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Dämmstoffe im Zwielicht - Ein Experiment
27.10.06: DER SPIEGEL: Energiepass: Zu Tode gedämmte Häuser
DIE ZEIT 24/01 : Verflixte Isolation - Probleme in Energiesparhäusern +++
DIE ZEIT, 13.09.07: Wärmedämmung - Wer soll das bezahlen?
7.7.08: WirtschaftsWoche Interview Konrad Fischer:
"Perfekte Altbauten" - Siehe Bild-Klick rechts ==>
Aggen, Meier + Fischer in der WELT am Sonntag/WAMS 2.3.08: "Der Schimmel breitet sich wieder aus - Starke Dämmung in Neubauten + falsches Lüften führen zu Parasitenbefall"
+ DIE WELT 20.3.08: :"Teure Dämmung lohnt oft nicht - Klimaschutz: Eigenheimbesitzer können EnEV-Befreiung erwirken"
Dipl.-Ing. Architekt Gerhard Bolten: "Wärmedämmverbundsysteme - Ein Konflikt zwischen Aestetik, Bauphysik und Ökologie?" - Eine sachverständige Streitschrift

Wärmedämmung / Wärmedämmverbundsystem / WDVS ja oder nein?
Oder:
Wie dämmen Dämmstoffe? - Teil 2
Grüß Gott und herzlich willkommen! Schön, daß Sie hier gelandet sind.
Hier erhalten Sie ausnahmsweise echte Daten:
Universitätsinstitutionalisierte "Wärmeschutzexperten" empfahlen einer Hannoveraner Wobau
(Wohnungsbaugesellschaft), ihrer Wohnblöcke mit einem kunststoffverblendeten WDVS aus 4 cm Polystyrol zu
"sanieren": "Die Ersparnis von 65.000 Liter Rohöl in 40 Jahren stellt eine sinnvolle Investition in eine
lebenswerte Umwelt dar." Gut gesagt, wo doch die Lebensdauer solcher Dämmsysteme normalerweise mit nur 20 Jahren
prognostiziert wird, eine Zeitdauer, die jedoch viele WDVSe gar nicht erreichen und lange vorher wg. Auffeuchtung und
Abfrostung von der Fassade fallen oder abgerissen werden müssen.
Bei einem Ölpreis von 0,25 EUR im Jahr 1989 wäre das eine rechnerische Energieersparnis von ca. 26.000 EUR
gewesen - ein Betrag, der niemals die Investition von 500.000 EUR erwirtschaften kann. Also ein krasser Verstoß
gegen das in der Wärmeschutzverordnung und auch in der folgenden Energieeinsparverordnung verankerte
Wirtschaftlichkeitsgebot. Eine krasse Fehlberatung, die den Kunden finanziell schädigt. 500.000 EUR könnten
mit 3 % verzinst in 40 Jahren zu 1.600.000 EUR anwachsen, was sollen da also die gegengerechneten 26.000 EUR?
Lernen Sie hier, wie man sich als Mieter / Miteigentümer einer Wohnungseigentümergemeinschaft WEG
gegen derartigen Betrug wehren kann. Auch wenn die Entscheider für diesen Schmarrn alle unter einer Decke stecken
und alle davon profitieren, Sie maximalst auszugrasen, bis Ihnen das Blut aus den Fingernägeln spritzt.
Doch was kam nun tatsächlich raus bei dieser sagenhaft umweltschützenden "energetischen Sanierung", die beim
Haus Tollenbrink Nr. 6 startete? Lesen Sie selbst die Vergleichszahlen zu den "unsanierten" Nachbarn Haus Nr. 2A und 4
gleicher Bauart, Belegung und Größe:
ö.b.u.v. Sachverständiger Prof. Dipl.-Ing. Jens Fehrenberg, Architekt, Hildesheim:
Heizkostenvergleich Tollenbrink 2A, 4, 6
| Jahr |
Haus 2A (9708 EA)
WFl. 3.202,00 qm |
Haus 4 (9780 EA)
WFl. 3.225, 48 qm |
Haus 6 (9780 EA)
WFl. 3.225,00 qm |
| 1976 |
Heizkosten in DM
29.446,49 |
Heizkosten in DM
27.855,45 |
Heizkosten in DM
28.523,57 |
| 1977 |
- |
- |
- |
| 1978 |
23.765,90 |
24.379,78 |
23.346,79 |
| 1979 |
34.119,99 |
35.331,99 |
35.378,28 |
| 1980 |
38.857,77 |
40.986,32 |
40.626,60 |
| 1981 |
40.268,02 |
41.100,58 |
39.905,14 |
| 1982 |
39.583,36 |
40.475,00 |
39.021,61 |
| 1983 |
39.465,98 |
40.466,67 |
38.555,07 |
| 1984 |
42.301,81 |
42.352,31 |
41.537,01 |
| 1985 |
42.749,69 |
42.926,77 |
44.192,36 |
| 1986 |
30.370,96 |
28.671,11 |
30.643,86 |
| 1987 |
25.962,99 |
23.926,83 |
25.954,98 |
| 1988 |
20.030,67 |
19.020,31 |
20.112,00 |
1989 |
19.660,33 |
19.039,61 |
(Einbau WDVS
mit 3 mm Kunststoffverblender
auf 4 cm Polystyrol)
19.990,37 |
| 1990 |
22.758,54 |
21.077,37 |
21.577,47 |
| 1991 |
27.426,12 |
24.602,03 |
24.935,90 |
| 1992 |
23.299,10 |
21.354,45 |
22.390,85 |
| 1993 |
24.081,03 |
22.130,89 |
23.672,19 |
| 1994 |
24.899,04 |
21.863,97 |
23.844,03 |
| 1995 |
23.079,03 |
20.570,53 |
22.980,84 |
| 1996 |
30.116,30 |
26.370,05 |
29.345,55 |
| 1997 |
25.829,28 |
23.340,53 |
25.626,22 |
| 1998 |
24.540,88 |
21.949,60 |
24.083,66 |
| 1999 |
22.534,02 |
20.716,21 |
22.874,82 |
| 2000 |
27.260,83 |
24.937,80 |
27.625,85 |
| 2001 |
33.577,00 |
32.434,00 |
35.998,00 |
| 2002 |
32.908,80 |
31.584,70 |
35.768,22 |
| 2003 |
33.204,58 |
33.105,81 |
34.247,60 |
| 2004 |
35.049,73 |
33.616,20 |
34.002,06 |
| 2005 |
37.797,55 |
36.788,79 |
38.137,16 |
Weitere Erläuterung der Tabelle

Wie Sie sehen, alle Bauwerke, egal ob gedämmt oder ungedämmt, verlaufen bezüglich Ihrer Heizkosten
nach wie vor etwa parallel. Beachten Sie: Gezeigt werden hier die Heizkosten, die eben je nach Einkaufspreis der Energie
und Winterkälte stark unterschiedlich ausfallen können, deswegen der "Paralellsprung". Und was auch erkennbar wird -
die gedämmte Bude (Mietpreiserhöhung!) verbraucht oft mehr Energie als die anderen, ganz im Gegensatz zu vor
der Dämmung. Danke, liebe Bundesregierung, für diese excessive Wirtschaftsförderung! Eine wahre Wohltat
für die darbenden Unternehmen! Da zahlt der tumbe Michel doch immer gerner mehr und mehr.
Und gleich noch eine Fehrenberg-Untersuchung hinterher:
Auch bei der hier grafisch zusammengefaßten Untersuchung dreier Großbauten in Hannover durch Prof.
Fehrenberg, Autor auch dieser Grafik, zeigt sich die energetische Unwirksamkeit von teurem Dämmstoffverbau im
Hinblick auf den Heizwärmebedarf. Die dunkelblaue Kurve zeigt die von +1 (oben) bis +9 (unten) gespiegelt
dargestellte Durchschnittstemperatur der Winterhalbjahre von 1988 bis 2001 (Quelle: Wetteramt Hannover). Die anderen
Kurven zeigen den Erdgasverbrauch der Bauwerke. Mit vertikalen Strichen und der Beischrift "San." wird der Zeitpunkt
zusätzlich aufgebrachter WDVS (türkis: 1995, magenta: 1996) dokumentiert. Dieser Vorgang bleibt
vergleichsweise ohne Beeinflussung des Energieverbrauchs. Nur kältere oder wärmere Winter beeinflussen
diesen - nicht mehr oder weniger WDVS, nicht mehr oder weniger Umsetzen der lobbyistenbedienenden WSVO/ENEV -
Wärmeschutzverordnung/ab 2002 Energieeinsparverordnung! Alles mehrmals publiziert.
Also: Lohnen sich Dämmstoffinvestitionen durch Verbau von Dämmstoffen wie z.B.
organische, keramische, natürliche oder mineralische Wärmedämmung wie (Werbe-Details vergleiche Herstellerinfomationen) PUR, EPS und XPS, Multipor, Neopor,
Styropor, Styrofoam und Styrodur, Rockwool und Isover, Foamglas, Dämmputz, Dämmanstrich, Dämmplatten, Wärmedämmschüttung, Gutex, Pavatex, Weichholzfaserplatten,
Calciumsilikatplatten / Kalziumsilikatplatten, Gipskarton, alukaschierte Luftpolster,
thermokeramische Anstriche mit ceramic bubbles, Thermolut, Kooltherm, Isofloc, Isocell (aus Zellulose-/Cellulose-/Altpapier-Flocken) und Thermofloc, Austrotherm, Linitherm,
Lobatherm und Homatherm, Thermolehm und Thermohanf, Porenziegel, Poroton, Thermoton, Bisotherm, Porotherm, Liapor, Blähton,
Blähziegel, Blähschiefer, Blähglas, Gasbeton, Porenbeton, Leichtbeton, Kalksandstein + WDVS, Seegras,
Schilfrohr, Schilfmatte, Schafwolle, Kuhdung, Adobe, Moos, Porenschwammm, Bärenfell, Ritterrüstung,
Eulengewöll, Daunenfeder, Baumwolle, Recyclat, Watte, Leinen, Sisal, Kork, Mäudreck, Hundekot,
Mückenschiß usw.usf. wirklich?
Die passende Lektüre für eine umfassende und kontroverse Aufklärung rund um den offiziellen Bauphysik-Beschiß
ist übrigens auch:
Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier: Richtig bauen. Bauphysik im Widerstreit + Mythos Bauphysik ==>
Braucht es nun tatsächlich Isolation, Isolierung und Wärmedämmung, Wärmedämmverbundsystem WDVS, Dämmtapete,
Kellerdeckendämmung, Kellerdecken-Dämmplatte, Perimeterdämmung vielleicht sogar mit Drainagewirkung im
Grundwasserbereich / wasserbeaufschlagten Bodenbereich, im Erdreich an erdberührten Bauteilen und vor den
Kellermauern auch als Abdichtung gegen Feuchtigkeit / Feuchte /drückende und stauende Nässe / Bodenfeuchte:
vor dem Fundament unter der Bodenplatte und auf dem Flachdach, Dämmschaum, Wärmeschutz und Vollwärmeschutz, Vollwärmedämmung,
Innendämmung, Dämmstoff, Dachdämmung, Dachbodendämmung, Wanddämmung, Fassadendämmung und Dämmfassade, Dämmschicht,
Einblasdämmung, Schüttdämmung, Kerndämmung, Mauerkerndämmung, nachträgliche
Hohlschichtdämmung, Hohlschichtverfüllung, Dämmung der Hohlschicht, Schalendämmung, Mauerschalendämmung,
Wandschalendämmung - oder genügt der vorsintflutliche Massivbau auch heute noch? Sie entscheiden - niemand sonst!!!
Als Extra-Zuckerstückchen für den herzallerliebsten
Dämmstoffaffen:
Die zumindest auch den leichtestgläubigen Laien und den dämmstoffvernarrtesten und k/U-Wert-hörigsten
"Experten" verblüffenden Meßergebnisse vom Institut für Bauphysik IBP der Fraunhofer-Gesellschaft,
erhoben an einer 25-Tage-Meßperiode im Januar 1983 (!!), durchschnittliche Außentemperatur 2,5 °C, unter
dem Projektleiter Dr.-Ing. H. Werner (Grafik Fischer nach vorliegenden Grafik-Daten des IBP):
Erläuterung der Grafik (Nur
Massivwand mit "schlechtestem" k(heute U)-Wert 0,46 ist ungedämmt - und verbraucht am wenigsten!)
Hier möchte ich meinen ungläubigen Lesern noch einen interessanten Fall aus meiner Energieberatung für
Aufgeweckte vorführen:
Das Ossi-Energiesparwunder
Ein unscheinbares Wohnungsbauserie-(WBS-)70-Hochhaus
aus guter alter Ostzonenzeit, wie es fast überall herumsteht:
Der mickrige Wandaufbau mit systemtypischer "Dreischichtplatte" aus Betonfertigteilen:
15 cm Tragschicht, 5 cm
auch noch 2008 ausweislich 2er Kernbohrungen (Angabe Besitzer) trockener Polystyroldämmung, 6 cm Wetterschutzschicht.
Insgesamt also lediglich 21 cm massive Bauteile. Das kommt schon in die Nähe des historischen
Skelettbaus/Riegelbaus: Das Fachwerkhaus.
Dazu perfekte Solarenergieabsorption durch die dunkle Wetterschutz-Waschbetonplatte, deren körnige Oberfläche
nicht nur besonders absorptionsfähig ist, sondern auch den konvektionsbedingten Energieabtrag mindert.
Die gleichsam profilierte Oberfläche bremst nämlich aus strömungstechnischen Gesichtspunkten
die Geschwindigkeit des anblasenden Windes und damit den Energieabtrag ab.
Obendrein verringert das optimale Grundflächen-Fassadenflächen-Verhältnis (A/V-Verhältnis)
eines Hochhauses die Wärmabgabe je Qudratmeter. Daß ein optimal nach den Himmelsrichtungen ausgerichtetes, unverschattetes und ideal
befenstertes Hochhaus besonders viel Solarenergie einfangen kann, kommt ja noch dazu.
Und dann der Gipfel der kapitalismusfeindlichen Ossi-Energiespartechnik, eindeutig gegen den Klassenfeind gerichtet und die Energie-Oligopolisten mit der Schlauheit der deutschen Arbeiterklasse bekämpfend:
Mit schönen DDR-Plattenheizkörpern einfachster und heiztechnisch bester Bauart, damit vorwiegend mit
Wärmestrahlung beheizt und in der Nachwendezeit mit Raumluft-Thermostat RLT ergänzt. Selbstverständlich mit
kostengünstiger und energetisch vorteilhafter offener Heizrohrführung -ein flinkes Systemohne die bekannten
Nachteile verputzter oder im Bodenestrich versteckter Heizrohrschlangen (Wandheizung, Fußbodenheizung), die neben
teuerer Rohrlängenmaximierung, unsinniger Ausheizung von gar nicht raumwirksamer Baumasse (es hätte ja nur eine warme
Wandoberfläche genügt!) thermisch träger und verzögerter Heizungsregelbarkeit auch mit hoher Havarieempfindlichkeit aufzuwarten weiß.
Die Heizenergie der Bude kommt als zentralistische Fernwärme daher. Von wegen jeder Genosse sein eigenes
verschroben-unsinniges Heizsystemchen mit Solaridiotie auf dem Dach und Erdwärmetauscher-Wärmepumpen in
Buddellöchern bis nach Australien (Fluchtgefahr!) aus der
Propagandaschwindelwerbung der Heizschlawinerindustrie - alles erwiesene Feinde der Arbeiter- und
Kolchosen/LPG-Bauernklasse. 10 kWh-Preis z.B. 2007: 0,65 EUR.
Fensteraustausch war schon 1999 (hat sich freilich nicht gerechnet, wieder mal auf die raffinierte Westpropaganda
reingefallen, das passiert ...), die Kellersockelwände wurden 2003 mit wenig Aufwand ca. 1,20 Meter hoch
nachträglich gedämmt, die Warmwasserbereitung wurde 2007 von der Heizung abgekoppelt und auf neu eingebaute
Durchlauferhitzer umgestellt.
Was kann man nun machen, um den Energieverbrauch noch weiter zu senken?
Die industriegesteuerten Energieberater kennen da nur eins:
Wärmedämmung bis zum Halskragen. Und zwar möglichst dicke Pakete synthetische Dämmfilze oder
Isolierschäume diverser Provenienzen. Kosten 110 EUR je Quadratmeter plus, plus, alle Beiarbeiten inklusive. Da
kommen schöne Beträge heraus für die ca. 4.000 qm Fassade (probieren Sie es doch einfach mal mit Kopfrechnen!).
Und die aus bauphysikalischen Gründen feuchtesaufen Fassadendämmungen sehen dann einem langsamen Vergammeln
entgegen, wie auf dieser Seite ja ausgiebigst vorgeführt und reich bebildert.
Nach der bauphysikalisch idiotischen und möglicherweise sogar absichtsvoll gefälschten
Wärmebedarfsberechnung gem. DIN / EnEV braucht so ein dünn gebautes Büdli unwahrscheinlich viel
Heizenergie und wird deswegen von dahergelaufenen Energieberatern und gewissenlosen EnEV-Fanatikern frech als
Energieschleuder beschimpft.

Der zweigeschoßige Flachbau, 2002 heiztechnisch an das Hochhaus angeschlossen.
Doch wie sieht denn die Realität in so einem unscheinbaren Massivplattenbau eigentlich aus, von der sich ein
Bauherr bitteschön viel lieber verführen lassen sollte, als von den regierungsamtlich vorgeschriebenen
Rechenutopien?
Hier der wahre Heizenergieverbrauch per Anno je Qudaratmeter, umgerechnet in Liter Heizöl (alle Angaben vom
Hausbesitzer, Adresse auf Anfrage):
1996: 11,16 Liter, 1997: Unterlagen nicht auffindbar, 1998: 8,91 Liter, 1999: 8,45 Liter, 2000: 7,35 Liter,
2001: 5,99 Liter, 2002: 6,36 Liter - ab diesem Jahr wird auch der angebaute Flachbau mit beheizt, 2003: 7,03 Liter, 2004: 6,64 Liter, 2005: 6,43 Liter, 2006: 6,19 Liter, ab 2007 ohne Warmwasserbereitung: 5,42 Liter.
Das unterschreitet den Neubau-Niedrigenergiehaus-Standard. Und mindert die wirtschaftlich vertretbaren
Energiesparinvestitionen ins Bodenlose. Wer da noch dämmt, ist selber schuld. Selbst der schon erfolgte Fensteraustausch
für 60.000 EUR bekommt aufgrund der damit (vielleicht!) erreichbaren Energiekostenersparnis eine Amortisationszeit
bis zum St. Nimmerleinstag. Alles, was zu tun bleibt, ist eine simple Optimierung des Heizungsbetriebs, um den immer
noch gegebenen Konvektionsanteil und damit die Lüftungswärmeverluste noch etwas weiter abzusenken - doch das
kost ja fast nix.
Hier die Grafik des Jahresverbrauchs je Quadratmeter geheizter Fläche, deren zunächst steil abfallende
Verbrauchskurve selbstverständlich auch den lokalen Verlauf der Winterdurchschnittstemperaturen repräsentiert:
Da muß es einen schon wundern, daß nach einer 2008er Frühjahrs-Umfrage der Deutschen
Energieagentur dena unter 3.500 Ausstellern von Energieausweisen sich über 52 Prozent der profi(t)mäßig
verblödeten Hausbesitzern für den utopischen "Bedarfsausweis" entschieden haben. Bei so viel Einfalt auf der
Kundenseite nimmt es wiederum nicht Wunder, daß die befragten Energieberater zu 90 Prozent mit stärker gefüllten Auftragsbüchern rechnen,
und über 50 Prozent meinen, daß durch ihren Ausweis der Modernisierungsmarkt belebt werde.
Ja, da haben wir ihn wieder, den deutschen Energiesparer:
Weltmeister in der Disziplin "Mit dem Schinken nach der Wurst werfen" bzw. "Saving the Penny, losing the Pound".
Was denken sich eigentlich die Leute, die den armen Bauherrn so frech vorschwindeln, mit Dämmung ließe
sich wirtschaftlich Heizenergie einsparen? Worauf stützen die sich - auf bisher unveröffentlichte Erfindungen?
Und wie ist da die Fachpresse vom Deutschen Architektenblatt bis zu werbeabhängigen Bauglanzmagazinen zu bewerten,
die doch vorwiegend den Dämmaposteln Gehör verschaffen? Ich sag dazu nix. Höchstens Ätsch.
Aus einer Untersuchung der "Stiftung Warentest" aus dem Jahr 2007 an einem Einfamilienhaus, Baujahr 1973, 150
Quadratmeter, 3.650 Liter Heizölverbrauch / Jahr ergibt sich vorbehaltlich aller Bedenken wg. überhöht
angesetzter / berechneter Ersparnispotentiale dank U-Wert-Berechnung folgender Unterschied bei der Beurteilung der
Wirtschaftlichkeit von sog. "Energiesparmaßnahmen (zitiert nach Susanne Dohrn: "Spechte, Milben, Schimmelpilze",
in: "Berliner Republik" 06/2008):
| Maßnahme |
Kosten EUR |
Berechnete Ersparnis / Jahr EUR |
Investitionslimit bei MNV
(Mehrkosten-Nutzen-Verhältnis) 12 (12 x Jahresersparnis) EUR |
Überschuß / Fehlbetrag EUR |
| Neue Heizung |
5.930 |
669,60 |
8.035,20 |
2.105,20 |
| Fassade dämmen |
15.020 |
788,60 |
9.463,20 |
-5.556,80 |
| Neue Fenster |
10.500 |
133,90 |
1.606,80 |
-8.893,20 |
Fazit: Zumindest die gravierende Unwirtschaftlichkeit der Fassadendämmung und des Fensteraustauschs stimmt
vollkommen überein mit allen meinen bisherigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen als EnEV-Sachverständiger im
Zusammenhang mit der Prüfung von Energieberatungsgutachten und Antragsverfahren gem. § 25 EnEV (Befreiung wg.
Unwirtschaftlichkeit der EnEV-Maßnahmen). Ein Hoch auf die Stiftung Warentest!
Da können einen die Beschwörungen von sogenannten Energieexperten wie beispielsweise ein gewisser Stefan
Lechtenböhmer vom für seine Energieeffizienzlereien einschlägig bekannten Wuppertal-Institut wahrlich
nur noch wundern:
"Die Mehrkosten für eine gute Wärmedämmung bei einer Sanierung sind nicht das Problem, die sind ja
bald über die eingesparten Heizkosten wieder drin. Aber die Sanierung selbst muüssen Sie sich erst einmal
leisten können. Kein Wunder, dass viele Hausbesitzer sielange aufschieben, auch wenn sie nach allen technischen
und wirtschaftlichen Kriterien fällig wäre."
Das klingt zumindest "wunderlich",wo doch jeder Depp an einem Finger ausrechnen kann, daß sich nachträgliche
Wärmedämmung an Altbauten sogut wie niemals durch Heizkostenensparungen gegenfinanzieren. 1 + 1 muß
man dafürallerdings schon zusammenrechnen können. Sonst fällt man auf den Wärmedämmschwindel
halt wie so trotzdem überraschend viele Hauseigentümer rein. Aber der depperte Deutsche bringt ja auch sein
Altauto lieber wg. "Prämie" zum Abwracken, anstelle es für wesentlich mehr Geld gewinnbringend noch
meistbietend zu verhöckern oder gar umweltsparend und klimaschützend noch ein paar Jährchen mit geringem
Wartngsaufwand weiterzufahren.
Und wie verhält sich eigentlich die Gesamtwirtschaftlichkeit eines Fassadensystems, wenn man eine längere
Zeitperiode betrachtet? Dirk Fanslau-Görlitz, Martin Pfeiffer, Janet Simon und Yasemin Wildebrand stellten sich
diese drängende Frage auch und geben in ihrem "Atlas - Bauen im Bestand", Verlagsges. Müller, 2008, im
Kapitel I.3: "Nachhaltige Modernisierung" auf Seite 59 eine Tabelle an, aus der die folgenden Kostendaten und
Instandsetzungszyklen für verschiedene Fassadensysteme bei Betrachtung einer Periode von 80 Jahren aufgeführt
werden. Dieses Buch kann als wahre Fundgrube bezeichnet werden, soweit man sich für Baukosten und
Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen gerade im Zusammenhang mit derzeit anstehenden Neubauten oder auch Sanierungen
interessiert.
Und wenn der schlaumeiernde Leser denkt, daß man ja die Instandhaltungszyklen fast nach Belieben
dehnen kann, nur das: Dann steigen halt die jeweils anfallenden Instandhaltungskosten entsprechend. Vielleicht sogar
exponential, also um ein Mehrfaches.
Hier nun ein wohl mehr als aufschlußreicher Auszug aus der aufschlußreichen Tabelle, die auf einer
entsprechende Untersuchung des Instituts für Bauforschung e.V. IFB in Hannover (Erklärte Ziele u.a.:
Kostengünstiges Planen, Bauen und Betreiben) aus dem Jahre 2001 aufbaut:
Tabelle I.45:
Instandsetzungsintervalle und Instandsetzungskosten ausgewählter Bauteile im Wohnungsbau [Auszug]
| Bauteil, Art der Leistung |
Instand-
setzungs-
intervall |
Kosten |
Jahre |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Kosten nach 80 Jahren
[inkl. Neben-
kosten + Ust
Inflation 2%] |
Kosten im
Jahresdurch-
schnitt |
| Außenwände |
[Jahre] |
[EUR/m²] |
5 |
10 |
15 |
20 |
25 |
30 |
35 |
40 |
45 |
50 |
55 |
60 |
65 |
70 |
75 |
80 |
[EUR/m²] |
[EUR/m²] |
| Außenwand mit Verblendmauerwerk |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
284,73 |
3,56 |
| Verfugung ausbessern |
20 |
7,67 |
. |
. |
. |
x |
. |
. |
. |
x |
. |
. |
. |
x |
. |
. |
. |
x |
89,10 |
1,11 |
| Gerüstvorhaltung |
20 |
7,67 |
. |
. |
. |
x |
. |
. |
. |
x |
. |
. |
. |
x |
. |
. |
. |
x |
89,10 |
1,11 |
| Mauerwerk säubern |
40 |
15,34 |
. |
. |
. |
. |
. |
. |
. |
x |
. |
. |
. |
. |
. |
. |
. |
x |
106,53 |
1,33 |
| Außenwand mit Standardputz (mit Anstrich) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
566,36 |
7,08 |
| Neuer Anstrich |
15 |
25,56 |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
333,09 |
4,16 |
| Putzausbesserung |
15 |
10,23 |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
133,32 |
1,67 |
| Gerüstvorhaltung |
15 |
7,67 |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
. |
x |
. |
99,95 |
1,25 |
| Außenwand aus Holzständerwerk mit Holzschalung |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
650,47 |
8,13 |
| Streichen |
5 |
5,11 |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
205,92 |
2,57 |
| Gerüstvorhaltung |
5 |
7,67 |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
309,63 |
3,87 |
| neue Holzschalung |
50 |
51,13 |
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x |
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134,92 |
1,69 |
| Außenwand mit Wärmedämm-Verbundsystem |
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1.314,05 |
16,43 |
| Reinigung und Pflege |
5 |
7,67 |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
309,63 |
3,87 |
| Gerüstvorhaltung |
5 |
7,67 |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
x |
309,63 |
3,87 |
| Putzausbesserung |
10 |
7,67 |
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x |
. |
x |
. |
x |
. |
x |
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x |
. |
x |
. |
x |
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x |
162,21 |
2,03 |
| Neues WDVS |
40 |
76,69 |
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x |
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x |
532,58 |
6,66 |
Nun soll mir mal ein Planer oder Energieberater erklären, wie sich das grottige WDVS-Ergebnis in der oberen Tabelle
mit dem Umweltschutz, dem Klimaschutz, der Energieeinsparung und vor allem der Wirtschaftlichkeit verträgt? Ist es
angesichts dieser wissenschaftlich erhobenen Daten nicht geradezu ein abscheulicher Betrug, unkundigen und vertrauensseligen
Bauherren weiszumachen, daß WDVS zu großen Vorteilen führe? Und selbst der dickste KfW-Zuschuß - von den
mickrigen Zinsvorteilen gar nicht zu reden - kann die hier wohl jedem Deppen auf den ersten Blick sichtbare
Unwirtschaftlichkeit der WDVS-Bauweise jemals heilen. Geschweige denn die selbst gemäß DIN und EnEV "regelrechte"
Ermittlung der Heizkostenersparnis als Grundlage der Anfangsinvestition in ein Wärmedämmverbundsystem. Und aufgepaßt:
Ein Bauherr kann wohl mit Fug und Recht erwarten, daß sein studierter Planer und auch sein zertifizierter
Energieberater die einschlägige Fachliteratur zum Thema beherrscht und seinen Bauherrn deswegen auf Basis
gesicherter Erkenntnis vollumfänglich auch wirtschaftlich korrekt berät! Wenn nicht? Das ist dann eine
Frage für die Gerichte ...
DSB e.V. - Ein Dämmstoffmärchen (Fehrenbergs Daten, nach Kostenunterschieden ausgewertet in
"Familienheim und Garten", Deutscher Siedlerbund)
Typische Bauschäden an WDVS: Rißbildung, Blasenbildung, Schimmel- und Algenwuchs, Absaufen - aus der Praxis
Warum Dämmung gar nichts nützt
Hier können Sie im Detail nachprüfen, wie Umweltminister Siegmar Gabriel (in Fachkreisen als
"Ökoschmerzbengel" verschrieen) mit seiner durch nichts belegbaren, aber lobbyistenfreundlichen "Meinung"
der Bevölkerung weismacht, daß durch Dämmung was zu sparen wäre: Hammerharte statistische Energieverbrauchsdaten!
Kontroverse Fachliteratur und nützliche Produkte rund ums Energiesparen, den Schimmelpilz, die Feuchteproblematik und die Altbausanierung

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