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Konrad Fischer Konrad Fischer: Altbauten kostengünstig sanieren
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Altbautaugliche Verfahren und Baustoffe
Kapitel 12: Dachdeckung und Dachkonstruktion 3

Kapitel 12: Dachdeckung und Dachkonstruktion 1 2: Moderne Dachkonstruktion 3: Schiefer + Tonziegel 4: Betondachstein
5: Ziegelnovitäten - ein Fortschritt? 6: Blechdach 7: Flachdach 8: Dachausbau
9: Reet/Stroh + Holzschindel / Links


München TV Pressetalk 20:00 "Einstürzende Flachbauten"
Talk-Clip 6 min wmv 2,9MB Download)
mit v.l.: Konrad Fischer, SZ: Red. Christian Schneider, TV-Moderator Christopher Griebel, FOCUS: Red. Christian Sturm, BYAK: Vorstand Rudolf Scherzer
aus tragischem Anlaß - mit bisher nie gesehenem (!) Filmmaterial vom Einsturz Dachau 1999, spannender und kritischer Diskussion betr. Hintergrundinfos, Ursachen und Folgen der Einsturztragödien allerorten.

3. Schiefer und Tondachziegel

Worauf kommt es an bei der Qualitätssicherung von "Naturbaustoffen" für eine dauerhafte Dachdeckung? Nicht nur auf erstklassige Verarbeitungskunst, sondern zuallererst mal auf das verwendete Material! Hier liegt vieles im Argen. Die gewinnorientierte Interessensgemeinschaft der Schieferhauer hat es doch selbstverfreilicht geschafft, auch fragwürdigste Schadstoffgehalte noch in den Toleranzrahmen des "Zulässigen" aufzunehmen. Was muß der Schieferkunde dazu wissen? Allerhand, wie dieser Auszug aus dem Schieferlexikon (siehe Schieferforum.de) beweist:

Doch was gönnen einem manche Schieferdecker, ja, schlimmer noch, auch manche "Planer" von Schieferdeckungen? Eine ungebührliche Bevorzugung von bestimmten Provenienzen nach dem dafür bestens bekannten Motto: "Hat sich bei uns bewährt!" Und entsprechend Ausschreibungstexte, die jeder VOB-Forderung nach korruptionsfreier Produktneutralität Hohn sprechen. Etwas so: "Allerfeinster und allerbester und überhaupt 1a-mit-Stern-Schiefer aus deutschen Fluß- bzw. Gebirgslandschaften bzw. am besten gleich aus der Lieblingsgrube meines alten Freundes und Kupferstechers Müller-Meier-Schulze oder gleichwertig!!! Angebotenes Material: ..." - aber wehe, wenn da nicht das o.g. Lieblingsprodukt steht!

Wirklich wichtig wäre es aber gewesen, den Gehalt der schädigenden Schiefer-Bestandteile zu regieren, nicht die Herkunft. Und da somit über die höchst unterschiedlichen Qualitäten des Naturprodukts "Schiefer" in der Praxis kaum vertieftes Wissen die Planung und Ausführung derartig schöner und im besten Fall langzeitbewährter Deckungen mit - je nach Mindestdachneigung - verschiedenster Deckarten von der Einfachschablonendeckung und altdeutschen Deckung über die die deutsche Schuppenschablonendeckung zur deutschen Schuppenschablonendoppeldeckung oder gar altdeutschen Doppeldeckung mit scharfem Hieb - bestimmt, kommt, was eben kommen muß:

Fast alles entscheidet der Preis. Und dazu gehören selbstverständlich auch die Weihnachtspacketelchen für die treuen Freunde rheinischer oder spanischer Weinkistchen. Daß hier auch allerlei "Mitarbeiter" in kirchlichen und staatlichen Baubehörden zum bevorzugten Empfängerkreis - übrigens nicht nur von geeigneten Alkoholika, sondern auch anderer Kuvertüren zur Dämpfung allerpeinlichester Gewissensschmerzen gehören, ist hin und wieder der Lokalpresse zu entnehmen.

Folge dieser bautypischen Gemengelage aus Dummheit, Bosheit und Gier: Die bauherrenseitige Freude am neuen, "billigen" oder herkunfttypischen Naturschieferdachs aus besten in- oder ausländischen Weinbaugebieten oder derem näheren oder weiteren Umfeld kann von überraschend kurzer Dauer sein. Fragen Sie Ihren Schieferdecker!

Leider kämpfen die deutschen Gruben nicht nur wie nahezu alle Baustoffproduzenten durch "vertreterstimulierte Einflußnahmen" um's Überleben, nein, sie glauben, auch ausländische Billigware als Schieferdeckung unter möglichst phantasievollen und über die Materialqualität bestimmt rein garnix aussagenden Produktnamen verhökern zu müssen. Dabeisein ist ja alles heutzutage, da stellt man sich freilich nicht nur ein, sondern auch mal zwei Bein. Der dummgemachte, dummgehaltene und betrogene Kunde will's ja unbedingt so haben. Ob das gutgeht? Na ja, am Ende dann halt ein chinesischer Grabstein druff. Von zarten Kinderfingernägeln gefertigt und gar zierlich ausgemeißelt. Auf dem Friedhof ist eben Platz für alle unsere Sünden. Christliche Handwerkskunst, wo bist du nur geblieben?

Ein Urteil des OLG Koblenz vom 20.8.2009, Aktenzeichen 1 U 290/09 zeigt auf, was einem unter Schieferdeckern blühen kann:

Da soll ein Kirchendach mit einer spezifischen Schieferqualität gedeckt werden. Der Schieferdecker bietet das mal so an, bekommt den Auftrag und deckt dann einen ganz anderen Schiefer "seines Vertrauens" dem Herrgott zur Ehr, dem Regen zur Wehr. Der Kunde kommt ihm auf den Beschiß,bezahlt die Rechnung für die falsche Deckung nicht und verlangt logischerweise Austausch gegen das bestellte, angebotene und vertraglich vereinbarte Material. Jetzt wird der Schieferdecker frech und patzig und behauptet, daß sein Lieblingsmaterial doch auch gut wäre und außerdem der Austausch unverhältnismäßig und deswegen die Forderung ohne Relevanz. So läßt der schlaue Handwerksmann er seinen mehr als überraschten Kunden im Regen stehen. Der aber gibt nicht lange die beleidigte Leberwurst, sondern läßt flugs einen anderen Schieferdecker das unbestellte Material gegen das bestellte austauschen - Ersatzvornahme - und rechnet seine diesbezüglichen Überraschungs-Baukosten gegen den Werklohnanspruch des komischen Schieferdeckers auf. Zu Recht! urteilt das Oberlandesgericht Koblenz und spannt dem reingelegten Bauherren den Rettungsschirm auf und urteilt:

Einmal habe es sich bei dem vertraglich vereinbarten Material um ein durchaus bestens bewährtes Material gehandelt habe, so daß auch rein garnix für dessen Austausch so mirnixdirauchnix spreche. Und dann habe der schöne Schieferdecker und Unternehmer schuldhaft, ja sogar vorsätzlich gegen die vertragliche Beschaffenheitsvereinbarung verstoßen. Wo kommen wir denn dahin? Wer bewußt, ja sogar vorsätzlich gegen eine vertragliche Beschaffenheit verstoße, könne sich nachträglich nicht mehr darauf berufen, daß die Mangelbeseitigung unverhältnismäßig sei, selbst wenn er ein frecher handwerksmeister wäre. Punktum. [Nach Info Recht 09/2011, RAe Heinicke und Kollegen]

Hier mal die Anforderungen an gutes Schiefermaterial in Tabellenform - für alle Bauherren, Planer und Schieferdecker, die es wirklich wissen wollen:

Qualitätsanforderungen an Schiefer

1. Anforderungen zu den Grenzwerten der im Naturbaustoff Schieferstein möglichen Problembestandteile / Schadstoffe

Schadstoffe Grenzwerte/Vorgaben Schadensrisiken 
Kohlenstoffgehalt max. 2%, keine bituminösen Anteile bituminöse Anteile können an den Rändern durch Oxydation zu Ausbleichungen führen
Eisensulfide können die Verwitterung fördern
- Markasit max. 0,1% können zu Braunfärbung führen
- Pyrrhotin max. 0,1% können die Festigkeit herabsetzen
Karbonatgehalt
- Kalziumkarbonat (CaCO3) max. 1% kann zu porösen Oberflächen führen, die die Verwitterung fördern, kann Gips bilden
- Ankerit Ca(Fe²,Mg, Mn)(CO3) max. 1% begünstigt Wachstum von Moos und Flechten, erhöht die Wasseraufnahme
- Eisenkarbonat (FeCO3) max. 1% kann zu nachteiligen Veränderungen im Frost-Tau-Wechsel führen, übermäßige Oxydationsrisiken, kann zu Verfärbungen führen

2. Sonstige Qualitätsanforderungen

Eigenschaft Grenzwert
Nenndicke 4 – 6 mm
Maßhaltigkeit max. 3 mm Abweichung
Biegefestigkeit mind. 40 Megapascal
Wasseraufnahme unter 0,6 Masseprozent
Ebenheit max. 0,9% Abweichung


Und abschließend noch ein Wort zum Erneuerungswahn. Wer kennt ihn nicht, den Stirnrunzelblick des in seine Kluft getrachteten Dachdeckermeisters, wenn er eine alte Deckung begutachten soll. Hach, was kann nicht alles in ca. 8-10 Jahren passieren, selbst wenn noch kein einziges selbst klitzekleines Löchlein in der Dachfläche zu erspähen ist. Und ein paar calcitisch-zementäre Ausblühungen an der Unterseite der Dachziegel von vielleicht sogar seinen eigenen Zementmörteleien an der Firstvermörtelung (s.u.) lassen solche Hampelmänner lustvoll aufstöhnen - Ne, dat muß runner, aba flotti! Muß es aber gar nicht. Nein, und nochmals nein - es geht immer !!! auch anders.

Mit neuem Schiefer reparierte alte Schieferdeckung
Alte Schieferdeckung, an den Problemflächen, Graten, Traufen und Firsten fachmännisch von gutem Schieferdecker repariert bzw. mit neuem Schiefer ergänzt. Geht doch!

Und kann man Dachdeckern eigentlich trauen, die einem die Bude einplastifizieren mit ihren Folien unter und über der Sparrenebene und die Sparren mit schimmelpilzeckligen Feuchtesauf-Fasern verstopfen und was weiß ich noch für andere "Energiespar"-Schweinereien auf Lager haben? Und vor allem niemals den Kunden wirtschaftlich korrekt beraten und pflichtgemäß auf die gegebenen konstruktiven (Massivdämmung) und baurechtlichen (EnEV-Befreiung) Alternativen hinweisen? Die Antwort müssen Sie schon selber geben. Linktipp: Probleme der Dachdämmung

Also Dachbesitzer, aufgepaßt! Jede Dachfläche ist erst mal grundsätzlich reparabel. Und dann kommt es eben auf eine kritische und interessenslose Beurteilung der Gesamtsituation an, ob man Dachflächen umdeckt, ein paar Teilflächen im ganzen erneuert und das dort geborgene Deckmaterial zum Ausflicken woanders nutzt, wegen ein paar Schieferlücken kein großes Trara macht und einfach nachsteckt, selbst wenn die Nagelung schon leicht angerostet ist. Tipp: Man kann auch nachnageln! Und selbst wenn tatsächlich rundum neugeschiefert bzw. neugedeckt werden muß. Und warum nicht die alte Lattung, die alte Schalung - soweit tragfähig - wieder mitverwenden? Selbst wenn der Lattenabstand nicht mehr genau paßt - es gibt ja Schiebeziegel. Und ein wirklich guter Dachdeckermeister bzw. Schieferdecker wird seinen Kunden nüchtern auf die gegebenen Reparatur- und Einsparmöglichkeiten hinweisen und mit viel Geschick eine preisgünstig-bestandserhaltende Reparatur durchführen, daß man ihm darob die Füsse küssen könnte. Und schon deswegen auf Bestandserhaltung dringen, weil ein altes Ziegeldach und eine alte Schieferdeckung tausendmal schöner sind und hunderttausendmal mehr Atmosphäre verbreiten - selbst mit noch so vielen Flicken, als das neue Geglänze. Verstanden?

Themenwechsel

Wie funktioniert eigentlich ein Tondachziegel? Wichtig sind vor allem seine werkstofftechnisch und bauphysikalisch überlegenen Eigenschaften:

1. Wärme- und Holzschutz
Ein Tondachziegel ist speicherfähig und kann eingestrahlte Sonnenenergie "nutzen". Die nach innen abgestrahlte kostenlose Energie erhöht die Temperatur der Sparrenebene und wirkt dadurch gegen tierischen und pflanzlichen Holzschädlingsbefall. Gut, das kann jeder massive Dachstein, aber jetzt kommt's:

2. Feuchteschutz
Gleichzeitig zeigt der Tondachziegel überlegene Qualität im Feuchteschutz. Nur er hat ein vom Baustoffinneren nach den Außenoberflächen zunehmendes Porenvolumen. Ein erfreuliches Ergebnis des Brennvorgangs. Da die Kapillarfeuchte immer nur von Grob- zu Feinpore möglich ist, ergibt sich daraus folgende "Funktion":

3. Nachhaltigkeit
Der traditionelle und von Laborerfindungen verschonte Tondachziegel ist wohl das "nachhaltigste" Deckungsmaterial. Mit wenig Energieaufwand auf's Dach gebracht, dieses nicht durch ungünstige Eigenschaften dauerhaft schädigend und im Reparaturfall einfach auszutauschen - was will man mehr? Für die Dachziegelwerke einerseits schade, andererseits die besten Werbeträger sind die vielhundertjährigen Ziegeldachflächen, die unseren alten Bauwerken, ja ganzen Stadtbildern ihren unverwechselbaren Gemütswert schenken. Und so einfach mit wenig Neumaterial über weitere zig Jahre erhaltbar sind. Wenn nicht ein kluger Bauherr oder kostentreibender Planer alles runterschmeißen läßt. Aber: auch erhaltene Dachziegel gehören doch zur honorartechnisch berechenbaren "mitverwendeten Bausubstanz" gem. HOAI § 10 (3a)! Und wenn es um die Identifizierung der alten Ziegel und bei Fehlstellen oder ihrer häufiger erforderlichen Lüfterziegel-Ergänzung um passende Neuziegelformate für ausgelaufene Modelle geht, liefert das Dachziegelarchiv online beste Dienste. Ein wahrer Schatz an historischen und technischen Informationen!

Bei der Instandsetzung der Dachfußschäden können die Ziegel oft flächig eingedeckt bleiben. Nur der Arbeitsbereich wird freigelegt, das offene Dach sichert man durch Schutzdachüberbauung von der Gerüstarbeitsfläche bis zur 1. Kehlbalkenebene. Das fördert Winterbau und spart viel Geld. Selbstverständlich werden die abgenommenen Ziegel bis zur Wiedereindeckung zwischengelagert. Vielleicht sogar im Dachraum.

Dachziegel im Mörtelbett

Hier weiter: 4: Betondachstein





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