Weitere Datenübertragung Ihres Webseitenbesuchs an Google durch ein Opt-Out-Cookie stoppen - Klick!
Stop transferring your visit data to Google by a Opt-Out-Cookie - click!: Stop Google Analytics Cookie Info.

Konrad Fischer: Altbauten kostengünstig sanieren Konrad Fischer
Altbau und Denkmalpflege Informationen - Startseite / Impressum
Inhaltsverzeichnis - Sitemap - über 1.500 Druckseiten unabhängige Bauinformationen
e-freetranslation - Online-Translator in many languages
Alles auf CD +++ Bauberatung für Jedermann
Kostengünstiges Instandsetzen von Burgen, Schlössern, Herrenhäusern, Villen - Ratgeber zu Kauf, Finanzierung, Planung (PDF eBook)
Altbauten kostengünstig sanieren: Heiße Tipps gegen Sanierpfusch im bestimmt frechsten Baubuch aller Zeiten (PDF eBook + Druckversion)





Sanierputz - Was kann er, was nicht? 4

Sanierputz-Schaden auf versalztem Mauerwerk mit Nitrat / Mauer-Salpeter Inhaltsübersicht (Bild links: Doppelter Sanierputzschaden):
Seite 1 - Sanierputz - Was kann er, was nicht? Heilt er?

2 Sanierputze am Altbau: 1. Was sind Sanierputze? 2. Was bringen Salzanalysen? 3. Nehmen Sanierputzporen Salz auf?

3 Sanierputze am Altbau: 4. Begünstigen Sanierputze die Austrocknung des Mauerwerwerks? 5. Entsprechen die Sanierputze gem. WTA dem WTA-Merkblatt 2-2-91, Sanierputze?

4 Sanierputze am Altbau: 6. Vermindern Sanierputze die Salzbelastung? 7. Welche Anstriche sind auf Sanierputzen geeignet?

5 Gewährleistung, abplatzende Sanierputzschollen, Landkarten-Putzrisse und Ettringgittreiben / Treibmineralien

6 Bauschaden duch Sanierputzversagen auf feuchtem und salzigem Untergrund - Gutachtenauszug 1 - Vorbemerkung und Schadensanalyse

7 Gutachtenauszug 2 - Schadsalze - Nitrate (Mauersalpeter)

8 Gutachtenauszug 3 - Sanierputz - ein Opferputz-System?

9 Gutachtenauszug 4 - Sanierputz-Risse

10 Gutachtenauszug 5 - Feuchtemessung

11 Gutachtenauszug 6 - Sanierungsempfehlung

6. Vermindern Sanierungsputze / Isolierputze die Salzbelastung?

Die schadsalzhaltige Belastung der hydraulischen Bindemittel von Sanierputzen (z.B. Zement, hochhydraulischer Kalk, Traß in undeklarierten Mengen) und der Luftporenbildner (Alkylsulfat, Dodecylhydrogensulfat Natriumsalz, Alkylbenzolsulfonat mit Natriumpolysulfat, Natriumsulfat und Natriumsilikat, Olefinsulfonat u.a. wie z.B. Aluminiumsalze, jeweils in undeklarierten Mengen) führt dem Bauwerk zunächst einmal sogar neue Salze zu. Verstärkte Treibmineralbildung (Ettringit mit ca. 3-facher Volumenvergrößerung!) als Folge der Reaktion der im Bestand immer vorhandenen Gipsbestandteile (CaSO4 - Kalziumsulfat) mit dem C3A-Gehalt der zementären Bindemittel des Sanierputzes ist die unausweichliche Folge. Außerdem können Sanierputz-Schadsalze in bisher ungeschädigte Bereiche einwandern, teils gemeinsam mit "Altsalzen" aus den vom Sanierputz abgesperrten Untergründen. Ihre zementbedingte Chromatbelastung fördert außerdem die Zementkrätze, eine der übelsten und häufigsten Berufserkrankungen.

Inzwischen werden von Seiten der Sanierungs-Putzhersteller - nach Gruselerfahrungen mit altbauüblichen, altbauverträglichen und im Fall von Gestaltungsdetails wie Sockel-Rustizierung, Natursteingewände, sonstige Sockelprofilierung, Lisenen, Gurtgesimse, Gewölbeanschlüsse, Türanschlüsse usw. auch ästhetisch akzeptablen / bestandsgerechten Putzstärken - nach schlechten Erfahrungen damit - ein deutlicher Mehrauftrag, oft auch in mehrfachen Lagen gefordert. Damit wäre das in die Sanierputzporen eindringende Schadsalz besser / deutlich länger schadensfrei abzupuffern. Kann das wahr sein? Ist es tatsächlich möglich, daß die wasserabweisend-hydrophobierten Putzlagen mit ihren versiegelten und kaum kapillarwirksamen künstlich hineingebubbelten Porengefügen überhaupt Salze aufnehmen können, die bekanntermaßen in Baustoffen vorwiegend in wässriger Lösung transportiert werden - kapillar?! Hierzu sind mir jedenfalls bisher keine bestätigenden Untersuchungen bekannt geworden, die diese Salzpuffertheorie bestätigen könnten. Freilich sind einige Hersteller schon dazu übergegangen, die wasserabweisend Ausrüstung in den Unterputzen / im Porengrundputz z.T. zu vermindern oder wegzulassen. OK, da mag die Salzlösung besser eindringen, doch dann? Sie wird und muß sich dann unter dem wasserabweisenden Oberputz stauen.

Daß dickere Schwarten nicht so schnell von der Wand gedrückt werden (auch das soll ja schon vorgekommen sein!), dürfte damit zusammenhängen, daß unter der dickeren Sanierputzlage die im Putzgrund vorhandenen und durch die Sanierputzsalze noch verstärkten Schadsalze nicht mehr so richtig raustrocknen können und deswegen in Lösung verbleiben. Die zerstörerische Wirkung der Schadsalze hängt aber vorzugsweise mit ihrem Kristallisationsdruck zusammen. Dieser kommt bei den schon mit geringen Feuchten lösbaren Schadsalzen (vorwiegend Nitrate und Kochsalz/Streusalz) in der nassen Tiefe des dick sanierverputzten Kapillarblocker-Sanierputzes natürlich nicht so leicht zustande. Was dennoch droht, ist dann peinlicherweise die Treibmineralbildung, die ja genau Feuchte braucht. Tipp: Beobachten Sie Ihren Sanierputz genau. Und wenn er hohl klingt oder gar von der Wand springt, wissen Sie, was zu untersuchen ist.

Auch die immer wieder zu beobachtenden Putzschäden an den Fassadenflächen über der Sanierputzzone, dorthin verlagert sich ja die verbleibende Austrocknung, wenn der Saniersperrputz im Sockelbereich die Entfeuchtung blockiert, spricht gegen die Theorie der schadfreien Aufnahme der Salze im Sanierputz. Man fordert deswegen, den Sanierputz deutlich über das gegebenen Feuchteniveau der Wand aufzubringen, um hier zusätzliche Sicherheit zu gewinnen. Für die Situation im Untergrund muß das aber keine Verbesserung bringen, denn unter dem Saniersperrputz feuchtet jede Wand weiter auf. Alles nur eine Frage der Zeit.

Besser wäre also immer eine "Saniermaßnahme", die neben den sonstigen Feuchtequellen auch die hygroskopisch näasseaufnehmenden Schadsalze aus der Wand bugsiert. Kompressentechniken (Kompressenputz-Systeme), Opferschichten (Opferputz-Systeme) und sonstige salzaustreibende Maßnahmen sind dazu auf jeden Fall besser in der Lage, als sperrende, trocknungsblockierende und schadsalzbefrachtet-zementäre Sanierputze.

7. Welche Anstriche sind auf Sanierputzen geeignet?

Gerne hätte man Kalktünchen auf historischen Objekten, dem Haupteinsatzgebiet von Sanierputz. Manche sehen auch Reinsilikatfarben, deren wasserglasbedingt hohe Festigkeit und Rißneigung, Schadsalzabspaltung, Spannungswirkung auf weniger feste Untergründe und Sperrwirkung gegen eingedrungenes Wasser in flüssiger Form oft übersehen wird, als angemessene Lösung an. Doch Vorsicht: Beide Farbsysteme sind darauf angewiesen, sich in wässriger Lösung mit dem Untergrund zu verbinden. Da genau dies aber von der wasserabweisenden Sanierputzoberfläche blockiert wird, sind Anstrichschäden hier vorprogrammiert und bei Gericht und in Fachkreisen wohlbekannt.

Schloßfassade - Untaugliche Fassadenabdichtung durch Dispersionssilikatfarbe auf SanierputzSchloßfassade - Untaugliche Fassadenabdichtung durch Dispersionssilikatfarbe auf Sanierputz - ca. ein Jahr Standzeit

Eindringende Sockelfeuchte sprengt die Anstrichschicht aus Dispersionssilikatfarbe ab
und erzeugt im Sanierputz abmehlende frostzerstörte SchichtenDetail - Eindringende Sockelfeuchte sprengt die Anstrichschicht aus Dispersionssilikatfarbe ab und erzeugt im Sanierputz abmehlende frostzerstörte Schichten.

Heute setzt man deshalb durch Kunstoffzusatz aufklebende Farbsysteme auf Sanierputz ein, was die feuchteeinsperrende Wirkung des Sanierputzes noch erhöht.

.Aufplatzende, durch Wasserglasbehandlung überfestigte Putz- und Silikatfarbkrusten, darunter mehlende aufgefrorene Originalkalkmörtel

Wichtig wären aber kapillar aktive Fassadensysteme, die das immer eindringende Wasser ungehindert aus dem Untergrund wieder entweichen lassen. Dies sind z.B. reine Luftkalkmörtel, traditionell beschichtet mit Kalktünchen. Daß diese bei mangelndem Rezepturvermögen auch versagen können, ist kein Geheimnis. Richtig hergestellt, d.h. im Sinne der historisch tradierten Rezepturen mit natürlichen Zusätzen, können diese aber technisch und wirtschaftlich überlegen sein. Die Industrie bietet inzwischen auch hierzu Fertigprodukte an (Vorsicht: Immer ohne Quellmittel / Zellulosen / Dispersionsanteile bestellen!).


Recht bald versagender salzreicher Traßkalkmörtel nach unzureichender Rezeptur der Denkmalbehörde. Schadenshöhe 250.000 Mark.

Wie schreibt doch Prof. Wittmann, Institut für Baustoffe der ETH Zürich in der Einleitung zum mehrfach zitierten Werk "Sanierputzsysteme":

"Im übrigen waren auch, historisch gesehen, nicht alle Putze kurzlebig. Ein reiner Kalkputz ist heute nicht beständig und war es früher auch nicht. Die erfahrenen Baumeister wussten sich aber zu helfen. Aufbauend auf jahrzehntelanger Erfahrung und unter Verwendung von natürlichen Zusatzmitteln [...] gelang es ihnen, erstaunlich dauerhafte Putze [...] herzustellen. So gab es früher kurzlebige "Volksputze" und daneben dauerhafte "Hochleistungsputze"".

Ob Sanierputze heute zu letzteren zählen? Heilen tun sie jedenfalls nicht. Und wer sie als Wunderwaffe einsetzen will, sie teilweise sogar als Grundputz unter reine Luftkalkmörtel einsetzt, muß sowohl den Mehrpreis (1 to Sanierputz oft doppelt so teuer als Luftkalkmörtel) als auch Nachfolgeschäden am Bauwerk oder am Oberputz in Kauf nehmen.

Meine Empfehlung: Wenn schon Opferputz, dann die wirtschaftlichste und bestandsverträglichste Lösung: Reiner, purer Luftkalkmörtel ohne latente oder aktive Hydraulen, Methylzellulose oder irgendwelche Kunststoffvergütungen aus nur Sand und Weißkalkhydrat. Als Baustellen- oder Trockenmörtel. Gestrichen mit Kalktünche. Und auch ohne hydrophobierende Zutaten. Die bringen ja nur unerwünschte Härte und Salze, verhindern die Austrocknung und blockieren die Salzeinwanderung. Und vor dem Opferputzauftrag erst mal die Salze aus dem Untergrund beseitigen. Dann muß sich der Opferputz vielleicht gar nicht so sehr opfern.

Wenn Sanierputzvertreter oder Schwachverständige - nicht selten angewiesen auf "Beiträge" der Pharmareferenten respektive Industrie-Sanierberater - Sie eines Besseren belehren wollen und Ihnen unbedingt ihren zementären Sperrputz mit Treibmineralzeitbombe verkaufen wollen: verlangen Sie die schriftliche Zusicherung, wieviel Salz und Feuchte Ihrer Wand bis zum Ende der Gewährleistungszeit mindestens aus dem Bauwerk in den "Sanierputz" eingewandert sind. Natürlich mit unabhängiger Analyse des Vor- und "Endzustands" durch ein wissenschaftlich unabhängiges Institut (z.B. einer Uni). Und lassen Sie die Bildung von substanzschädigenden Treibmineralien (z.B. Ettringit/Thaumasit) sowie jegliche Untergrundschädigung ausschließen. Mit uneingeschränkter Geld-zurück- und Schadensersatz-Garantie sowie Gewährleitungseinbehalt 10%. Dann werden Sie sehen, wie schnell der faule Zauber der Produktwerbung sich als das offenbart, was er ist: Fehlerhafte Inverkehrbringung gem. Produkthaftungsgesetz.

Auch gut: wechselseitige Ausfrage der Saniervertreter nach den Produktmängeln ihrer Konkurrenten. Da werden Ihnen die Augen übergehen, bei bestem Lernerfolg.

Weiter: 5 Sanierputz und Gewährleistung, abplatzende Sanierputzschollen, Landkarten-Putzrisse und Ettringgittreiben / Treibmineralien

Sind Sie Opfer von Trockenlegungsfirmen - hat Ihr Gutachter Aufsteigende Feuchte diagnostiziert? Rätseln Sie, welches der teuren Trockenlegungs- / Entfeuchtungs- / Sanierungs-Angebote das richtige ist?
Dieser Aufklärungs-Knüller hilft bestimmt etwas weiter:
Wissenschaftsbetrug der Bauchemie und Geräteindustrie, Geschäftemacherei der Planerluschen, Schlechtachter, Schwachverständigen sowie der Nepper, Schlepper, Bauernfänger und Handwerkspfuscher mit "Aufsteigender Feuchte (engl.: Rising Damp)", Ursachen und Sanierung feuchter Wände:
Jeff Howell: The Rising Damp Myth

(Rezension in Deutsch)

Sonstige Nützlichkeiten und andere Meinungen für feuchte, nasse, abgesoffene, verschimmelte, verpilzte und vermorschte Häuser - soweit es nicht um nutzlose Horizontalisolierung gegen "aufsteigende Feuchte" geht, der manche industrieabhängige bzw. ahnungslose Autoren (wer es ist, verrate ich nicht, ätsch!) - anhängen. Reihenfolge der Titel beinhaltet keinerlei Wertung!!!:






Altbau und Denkmalpflege Informationen Startseite