Konrad Fischer: Altbauten kostengünstig sanieren Konrad Fischer
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7.7.08: WirtschaftsWoche Interview Konrad Fischer: Wirtschaftswoche: Konrad Fischer Interview 'Perfekte Altbauten'"Perfekte Altbauten" - Siehe Bild-Klick rechts ==>
Aggen, Meier + Fischer in der WELT am Sonntag/WAMS 2.3.08: "Der Schimmel breitet sich wieder aus - Starke Dämmung in Neubauten + falsches Lüften führen zu Parasitenbefall"
+ DIE WELT 20.3.08: :"Teure Dämmung lohnt oft nicht - Klimaschutz: Eigenheimbesitzer können EnEV-Befreiung erwirken"
Dipl.-Ing. Architekt Gerhard Bolten: "Wärmedämmverbundsysteme - Ein Konflikt zwischen Aestetik, Bauphysik und Ökologie?" - Eine sachverständige Streitschrift



Energiesparen im Altbau ohne Fassadendämmung, Dämmstoff, Dachdämmung, Wärmedämmung, Wärmedämmverbundsystem WDVS

Wärmedämmung / Wärmedämmverbundsystem / WDVS ja oder nein?

Oder:

Wie dämmen Dämmstoffe? - Teil 2

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Grüß Gott und herzlich willkommen! Schön, daß Sie hier gelandet sind.












Hier erhalten Sie ausnahmsweise echte Daten:

Universitätsinstitutionalisierte "Wärmeschutzexperten" empfahlen einer Hannoveraner Wobau (Wohnungsbaugesellschaft), ihrer Wohnblöcke mit einem kunststoffverblendeten WDVS aus 4 cm Polystyrol zu "sanieren": "Die Ersparnis von 65.000 Liter Rohöl in 40 Jahren stellt eine sinnvolle Investition in eine lebenswerte Umwelt dar." Gut gesagt, wo doch die Lebensdauer solcher Dämmsysteme normalerweise mit nur 20 Jahren prognostiziert wird, eine Zeitdauer, die jedoch viele WDVSe gar nicht erreichen und lange vorher wg. Auffeuchtung und Abfrostung von der Fassade fallen oder abgerissen werden müssen.

Bei einem Ölpreis von 0,25 EUR im Jahr 1989 wäre das eine rechnerische Energieersparnis von ca. 26.000 EUR gewesen - ein Betrag, der niemals die Investition von 500.000 EUR erwirtschaften kann. Also ein krasser Verstoß gegen das in der Wärmeschutzverordnung und auch in der folgenden Energieeinsparverordnung verankerte Wirtschaftlichkeitsgebot. Eine krasse Fehlberatung, die den Kunden finanziell schädigt. 500.000 EUR könnten mit 3 % verzinst in 40 Jahren zu 1.600.000 EUR anwachsen, was sollen da also die gegengerechneten 26.000 EUR?

Lernen Sie hier, wie man sich als Mieter / Miteigentümer einer Wohnungseigentümergemeinschaft WEG gegen derartigen Betrug wehren kann. Auch wenn die Entscheider für diesen Schmarrn alle unter einer Decke stecken und alle davon profitieren, Sie maximalst auszugrasen, bis Ihnen das Blut aus den Fingernägeln spritzt.

Doch was kam nun tatsächlich raus bei dieser sagenhaft umweltschützenden "energetischen Sanierung", die beim Haus Tollenbrink Nr. 6 startete? Lesen Sie selbst die Vergleichszahlen zu den "unsanierten" Nachbarn Haus Nr. 2A und 4 gleicher Bauart, Belegung und Größe:

ö.b.u.v. Sachverständiger Prof. Dipl.-Ing. Jens Fehrenberg, Architekt, Hildesheim:
Heizkostenvergleich Tollenbrink 2A, 4, 6

Jahr Haus 2A (9708 EA)
WFl. 3.202,00 qm
Haus 4 (9780 EA)
WFl. 3.225, 48 qm
Haus 6 (9780 EA)
WFl. 3.225,00 qm
1976 Heizkosten in DM
29.446,49
Heizkosten in DM
27.855,45
Heizkosten in DM
28.523,57
1977 - - -
1978 23.765,90 24.379,78 23.346,79
1979 34.119,99 35.331,99 35.378,28
1980 38.857,77 40.986,32 40.626,60
1981 40.268,02 41.100,58 39.905,14
1982 39.583,36 40.475,00 39.021,61
1983 39.465,98 40.466,67 38.555,07
1984 42.301,81 42.352,31 41.537,01
1985 42.749,69 42.926,77 44.192,36
1986 30.370,96 28.671,11 30.643,86
1987 25.962,99 23.926,83 25.954,98
1988 20.030,67 19.020,31 20.112,00



1989



19.660,33



19.039,61
(Einbau WDVS
mit 3 mm Kunststoffverblender
auf 4 cm Polystyrol)
19.990,37
1990 22.758,54 21.077,37 21.577,47
1991 27.426,12 24.602,03 24.935,90
1992 23.299,10 21.354,45 22.390,85
1993 24.081,03 22.130,89 23.672,19
1994 24.899,04 21.863,97 23.844,03
1995 23.079,03 20.570,53 22.980,84
1996 30.116,30 26.370,05 29.345,55
1997 25.829,28 23.340,53 25.626,22
1998 24.540,88 21.949,60 24.083,66
1999 22.534,02 20.716,21 22.874,82
2000 27.260,83 24.937,80 27.625,85
2001 33.577,00 32.434,00 35.998,00
2002 32.908,80 31.584,70 35.768,22
2003 33.204,58 33.105,81 34.247,60
2004 35.049,73 33.616,20 34.002,06
2005 37.797,55 36.788,79 38.137,16

Weitere Erläuterung der Tabelle

Fehrenberg Tollenbrink Heizkostenvergleich vor und nach Fassadendömmung WDVS

Wie Sie sehen, alle Bauwerke, egal ob gedämmt oder ungedämmt, verlaufen bezüglich Ihrer Heizkosten nach wie vor etwa parallel. Beachten Sie: Gezeigt werden hier die Heizkosten, die eben je nach Einkaufspreis der Energie und Winterkälte stark unterschiedlich ausfallen können, deswegen der "Paralellsprung". Und was auch erkennbar wird - die gedämmte Bude (Mietpreiserhöhung!) verbraucht oft mehr Energie als die anderen, ganz im Gegensatz zu vor der Dämmung. Danke, liebe Bundesregierung, für diese excessive Wirtschaftsförderung! Eine wahre Wohltat für die darbenden Unternehmen! Da zahlt der tumbe Michel doch immer gerner mehr und mehr.

Und gleich noch eine Fehrenberg-Untersuchung hinterher:

Fehrenberg Untersuchung Großbauten Hannover Energieverbrauch vor und nach Dämmung und Durchschnittstemperatur Heizperiode Auch bei der hier grafisch zusammengefaßten Untersuchung dreier Großbauten in Hannover durch Prof. Fehrenberg, Autor auch dieser Grafik, zeigt sich die energetische Unwirksamkeit von teurem Dämmstoffverbau im Hinblick auf den Heizwärmebedarf. Die dunkelblaue Kurve zeigt die von +1 (oben) bis +9 (unten) gespiegelt dargestellte Durchschnittstemperatur der Winterhalbjahre von 1988 bis 2001 (Quelle: Wetteramt Hannover). Die anderen Kurven zeigen den Erdgasverbrauch der Bauwerke. Mit vertikalen Strichen und der Beischrift "San." wird der Zeitpunkt zusätzlich aufgebrachter WDVS (türkis: 1995, magenta: 1996) dokumentiert. Dieser Vorgang bleibt vergleichsweise ohne Beeinflussung des Energieverbrauchs. Nur kältere oder wärmere Winter beeinflussen diesen - nicht mehr oder weniger WDVS, nicht mehr oder weniger Umsetzen der lobbyistenbedienenden WSVO/ENEV - Wärmeschutzverordnung/ab 2002 Energieeinsparverordnung! Alles mehrmals publiziert.

Also: Lohnen sich Dämmstoffinvestitionen durch Verbau von Dämmstoffen wie z.B. organische, keramische, natürliche oder mineralische Wärmedämmung wie (Werbe-Details vergleiche Herstellerinfomationen) PUR, EPS und XPS, Multipor, Neopor, Styropor, Styrofoam und Styrodur, Rockwool und Isover, Foamglas, Dämmputz, Dämmanstrich, Dämmplatten, Wärmedämmschüttung, Gutex, Pavatex, Weichholzfaserplatten, Calciumsilikatplatten / Kalziumsilikatplatten, Gipskarton, alukaschierte Luftpolster, thermokeramische Anstriche mit ceramic bubbles, Thermolut, Kooltherm, Isofloc, Isocell (aus Zellulose-/Cellulose-/Altpapier-Flocken) und Thermofloc, Austrotherm, Linitherm, Lobatherm und Homatherm, Thermolehm und Thermohanf, Porenziegel, Poroton, Thermoton, Bisotherm, Porotherm, Liapor, Blähton, Blähziegel, Blähschiefer, Blähglas, Gasbeton, Porenbeton, Leichtbeton, Kalksandstein + WDVS, Seegras, Schilfrohr, Schilfmatte, Schafwolle, Kuhdung, Adobe, Moos, Porenschwammm, Bärenfell, Ritterrüstung, Eulengewöll, Daunenfeder, Baumwolle, Recyclat, Watte, Leinen, Sisal, Kork, Mäudreck, Hundekot, Mückenschiß usw.usf. wirklich?



Die passende Lektüre für eine umfassende und kontroverse Aufklärung rund um den offiziellen Bauphysik-Beschiß ist übrigens auch:

Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier: Richtig bauen. Bauphysik im Widerstreit + Mythos Bauphysik ==>

Braucht es nun tatsächlich Isolation, Isolierung und Wärmedämmung, Wärmedämmverbundsystem WDVS, Dämmtapete, Kellerdeckendämmung, Kellerdecken-Dämmplatte, Perimeterdämmung vielleicht sogar mit Drainagewirkung im Grundwasserbereich / wasserbeaufschlagten Bodenbereich, im Erdreich an erdberührten Bauteilen und vor den Kellermauern auch als Abdichtung gegen Feuchtigkeit / Feuchte /drückende und stauende Nässe / Bodenfeuchte: vor dem Fundament unter der Bodenplatte und auf dem Flachdach, Dämmschaum, Wärmeschutz und Vollwärmeschutz, Vollwärmedämmung, Innendämmung, Dämmstoff, Dachdämmung, Dachbodendämmung, Wanddämmung, Fassadendämmung und Dämmfassade, Dämmschicht, Einblasdämmung, Schüttdämmung, Kerndämmung, Mauerkerndämmung, nachträgliche Hohlschichtdämmung, Hohlschichtverfüllung, Dämmung der Hohlschicht, Schalendämmung, Mauerschalendämmung, Wandschalendämmung - oder genügt der vorsintflutliche Massivbau auch heute noch? Sie entscheiden - niemand sonst!!!

Als Extra-Zuckerstückchen für den herzallerliebsten Dämmstoffaffen:

Die zumindest auch den leichtestgläubigen Laien und den dämmstoffvernarrtesten und k/U-Wert-hörigsten "Experten" verblüffenden Meßergebnisse vom Institut für Bauphysik IBP der Fraunhofer-Gesellschaft, erhoben an einer 25-Tage-Meßperiode im Januar 1983 (!!), durchschnittliche Außentemperatur 2,5 °C, unter dem Projektleiter Dr.-Ing. H. Werner (Grafik Fischer nach vorliegenden Grafik-Daten des IBP):

Erläuterung der Grafik (Nur Massivwand mit "schlechtestem" k(heute U)-Wert 0,46 ist ungedämmt - und verbraucht am wenigsten!)

Hier möchte ich meinen ungläubigen Lesern noch einen interessanten Fall aus meiner Energieberatung für Aufgeweckte vorführen:

Das Ossi-Energiesparwunder

Ein unscheinbares Wohnungsbauserie-(WBS-)70-Hochhaus aus guter alter Ostzonenzeit, wie es fast überall herumsteht:

Plattenbau Hochhaus Wohnungsbauserie WBS 70 DDR Der mickrige Wandaufbau mit systemtypischer "Dreischichtplatte" aus Betonfertigteilen:

15 cm Tragschicht, 5 cm auch noch 2008 ausweislich 2er Kernbohrungen (Angabe Besitzer) trockener Polystyroldämmung, 6 cm Wetterschutzschicht.

Insgesamt also lediglich 21 cm massive Bauteile. Das kommt schon in die Nähe des historischen Skelettbaus/Riegelbaus: Das Fachwerkhaus.

Dazu perfekte Solarenergieabsorption durch die dunkle Wetterschutz-Waschbetonplatte, deren körnige Oberfläche nicht nur besonders absorptionsfähig ist, sondern auch den konvektionsbedingten Energieabtrag mindert.

Die gleichsam profilierte Oberfläche bremst nämlich aus strömungstechnischen Gesichtspunkten die Geschwindigkeit des anblasenden Windes und damit den Energieabtrag ab.

Obendrein verringert das optimale Grundflächen-Fassadenflächen-Verhältnis (A/V-Verhältnis) eines Hochhauses die Wärmabgabe je Qudratmeter. Daß ein optimal nach den Himmelsrichtungen ausgerichtetes, unverschattetes und ideal befenstertes Hochhaus besonders viel Solarenergie einfangen kann, kommt ja noch dazu.

Und dann der Gipfel der kapitalismusfeindlichen Ossi-Energiespartechnik, eindeutig gegen den Klassenfeind gerichtet und die Energie-Oligopolisten mit der Schlauheit der deutschen Arbeiterklasse bekämpfend:

Plattenheizkörper DDR Mit schönen DDR-Plattenheizkörpern einfachster und heiztechnisch bester Bauart, damit vorwiegend mit Wärmestrahlung beheizt und in der Nachwendezeit mit Raumluft-Thermostat RLT ergänzt. Selbstverständlich mit kostengünstiger und energetisch vorteilhafter offener Heizrohrführung -ein flinkes Systemohne die bekannten Nachteile verputzter oder im Bodenestrich versteckter Heizrohrschlangen (Wandheizung, Fußbodenheizung), die neben teuerer Rohrlängenmaximierung, unsinniger Ausheizung von gar nicht raumwirksamer Baumasse (es hätte ja nur eine warme Wandoberfläche genügt!) thermisch träger und verzögerter Heizungsregelbarkeit auch mit hoher Havarieempfindlichkeit aufzuwarten weiß.

Die Heizenergie der Bude kommt als zentralistische Fernwärme daher. Von wegen jeder Genosse sein eigenes verschroben-unsinniges Heizsystemchen mit Solaridiotie auf dem Dach und Erdwärmetauscher-Wärmepumpen in Buddellöchern bis nach Australien (Fluchtgefahr!) aus der Propagandaschwindelwerbung der Heizschlawinerindustrie - alles erwiesene Feinde der Arbeiter- und Kolchosen/LPG-Bauernklasse. 10 kWh-Preis z.B. 2007: 0,65 EUR.

Fensteraustausch war schon 1999 (hat sich freilich nicht gerechnet, wieder mal auf die raffinierte Westpropaganda reingefallen, das passiert ...), die Kellersockelwände wurden 2003 mit wenig Aufwand ca. 1,20 Meter hoch nachträglich gedämmt, die Warmwasserbereitung wurde 2007 von der Heizung abgekoppelt und auf neu eingebaute Durchlauferhitzer umgestellt.

Was kann man nun machen, um den Energieverbrauch noch weiter zu senken?

Die industriegesteuerten Energieberater kennen da nur eins:

Wärmedämmung bis zum Halskragen. Und zwar möglichst dicke Pakete synthetische Dämmfilze oder Isolierschäume diverser Provenienzen. Kosten 110 EUR je Quadratmeter plus, plus, alle Beiarbeiten inklusive. Da kommen schöne Beträge heraus für die ca. 4.000 qm Fassade (probieren Sie es doch einfach mal mit Kopfrechnen!).

Und die aus bauphysikalischen Gründen feuchtesaufen Fassadendämmungen sehen dann einem langsamen Vergammeln entgegen, wie auf dieser Seite ja ausgiebigst vorgeführt und reich bebildert.

Nach der bauphysikalisch idiotischen und möglicherweise sogar absichtsvoll gefälschten Wärmebedarfsberechnung gem. DIN / EnEV braucht so ein dünn gebautes Büdli unwahrscheinlich viel Heizenergie und wird deswegen von dahergelaufenen Energieberatern und gewissenlosen EnEV-Fanatikern frech als Energieschleuder beschimpft.

Flachdach-Plattenbau
Der zweigeschoßige Flachbau, 2002 heiztechnisch an das Hochhaus angeschlossen.

Doch wie sieht denn die Realität in so einem unscheinbaren Massivplattenbau eigentlich aus, von der sich ein Bauherr bitteschön viel lieber verführen lassen sollte, als von den regierungsamtlich vorgeschriebenen Rechenutopien?



Hier der wahre Heizenergieverbrauch per Anno je Qudaratmeter, umgerechnet in Liter Heizöl (alle Angaben vom Hausbesitzer, Adresse auf Anfrage):

1996: 11,16 Liter, 1997: Unterlagen nicht auffindbar, 1998: 8,91 Liter, 1999: 8,45 Liter, 2000: 7,35 Liter, 2001: 5,99 Liter, 2002: 6,36 Liter - ab diesem Jahr wird auch der angebaute Flachbau mit beheizt, 2003: 7,03 Liter, 2004: 6,64 Liter, 2005: 6,43 Liter, 2006: 6,19 Liter, ab 2007 ohne Warmwasserbereitung: 5,42 Liter.

Das unterschreitet den Neubau-Niedrigenergiehaus-Standard. Und mindert die wirtschaftlich vertretbaren Energiesparinvestitionen ins Bodenlose. Wer da noch dämmt, ist selber schuld. Selbst der schon erfolgte Fensteraustausch für 60.000 EUR bekommt aufgrund der damit (vielleicht!) erreichbaren Energiekostenersparnis eine Amortisationszeit bis zum St. Nimmerleinstag. Alles, was zu tun bleibt, ist eine simple Optimierung des Heizungsbetriebs, um den immer noch gegebenen Konvektionsanteil und damit die Lüftungswärmeverluste noch etwas weiter abzusenken - doch das kost ja fast nix.

Hier die Grafik des Jahresverbrauchs je Quadratmeter geheizter Fläche, deren zunächst steil abfallende Verbrauchskurve selbstverständlich auch den lokalen Verlauf der Winterdurchschnittstemperaturen repräsentiert:

Heizenergieverbrauch WBS-70 Plattenbau-Hochhaus
Da muß es einen schon wundern, daß nach einer 2008er Frühjahrs-Umfrage der Deutschen Energieagentur dena unter 3.500 Ausstellern von Energieausweisen sich über 52 Prozent der profi(t)mäßig verblödeten Hausbesitzern für den utopischen "Bedarfsausweis" entschieden haben. Bei so viel Einfalt auf der Kundenseite nimmt es wiederum nicht Wunder, daß die befragten Energieberater zu 90 Prozent mit stärker gefüllten Auftragsbüchern rechnen, und über 50 Prozent meinen, daß durch ihren Ausweis der Modernisierungsmarkt belebt werde.

Ja, da haben wir ihn wieder, den deutschen Energiesparer:

Weltmeister in der Disziplin "Mit dem Schinken nach der Wurst werfen" bzw. "Saving the Penny, losing the Pound".

Was denken sich eigentlich die Leute, die den armen Bauherrn so frech vorschwindeln, mit Dämmung ließe sich wirtschaftlich Heizenergie einsparen? Worauf stützen die sich - auf bisher unveröffentlichte Erfindungen?

Und wie ist da die Fachpresse vom Deutschen Architektenblatt bis zu werbeabhängigen Bauglanzmagazinen zu bewerten, die doch vorwiegend den Dämmaposteln Gehör verschaffen? Ich sag dazu nix. Höchstens Ätsch.



Aus einer Untersuchung der "Stiftung Warentest" aus dem Jahr 2007 an einem Einfamilienhaus, Baujahr 1973, 150 Quadratmeter, 3.650 Liter Heizölverbrauch / Jahr ergibt sich vorbehaltlich aller Bedenken wg. überhöht angesetzter / berechneter Ersparnispotentiale dank U-Wert-Berechnung folgender Unterschied bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von sog. "Energiesparmaßnahmen (zitiert nach Susanne Dohrn: "Spechte, Milben, Schimmelpilze", in: "Berliner Republik" 06/2008):

Maßnahme Kosten EUR Berechnete Ersparnis / Jahr EUR Investitionslimit bei MNV
(Mehrkosten-Nutzen-Verhältnis) 12 (12 x Jahresersparnis) EUR
Überschuß / Fehlbetrag EUR
Neue Heizung 5.930 669,60 8.035,20 2.105,20
Fassade dämmen 15.020 788,60 9.463,20 -5.556,80
Neue Fenster 10.500 133,90 1.606,80 -8.893,20


Fazit: Zumindest die gravierende Unwirtschaftlichkeit der Fassadendämmung und des Fensteraustauschs stimmt vollkommen überein mit allen meinen bisherigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen als EnEV-Sachverständiger im Zusammenhang mit der Prüfung von Energieberatungsgutachten und Antragsverfahren gem. § 25 EnEV (Befreiung wg. Unwirtschaftlichkeit der EnEV-Maßnahmen). Ein Hoch auf die Stiftung Warentest!

Da können einen die Beschwörungen von sogenannten Energieexperten wie beispielsweise ein gewisser Stefan Lechtenböhmer vom für seine Energieeffizienzlereien einschlägig bekannten Wuppertal-Institut wahrlich nur noch wundern:

"Die Mehrkosten für eine gute Wärmedämmung bei einer Sanierung sind nicht das Problem, die sind ja bald über die eingesparten Heizkosten wieder drin. Aber die Sanierung selbst muüssen Sie sich erst einmal leisten können. Kein Wunder, dass viele Hausbesitzer sielange aufschieben, auch wenn sie nach allen technischen und wirtschaftlichen Kriterien fällig wäre."

Das klingt zumindest "wunderlich",wo doch jeder Depp an einem Finger ausrechnen kann, daß sich nachträgliche Wärmedämmung an Altbauten sogut wie niemals durch Heizkostenensparungen gegenfinanzieren. 1 + 1 muß man dafürallerdings schon zusammenrechnen können. Sonst fällt man auf den Wärmedämmschwindel halt wie so trotzdem überraschend viele Hauseigentümer rein. Aber der depperte Deutsche bringt ja auch sein Altauto lieber wg. "Prämie" zum Abwracken, anstelle es für wesentlich mehr Geld gewinnbringend noch meistbietend zu verhöckern oder gar umweltsparend und klimaschützend noch ein paar Jährchen mit geringem Wartngsaufwand weiterzufahren.

Und wie verhält sich eigentlich die Gesamtwirtschaftlichkeit eines Fassadensystems, wenn man eine längere Zeitperiode betrachtet? Dirk Fanslau-Görlitz, Martin Pfeiffer, Janet Simon und Yasemin Wildebrand stellten sich diese drängende Frage auch und geben in ihrem "Atlas - Bauen im Bestand", Verlagsges. Müller, 2008, im Kapitel I.3: "Nachhaltige Modernisierung" auf Seite 59 eine Tabelle an, aus der die folgenden Kostendaten und Instandsetzungszyklen für verschiedene Fassadensysteme bei Betrachtung einer Periode von 80 Jahren aufgeführt werden. Dieses Buch kann als wahre Fundgrube bezeichnet werden, soweit man sich für Baukosten und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen gerade im Zusammenhang mit derzeit anstehenden Neubauten oder auch Sanierungen interessiert.

Und wenn der schlaumeiernde Leser denkt, daß man ja die Instandhaltungszyklen fast nach Belieben dehnen kann, nur das: Dann steigen halt die jeweils anfallenden Instandhaltungskosten entsprechend. Vielleicht sogar exponential, also um ein Mehrfaches.


Hier nun ein wohl mehr als aufschlußreicher Auszug aus der aufschlußreichen Tabelle, die auf einer entsprechende Untersuchung des Instituts für Bauforschung e.V. IFB in Hannover (Erklärte Ziele u.a.: Kostengünstiges Planen, Bauen und Betreiben) aus dem Jahre 2001 aufbaut:

Tabelle I.45:
Instandsetzungsintervalle und Instandsetzungskosten ausgewählter Bauteile im Wohnungsbau [Auszug]
Bauteil, Art der Leistung Instand-
setzungs-
intervall
Kosten Jahre Kosten nach 80 Jahren
[inkl. Neben-
kosten + Ust
Inflation 2%]
Kosten im
Jahresdurch-
schnitt
Außenwände [Jahre] [EUR/m²] 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 [EUR/m²] [EUR/m²]
Außenwand mit Verblendmauerwerk 284,73 3,56
Verfugung ausbessern 20 7,67 . . . x . . . x . . . x . . . x 89,10 1,11
Gerüstvorhaltung 20 7,67 . . . x . . . x . . . x . . . x 89,10 1,11
Mauerwerk säubern 40 15,34 . . . . . . . x . . . . . . . x 106,53 1,33
Außenwand mit Standardputz (mit Anstrich) 566,36 7,08
Neuer Anstrich 15 25,56 . . x . . x . . x . . x . . x . 333,09 4,16
Putzausbesserung 15 10,23 . . x . . x . . x . . x . . x . 133,32 1,67
Gerüstvorhaltung 15 7,67 . . x . . x . . x . . x . . x . 99,95 1,25
Außenwand aus Holzständerwerk mit Holzschalung 650,47 8,13
Streichen 5 5,11 x x x x x x x x x x x x x x x x 205,92 2,57
Gerüstvorhaltung 5 7,67 x x x x x x x x x x x x x x x x 309,63 3,87
neue Holzschalung 50 51,13 . . . . . . . . . x . . . . . . 134,92 1,69
Außenwand mit Wärmedämm-Verbundsystem 1.314,05 16,43
Reinigung und Pflege 5 7,67 x x x x x x x x x x x x x x x x 309,63 3,87
Gerüstvorhaltung 5 7,67 x x x x x x x x x x x x x x x x 309,63 3,87
Putzausbesserung 10 7,67 . x . x . x . x . x . x . x . x 162,21 2,03
Neues WDVS 40 76,69 . . . . . . . x . . . . . . . x 532,58 6,66


Nun soll mir mal ein Planer oder Energieberater erklären, wie sich das grottige WDVS-Ergebnis in der oberen Tabelle mit dem Umweltschutz, dem Klimaschutz, der Energieeinsparung und vor allem der Wirtschaftlichkeit verträgt? Ist es angesichts dieser wissenschaftlich erhobenen Daten nicht geradezu ein abscheulicher Betrug, unkundigen und vertrauensseligen Bauherren weiszumachen, daß WDVS zu großen Vorteilen führe? Und selbst der dickste KfW-Zuschuß - von den mickrigen Zinsvorteilen gar nicht zu reden - kann die hier wohl jedem Deppen auf den ersten Blick sichtbare Unwirtschaftlichkeit der WDVS-Bauweise jemals heilen. Geschweige denn die selbst gemäß DIN und EnEV "regelrechte" Ermittlung der Heizkostenersparnis als Grundlage der Anfangsinvestition in ein Wärmedämmverbundsystem. Und aufgepaßt: Ein Bauherr kann wohl mit Fug und Recht erwarten, daß sein studierter Planer und auch sein zertifizierter Energieberater die einschlägige Fachliteratur zum Thema beherrscht und seinen Bauherrn deswegen auf Basis gesicherter Erkenntnis vollumfänglich auch wirtschaftlich korrekt berät! Wenn nicht? Das ist dann eine Frage für die Gerichte ...

DSB e.V. - Ein Dämmstoffmärchen (Fehrenbergs Daten, nach Kostenunterschieden ausgewertet in "Familienheim und Garten", Deutscher Siedlerbund)

Typische Bauschäden an WDVS: Rißbildung, Blasenbildung, Schimmel- und Algenwuchs, Absaufen - aus der Praxis

Warum Dämmung gar nichts nützt

Hier können Sie im Detail nachprüfen, wie Umweltminister Siegmar Gabriel (in Fachkreisen als "Ökoschmerzbengel" verschrieen) mit seiner durch nichts belegbaren, aber lobbyistenfreundlichen "Meinung" der Bevölkerung weismacht, daß durch Dämmung was zu sparen wäre: Hammerharte statistische Energieverbrauchsdaten!

Kontroverse Fachliteratur und nützliche Produkte rund ums Energiesparen, den Schimmelpilz, die Feuchteproblematik und die Altbausanierung







Energiesparen im Altbau ohne Fassadendämmung, Dämmstoff, Dachdämmung, Wärmedämmung, Wärmedämmverbundsystem WDVS


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