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Konrad Fischer

Anstrich auf Holzoberflächen

Baustoffe und handwerkliche Durchführung 3

(aktualisiert 19.03.09)

Teil 1: Anstrich - Anforderungen und Eigenschaften ...

Teil 2: Übliche Bestandteile von Außenanstrichen ...

Ölfarbanstriche auf alten und neuen Fenstern:
Grundregeln

Voraussetzung im Aussenbereich: Kein Regen, keine Kälte, keine direkte Sonneneinstrahlung, also trockenes, warmes Wetter. Besser: Malerarbeiten an Altfenstern in Werkstatt, im Gebäude.
Bei Verschmutzungs- und Bewitterungsgefahr während Trocknung: Folienschutz vor Anstrichfläche, der Luftzutritt zur Farbtrocknung nicht behindert.
Die ausführenden Handwerker sind vom Auftraggeber anhand des Leistungsverzeichnisses in die geforderten Arbeitsgänge einzuweisen, ihnen muß ein Arbeits-LV zur Verfügung stehen.

Die Arbeitsgänge

1. Notfenster während Bauzeit als Flügelersatz einbauen.

Im Einzelfall ist auch eine ausreichend gewartete Folienabdeckung ausreichend. Sie muß je nach Arbeitsablauf ggf. mehrmals erneuert werden. Besser ist eine durchsichtige Abdeckung z.B. aus witterungsstabilem Kunststoff (dafür gibt es günstige Werkstoffe) auf einen Lattenrahmen geheftet und im Gewände beschädigungsfrei verkeilt, um die befensterten Räume während der Bauarbeiten nicht zu verdunkeln.

2. Untergrund reinigen von Schmutz, Algen, Verwitterungsresten, lose anhaftenden Teilen, losen bzw. versprödeten bzw. zu dicken und Falzdichtheit behindernden Altanstrichen sowie losen bzw. versprödeten Fensterkitt.
Übergänge zu tragfähigen, nicht zu dicken Altanstrichen sauber anschleifen.
Schadhafte und zu dicke Altanstrichschichten sowie versprödeten Ölkitt mit geeignetem umweltfreundlichem und CKW-freiem Abbeizer erweichen und mit Spachtel abnehmen.

Gläser sind bei Heißmethode zur Anstrichentfernung stark gefährdet, vorher ausbauen. Erweichung des spröden Fensterkitts durch Abbeizer (CKW-frei!!) oder thermisch mit Spezialgeräten verhindert hitzebedingtes Springen der Gläser wie bei Einsatz Heißluftfön).

Alkali-Abbeizmittel (für Mensch und Bestand nicht empfehlenswert, aber billiger als bestandsschonende Abbeizer, s.o.) mit Nitroverdünnung/Testbenzin gründlich nachwaschen, sonst ausblühfähige Holzversalzung und alkalische Verseifung.

Harzgruben ausbrennen und auskitten. Harzreste verzögern Trocknung und lassen Ölfarbschichten darüber klebrig werden, ebenso Reste von Abbeizmittel im Untergrund. Absolute Vorsicht ist bei Neuholzflicken aus harzreichem Holz (Kiefer!) geboten. Dumme Schreiner riskieren hier unsägliche Prozesse, wenn dann das vor allem an Süd- und Westseiten gut durchwärmte Neuhoolz seine Harzbestandteile freisetzt und den schönen neuen Anstrich abdrückt bzw. durchwandert.

Auf ausreichend angeschliffenen und festsitzenden Resten von Alkyd- und Acrylharzanstrichen kann Ölanstrich notfalls aufgebaut werden. Allerdings ist damit immer noch mit überhöhter Trocknungsblockade gegenüber eingedrungenem Kondensat/Regen-/Waschwasser zu rechnen. Auf Wasserlackanstrichen (Acrylharzlack) kann es Haftungsprobleme für nachfolgende Ölfarbsystem geben, erst nach geeigneter Arbeitsprobe ist zu entscheiden, ob die Altanstrichreste verbleiben können oder entfernt werden müssen.



3. Untergrund vorbereiten durch Glattschliff.
Die möglichst perfekte Untergrundvorbereitung kann durch Überschleifen nach späteren Anstrichen nicht mehr nachgeholt werden. Das Nachschleifergebnis wird auch durch die oft noch nicht vollständige Durchtrocknung des Ölanstrichs behindert.

4. Evtl. angebrochene Holzfasern durch vorsichtiges Wässern aufrichten, leichter Nachschliff mit feinem Schmirgelpapier, Schleiffstaub entfernen.

5. Prüfen Holzfeuchte: <15% bei Nadelholz, < 12% bei Laubholz, gemessen an mehreren Stellen in mind. 5mm Tiefe!


Anstrichaufbau von mager nach fett gem. 5.ff, jeder folgende Anstrich enthält im Verhältnis zu Verdünnung bzw. Harzanteil einen höheren Leinölanteil als der vorangehende. So wird er genügend elastisch, um dem auch bei ausreichender Trocknungszeit von bis zu 6 Tagen je Schicht nicht ausschließbaren Nachtrocknen des darunterliegenden Anstrichs nachgeben zu können; sonst bei Trocknung Netzriß- und nach ca. 3 Monaten Frühsprungbildung. Außerdem ist dann die Blockfestigkeit geringer, die Anstriche neigen dann bei druckbeanspruchten aufeinanderliegenden Flächen mehr zum Verkleben.

Zu dickflüssige Leinölanstriche ggf. auf ca. 50-70 oC erhitzen (regelbare Heizplatte), besserer Anstrichverlauf, materialsparend qualitätsvolle und schneller trocknende dünne Anstrichschichten, besseres Eindringverhalten, bessere Haftvermittlung zu Untergrund. Bei erhitzten Farben kann erforderlicher Anteil an immer problematischen Lösemitteln bei dennoch guter Verstreichbarkeit deutlich gesenkt werden. Gut rezeptierte Leinölfarben sind aber ausreichend gut verstreichbar und deswegen besser nicht zu erhitzen.

Jede Anstrichschicht muß auf vollständig durchgetrocknete, nicht klebrige, nicht weiche vorherige Schicht aufgebracht werden, sonst Abreißen der noch unvollständig mit Untergrund verbundenen Vorgängerschicht bei Trocknung der neuen Schicht, Blasenbildung, Reissen.

Wichtig für gutes Trocknen: Möglichst dünnes Ausstreichen der Malschichten. Hier wird erfahrungsgemäß nachlässig gearbeitet, weil das Muskelkraft beansprucht. Warnkennzeichen: Runzelhautbildung, Tropfnasen, Schichtunregelmäßigkeiten, Pinselspuren.

Nicht in Untergrund eingedrungenen Anstrichüberschuß des Grundieranstrichs nach ca. 30 Minuten mit Lappen aufnehmen.

Dünne, schneller durchtrocknende Schichtstärken auftragen, nach ca. ½ Stunde Antrocknung verschlichten mit abgestreiftem Pinsel, um möglichst gleichmäßige Anstrichoberfläche zu erhalten.

Der Arbeitsablauf muß Anstrichverklebung zwischen Flügel- und Rahmenteilen verhindern. Gerade wenn der Öffnungsschutz nur mit Folie geschieht, muß der Rahmen bei Vor-Ort-Instandsetzung trocken sein, wenn Fensterflügel zur Instandsetzung ausgebaut werden. Dann kann die Schutzfolie am Rahmen angeklebt werden. Die ständige Öffnungssicherung ist auch bei zweiteiligen Fensterkonstruktionen zu beachten, um den Arbeitsablauf ohne Gefahr des Einregnens zu gestalten.

Vorsicht: Mit Leinöl getränkte Öllappen neigen zur Selbstentzündung, Verdünnung ist feuergefährlich.

Übliche Sicherheitsregeln beachten.

Die eingesetzten Baustoffe / Anstrichmaterialien sind durch baustellenbezogene Materiallieferscheine und Verwendung von Originalgebinden gegenüber der Bauleitung/dem Auftraggeber nachzuweisen. Die Materialfrage ist vom zuständigen Projektleiter bei der Angebotsprüfung und der ersten Baustelleneinweisung dem Bieter / Auftragnehmer zu erläutern, die Arbeiten sind laufend auf die vorgeschriebene Arbeitstechnik und die eingesetzten Baustoffe zu kontrollieren, hilfreich wirkt auch die Entnahme und fallweise Kontrolle von Rückstellproben durch den Bauleiter. Verwendet der Auftragnehmer vertragswidrig falsche Baustoffe und Arbeitstechniken, sind entsprechend VOB/BGB die entsprechenden Mängelmeldungen schriftlich zu veranlassen.

Falsche, mißlungene Anstriche sind zu entfernen und durch die geforderten zu ersetzen. Unzureichende Anstrichoberflächen sind durch Nachschliff und erneuten Schlußanstrich auszubessern. Undeklarierter Materialaustausch ist Betrug gem. BGB. Auch nach VOB gelten hier strengste Maßstäbe, der betrogene Kunde hat sogar mehr Wiedergutmachungsrechte als bei reinen Mängeln. Auch die Schadensersatzpflicht ist hier besonders scharf anzuwenden, wie alle einschlägigen Baurechtsentscheidungen zeigen. Gottseidank.

Zu den Arbeitsgängen:

6. Abkleben der Fensterkonstruktion
Glasflächen kantengenau mit Klebeband abkleben, Glasfläche vor Verunreinigung im Arbeitsablauf durch Abdeckung (z.B. Folie oder Zeitungspapier) schützen, evtl. auch Bauteilanschlüsse abkleben.

Diese Schutzmaßnahmen sichern den Arbeitserfolg, der sonst bei allem Geschick zweifelhaft bleibt und oft Nacharbeiten erfordert. Wichtig beim Abkleben ist das Freihalten des Glas-Holz/Kittanschlusses mit ca. 1-2 mm. Dieser muß sorgfältig gestrichen werden, um späteres Hinterdringen des Anschlusses mit Feuchte zu vermeiden.

7. Grundierung

Üblicher Bläueschutz ist gifthaltig. Auch bei Verwendung von Bleiweißanstrich kann auf zusätzliche Holzschutzmittel nicht unbedingt verzichtet werden, da z.B. Insekten für sie unverträgliche/giftige Anstrichschichten "abbeißen", ohne sie zu verzehren. Dies könnte nur durch Verwendung sehr giftiger Kontaktgifte vermieden werden, wozu Bleiweiß nicht gehört.

Haftgrund mit dünnflüssigem Halböl (je 50% Leinölfirnis und Verdünnung) mit geringfügiger Ocker-Pigmentierung (für Nachweis Arbeitsergebnis, Pigmentierung muß gleichmäßig an Oberfläche gebunden sein. Gefahr: Vom aufnahmefähigen Untergrund wird Öl überwiegend aufgenommen, Pigmentbindung zu gering, kreidet von Oberfläche ab - dann Arbeitsgang nach ausreichender Trocknung wiederholen) zur besseren Einwirkung in Holzoberfläche oder ersatzweise mit temperiertem, dünnflüssigem Leinölfirnis (50-80 oC, Erwärmung um 30 oC entspricht Lösemitteleinsparung von 10%). Oder eben eine besonders dünnflüssig-streichfähige Leinölvariante nehmen und weder verdünnen noch erhitzen.

Nach ca. 24 Stunden bei 18 oC matt aufgetrocknet, nach ca. 36 Stunden bis 1 Woche (umgebungsabhängig) durchgetrocknet, bereit für nächsten Anstrich.

Zur Beschleunigung der Trocknung kann Leinölfirnis zur Hälfte mit Harttrockenöl (Problem: enthält Harz, das Dauerstabilitätseigenschaften wegen Versprödungsneigung und härterer Einstellung der Anstrichschicht mit Gefahr des Abplatzens von weicherer Grundierschicht bzw. weicherem und wg. Feuchteaufnahme immer beweglichem Holzuntergrund) ersetzt werden, dann Trocknung in ca. 24 Stunden (nicht empfohlen). Besser ist eine ausgewogene Zugabe von Anfangs-, Mittel- und Oberflächentrocknern (Sikkativ). Viel bewirkt auch das möglichst dünne Auftragen und Verschlichten des Anstrichs. Das gelingt besser bei Erwärmung der Ölfarbe im Wasserbad und ggfs. etwas höherer Verdünnung.

Harzreiches (Kiefern-) Holz mit Leinölfirnis ölen, nachschleifen und abwischen. Harzgallen müssen ausgebrannt bzw. mit geeignetem Lösemittel ausgelöst werden, sonst Durchschlagen der Harzbestandteile und Verfärbungseffekte.

Beachten:
Hirnholz und Holzflächen im Anschlagsbereich ans Mauerwerk gegen Feuchteeinwanderung (Kondensatbelastung / eingetriebener Schlagregen) mit harzreicherer Ölfarbe (Zugabe 50% Harttrockenöl zu Leinölfirnis) 3-fach vorstreichen.
In Falzen nur Grundierung und sehr dünner aber harzreicher Zwischenanstrich, um Dichtungsabschluß durch zu dicke Anstrichschicht nicht zu gefährden, bei gleichzeitigem Schutz vor gefährlichem Feuchtedurchgang von innen nach außen. Überstand mit Tuch abnehmen.

Verbrauch: ca. 150-200g / qm Holz.


8. Kleine Oberflächenfehlstellen ausfüllen durch reinen Leinöl-Spachtelkitt (üblicher Leinöl-Fensterkitt, Schlämmkreide-Leinöl-Mischung)

Altes Rezept: Zusammenkneten 1 Teil Bleiweiß, 1 Teil feine Schlämmkreide, 1/5 Teil Bleiglätte-Pulver mit soviel Leinölfirnis, daß ziemlich fester, spachtelfähiger, nicht schmierender Teig entsteht. Keine Zugabe Trockenstoff zu Kitt, sonst verschlechterte Schleiffähigkeit.

Kein feuchtesperrender Kunstharzkitt im witterungsbeanspruchten Bereich (Fassade), Gefahr Holzzerstörung!

Bei tieferen Stellen zur Rißvermeidung mehrlagiger Auftrag dünnerer Spachtelschichten auf jeweils durchgetrocknete Spachtelschicht.

Auch Spalten Holz-Glas innen und außen sowie alle anderen möglichen Oberflächenöffnungen sorgfältig zukitten, um Zutritt von Feuchte (Regen, Kondensat, Wasserdampf) allseitig zu verringern.

Nachschliff.

Große Fehlstellen, mürbe Holzteile: Feinjährige Ersatzhölzer gleicher Holzart und gleicher Trockenheit mit wasserfestem Holzleim einleimen.

9. Zwischenanstrich
Auf durchgetrocknete Grundierung (nach ca. 3-5 Tagen Trocknungszeit) 1. Deckanstrich aus mit Leinölfirnis angeteigter Pigmentpaste (z.B. je 50% Titan- und Zinkweiß, bei Feuchtebelastung und nur bei Baudenkmalen besser Bleiweiß) und Zugabe von ca. 10 (bei Bleiweiß) bis ca. 25 (bei Zinkweiß) % Halböl, außen möglichst hell abgetönt nach Geschmack bzw. historischem Befund.

Zur beschleunigten Trocknung (normal, je nach Rezeptkunst, handwerklicher Anstrichtechnik und Umgebungsbedingungen 12 Stunden bis 6 Tage) kann der Anteil Leinölfirnis im Halböl durch 50% Harttrockenöl (ca. 24 Stunden Trocknung, s.o. Anmerkungen) ersetzt werden. Besser natürlich ein ausgewogenes Rezept mit entsprechender Einmischung der notwendigen Trockenstoffe, mit besten Rohstoffen, feinschichtigem Ausstreichen und Verschlichten des Anstrichs sowie Werkstattbedingungen während der Arbeit.

Rezepturen mit geringerem Pigmentanteil (Lasuren) sind zwar grundsätzlich möglich, ergeben aber eine entsprechend geringer haltbare Farbe, da die Schutzwirkung der Farbe grundsätzlich vom UV-blockierenden Pigment und nur nachrangig vom feuchteabweisenden Bindemittel abhängt.

10. Schlußanstrich
Auf durchgetrockneten Zwischenanstrich Schlußanstrich als standölreichen, gering pigmentierten, leicht glänzenden fetten 2. Deckanstrich.

Empfohlene Zusammensetzung: Zwischenanstrich mit Zugabe ca. 5 - 25% Standöl, ggf. Zugabe Harttrockenöl in Grundrezept wie Zwischenanstrich.

Bessere Glanzwirkung, wenn Schlußanstrich einige Stunden nach Auftrag mit abgestreiftem Pinsel verschlichtet wird. Keine Sikkativzugabe, um beste Anstrichqualität zu erzielen.

Trockenzeit: nach ca. 2-3 Tagen klebfrei, nach ca. 3 Wochen durchgetrocknet, bei Zugabe Harttrockenöl bzw. raffiniertem Rezept entsprechend weniger.

11. Instandhaltung
durch Reinigen von Verschmutzung (hält Feuchte zurück, die Öl anquillt und verwitterungsanfällig macht, Nährboden für anstrichzersetzende Mikroorganismen) mit milder Seifenlauge, bei Auskreidungserscheinungen (Anstrich wird matt, färbt ab) nachölen mit getränktem Halböllappen. Ölfarben verwittern von außen nach innen, sie können immer wieder nachgestrichen werden, ohne vorher den Altanstrich zu entfernen. Bei entsprechender Instandhaltung können Ölfarbanstriche nahezu unbegrenzt halten.

Empfohlene Instandhaltungsintervalle: Im Frühjahr und Herbst bzw. je nach Verschmutzung / sonstiger Beanspruchung

12. Innenanstrich

Kein UV-Schutz erforderlich, Klarlack möglich, historisch aber zumindest pigmentierte Lasur bzw. Deckanstrich üblich.

Auf Grundierung kann bei dichtem, gut abgelagertem Holz oder auf tragfähigen Altanstrichen verzichtet werden, dann beginnen mit Zwischenanstrich. Bei aufnahmefähigem Holz, auf jeden Fall bei Neuholz: Grundierung erforderlich.

Beachten: Wegen überwiegendem Dampfdruckgefälle von innen nach außen muß Innenanstrich dichter sein. Empfohlen: Fetter bzw. harzreicher Ölanstrich (Austausch 50% Leinölfirnis in allen Anstrichschichten gegen Harttrockenöl), ist auch glänzender sowie wisch- und strapazierbeständiger. Raumseitig ist die Durchfeuchtungsgefahr und thermische Bewegung in der Regel vernachlässigbar.

Bei Lackierung: Spachtelauftrag, Anschliff, je nach Erfordernis mehrmals wiederholen.


Alle Angaben unter Ausschluß jeglicher Gewährleistung! Es geht um Ausführungsqualität, nur der Handwerker garantiert für seine Leistung. Und der erfahrene Handwerker hat eben wiederum seine eigene Vorgehensweise, die ihn objektbezogen - was doch sehr zu hoffen ist und über Pfusch wollen wir hier nicht reden - zum gewünschten Erfolg bringt. Ob das mit harzigen Lacken gelingt, muß erst mal bewiesen werden.


Quellen und weitere Literatur:

Louis Edgar Andés: Praktisches Handbuch für Anstreicher und Lackierer, Anleitung zur Ausführung aller Anstreicher=, Lackierer=, Vergolder= und Schriftenmaler=Arbeiten, nebst eingehender Darstellung aller verwendeten Rohstoffe und Utensilien, 5. Auflage, A. Hartleben´s Verlag, Wien u. Leipzig, 1922

Louis Edgar Andés: Praktisches Rezeptbuch für die gesamte Lack- und Farben-Industrie, Praktisch erprobte, auserwählte Vorschriften für die Herstellung und Anwendung aller Lacke, Firnisse, Polituren, Anstrichfarben usw., 2. Auflage, A. Hartleben´s Verlag, Wien u. Leipzig, 1916

Johann Michael Crökern: Der wohl anführende Mahler, welcher curiöse Liebhaber lehret, wie man sich zur Mahlerey zubereiten, mit Oel=Farben umgehen / Gründe, Fürnisse und andere darzu nöthige Sachen verfertigen ... solle, 2. Auflage, Bey Johann Rudolf Crökern, Jena, 1736

Max Doerner: Malmaterial und seine Verwendung im Bilde, 12. verbesserte Auflage, Ferd. Enke Verlag, Stuttgart, 1965 (Topliteratur, trotz noch nicht ganz ausgereifter Skepsis gegenüber "modernen" Anstrichstoffen!)

Guido Hengst: Das A//B//C des jungen Malers, Ein Lehrbuch für junge Gehilfen und Lehrlinge, Verlag Georg D.W. Callwey, München 1944

Wilhelm Scholz: Baustoffkenntnis, 10. Auflage, Werner-Verlag, Düsseldorf 1984

Ziesemann, Krampfer, Knieriemen: Natürliche Farben, Anstriche und Verputze selber herstellen, AT Verlag, Aarau 1996

Leinöl- und Farbinformationen bieten folgende Links:

Seilnacht - Lexikon der Farbstoffe und Pigmente
Seilnacht: Leinöl - Herstellung und Verwendung als Bindemittel
Naturkost.de: Naturlacke und Farbinhaltsstoffe in der Diskussion (Suk 5/97)
Bernard Weiler: Tipps zur Anwendung von selbstgemachten Leinölfarben
http://www.volvox.de/Farblexikon.html
http://www.volvox.de/Leinöl.html
Biozentrum Würzburg: Einsatz von Leinöl zur Herstellung von Naturfarben
Inhaltsverzeichnis des Buches "Farben und Lacke"
Oekopro, Chemikaliendatenbank zum produktintegrierten Umweltschutz
Paint and Architectural Colour

Und hier noch weitere Lackseiten zum Kennenlernen der anderen Seite:

Deutsches Lackinstitut
European Coatings Net - Homepage

Zur Lösemittelproblematik:

International Chemical Safety Cards (WHO/IPCS/ILO)
1-Methyl-2-pyrrolidinon
Betriebsanweisung N-Methyl-2-pyrrolidon [872-50-4]
Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW)
Chlorkohlenwasserstoff





Weiterführende Fensterliteratur (Nur bei Preisangabe aktuell verfügbar)






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