"Zum Fegfeuer" Der etwas andere Klosterladen

Klimalügen, Energiesparschwindel und Baupfusch durch falsche Verordnungen und Normen
Freche Leserbriefe von Konrad Fischer 1
Obermain-Tagblatt Lichtenfels 16.12.02
Leserbrief zur Sanierung der Franziskanerprobstei Vierzehnheiligen durch das staatl. Hochbauamt Bamberg, OT Bericht vom 7./8.12.02 "Visionen für das 21. Jahrhundert"
"Gefahren für die Bausubstanz
Wirklich toll, daß die Vierzehnheiliger Franziskanerpatres endlich würdige Wohnverhältnisse bekommen sollen. Und das bei allseits knappen Kassen in Kirche und Staat! Warum dafür aber sinnloseste Baumaßnahmen durchgeführt werden, ist ein ungelöstes Rätsel: waagrechte Schlitzfräsungen und Dichtungen durch meterdickes Sandsteinmauerwerk sind nämlich bestenfalls ein übler Bauscherz mit irren Kosten und Gefahren für die Bausubstanz. Feuchte Mauern trocknet das aber ebensowenig wie absperrender Sanierputz. Es gibt im Mauerwerk ja überhaupt keine "aufsteigende Feuchte". Aus den feinen Poren des Sandsteins in die großen Poren eines Mauermörtels ist ein Kapillartransport von Wasser nämlich unmöglich. Und der teure Sanierputz garantiert als wassersperrender Trocknungsblocker erhöhte Mauernässe. Das weiß jeder Fachmann, der Laie fällt leider auf Schwindelwerbung und blödsinnige Ausschreibungsvorlagen herein.
Außerdem: daß ausgerechnet lange wasserrückhaltende Beton- und Estrichschichten feuchtemindernd wirken sollen, ist ebenfalls ein gemeiner Witz. Unzählig sind die Bauschäden an Fußböden aus langfristig nachströmendem Anmachwasser der zementären Schichten.
Woher nun die Mauernässe? Voraussichtlich kondensiert warmfeuchte Luft an kühlen Wänden. Dagegen hilft nur eine an der Außenwand montierte Strahlungsheizung. Sie garantiert gegenüber der Feuchtluft wärmere Raumoberflächen und wirbelt keinen Dreck herum. Das kostet wenig, spart Energie, verhindert Schimmel und Nässe. Heizsysteme, die z.B. mit lufterhitzenden Konvektorheizkörpern den zugigen Zimmertaifun antreiben, sind jedoch sichere Befeuchtungs- und Verschmutzungsanlagen für "Wand und Decke". Mit am Boden 16, am Kopf 27 Grad Lufttemperatur sind nur sie - nicht die guten alten Fenster - auch sichere Grippeauslöser bei jedem Start der Heizsaison. Man darf gespannt sein, welch seltsame "Notwendigkeiten" noch auf die arme Franziskanerprobstei warten.
Dipl.-Ing. Konrad Fischer, Hochstadt"
Leserbrief
(abgedruckt 9/99)
Sehr geehrte Redaktion der Siebenbürger Zeitung,
ein dickes Lob für Ihren bemerkenswerten Journalismus, der die Lektüre der SbZ immer wieder zu einem Ereignis macht!
Vor allem die kritisch distanzierte Grundhaltung des Kulturspiegels verdient Beachtung. Daß hier die auf Wahrhaftigkeit bauende Berichterstattung am besten der Völkerverständigung dient, wird uns Lesern immer wieder ins Gewissen gerufen - ohne falsche Heimattümelei, aber auch ohne Verdrehung der für die Siebenbürger Sachsen (mein Großvater Viktor Möckesch war vor dem Krieg Pfarrer in Tartlau) so schmerzlichen Geschehnisse. Die diesbezüglich vorbildlichen Rezensionen von Büchern und Seminaren sind oft mutig geschrieben und schenken dem Leser aktuelle Einblicke in die Bewältigungsvorgänge rund um den Scherbenhaufen, den einseitige Politik seit dem 19. Jahrhundert (nicht nur in Siebenbürgen) hinterließ. Lassen Sie bitte nicht nach auf dieser Gratwanderung zwischen Gefühl und Erkenntnis!
Eine Notiz am Rande zu dem bemerkenswerten Interview mit Dr. Paul Niedermaier zu der Hermannstädter Altstadtsanierung:
Mit erfreulicher Offenheit kommt das schon vorhandene und zukünftig zu erwartende Abgreifen der Fördermittel durch sinnlose Gutachten zur Sprache. Das kennen wir vom deutschen Sanierungsgeschehen.
Worauf aber noch hinzuweisen wäre: In Folge industrieabhängiger Baugutachten droht auch dem siebenbürger Denkmalbestand der Generalangriff durch ungeeignete "Sanierbaustoffe". Nicht selten werden sie mittels den Planer bzw. die (oft kirchliche) Baubehörde korrumpierende Marketingstrategien der wehrlosen Altbausubstanz aufgezwungen.
Zement-, traß-, silikat- und kunstharzhaltige Baustoffe haben mit Altbauverträglichkeit und Dauerbeständigkeit nicht viel am Hut. In Deutschland schrecken verantwortungsbewußte Denkmalpfleger - wegen der mehr und mehr bekannten Schäden und verweigerten Deklaration der Unverträglichkeiten und zerstörerischen Nebenwirkungen - zunehmend davor zurück. Sind denn auch in Siebenbürgen die bewährten handwerklichen Methoden schon vernichtet? Die siebenbürger Planer dürfen natürlich aus ihren eigenen Schäden lernen. Für die armen Baudenkmäler ist das trotzdem schade.