Altbautaugliche Verfahren und
BaustoffeIm Unterschied zum Austausch schadhafter Fassadenteile aus Naturstein gegen Vierungen bzw. Vollkopie ebenfalls aus Naturstein bieten Fehlstellenergänzungen aus Ergänzungsmörtel wirtschaftliche Alternativen. Daß die gern von besonders ahnungslosen Bauherren und Handwerkern aus Kostengründen eingesetzten Betonkopien, also Kopien nach dem Original aus armiertem Stahlbeton, Schutzüberzüge typische Vertreter des modernen Sanierens sind, zeigte sich nicht nur an der Martin-Luther-Kirche in Gütersloh. Landauf, landab rotten diese reparaturunfähigen Ersatzkopien aus allerdümmstem Material - selbstzerstörerischer Stahlbeton mit korrosivem Betonstahlkern / Eisenarmierung - vor sich hin, werfen abgerostete Bruchstücke und ganze Teile ab und beschädigen obendrein den noch originalen Bestand nach Kräften. In traditioneller Manier der Handwerkskunst würden bestandsschonendere Lösungen aus kalkigen Ergänzungsmörteln demgegenüber vielerlei Vorteile bieten. Sie könnten auch Problembereiche wie Fehlstellen und Risse in Ziegel- und Natursteinmauerwerken überdecken, ohne gestaltungsbedingten Bestandsaustausch.
An den historischen Naturwerksteinbauten lernen wir, daß derlei Fehlstellenergänzung mit
Reparaturmörtel (und Flicken, oft aus Ziegel) jahrhundertelang die übliche Instandhaltungsmethode war. Sie
ist auch heute nicht verboten, nur auf synthetische Bindemittel wie Harz und hydraulische wie Trass und Zement darf man
verzichten.
Das pseudodenkmalpflegerische Brüsten mit "Wir arbeiten nur mit Vierungen" kann vielleicht das Ego des
Bauamtsleiters, der im Geld schwimmenden Bauhütte oder des hochwohllöblichen Natursteinfritzen befriedigen.
Mangels Beurteilungsfähigkeit der Naturstein-Handelsqualitäten im Detail kann aber auch dollster Schrott zum
Einbau kommen (was natürlich auch für die Beurteilung der Reparatur-/Ergänzungsmörtel gilt). Vor
allem, wenn - gut gemeint aber schlecht gedacht - gegenüber dem Bestand dichtere Steine (vielleicht gar mit
zementär bzw. kunstharz"vergütetem" Setz- bzw. Fugmörtel) eingebaut werden. Dann staut sich das
eindringende Wasser über und hinter diesen Bereichen und frostet und rostet - jawohl - es gibt auch armierende
Eisen in historischen Bauwerksfassadenstrukturen! - alles auf. Der Steinaustausch an der Nürnberger Lorenzkirche
gibt ein trauriges Beispiel solcher Verschlimmbesserungen (vgl. Konrad Bedal (Hrsg.): Unter Dach und Fach, Bad
Windsheim 2002, S. 101).- Fazit: Die Vierung ist immer die allerteuerste und maximal bestandsvernichtendste Lösung.
Sehr beliebt bei allen finanzmittelveraasenden Baumeistern. Wer sich das heute noch leisten kann - Glückwunsch!
Reparaturbaustoffe
Beharrt der Denkmalpfleger/Bauherr auf Natursichtigkeit der Fassade, kann man mit kunstharzfreiem Mörtel Natur- und Backstein bestandsschonend ergänzen: ohne Störung der erforderlichen Kapillartrocknung und erhöhte Wasserrückhaltung, ohne riskante Bestandsgefährdung durch Alterungsprozesse der Antragsmaterialien, ohne untergrundbelastende unterschiedliche Schrumpf- und Quellvorgänge. Seit eh und je sind dafür natürlich vergütete Luftkalkmörtel und Schlämmen besonders geeignet. Sie führen keine bauschädlichen bzw. treibmineralbildende Salze zu, blockieren die Trocknung nicht und machen die Bauwerksbewegungen am besten mit.
Dazu im Gegensatz bilden sich zwischen den Auftragsschichten der kunstharz"vergüteten" Mörtel Plastikhäutchen, die den Haftverbund verschlechtern und die Kapillartrocknung blockieren. Obendrein umhüllen Plastikzusätze die Kalkteilchen und verhindern deren Karbonatisierung. Beachten muß man aber die kalktypischen Unterschiede: Es gibt sog. "Volksmörtel", die schnell zum Versagen neigen und betr. Salz- und Frostbelastung ungünstige Eigenschaften aufweisen (vom Baustellenexperten zusammengepanscht, mit praxisfern theoretisierender Mineralogenhilfe und unter Mißachtung aller Handwerksregeln auf das Bauwerk geschmiert?), und langzeitbewährte Hochleistungsmörtel nach klassischer Art für alle kritischen Anwendungsbereiche. Und sieht die Planung hochwertige Baustoffqualitäten vor, ist eines so sicher wie das Amen in der Kirche: Der Baustellensäftl wird gegen Billigschund austauschen und grausamst schlecht verarbeiten. Egal, unter welchem Anspruch er angetreten ist. Man muß ja sparsam wirtschaften. Eben "saving the penny and losing the pound".
Einen typischen Fall beschreibt die Zeitschrift Monumente 11/12-2006 der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Es geht um die weltberühmten Chorschranken der Liebfrauenkirche in Halberstadt: "Der Hallenser Konservator Konrad Riemann hatte seit den 1950er Jahren versucht, die Chorschranken konservatorisch zu versorgen. Nach bestem Wissen und Gewissen und gegen die Materialprobleme seiner Zeit arbeitete er entsprechend dem internationalen Standard bis 1997 mit viel Kunstharz zur Sicherung der lockeren Farbschichten. ... Heutige Restauratoren ... stehen ... vor dem Problem, die akribisch aufgetragene Kunstharzschicht so schonend wie möglich wieder zu entfernen. Längst hat sich herausgestellt, daß das vermeintliche Allheilmittel im Zuge seiner Alterung große Schäden verursacht. Zudem lösen sich ganze Teile der Figuren von ihrem Kalksteinuntergrund." Schön gesagt. Verschwiegen bleibt, wieviel dreiste Restauratoren auch heute noch fröhlich, unbefangen und von der Bauchemie schlagkräftig beraten immer weitermachen mit der synthetisch gestützten Zerstörung historischer Oberflächenfassungen, Natursteinoberflächen, Putzoberflächen und Ziegelsteinoberflächen. Und freilich auch mit geflissenlicher Unterstützung von irre hohen Denkmalfördermitteln, auch der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Oddä?
Bei stark bewitterten Fassadenbereichen erscheint Angsthasen auch das Bindemittel Zement nach wie vor
unverzichtbar, oft in der irrigen Annahme, das wäre auch bei bewährten Bautraditionen das Mittel erster Wahl.
Hochfeste hydraulische Bindemittel liefern aber Salze und überhöhte Festigkeiten/Abdichtung in den
vorgeschädigten Natursteinbestand. Das programmiert Steinzerfall und zukünftige Aufträge ohne Ende.
Eine Meldung der Badischen Nachrichten, Ausgabe Freiburg vom 13.10.2009 macht den traditionellen Umfang der
Zerstörungswut der ach so begnadet wirkenden Dombauhütten allerorten (wer hat denn im 19. Jh. all die
Salzsäure-Kübel über unseren Domen ausgeschüttet, um sie "alterwürdig-steinsichtig" erscheinen
zu lassen, wer hat sie denn mit sonstig ungeeignetsten Chemiepampen seit den Anfängen der Bauchemie
malträtiert, vielleicht der Wind, der Wind, das himmlische Kind?) und eben auch in Freiburg (links: Meine
Bleistiftskizze vom Freiburger Münster) mehr als deutlich - Auszug:
"Zwei Jahre länger hinter Gittern. Münsterturm: Risse machen Sorgen ...
Die Schäden am Sandstein der 700 Jahre alten Turmpyramide des Münsters sind schlimmer als erwartet. Nach
Einschätzung von Münsterbaumeisterin Yvonne Faller könnten sich die Arbeiten bis ins Jahr 2013 hinziehen
und auch teurer werden. ...
"Wir sind auf Probleme gestoßen, die man eben erst dann sieht, wenn man am Turm arbeitet. ... Folgen
der vorhergehenden Sanierungen des Turmhelms aus den 1920er und 1960er Jahren. "Wir müssen sehr viel
zurückbauen" ...
In den 20er Jahren war poröser Sandstein eingesetzt worden, der schneller verwittert als der
mittelalterliche Originalstein. ... vor rund 50 Jahren wurde moderner Zementmörtel eingesetzt, den man als
härter und damit besser erachtete als den mittelalterlichen Kalkmörtel. Ein Trugschluss: Der Zementmörtel
lässt das Wasser nicht abfließen, was dann wiederum die mittelalterlichen Ringanker, die den Turm zusammen
halten, rosten ließ.
Die Sanierung wird auch teurer, die Finanzierung ist nicht einfach".
Kommentar zum Ersten: Teurer und länger soll es dauern, als geplant. Und wieso? Vielleicht der typische
Planungsmurks, der ohne ausreichende Bestandsaufnahme inkl. Schadensuntersuchung und Bemusterung vor Ort zur dann alle
überraschenden Tat schreitet?
Kommentar zum Zweiten: Die auch hier wieder mal erwiesene (frühere) Unkenntnis bezüglich einer
materialgerechten und bestandsverträglichen, aber eben auch termintreuen und budgetsicheren Saniertechnik /
Restaurierungstechnologie in hochmögenden Bauverwaltungen ausgerechnet an unseren wertvollsten
Baudenkmalen überrascht nicht. Sie ist mehr als typisch, wenn man die Restaurierungsgeschichte und den damit
verbundenen Erhaltungszustand der Bauwerke etwas näher kennt.
Kommentar zum Dritten: Spannend dann die Frage, wie es heutzutage weitergeht? Ein Sanierschaden jagt den anderen,
begleitet von extremsten Kostenexplosionen und Terminverzögerungen? Auch heute gibt es noch "moderne"
Baustoffe für Mörtel und Oberflächenbeschichtung, die von Seiten der bauchemisch verseuchten Hersteller
alles versprechen, was BaumeisterInnen und SteinrestauratorInnen gerne glauben. Und doch nicht halten, da sie sich
wiederum abwenden von den historisch bewährten Macharten auf Luftkalkbasis. Und mit gräßlichen
Hydraulfaktoren und Synthetikprodukten Restaurierbaustoffe angeblich "vergüten", in Wahrheit aber versauen.
Wie es beim Freiburger Münster weitergeht, entzieht sich zwar meiner Kenntnis, von anderen Kirchbaustellen /
Denkmalrestaurierungen sind mir jedoch ausreichend solche Schweinereien bekannt geworden, auch aus den täglich ins
Büro flatternden hochglänzend bebilderten Werbefeldzügen der Hexenküchenmeister und ihrer im modernen
Material-Aberglauben befangenen Jünger. "Weiche, Satan! Weiche!" möchte man da zähneklappernd
herausbibbern, jedoch umsonst, denn allzu oft hilft der schnöde Mammon ja mit beim Teufelswerk des neuzeitlichen
Produktmarketings ... Yvonne, sieh Dich vor!
Hier ein Bilderbogen des gottververfluchten Restauratorenfleißes mit teuflisch-zementären Mörtelpampen
an einem Bauwerk aus Kalkstein und Kalkmörtel - erst natursteinsichtig der verschärften Verwitterung
ausgesetzt, dann mit Zementmörteln feste weiter kaputtiert:
Ein interessanter Materialhinweis aus der Praxis genialischer Backstein-Baumeister:
"Wichtiger als (gestalterische) Besonderheiten der Technik ist die Möglichkeit, beim Nachfugen der Gefahr entgegenzuarbeiten, die darin beruht, daß die Wirkung der Fuge unter den Einflüssen der unreinen Großstadtluft schnell verwischt wird und so gut wie verschwindet: man kann zum Ausfugen ein besonders ausgesuchtes Material wählen, nämlich eine Mischung, die möglichst glatt und möglichst hart wird, damit sie den äußeren Einflüssen zu widerstehen vermag.
Umfangreiche Versuche nach dieser Richtung, die bei den Hamburger Staatsbauten gemacht wurden, haben ergeben, daß in der rußreichen Hamburger Witterung eine Mischung von 2 Teilen Muschelkalk, 1 Teil Weißkalk und 2 Teilen Sand eine glatte, nicht sehr blanke und nicht mehr ritzbare Fugenfläche ergab; wurde ein Teil Muschelkalk genommen, so war die Wirkung der Fläche die gleiche, aber sie wurde ritzbar; nahm man statt Weißkalk 1 Teil Zement, so wurde die Masse blank und nahm noch zu an Härte; wählte man statt des Muschelkalks 1 Teil sogenannten weißen Zement (englisches Fabrikat), so war das Ergebnis blank, aber ritzbar; Meteor-Kalk machte es weniger blank und rauher.
Die natürliche Farbe aller dieser Mischungen war ein angenehmes Grau. Wollte man ein stärkeres Weiß haben, so wurde das erzielt durch 1 Teil Weißkalk, 1 Teil Lüneburger Kronkalk und 1 bis 2 Teile Sand; das Ergebnis war weiß, glatt, blank und sehr hart. Im allgemeinen dürfte die Mischung von 2 Teilen Muschelkalk, 1 Teil Weißkalk und 2 Teilen Sand zu empfehlen sein." (aus: Fritz Schumacher: Das Wesen des neuzeitlichen Backsteinbaues, München 1920, S. 101 ff.)
Hätte Schumacher schon gewußt, daß hydraulische Bindemittel wie Hydraulkalk, Portland- und Weißzement ausblühfähige Schadsalze sowie mobile Sulfate und Magnesium enthalten, mit sulfat-/gipsbelasteten Untergründen Treibmineralien bilden, den Wasserbedarf und das Schwinden erhöhen, gegenüber Ziegelstein deutlich langsamer austrocknen und wegen ihrer überhöhten Härte und Temperaturdehnung auch zum Flankenabriß inkl. Kapillarwasseraufnahme wg. erhöhter Wärmedehnung gegenüber Ziegel aufweisen, wäre er den genannten Hydraulen gegenüber wohl etwas kritischer gewesen. Und die heutzutage geübte undeklarierte Verpanschung des (angeblichen) Muschelkalks mit Hüttensand oder anderen Schadsalz- und Härtelieferanten hätte er bestimmt auch nicht gut geheißen.
Natürlich spült der Regen auch aus verdursteten, aufgebrannten oder - gar nicht so selten - in dem
für solche Arbeiten ganz und gar ungeeigneten Winterhalbjahr mit grundsätzlich gestörten und
frostgefährdeten Austrocknungs- und Abbindebedingungen möglichst ohne ausreichenden Schutzverbau des
Gerüsts hergestellten - Kalkmörtelverfugungen - ebenso wie bei zementären Varianten - oder einer
undichten Betonattika die unabgebundenen Bindemittel - Calciumhydroxid
Ca(OH)2 - nach außen. Diese bilden dann durch die Aufnahme von Kohlendioxid die herrlichsten Versinterungen als
Weißschleier aus Calciumcarbonat (Ca(OH)2+CO2->CaCO3) auf der Fassade. Und müssen dann mit Ameisen-,
Zitronen- oder gar Salzsäure in passabler Verdünnung mit folgender Neutralisierung (Wasserspülung!)
abgesäuert, im Einzelfall sogar mechanisch (Strahlverfahren mit selbstauflösendem Granulat wie
Trockenschnee, Hammer und Pickel, ...) abgenommen werden. Wenn man sie nicht als Pfuschdokument erhalten will. Eine
gegen die Feuchtezufuhr gedachte Hydrophobierung mit allerlei Chemiewaffen bringt da nichts, da weder die
Feuchtezufuhr damit dauerhaft unterbunden werden kann, noch die schon eingedrungene Bawerksfeuchte noch kapillar -
und nur so geht es(!) - austrocknen. Danach kann man sich um die defekten Mörtel kümmern und sie fachgerecht
in aufbrennsicherer Manier gegen bessere (zement- und kunstharzfreie!) Rezepturen austauschen. Siehe hierzu auch die
weiteren Ausführungen dieser Seiten.
Tipp: Bemustern, ausreichend lange warten (möglichst einmal überwintern bis eventuelle Abbindestörungen
als Ausblühung zutage treten), begutachten und erst dann ausführen - ebenso vorgehen vor der Abnahme! Denn:
Gerade für die Handwurstler besitzt die Rucki-Zucki-Verarbeitung "erdfeuchter" Fug- und Versetzmörtel mit Fugeisenverdrucksung und Naßbepinselung eine geradezu unfaßbare Anziehungskraft. Man vermeint dabei Zeit zu gewinnen, spart Bewässerung der Einbausituation, muß nicht die Steinflanken gegen Bindemittelverunreinigung aus gut feuchten Mörteln schützen, braucht nur wenig nachzureinigen, rechnet mit dem "klugen" Bauleiter und Auftraggeber, die den ganzen Humbug abnehmen und redet sich dann nach Auftreten der Flächenausblühung mit allem Möglichen heraus: lieferantenseitige Materialfehler, auftraggeberseitige Planungs-, Fristsetzungs- und Jahreszeitfehler, Weißnixvongarnixniemalswas - eben das große Einmaleins der Ichdochnichtgarniemalsnie-Gewährleistung. Aber im Brustton der Überzeugung! Was kann man hier - nicht nur in vielen Fällen in Deutschlands hohem Norden - für Erbärmlichkeiten der schmieraxeligen Handwurstelbrunst kennenlernen - und nicht nur vor der Apotheke ...
Themenlink: Schädliche Hydraulbestandteile
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Sinterkrusten auf staatsbauamtlichem Betonsteinmauerwerk aus verdurstetem
Kalkzement-Trockenmörtel eines renommierten Herstellers blühen krustig aus
(Bildautor: Peter Schneider 12.5.03)
Dem privaten Bauherrn eines riesigen backsteinverblendeten Stararchitekturbaus ging es auch nicht besser.
Die kalkwasserhinterläufige Grafitti-Schutzbeschichtung schützt dabei nur bedingt: Erst wenn ihre Kalkeiterbeulen aufplatzen, können
die Kalziumhydroxidkristalle zu Kalziumkarbonat aussintern. So war das aber nicht bestellt.
Und ob das staatliche Autobahnklohäuslbauamt den ihm aufgeschwatzten Graffitischutz genau so haben wollte?
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Wohl eher nicht - oder doch? Wären da Grafittis nicht netter?
Auch mit gut gemeinten Kalkverfugungen kann schnell alles schiefgehen, wenn der Zementfugmörtel das Vorbild für Rezeptur
und Verarbeitung liefert und der Regen einfach so in die ungenügend abgebundenenen Frischmörtelfugen reinsuppt und die Fuge dauerfeucht hält.
Der Luftkalkmörtel kann dann auch nach Jahren nicht karbonatisieren, denn wo soll das CO2 denn hin, wenn überall
H2O ist? Ein Phenolphtaleintest belegt das sehr schön buntfarbig, abgefrostete Mörtelschollen ebenso. Oh, deutsches Handwerk!
Aus meiner Bauberatung (Foto Bauherr): Versalzte Wand, falsch verputzt - das Ergebnis:
Zementputzversaute Mauerziegelschale wird durch Salzkristallisation, Feuchtestau und Frost abgesprengt.
Das freigelegte Fundamentmauerwerk im speicherfähigen Erdreich hält die Schadsalzbefrachtung aus.
Dort gibt es ja wg. Dauerfeuchte weniger Kristallisationsdruck, wg. Speicherfähigkeit weniger Frostangriff und keinen Feuchteblockerverputz.
Die Mörtelfugen im Fundament waren natürlich auch hinüber.
Ähnlicher Schadensfall aus Bauberatung (Foto Bauherr): Hier liegen nur teilweise Salzüberlastungen vor - ein Unding, wenn man an
"aufsteigende Feuchte" glaubt - die ja eine von unten nach oben einheitliche Salzlösung
und Salzbeladung und Schädigung des Mauerwerks hervorbringen sollte.
Feuchteblockender Zementverputz schädigt dann an den salzüberlasteten Mauerpartien am meisten.
Die morschbröseligen Mauerziegel lassen sich mit dem Finger herauspulen. Wie es hier weitergeht?
Fragen Sie mal versuchsweise drei Mauertrockenleger.
Da tropft das salzige Wasser aus Ihren Äuglein! (zum Handwerkerquiz)