Konrad Fischer: Altbauten kostengünstig sanieren Konrad Fischer
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Aufsteigende Feuchte im Altbau : Fundament, Mauerwerk, Fassade, Wand, Nässe

Konrad Fischer

Feuchte und Salz am Altbau -
Faktensammlung und Tips 1

Zu Mauerfeuchte, Salzschäden und aufsteigender Feuchte,
Sanierung mit Sanierputz,
Denkmalschutz und Denkmalpflege

(aktualisiert 4.08.09)

Vorbemerkung

Nicht jede Feuchte ist dem Bau schädlich, nicht jede Austrocknung erwünscht! (Stichworte: Fundamentschäden durch Grundwasserabsenkung, Bauschäden durch Trockenlegungsmaßnahmen und -verfahren, Schäden an Kunstwerken/Kirchenausstattung nach Austrocknung, Selbstheilung von Kalkputz durch Umkristallisierung bei Wassereintritt in Risse)

Eine wesentliche Qualität des Altbaus ist die Ablesbarkeit seiner Bau- und Nutzungsgeschichte! Alterung ist ein normaler Existenzprozeß. Aktuelle Entwurfsplanung setzt Altersspuren am Bauteil als schon vorhandenes Gestaltmerkmal gezielt ein.

Eingriffe in das Konstruktionssystem erst nach Analyse, Verständnis und Bewertung seiner Bauart und seines Zustands!

Salzquellen und Salzaktivierung als Verursacher der Baustoffkorrosion am Altbau

Natürliche Faktoren:

Grundwasser als Ionenreservoir (vgl. Mineralwasseranalyse). Ein äußerst seltener Fall, der von den Horizontalisolierern aber über alle Maßen verkaufsfördernd aufgebauscht wird.

Materialtypische herkunfts- und herstellungstypische „normal gegebene“ Salzfracht im Baustoff (Ziegel aus gipshaltigem Ton oder mit eingebackenem Industriemüll), salzreiche Bindemittel s.u., salzabspaltende Beschichtungen auf Silikat-/Wasserglasbasis)

Klimawechsel durch Witterung, thermische Kondensation befeuchtet jede Nacht Bauwerk von außen, Warmluft mit hohem Feuchtegehalt verursacht bedeutende Kondensation auch an kälteren Bauteilen im Gebäude. Kellerfeuchte ist zu 99,9% Kondensation, der Rest sind undichte Grundleitungen bzw. drückendes Wasser vom umgebenden Gelände her!

Salzhaltige Aerosole aus Umwelt

Organische Säuren als Stoffwechselprodukt von Mikroorganismen

Eingriffsabhängige Ursachen:

Zement- bzw. Gipsgebundene Reparaturen, Mauerwerksverpressungen oder Neuverputz mit salzbefrachteten Mörteln (Kalk-Zement- u. Gipsmörtel, Dolomitkalk- und Traßmörtel (in Kalkmörteln mobilisiert Traß langfristig hohe Alkalimengen), Sanierputz, auch HS-Zement, in Zement und Traß sehr hohe Anteile löslicher Salze)

Horizontalsperren durch Wasserglas- und andere salzbefrachtete Injektagen

Sonstige wasserglashaltige Baustoffe (Silikatprodukte scheiden bei Übergang zur Gelphase z.B. ausblühfähige Pottasche ab)

Reinigungsmittel mit Säuren oder Laugen

Desinfektionsmittel

Säuren aus sonstigen Restauriermaterialien

Ungünstige Arbeitstechnik, die baustoffeigene Salzlast stark aktiviert („feuchte“ Technik, Verpressung dünnflüssiger Suspension in Mauerkern, schichtbildender Baustoffauftrag, Winterarbeit mit ungünstiger Baustoffentfeuchtung)

Elektrokinetisch angeregte Salzwanderung bei Trockenlegungsverfahren mit unvorhersehbaren Nebenwirkungen

Klimawechsel durch Lüftung/Heizung: Aufheizung und Absenkung bewirkt dynamischen Aufschaukelungsprozeß von Feuchteverdunstung, Kristallisation, Kondensation und Salzlösung.

Raumluftbefeuchtung gegen Trocknungsschäden von Möbeln / Instrumenten / Exponaten erhöht Kondensations- und Salzbelastung der kühlen Bauteile, evtl. Anquellung organischer Bindemittel (Kasein, Eiweiß,...).

Bewußte und unabsichtliche Schadstoffzufuhr von außen (Beispiele):

- Zugabe Frostschutz und Festigkeitsbildner in Mörtel,
- Fäkalieneinwanderung von oben und unten (Vogelkot, Stallung, fäkalsalzreiches Spritzwasser),
- Kompostprodukte, Humus, Leichen (Friedhof)
- Tausalz,
- Regen- und Tauwasser, sonstige Abwässer,
- ungeeignete, aber normgerechte Drainage,
- Geländeanschüttung vor Fassade (z.B. durch Straßenbau) mit ungünstigem Geländeprofil,
- Weihwasserausguß in Altaröffnung,

Unbedachte „Sanierung“:

Abdichtung/Verschließen von historischen Öffnungen,

Fensteraustausch gegen dichtschließende Konstruktion (Fenster traditioneller Bauart bieten äußere Scheibe als Sollkondensatfläche, diese entfällt bei "dichten" Konstruktionen mit Isolier-/Wärmeschutzglas und Gummilippendichtung - Folge: Schimmelpilzbildung durch Raumluftkondensation an Fensterleibung, Balkenauflager in Außenwand, Raumecken und sonstigen Kältebrücken),

Luft als Heizmedium (Konvektorheizkörper) neben kalten Bauteilflächen,

feuchtesperrende Wärmedämmung innen und/oder außen,

Zerstörung der historischen Horizontalisolierung (Fundament aus "dichten" Steinen, kapillarbrechend locker und salzarm vermörtelt, geringe Feuchte und Wärmeleitfähigkeit erhält nach Injektion salz-/ wasserreicher Suspension erhöhte Feuchte- und Wärmeleitfähigkeit mit Kondensationsfeuchebelastung; Sockelzone verliert nach Abdichtung/Sperrputzauftrag Entfeuchtungsfunktion),

Schadensträchtige Baumaßnahmen durch Fehlbewertung der salzbedingten Sockelschäden (meist Folge früherer (Straßenkot von außen, winterliche Belegung heizbarer Erdgeschoßräume mit Jung- und Kleinvieh, bei Kirchen zeitweiser Aufenthalt von Nutztieren in Notzeiten)oder neuzeitlicher (Streusalz) Salzeinwanderung in Verbindung mit häufigem Kondensat aus feuchter Umgebungsluft an den kühlsten Wandflächen) als "aufsteigende Feuchte" - die Spezialität von Scharlatanen, die durch vermeintliches Expertenwissen verzweifelte Bauherren zur baukosten- und honorarsteigernden Wahnsinnstat antreiben.

Zerstörung der historischen Vertikalisolierung im zweischaligen Mauerwerk (Schalenkern kapillarbrechend locker und salzarm vermörtelt, geringe Feuchte- und Wärmeleitfähigkeit) durch Verpressung,

Ungünstiger Nutzungswechsel (Ausbau Kellerräume, Winternutzung und sonstige Übernutzung durch Machbarkeitswahn),

Eindringende Feuchte durch unterlassene Instandhaltung

weiter zu Schadensformen und Maßnahmen ...


MauerBildlinks zur "Aufsteigenden" (??) Feuchte


Sind Sie Opfer von Trockenlegungsfirmen - hat Ihr Gutachter Aufsteigende Feuchte diagnostiziert? Rätseln Sie, welches der teuren Trockenlegungs- / Entfeuchtungs- / Sanierungs-Angebote das richtige ist?
Dieser Aufklärungs-Knüller hilft bestimmt etwas weiter:
Wissenschaftsbetrug der Bauchemie und Geräteindustrie, Geschäftemacherei der Planerluschen, Schlechtachter, Schwachverständigen sowie der Nepper, Schlepper, Bauernfänger und Handwerkspfuscher mit "Aufsteigender Feuchte (engl.: Rising Damp)", Ursachen und Sanierung feuchter Wände:
Jeff Howell: The Rising Damp Myth

(Rezension in Deutsch)

Sonstige Nützlichkeiten und andere Meinungen für feuchte, nasse, abgesoffene, verschimmelte, verpilzte und vermorschte Häuser - soweit es nicht um nutzlose Horizontalisolierung gegen "aufsteigende Feuchte" geht, der manche industrieabhängige bzw. ahnungslose Autoren (wer es ist, verrate ich nicht, ätsch!) - anhängen. Reihenfolge der Titel beinhaltet keinerlei Wertung!!!:






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