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Naturstein Natursteinrestaurierung Fassadenrestaurierung Fassadensanierung Steinsanierung Schloßfassade Burgfassde Burgmauer Schloßmauer

Altbautaugliche Verfahren und Baustoffe
Kapitel 9. Natursteinrestaurierung, 10. Wandbildner im Vergleich und 10.a Fachwerkinstandsetzung

[9.4] Wasserabweisung/Hydrophobierung/Hydrophobisierung - Wichtige Details

Unterkapitel - 9. Natursteinrestaurierung: [1] [2] [3] [4] [5] [6]
Steinboden: [7]
Reinigungstechnik: [8]
10. Wandbildner im Vergleich: [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15]
10.a Fachwerk/Blockbau: [16 - Die schärfsten Tipps zur Fachwerkrestaurierung: Woran erkennst Du einen Fachwerk-Experten?] [17] [18] [19.1] [19.2]
Bodenaufbau/Holzboden: [20]

Wasserabweisung/Hydrophobierung/Hydrophobisierung - Wichtige Details

Der Fränkische Anzeiger berichtet am 12.01.2012 von der Kirchensanierung in Bockenfeld und bringt darin folgende Anmerkungen des Baudirektors Jürgen König vom Staatlichen Bauamt Ansbach über die substanzzerstörerischen Schandtaten seiner beamteten Vorgänger, die als Baubehörde im Zuge der staatlichen Baulast bzw. Baupflicht die Kirchensanierungen seit der Säkularisation im 19. Jahrhundert als quasi Bauherren betreuten - vielleicht sogar als gärtnernde Böcke?:

Und Festigung?

Eine kölsche Provinzposse spielt sich 2005 ff. um die mit einem auf Anraten ausgerechnet des Dombaumeisters als besonders festsitzender "Verwitterungsschutz mit größtmöglicher Resistenz gegen Umwelteinflüsse" acrylharzgetränkten Figürche aus mittelfestem, qualitativ hervorragendem und als für die Acrylharzvolltränkung herausragend gepriesenen grobporigen Weiberner Tuffstein an der altehrwürdig nachkriegswiederauferstandenen Rathausturmfassade ab. Traditionell gilt der Rathausschmuck als Ausdruck besonderen Bürgerstolzes und natürlich gegen den Dom gerichtet. So kamen denn auch absonderliche Heilige wie der Sterbebettkonvertit Heinrich Böll und der für seinen kruden Antisemitismus bekannte Kirchenfeind Karl Marx zur Ehre der skulpturalen Verewigung, was aber - welch Wunder! - bisher arg wenig Segen brachte.

119 von 124 waren neue Skulpturen von namhaften Bildhauern, sie wurden von 1994-95 für 1,2 gestiftete Millionen EUR in die Fassade an Stelle ihrer abgegangenen Vorgänger auf Anraten und als schöpferischer Höhepunkt der Stadtdenkmalpflegerin Prof. Dr. Hiltrud Kier eingebaut. Schlau wie man beraten war und wohl aufgrund der miesen Ergebnisse am Dom entscheidet man sich zurecht gegen die Verkieselertränkung - leider aber für eine - ausweislich der (nur?) hier zu beobachtenden Praxisergebnisse - noch einschlagendere Brutalstfestigung. Ein Supergedöns begleitete am 6.5.1995 diese denkmalpflegerische Heldentat, was versiegeltverfestigte Oberflächenkrusten mit physikalisch total unterschiedlichen Verhältnissen zwischen Harz und Stein auf Dauer anstellen können, ahnt keiner. 

Doch dann, pardauz, nach den 2003 nach Steinbrockenbombardement entdeckten Rissen - ausweislich der Materialprüfung alle nach der Acrylisierung entstanden - ei warum wohl? müssen sie 2005 alle wieder runter - Motto kölsche Jeckenparade, erst Aufzug, dann Abzug der Prinzengarde. 

Alles perdu, gerissene Steine, Schalenbildung, bis ins Mark durchklaffende Spalten, abgeplatzte Brocken, die auf dem Rathausvorplatz die von solch überfestigenden Schutzmethoden nichts ahnenden Passanten gefährden. Was schuld ist - Acrylharz, Befestigung, oder wat weiß niemand dort ganz genau, Gewährleistung is abjelaufen, Tünnes und Schääl sind wieder mal dran mit dem Bezahlen. Da ist freilich guter Rat teuer - soll man alternativ die hochherzigen und nun auf einmal eingschnappten und schwerst enttäuschten Mäzene nochmals anbetteln?

Nein, die linksgrüne Stadtratsmehrheit (Fraktion pro Köln: "kölsche Volksfront") findet im Dezember 2005 den ideologisch wohlfeilen Ausweg: Anstelle der schon frühers eingeplanten Kosten für die Sanierung des total verkommenen Reiterdenkmals für den verhaßten alten Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. (1770 – 1840) wird das Geld für die Aufpäppelung der acrylkaputtierten Männeckens und Fräuleins umgemünzt. Na, als Finanzprofis sind die kölsche Klüngler (manche sagen (Sc)H(w)einzelmännchen) ja immer gut bekannt geworden - wie war es mit dem Müll, wie mit der unter der Hand auftragsmäßig zuverschanzten Messe? Der olle Reiter - das frühantike Preußentum hat in Kölle eh schon lang abgewirtschaftet, wofü hammer denn die Dombeicht? - kann ab ins Depot, sonst schmeißt er beim sonst drohenden Zusammensturz vielleicht nochn Jecken um. Der kölsche Karneval inszeniert dann am 26.2.2006 ein Poppespäl zum Thema. Ein dreifach Kölle Alaaf! Wat küt, dat küt.

Infolinks: www.stadt-koeln.de/ratderstadt/ausschuesse/bau_wohnen_vergabe/niederschriften/Niederschrift17-11-2005.pdf
www.ksta.de/html/artikel/1122811440359.shtml
www.ksta.de/html/artikel/1122811441164.shtml
www.pro-koeln-online.de/archiv2005.htm
www.koelnarchitektur.de/pages/de/home/news_archiv/675.htm

Ja, so lebt die Restaurorenzunft von ihren eigenen Leichen im Keller immer weiter bis in alle Ewigkeit? Dank klug beratener Bauherrn. Und ob nun die ewigen Chemieversuchsreihen am Kölner Dom bessere Ergebnisse bringen werden? Dort gibt es bisher alle Varianten der Acrylharzvolltränkung, der Hydrophobierung von Klein- bis Großflächen und bald auch ein geheimnisreiches Verfahren der Restauratorengilde aus Frankreich: Die "Biomineralisierung". An den Außenmauern der Fassade von Saint-Médard in Thouars wurde 1993 ein Bakterienschleim der Sorte Bacillus cereus mit Nährlösung aufgetragen. Die Bazillen fressen das in die Steinporen hineingesuppte Futter und kacken vor ihrem Absterben durch Verhungern feine Kalkkristalle. Diese sollen dann die sandelnde Steinstruktur wieder festigen. Très chique, n'est ce pas? Ob das nun den Kölner Dom und weitere zersandelnde Baudenkmale retten wird? Parbleu!

Weiter: [Natursteinrestaurierung 5: Zementästhetik]

Das meinen die Anderen:

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