoberfläche, Referent und Lehrbeauftragter an der TU Wien, der Akademie der Bildenden Künste in Wien, an den Fachhochschulen Köln und Hildesheim und an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. 1997 bis 2008 Professor für Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei/Architekturoberfläche an der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden.

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D - 31135 HILDESHEIM
Tel. +49 5121 782412;
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Interessanter Link: Prof Hammer im Interview zur Restaurierung der Villa Tugendhat





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