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Konrad Fischer: Altbauten kostengünstig sanieren Konrad Fischer
Konrad Fischers Altbau und Denkmalpflege Informationen - Startseite mit Impressum
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Die härtesten Bücher gegen den Klimabetrug - Kurz + deftig rezensiert +++ Bau- und Fachwerkbücher - Knapp + (teils) kritisch rezensiert
Kostengünstig Instandsetzen - Ratgeber zu Kauf, Finanzierung, Planung (PDF eBook, 29 S.)
Altbauten kostengünstig sanieren: Heiße Tipps gegen Sanierpfusch im bestimmt frechsten Baubuch aller Zeiten( Druck + eBook)======
Fischers freche Leserbriefe +++ Tipps für ratsuchende Bauherren +++ Literaturtipps und Buchrezensionen Thema Altbau usw.



Burgen, Schlösser, Altbauten, Instandsetzung, Modernisierung, Sanierung, Umbau, Konservierung, Restaurierung

Hier erhalten Sie Anregung, Rat und Vorbild bei Problemen mit ungeliebten Denkmalen
(Vorsicht, nicht nur Satire):

Ratgeber '98 für abrißwillige Denkmalbesitzer - Schon lange vor Hoffmann-Axthelm und Antje Vollmer - mit aktuellem Nachtrag
Wie zerbombe ich das Denkmal?
Wie verramsche ich das Denkmal?
Wie zernutze ich ein Denkmal?
Wie versilbere ich das Erbgut?
Wie gründet man ein Museum? 25 erprobte Praxistips um den Dachboden zu leeren und den Gemeindekämmerer zu ruinieren
Wie benutzt man Denkmale und Architekturkritik als Stoff für eine Polit-Glosse?
Ortsbild- und Landschaftsverschandelung durch Neubauten: "Negativ-Denkmale"
Was bringt es dem Denkmalbesitzer, sein Denkmal zu pflegen? 10 Gründe
Links
Was ist überhaupt ein Denkmal, und was will die Denkmalpflege, bzw. soll sie wollen? - Einsichten von Prof. Dr. Tilmann Breuer und von Dr. Dieter Martin
Wie teuer ist die Denkmalpflege wirklich? - Ein selbstkritischer Beitrag - Prof. Dr.-Ing. Jörg Schulze, Rhein. Amt für Denkmalpflege
Aktuelle Kritik an der Denkmalpflege
Auch eine Lösung: Translozierung / Relocation

Helmut Haberkamm

Es is immer bloß a Bamm

Es is immer bloß a Bamm, den wussi wechmachn, a Heggn
Immer bloß a Brunna, a Gärdla, a Pflasder, a Maierla, a Briggla
Es is immer bloß a alds Haisla, des wussi eireißn denna, a Baggoofn
A Milchrambm, a Woochhaisla, a Staagreiz, a Scheierla, a Keller
Es is immer bloß a Booch, wu begroodichd werd, bloß a Fuhr
A Weech, der wu verleechd werd, a Hohlgaß, a Hubbl, a Ranga
Es is immer bloß a Agger, wu wechkummd, a Wiesn, a Wäldla
Es is immer bloß a Bauer, wu aufgeem dudd, a Hof, wu eigehd
A alder Grauderer, wu widder wech is, a Werdschafd na wenger
A Loodn widder fodd, a guuda Haud, a komischa Kabbm
Aaner allaa auf weider Fluur, a ganz einger Schlooch

Immer sinns bloß a boor Veecherle un Viecher, wu fodd sinn
A boor Pfiffer un Graider un Blumma, wummer nämmer sichd
Immer bloß a Stiggla, a Drimmla is widder fodd, nedd di Weld
Doo is nedd schood drum, soongs, nedd weider draagisch
Des hadd wechkerd, des ald Zeich, schood um a jeds Word
Pfeif auf die boor Greedn doo, soongs, bloß a boor Zergwedschda
Des Glumb is kann Schuß Bulfer weerd, a Schlooch ins kald Wasser

Immer bloß a bißla, a weng wos, nix weider
Immer hald bloß a Bamm, a Haisla, a Baierla wenger
Bloß midder Zeid hald werd alles ganz annersch
Un dernooch hadd widder kanner doo dervoo wos gwißd
Hadds widder kanner so kumma sehng, wies sei werd
Haddmer widder rein goor nix machn kenna dergeeng

Bloß am End stenners na dodd mid gwaschna Häls un beeglda Hoosn
Un mid aufgrissna Aang stierns widdi Eelgetzn in di Weldgschichd
Gratzn middi Finger am Lagg un am Gloos un am Blech un am Deer
Un suhng nooch an bißla, bloß an Fitzerla vonnam ganz annern Leem

Aus Helmut Haberkamms Gedichtband "Lichd ab vom Schuß",
erschienen im Ars Vivendi Verlag Cadolzburg (1999).

Karin Schade
Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. IGB Göttingen/Eichsfeld

„Ratgeber“ für abrißwillige Denkmalbesitzer
(Erstveröffentlichung in: Der Holznagel, Mitteilungsblatt der Interessengemeinschaft Bauernhaus IGB e.V., 24. Jahrgang, Heft 5, Sep./Okt. 1998, zur Veröffentlichung in den Altbau und Denkmalpflege Informationen freigegeben durch Autorin)

Wir alle wissen, daß der Denkmalschutz überflüssig ist, daß die Denkmalschutzgesetze abgeschafft oder erheblich abgespeckt gehören und daß man die Arbeitsplätze, die künstlich durch Denkmalreparaturen in den Handwerkerfirmen geschaffen werden, sinnvollerweise umlenken sollte für die Beseitigung der Schandmale in den Dörfern und Städten.

Wir wissen aber auch, daß es zu lange dauert und viel zu viel Staub aufwirbeln würde. Deshalb unser neuer

Ratgeber:

Wie schaffe ich es schnellstmöglich, (m)ein Baudenkmal abreißen zu dürfen? 50 miese Tricks, an eine legale Abrißgenehmigung zu kommen,

den wir Ihnen heute in Auszügen vorstellen möchten. Diese Vorgehensweise ist durch die Aushöhlung der heute bestehenden Gesetze viel wirksamer als ein öffentlicher Angriff auf die Denkmalpflege.

Bei Interesse können Sie jederzeit die Broschüre anfordern bei der IGB . Auf Wunsch werden wir versuchen, Kontakte zwecks Erfahrungsaustausches herzustellen.

Konrad Fischer: Fassaden retten oder zerstören 1

Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5

Nachträge (Konrad Fischer)

Die bisher wohl witzigste Variante des großen vaterländischen Krieges gegen den deutschen Altbau liefert die "Kommission Wohnungswirtschaftlicher Strukturwandel in den neuen Bundesländern", auch "Expertenkommission Leerstand Ost" genannt. Ihr Fazit (lt. ibau Planungsinformationen 21.11.2000): "Viele Städte drohen auseinander zu brechen. Sie zerfallen in Fragmente aus leeren Altbaugebieten, konsolidierten, in neuer Pracht wieder erstandenen Kernbereichen, halbleeren durch Abriss schrumpfende Plattenbausiedlungen ... und in große neue Einfamilienhaussiedlungen. Ein Ende ist nicht abzusehen ..." (bis 2015 die Flüchtlingswelle in die BRD hereinschwappte ...?)

Daraus wird nun in bekannter Manier gefolgert, die leerstehenden Altbaugebiete auch der Innenstädte, oft im Kern mittelalterliche Baudenkmale mit dem Erscheinungsbild des 18./19. Jhs., endlich endgültig abzuräumen. Gefördert durch Staatsknete aus dem mit privatisiertem Volksvermögen "überquellenden" Steuertopf. Eine geniale Finanzquelle für die institutionellen Immobilisten, die den privaten Hausbesitzer logischerweise ausspart. Das diesbezügliche Gemäkel der kapitalistischen Haus- und Grundbesitzervereinigungen darf man als echter Roter (auch in schwarzer Verkleidung, man denke an die nachwendliche Endlösung betr. Altgroßgrundbesitzer mittels Kohl-Regierung) nicht ernstnehmen. Hauptsache, die Genossen-/Spezlversorgung im Wohnungsunternehmen funktioniert weiter. Endlich finden die genialen Abrißprogramme der DDR zugunsten eines Neuen Deutschlands ihre Erfüllung. Für den Wiederaufbau wäre dann neben der aktuellen Kaninchenstallbauweise auch die Berücksichtigung der Baukultur unserer Neubürger angesagt. Ein prima Weg aus der häßlichen deutschen Bauleitkultur. Wie man z.B. leergezogene Kirchen minarettgarniert in dauergenutzte muselmanische Architektur verwandelt, ist ja schon lange in Istanbul zu besichtigen. Tipp für Architekturisten: Der Schuppen hieß mal Hagia Sophia...

Natürlich versucht die staatliche Denkmalpflege dagegenzuhalten und fordert (und fördert mittels neuartiger Zuschußstrategien!) die Mitwirkung bei der erhaltungsorientierten "Entwicklung von Nutzungs- und Finanzierungskonzepten" (so Dr. Jörg Haspel, Chef der Berliner Denkmalpflege, in der ZEIT am 14.9.2000). Typische Spielverderber in der Spaßgesellschaft. Sogar gegen den verordneten Dämmzwang werden dort schon Stimmen laut. Was haben die nur gegen die Zerstörung des Wohnklimas, der Altbauten und der Geldbeutelbestände mittels Energiesparwahn? Wie lange noch läßt sich die seriöse Wirtschaftspolitik das gefallen?

Noch ein heißer Tipp für Investoren und Planer: Wer es versteht, der Profilneurose eines von täglichem Mißmanagement und Mißerfolg geplagten Denkmalpflegers (es soll ja auch welche von dieser Kategorie geben) durch galante Unterwürfigkeit ausreichend zu schmeicheln, kann das Denkmal vergewaltigen bis zum Abriß. Dazu gehören auch manche witzigen Polit-Geschäftchen und sonstige Einflußnahmen auf Gegenseitigkeit. Bisinässäsjuschl.

Besonders schön arbeiten Treuhandnachfolgeeinrichtungen den überflüssigen Denkmalbestand ab. Dabei werden die aus dem Arbeitsmarkt sonst ausgesonderten Mukkibesitzer sowie sogar willige Inschönöhre in Brot und Arbeit versetzt. Beispiel MVP: Abbruch der Feldsteinställe in H., Transport Abbruchmaterial zum Schloß G. (Besitzer Freiherr von M.). Dort kann man ja hübsche Mäuerchen errichten, um wieder freche Bauern vom Junkerland fernzuhalten. Die für das allerorten dringend erforderliche Aufräumen MVPs beauftragte Abbruchfirma "Kluge Denkmalschutz, Duisburg" (nach Angabe in IGB-Der Holznagel 5/2003) konnten ihr kluges Denkmalschutz-Werk natürlich nur deshalb erfüllen, da ihnen gefällige Ingenieursgutachten zur Seite standen. Motto: Abbruch unvermeidlich, Erhaltung wirtschaftlich unzumutbar. Das zieht immer und die beteiligten Behörden sind aus dem Schneider. Note: Sehr empfehlenswert!

Ein unglaublich lehrreiches Beispiel der Behördenrealität rund um eine Denkmalsanierung - vom Erhaltungswillen bis zum Abbruchantrag - bietet diese fetzige Webseite vom Märchenhof bei Kassel.

Und ebenfalls sehr lehrreich ist dieses Urteil VG München vom 24. November 2009, Az. M 1 K 09.939 zu einer Abbruchverweigerung des Landratsamtes

Lehrreich auch die Berichterstattung über die Abrißerlaubnis trotz Denkmalschutz für die alte Villa in Freiburg Herdern - aus wirtschaftlichen Gründen: Villa darf weg



Sitzt nun ein Mieter in einem Baudenkmal und das Baudenkmal auf einem teuren Grundstück, das der denkmalhassende Besitzer gerne anderweitig - nach Abriß der störenden Kulturbude selbstverfreilicht - verwursten will, muß er die unzumutbare Unwirtschaftliche seines Baudenkmals beweisen, dann darf der Bagger kommen. Nun könnte man einwenden, daß ein bestehendes Mietverhältnis, das ja ggf. sogar kostendeckende Einnahmen garantiert, der Annahme einer grundsätzlich unzumutbaren Unwirtschaftlichkeit und damit einem Abriß sowie einer ertragsreicheren Verwertung des denkmalbelasteten Grundstücks entgegensteht. Doch in diesem Fall ist das Mietrecht gem. BGB zuberücksichtigen:

§ 573 Ordentliche Kündigung des Vermieters
(1) Der Vermieter kann nur kündigen, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses hat. 2Die Kündigung zum Zwecke der Mieterhöhung ist ausgeschlossen.
(2) Ein berechtigtes Interesse des Vermieters an der Beendigung des Mietverhältnisses liegt insbesondere vor, wenn

1.
der Mieter seine vertraglichen Pflichten schuldhaft nicht unerheblich verletzt hat,
2.
der Vermieter die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt oder
3.
der Vermieter durch die Fortsetzung des Mietverhältnisses an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung des Grundstücks gehindert und dadurch erhebliche Nachteile erleiden würde; die Möglichkeit, durch eine anderweitige Vermietung als Wohnraum eine höhere Miete zu erzielen, bleibt außer Betracht; der Vermieter kann sich auch nicht darauf berufen, dass er die Mieträume im Zusammenhang mit einer beabsichtigten oder nach Überlassung an den Mieter erfolgten Begründung von Wohnungseigentum veräußern will.

(3) Die Gründe für ein berechtigtes Interesse des Vermieters sind in dem Kündigungsschreiben anzugeben. Andere Gründe werden nur berücksichtigt, soweit sie nachträglich entstanden sind.
(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Was sagt uns das? Zum Absatz (2) Nr. 3 beispielsweise der Bundesgerichtshof BGH in seinem Urteil vom 28.01.2009, Aktenzeichen: VIII ZR 7/08, VIII ZR 8/08, VIII ZR 9/08:

Eine Baugesellschaft hatte ein denkmalgeschütztes vermietetes Wohnhaus - ein sanierungsbedürftiges Baudenkmal von 1914 - gekauft und wollte es abreißen und auf dem Grundstück ein neues Bauwerk mit sechs Eigentumswohnungen errichten und danach veräußern, da sich eine Sanierung nicht mehr lohne. Dafür erhielt der Vermieter auch die baurechtliche und denkmalschutzrechtliche Genehmigung. Die Mieter waren dagegen. Der BGH gab dem Abreißer aber recht, da der Vermieter nicht an einer "angemessenen wirtschaftlichen Verwertung" gehindert werden darf. Angeblich, so wußten es jedenfalls Deutschlands allerweiseste und allerhöchste Richter, wäre die Sanierung im beurteilten Fall nicht nur sehr teuer, sondern würde auch die Nutzungsdauer des Baudenkmals kaum verlängern. Und auch eine harmlosere Sanierung würde ja - da dies ohne Entkernung und Auszug der Mieter nicht zu machen sei, unzumutbar sein. Die Kündigungsschutzklagen der klagenden betroffenen Mieter wurde abgewiesen, das Baudenkmal darf abgebrochen werden. Urteilsinfo bei finanztip.de

Lehrreiche Beispiel aus Austria - Zum klammheimlichen Abriß des Kaipalastes auf Raten: INITIATIVE KAI-PALAST
und zur veramteten und bürgermeisterlichen Abbruchgrazie in der vorgeblichen Kulturhaupt- und Weltkulturstadt Graz, wo wieder einmal Wirtschaftlichkeitsverrechnungen (die ja sowohl für kreditfinanzierten Alt- wie Neubau immer Unrentierlichkeit bestätigen müßten, wenn nicht Spitzenlage am Kudamm) den Grund zum Denkmalmord am Kommod-Haus liefern: Bericht aus "Kleine Zeitung" mit Diskussionsforum, Stellungnahme: ICOMOS-Präsident besorgt um Grazer Weltkulturerbe-Status, Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- u. Ortsbildpflege, ORF TV-Bericht. Ob man die rotweißen Kulturterminatoren nicht besser auch in Kalifornia als vater(lands)lose schwarze Negger herumregieren lassen sollte? Das Blödi Building könnte man da pfeilgrad sparen. Ja freili, d' austriakischen Intölläcktuölln sind hoit modärn (gibts dafür jetzt grad kein english surrogate?): Bürgeradvokatur erfordert mehr als Sonntagsredetechnik

Und hier kann man VON POLEN LERNEN: Abbruchtricks aus Wr´száwzc´zwrs´ctzwa (oder so, hieß mal Warschau)

Oder diese Alternativen: Brüsselisierung oder Fassadismus - Jana Laasch: "Fassaden-Retterei, Denkmalschutz auf Brüsseler Art"

Oder, oder, oder:
Leipzscher Seilschaftstechnik rund um "verkehrsbedingten" Abriß des Henriette-Goldschmidt-Hauses
Stadtbildverbrechen und Denkmaltötung in Marburg
Die Ermordung der vergreisten Oppenheimer Denkmal-Scheune
Ehrenmalvernichtung durch vorauseilenden Zeitgeist in Bad Doberan
Denkmalabbruch und Bürgermeinung in Bremen
Massenmord an Zürcher Kreuzplatz-Denkmalbuden
Rettet das Hallenser Irrenhaus! Oder eben nicht?
Endlich! Abbruch des Schlosses Schönhausen in Pankow ab 18.1.04

Obs was nutzt? denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule

Neu: Beispiel aus meiner Bauberatung betr. Abbruch/Neubau oder Denkmalerhaltung


Wenn alles nichts geholfen hat: Willige Vollstrecker - Die Endlösung mit Gas:

Obermain-Tagblatt Lichtenfels 23.6.1999:

Bei dieser Zerstörung eines christlichen Bauwerks zeigt dann auch die deutsche Gesinnungsjustiz Milde:

Obermain-Tagblatt 5.10.1999

Ganz prima, wie sich auch unter Wessis das Soli-Denken verbreitet, wenn es um katholische Laienbewegung geht:

Süddeutsche Zeitung 15.10.1999

Tu felix Austriae: Wie Denkmale in guter Lage warm beseitigt werden: http://www.rettet-die-sofiensaele.at

oder ein rechtswidriger Abbruch im "geschützten" Ensemblebereich der Klimtvilla am 28.6.02

oder ein rechtswidriger Abbruch im "geschützten" Ensemblebereich der Klimtvilla am 28.6.02

Wie und warum staatlicherseits Denkmale zerbombt werden (Hiroshima, Nagasaki, Dresden, Würzburg, Nürnberg, Hamburg, Bremen, Köln, Linz usw. sind hier nicht gemeint, siehe hierzu z. B. folgende traurige Dokumentationen: Beseler, Gutschow: Kriegsschicksale Deutscher Architektur, Verluste - Schäden - Wiederaufbau, Eine Dokumentation für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, 2. reichbeilderte Bände, Karl Wachholtz Verlag Neumünster / Panorama Verlag, Wiesbaden; und: Eckart: Schicksale deutscher Baudenkmale im zweiten Weltkrieg, Eine Dokumentation der Schäden und Totalverluste auf dem Gebiet der neuen Bundesländer, 2. reichbeilderte Bände, Henschel Verlag, Berlin / Panorama Verlag Wiesbaden), dazu dieser Link ...

Ab nach Kassel - Verhunzung oder Fortschreibung eines Baudenkmals - Sie entscheiden: Planungen für das Karlshospital in der Kasseler Innenstadt


Wie verramsche ich ein Denkmal bzw. wie werde ich ein bewegliches Denkmal los?

Nach dem Auktionieren der Kulturobjekte des Herzogs von Baden 1998, der staatlich geförderten Verramschung Thurn- und -Taxis´scher Kunstschätze 1999 in Regensburg nun die Fürstenbergische Hofbibliothek in Donaueschingen als vorbildliches Beispiel:

Süddeutsche Zeitung 30.7.1999

"Leuchtendes Vorbild Bayern
Fürstlich verramscht / SZ vom 16. Juli

120.000 der 130.000 Bücher der Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen werden ausgeräumt und ins Ausland verbracht - und niemanden stört das.

[Leserbrief]
Der Artikel verweist auf Defizite, die in Baden-Württemberg schon ungute Tradition haben. Hier sei nur auf die Verschleuderung der Kunstwerke aus dem Besitz des Hauses Baden verwiesen, als der damals zuständige Minister die Übernahme des gesamten ihm angebotenen Schatzes mit Bemerkungen wie "Fürstennippes" oder "Keine Mark dem Markgrafen" ablehnte, danach aber für einen Bruchteil der versteigerten Werke ein Mehrfaches aufwendete.

Daß in Bayern das Kultusministerium in allen vergleichbaren Fällen eine glücklichere Hand bewies, zeigte sich bei der Übernahme der Fürstlich Öttingenschen Bibliothek oder bei den Kunstwerken aus dem fürstlichen Hause Thurn und Taxis, welche in Regensburg ihre Heimat gefunden haben.

Vielleicht wäre dies auch ein reizvolles Aufgabengebiet für den Kultur-Staatsminister im Bundeskanzleramt, Michael Naumann, in Fällen offenkundiger Überforderung einzelner Bundesländer tätig zu werden. Die so dem Land erhaltenen Kunstwerke könnten dann ja in den Berliner Museen verwahrt werden, womit gleichermaßen die ungeliebten Süddeutschen beschämt und der Rang der neuen Hauptstadt erhöht werden könnte. ... Horst Iberl, Bernhardswald"

Falsch ist die ungerechtfertigte Inschutznahme Bayerns - man denke nur an den Ausverkauf (und späteren teuren Wiedererwerb) von Schloß und Inventar Seehof, ehemalige Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe.

Zur Kostenproblematik - Obermain-Tagblatt 7.8.99:

Darf man aus diesem Umgang mit einem beweglichen Denkmal folgern, daß auch Baudenkmale "ersten Ranges" (römische Thermen X, Basilika Y, Rathaus Z) z.B.an ein amerikanisches oder japanisches Freilichtmuseum derartige Kulturgüter sang- und klanglos bzw. straffrei außer Landes verhökert werden dürfen?

Eine neue Entwicklung kündigt sich (9/99) an. Der bayerische Kultusminister sucht Sponsoren und die Kulturstiftung der Länder will vermitteln. Mal sehen, ob´s was bringt.

Und dann der Abschluß des Gezerres um den machbarsten Preis - SZ 3.3.01:

Wie der Herr, so's Gescherr? Die SZ kommentiert den nun anstehenden Ausverkauf mittelalterliche Handschriften zur möglichst unbehinderten Weiterfinanzierung des staatlichen Lotterlebens am 29.9.06 so: "Oettinger ist heute - in diesem Zusammenhang muss man sagen: leider - Ministerpräsident von Baden Württemberg. ... Um den Markgrafen von Baden respektive die Sanierung dessen Salemer Schlosses zu finanzieren, will Oettinger (wichtige Teile der Landesbibliothek) versteigern lassen. (Die Sammlung) wird von einem emporgekommenen Provinzpolitiker versilbert. ... Dies entlarvt alles, was Oettinger (bisher) zu Kultur und Leitkultur gesagt hat, als heuchlerisches Gelaber. ... kk"
Ja, verhökern was das Zeug hält, Schalk-Goldkowski in der unseligen Täterä hat einst vorgemacht, zu was ein bankrottierender "Staat" alles fähig macht. Wer wird wohl dereinst unseren Klumpatsch übernehmen? Die Schweiz vielleicht? Die Schwarzgeldkassen unserer Guten Hirten sind ja schon dort ...

In Polen macht man uns vor, wie man wertvollste deutsche Bücher aus der Kriegsbeute an den Mann bringt. Einer Meldung des Obermain-Tagblatts vom 15.10.1999 zufolge werden die Zimelien aus der Krakauer Jagiellonen-Bibliothek gestohlen und kommen dann auf gewohnten Wegen in die westlichen Auktionshäuser:

Auch in deutschen Kirchenarchiven haben alte Schmöker keinen rechten Platz mehr, sobald man sie verramschen kann:

Süddeutsche Zeitung 22.10.1999:


Wie zernutze ich ein Denkmal?

Ein beliebter Trick zur Zerstörung von Baudenkmalen ist die Argumentation mit übergeordneten Nutzungszielen wie Arbeitsplätze oder höherwertige Kulturrelevanz. Ein besonders heikles Beispiel für den Gebrauch von Religion und Bildung in diesem Spiel bringt der Evangelische Pressedienst epd in der Süddeutschen Zeitung am 28.1.2000:

Problematisch ist die Berufung auf Historismen freilich nicht allzu selten. Es gäbe ja nun sogar Stimmen, wonach der Prozeß Jesu vor Pilatus gar nicht in Jerusalem, sondern in Rom stattfand. Lesen Sie weiter bei Francesco Carotta: War Jesus Cäsar?

Ebenso tauglich als wunderbares Beispiel für guldurälle Zerrnutzung:

aus: www.denkmalpfleger.de/Aktuelles.htm


Wie versilbere ich das Erbgut?

Die Silberschatz der Wettiner - in alle Welt verklopft zum Ersten und zum Zweiten


Auch Innenminister können sich der Aufgabe stellen, Denkmal(dach)landschaften zu verhunzen. Wenn´s nur dem braven Bürger/Investor hilft:

Süddeutsche Zeitung 7.8.1999



Ortsbild- und Landschaftsverschandelung durch Neubauten: "Negativ-Denkmale"

Aktuelle Kritik an der Denkmalpflege

Das Hoffmann-Axthelm Gutachten

Anmerkung KF: Was zur Denkmalbetreung aus praktischer Sicht noch nachzutragen ist: Die Vergabe von Planungs- und Bauaufträgen im Denkmalbereich und deren praktischen Ergebnisse zeigen, daß dabei zwei Prinzipien überwiegen: "Saving the penny and losing the pound" sowie "Eine Hand wäscht die andere". Mit den hier durchaus sinnvollen Reglementierungen mittels HOAI und VOB hat das jedenfalls nichts zu tun. Und das ist vielen Beteiligten bis in die höchsten Amtsränge durchaus bewußt. Im Klartext: Denkmal- bzw. Substanzzerstörung und die daraus resultierenden Kostenexplosionen werden billigend in Kauf genommen. HOAI-gerechte Planungsangebote werden durch staatlich vermittelte Unterbieter ausgehebelt (selbst erlebt). Sogar die VOF wird dazu benutzt. Zur Ehrenrettung sei gesagt: Es gibt Gegenbeispiele. Doch: wie viele mögen es sein?

Als logische Konsequenz des Kulturverfalls sind seit 1990 die Denkmalfördermittel der Baudenkmalpflege von jährlich 42 Millionen Mark auf 7 Millionen Euro gesunken (Quelle: Bayer. Landesdenkmalrat). Das ist in den anderen Bundesländern nicht besser. Begleitend wurden die Denkmalschutzgesetze soweit verändert, daß die Macht der Landesdenkmalbehörden stark beschnitten wurde.


Was bringt es dem Denkmalbesitzer, sein Denkmal zu pflegen? 10 Gründe

Nachdem theoretische Kritik an der Denkmalpflege heute Konjunktur hat, hier auch ein paar freundliche Worte aus der Praxis:

1. Denkmalpflege anstelle Abruch und zerstörender Eingriff ist meistens die wirtschaftlichste Variante. Je weniger man baut, umso billiger. Wenn Denkmalpflege überteuer wird, stehen oft administrative, planerische und technische Fehler dahinter, die man sich sparen könnte. Hierzu gehören selbstverständlich auch die teils von ignoranten Denkmalpflegern sogar gepriesenen "Energetische Ertüchtigungen", die das Baudenkmal sowohl schädeigen wie auch keinerlei wirtschaftlich vertretbare Energieersparnisse bewirken. Und oft bietet der Denkmalbestand ein Baurecht und eine Flächenausnutzung, die mit dem Neubau nie erreichbar wäre.

2. Die behutsame Ergänzung fehlender Partien sowie der schonende Einbau moderner Haustechnik kostet weniger als das normgerechte Umkrempeln des Bauwerks im Neubaustil.

3. Der Denkmalbestand ist regelmäßig wohngesunder, da die Bauwerksvergiftung meist erst durch "Saniermaßnahmen" der Nachkriegszeit einsetzt.

4. Es lohnt sich, das Denkmal von den technisch minderwertigen und oft wohnklimatisch nachteiligen Zutaten bzw. bauphysikalisch schädigenden Schichtbildnern der Nachkriegszeit zu befreien. Man kann so ein qualitätsvolles Bauwerk bekommen, das aktuellen Verirrungen der Baukonstruktion und Architektur überlegen ist.

5. Auch gestalterisch ist ein altes Haus meist ansprechender als die architektonische "Leistung" irgendwelcher "Modernen". Wer kennt nicht den Charme eines Bauernhäusls, einer Jugendstilvilla oder eines Siedlungshauses im reduzierten Heimatstil? Vom Historismus und seinen Stilvorgängern ganz zu schweigen. Modern dogmatische Architektur beweihräuchert sich mit (inzwischen dekonstruktivistisch zerstörter oder immer noch bauhäuslerisch abgestrapster) Form und Technik, der wohnende Mensch verkommt zum Popanz.

Themenlink: The Architecture Hate Page - Welcome!

6. Der Fanatismus rund um das Energiesparen ist am aus baumeisterlicher Erfahrung, Handwerkskunst und Besitzerstolz entstandenen Denkmal sinnlos. Wirtschaftlicher als im strahlungsoptimiert beheizten massiven Bau kann man nicht wohnen, besser, dauerhafter und wohngesunder kann man nicht bauen.

7. Der Denkmalbestand ist den modernen Konstruktionen oft technisch weit überlegen. Alles ist auf Dauer gebaut (Ausnahme: Die klassische Moderne). Nur trickreiche Normung der Baustoffindustrie konnte es schaffen, Baukonstruktionen aus Kalk und Ziegel oder Naturstein, aus Lehm, Holz und Leinöl, mit Einfachfenstern und Strahlungsoptimierter Heizung ins schiefe Licht zu rücken. Ziel: Die Vermarktung minderwertiger Ersatzbaustoffe oder aufwendigster, aber technisch nutzloser Konstruktionen. Ein Denkmalbesitzer muß sich das nicht gefallen lassen.

8. Denkmalbesitzer werden - wenn ihr Haus ordentlich gepflegt ist - von Nichtdenkmalbesitzern oft beneidet. Viele wollen lieber im gemütlichen und gestalterisch überzeugenden Bestand leben als in dem, was die Moderne bietet. Die Fürsprecher für den Abriß von Baudenkmalen und auch anderen Altbauten sind meist schlecht informiert bzw. von gewissen Eigeninteressen getrieben, die mit dem Denkmal an sich nichts zu tun haben. Vorwürfe an die Denkmalpflege kommen oft von einer Seite, die Meinungsmache liebt und nichts Konkretes, Besseres vorweisen kann. Vorsicht vor Versprechungen, alles würde ohne Baudenkmal besser oder seine Erhaltung im Detail sei unwirtschaftlich bzw. werde von Neubauteilen übertroffen.

Besonders kraß zeigen sich heutzutage Abrißargumente, die sich auf die Energieeinsparverordnung EnEV berufen. Regelmäßig wird dabei unterschlagen, daß die EnEV - beruhend auf dem Wirtschaftlichkeitsgebot des Energieeeinsparungsgesetzes - die WIRTSCHAFTLICHKEIT der Energieeinsparinvestition beruht. Und diese ist für die Maßnahmen aus dem EnEV-Katalog zuallermeist nicht gegeben. Nach der Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. "Wohnungsbau in Deutschland 2011 - Modernisierung oder Bestandsersatz" - Studie zum Zustand und der Zukunftsfähigkeit des deutschen "Kleinen Wohnungsbaus" der Autoren Holz, Astrid; Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Schulze, Thorsten lohnt sich das Sanieren nach EnEV für ca. 1,8 Millionen Häuser nicht mehr, da die Aufwendungen unwirtschaftlich wären. Ach ja? Dann sanieren wir eben nicht nach EnEV sondern nehmen dann den Befreiungsparagraphen 25 der EnEV in Anspruch. Davon leider kein Wort bei der ahnungslosen Presse namens dpa, wie unter anderem hier nachzulesen.

9. Denkmalpflege lohnt sich auch steuerlich. Man kann Erhaltungs- und Instandhaltungsaufwand perfekt von der Einkommens-Steuerschuld absetzen.

10. Wenn man dem staatlichen Denkmalpfleger frühzeitig als glaubwürdiger Partner erscheint, kann man auch Fördermittel erhalten. Diese werden nach Objektbedeutung, Bauwerksgefährdung und Kassenlage - auf jeden Fall auch "nach Gusto" vergeben und können kleine Zuschüsse, aber auch wesentliche Beträge ausmachen. Hier haben Denkmalfreunde auf jeden Fall strategische Vorteile. Auch staatliche Denkmalpfleger können übrigens sehr nette Menschen sein, mit denen es sich lohnt, zu unterhalten. Man darf sie nur nicht als Todfeinde behandeln, dann geht´s (meistens).

Aber Vorsicht: Wenn Sie an einen beamteten Nebenkostenschneider geraten, steht Planungsqualität und Kostensicherheit nicht mehr an erster Stelle. Dann bekommen Sie teuerste und oft unsinnige Baukosten wie für Sanierputz, Holzvergiftung, Dämmung oder Horizontalsperre gefördert, aber nicht mehr als 12% Architektenhonorar.

Zu allen diesen Themen und Fragestellungen erhalten Sie auf dieser Homepage fundierte und umfangreiche Informationen. Starten Sie auf der Hauptseite, benutzen Sie auch die angebotenen Themenlinks zu anderen guten Seiten im Internet. Viel Spaß mit der Denkmalpflege, viel Freude mit Ihrem Altbau.


Links zum Thema

BVG-Urteil zur Zumutbarkeit von unwirtschaftlicher Denkmalpflege

Projekte rund um ungeliebte oder gar böse Baudenkmale - Förderkreis zur Erhaltung Eisenachs e.V. - Bürger wehren sich gegen die Zerstörung ihrer Stadt

www.denkmalpflegediskussion.de - Fetzig und informativ. Mit Forum für Hinz und Kunz

www.denkmalpflege-forum.de

Alternative: Die erhaltende Instandsetzung

Das lustige Handwerker-Quiz

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