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Konrad Fischer: Altbauten kostengünstig sanieren Konrad Fischer
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Gerd Ziesemann, Martin Krampfer, Heinz Knieriemen:
Natürliche Farben, Anstriche und Verputze selber herstellen

(AT), Aarau, Schweiz, 1996, 4. Auflage 2002
142 Seiten mit vielen Farbabbildungen, ISBN 3-85502-523-1

Rezension von Konrad Fischer



Dieses Buch war wirklich notwendig! Nicht nur der eigenleistende Bauherr, auch der Architekt, der einschlägige Handwerker, der Farbenhersteller und wohl auch der Denkmalpfleger werden diese informative, leicht faßliche, bestens aufgemachte und geschichtlich fundierte Aufbereitung des vielschichtigen Themas Putz und Anstrich schätzen.

Vor allem, weil die Baubeteiligten wieder mehr Verantwortung für die Baustoffwahl übernehmen müssen - Unfälle der Farbchemie, mehr noch der Holzschutzmittelskandal und Fehlversuche mit glanzbeworbenen Industriebaustoffen befördern das notwendige Umdenken.

Die bestenfalls haftungsausschliessenden „Technischen Merkblätter“ der Industrie, ohne Volldeklaration und ohne qualifizierte Risikobeschreibung, richten sich an ein Baupublikum, das wohl durch Schlüsselreize (grellbunte Altbaufassaden im neulackierten Glanz) zu überzeugen ist, für bedenkliche Chemikalien im Rezept und detailliert beschriebene Einsatzbedingungen und -grenzen aber zu wenig Interesse mitbringt.

Ein wohltuender Gegensatz dazu das besprochene Buch: Aus der Geschichte heraus erläutern die Autoren den materialtechnischen Hintergrund der einsetzbaren Pigmente, Bindemittel, Zuschlags- und Zusatzstoffe. Sie bieten einen reichen Schatz an Rezepturen und geben Rat zur Herstellung sowie Anwendung der empfohlenen Mischung für unterschiedlichste, durch reiche Bebilderung veranschaulichte Gestaltungsbeispiele. Putz und Anstrich, Untergrundsituation und Oberflächengestaltung werden dabei als Einheit verstanden, die vorgestellten Lösungen entsprechen einer ganzheitlichen Betrachtung. Wenn auch einige Argumente zugunsten „Bio“ aus der Mottenkiste der rechnergestützten Klimaapokalyptik bis hin zum „Waldsterben“ (S.97) entstammen, schmälert dies den Wert des Buches kaum.

Das letzte Kapitel: „Farben - mehr als ein Werkstoff“ ist der besondere Leckerbissen zum Abschluß: Carlo Vagnières, ein schweizer Naturfarbmaler gibt Einblicke in seine Philosophie, entwickelt das schöpferische Gestalten mit Farben als Erlebnisweg zu mehr Lebensfreude. Folgerichtig bieten dazu Hinweise auf „Seminare für Selbermacher“ aber auch Rezepte zu Spiel- und Bastelmöglichkeiten mit Naturfarbprodukten und Modelliermassen für Kinder und Erzieher den Einstieg. Wer mit Farbe zu tun hat, sollte dieses Buch kennen!



Konrad Fischer

Nachtrag: Vom Autorenteam Gerd Ziesemann und Martin Krampfer ist 2007 das Buch "Tadelakt" erschienen. In bewährter Weise werden die Geheimnisse des für uns meist unbekannten Werkstoffs aus Kalk enthüllt. Tadelakt - abgeleitet vom marokkanischen Wort für Kneten "dellek" - ist ein faszinierender verdichteter und polierter Überzug aus einem feinen Mörtel aus hochhydraulischem marokkanischen Kalk. Und so findet man die imponierendsten Beispiele für das vielfältige Farbenspiel und edle Erscheinungsbild der Tadelakt-Kunst vorzugsweise in Marokko.

Den Autoren ist es gelungen, in die Machart der Tadelakt-Arbeiten anhand von vielen bebilderten Beispielen einzuführen, auf die technischen Voraussetzungen einzugehen und die notwendigen Werkstoffe für die fachgerechte Umsetzung vorzustellen. Der Gebrauch von Seifen und Kalk, von Ölen und Wachsen (Punisches Wachs, Lappenwachs) sowie der Werkzeuge aus Natursteinen, Halbedelsteinen und Keramik für das Polieren wird dabei im Detail erklärt.

Besonders schön die reich bebilderten Anwendungsbeispiele im Bereich Bad und Wellness, Kamine und Wohnräume, aber auch Kunst und Dekor regen an und ermutigen den Leser, sich selbst mit der Herstellung von Tadelakt praktisch auseinanderzusetzen.

Fazit: ein Buch für alle Liebhaber des Besonderen.

Weiterführend: Tadelakt-AG Tadelakt-Kunst











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