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Schimmelpilzbefall durch und trotz Dämmung
Wie Sie durch rücksichtsloses Energiesparen Ihr Haus kaputtdämmen
Schimmelpilzbefall inklusive
Inhaltsverzeichnis:
Kapitel [1 - Einführung] [2 - Fogging-Info] [3 - Das Schimmelgeschäft]
[4 - Schimmelsachverstand] [5 - Schimmel durch Wärmedämmung?]
[6 - Schimmelpilz und Medizin] [7 - Schimmel an der Wand - Ursache und Beseitigung / Ratgeber und Leitfaden 1]
[8 - Schimmel an der Wand - Ursache und Beseitigung 2]
[9 - Schimmel an der Wand - Ursache und Beseitigung 3]
[10 - Schimmel an der Wand - Ursache und Beseitigung 4]
[11 - Schimmel an der Wand - Ursache und Beseitigung 5 ] [12 - Schimmel an der Wand - Ursache und Beseitigung 6]
Schimmel durch Wärmedämmung? [5]
Ein nach wie vor aktueller Leserbrief zu bausubstanz 9/98:
"Schimmelbefall läßt sich vermeiden - Wärmedämmverbundsysteme im Bestand"
von Wilhelm Michel, Pressereferent Fachverband Fassaden-Vollwärmeschutz,
[darin Befürwortung Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) als wirksame Maßnahme gegen Schimmelbefall],
erschienen in bausubstanz 11/98:
Seit wann brauchenspeicherfähige Massivbauten nachträgliche
Dämmung? Damit wird doch nur der kostenlose Energiegewinn
durch Solarstrahlung blockiert. Nach Praxismessungen an massiv gebauten Nordfassaden (z.B.
Schule Bruchsal) ergibt sich daraus auch im Winter ein deutliches Plus gegenüber der Wärmeabstrahlung.
Der ganzen von Herrn Michel als WDVS-Vertreter aus naheliegenden
Gründen vertretenen Auffassung liegt der Irrtum zugrunde, daß
die Berechnungsvorgänge der WSVO[EnEV] auf speicherfähige Bauteile
anwendbar wären. Dies ist falsch! Der k-Wert beschreibt nur stationäre
Zustände, die ausschließlich für nicht speicherfähiges
Dämmmstoffe und im Labor zutreffen mögen.
In der Praxis herrschen aber instationäre, also veränderliche Bauzustände, hervorgerufen durch Tag-Nacht- und Klimawechsel. Nur
speicherfähige, massive Bauweisen sind dafür energetisch sinnvoll.
Bei ihnen führt die Anwendung der WSVO[EnEV] in der vorliegenden
Form zu wirklichkeitsfernen, wissenschaftlich unhaltbaren und insgesamt sinnlosen
Ergebnissen. Sie schädigen Umwelt, Bauwerk, Benutzer und Besitzer.
Die Wirklichkeit betreffend Schimmel und Feuchte sieht anders aus:
1. Bei speicherfähigen Bauten können mit der WSVO[EnEV]-Berechnung
keine hygienisch sinnvollen Maßnahmen errechnet werden (vgl. Dr.
F. Khoda: Baubiologie und Gips, Sonderdruck baustofftechnik, Fachzeitschrift
für Baustoffe und Baustoff-Anwendung, o.J.).
2. Die anzuwendende DIN 4108 und auch Herr Michel lassen fälschlicherweise
unberücksichtigt, daß bau- und gesundheitsgefährdendes
"Schimmelwachstum bereits bei geringen Oberflächenfeuchten einsetzt"
(Univ.-Prog. Dr.-Ing. G. Hauser: Wärme und Feuchteschutz, in: Wohngesundheit
im Holzbau, Informationsdienst Holz, DGfH, München 1998). Diese Feuchten
entstehen sehr schnell bei "modern" dichten Fenstern. Umfangreiche Praxismessungen
von Prof. Dr. Ing. Roloff, TU Dresden haben ergeben, daß die von
Michel propagierte "Stoßlüftung" dagegen überhaupt nichts nützt.
3. Die erhöhten Wachstumsraten von
Schimmelpilzen sind gerade bei gem. WSVO [EnEV] gedämmten Gebäuden üblich
(vgl. Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. mult. Dr. E.h. mult K. Gertis u.a., Fraunhofer Institut
für Bauphysik: Klimawirkungen und Schimmelpilzbildung bei sanierten
Gebäuden, in: DFG-Forschungsschwerpunkt Bauphysik der Aussenwände,
Int. Bauphysikkongress TU Berlin 1997, Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 1997).
Zusammenfassung:
Wer speicherfähige Altbauten nachträglich dämmt, ist
einer gewissenlosen Wärmedämmreklame aufgesessen, die
das Wohl der Umwelt, des Bauwerks und dessen Bewohner sowie des Investors
anderen Interessen unterordnet. Außerdem ist nachträgliche
Dämmung - und das zeigen alle ernstzunehmenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen -
ein absolutes Verlustgeschäft für den Investor und deswegen gem. § 5 Energieeinsparungsgesetz verboten.
Dipl.-Ing. Konrad Fischer, Architekt BYAK
Und schon 1990 schrieb Dr.-Ing. H. Künzel vom Fraunhofer-Institut
für Bauphysik zu den Tasachen im überfeucheteten Raumluftklima in:
Sollen Hausaußenwände atmungsfähig sein? in: Physik unserer Zeit, 21 (1990) Heft 6:
"Man muss bedenken, dass durch einmaliges, kurzes Lüften zwar die Feuchtigkeit aus der Luft, nicht aber die in
Oberflächenschichten absorbierte Feuchte abgeführt werden kann. Dies war nur bei den früher
verwendeten undichten Fenstern möglich, die einen ständigen Luft- und Feuchteaustausch mit der Außenluft zuließen."
Es geht also nicht um vergebliches Stoßlüften oder gar Dämmen,
sondern um ein bisserl praktischen Bauverstand. Wo ist der heute noch zu finden?
Aus einer Publikationswerbung Thema Schimmelpilzbefall in hochwärmegedämmten Bauwerken im Vergleich zu
ungedämmten Altbauten:
"Schimmelpilzbefall bei
hochwärmegedämmten Neu- und Altbauten
Erhebung von Schadensfällen - Ursachen und Konsequenzen. Abschlussbericht Bau- und Wohnforschung, F 2506
Rainer Oswald, Geraldine Liebert, Ralf Spilker, 2008, 91 S., 32 Abb., 22 Tab.,
ISBN 978-3-8167-7480-8 | Fraunhofer IRB Verlag
Das Aachener Institut für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik (AIBau gGmbH), das seit über 30
Jahren auf dem Gebiet der Bauschadensforschung tätig ist, hat eine Forschungsarbeit zu Schimmelpilzschäden
bei hochwärmegedämmten Neu- und Altbauten vorgelegt, die vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
gefördert wurde. Die These, dass hochwärmegedämmte, luftdichte Gebäude vermehrt zur
Schimmelpilzbildung neigen, konnte nicht bestätigt werden. Die Arbeit beruht im Wesentlichen auf zwei
Untersuchungen:
Durch eine Studie der Arbeitsgruppe Raumklimatologie (ark) am Universitätsklinikum Jena zu der speziellen Gruppe
der hochwärmegedämmten Gebäude war eine quantitative Beurteilung möglich. Während
Schimmelschäden am Gesamtbestand in Deutschland bei etwa 9,3 Proz. der Wohnungen auftreten, liegt diese Zahl bei
der Gruppe gut wärmegedämmter Gebäude bei ca. 8,2 Proz. Ebenso kommt eine bundesweite Umfrage des AlBau
unter öffentlich bestellten und vereidigten Bausachverständigen zu dem Ergebnis, dass ein vermehrtes
Auftreten von Schäden bei hochwärmegedämmten Gebäuden von den weitaus meisten Befragten nicht
festgestellt wurde."[1]
Dieses Jenenser Forschungsergebnis hat
Matthias Bumann mal in der linken Grafik
veranschaulicht. Dazu drängen sich mindestens dem kritisch-hinterfragenden Zeitgeist eines junggebliebenen Alt68er
folgende Fragen auf:
Wieviele der verschimmelten Altbauwohnungen ("9,3 Prozent") hatten erstens gummilippendichte Isolierfenster als erste allseits
lobbygestützte (und dank perfidem Mietrecht sogar als "Modernisierung" auf die armen Mieter umzulegende)
"Energiesparmaßnahme" zur "Wohnwertverbesserung"?
Und wieso liegt der Schimmelbefall zum Zweiten in hochwärmegedämmten Gebäuden (System Passivhaus,
Niedrigenergiehaus, KfW-Energiesparhäuser 40, 60) bzw. nach energetischer Sanierung nur so dermaßen gering (!!!)
unter den schimmelbefallenen Altbauten?
War das nicht drittens ganz anders versprochen und ist viertens die geringfügigste "Abnahme" des Befall vielleicht
durch die konsequente Information ("Lüftungsleitfaden") und Bewußtseinsbildung der betroffenen
Verdämmten hinsichtlich besserem Lüften geschuldet, gab es fünftens vielleicht sogar den Einbau
zusätzlicher Lüftungstechnik? Ist sechstens der grundsätzlich wegen der damit verbundenen irren Kosten
extrem höher anzunehmende Sozialstatus der typischen Besitzer hochwärmegedämmter
Einfamilien-Dämmbüdli (z.B. kinderlose Lehrer, Banker, Manager, Chefärzte, Immobilienhaie, Heuschrecken,
Topjournaille, Planer, Handwerker und sonstig erfolgreiche Ökoprofiteure) verantwortlich für eine geringere
Belegungsdichte, Wohnintensität und damit auch Schimmelgefahr? Und wie wird siebtens diese fröhliche
Darstellung kontrastiert durch derartige News?:
Experte warnt: Jede dritte Wohnung mit Schimmelpilzen verseucht -
Zitat daraus: "In den so genannten Energiesparhäusern gibt es häufig Probleme mit Feuchtigkeit und, daraus resultierend,
mit Schimmelpilzen", bestätigt der Vorsitzende des Umweltausschusses der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein,
Ralph Urban."
Schimmelpilz
in Gebäuden: Zwei Würzburger Experten überzeugen bei Münchner Fachkongress - Zitat:
"Jede 2. Wohnung könnte mit (verstecktem) Schimmelpilzwachstum betroffen sein."
Schimmelpilz u. Feuchtigkeit - Zitat:
"Werden ... Außenmauern und Dach zu sehr gedämmt, kann sich in der Wohnung leichter Schimmel bilden. ...
Die EnEV könnte dafür sorgen, dass die Häuser noch luftdichter verpackt werden und die Bewohner der
Feuchtigkeitsbildng nur entgegenwirken können, wenn sie mehr lüften und so möglicherweise mehr Energie
vergeuden als vor einer umfangreichen Gebäudedämmung. ... Schimmelpilz durch Isolierglasfenster ..."
Keimverseuchung in den eigenen vier Wänden - Schimmel - Versteckte Gefahr in der Wohnung -
Zitat: "In 75 Prozent aller Wohnungen lassen sich Keime nachweisen", so der Experte. Dabei sind nur in 10 Prozent aller
Fälle, die er begutachtet hat, auf falsches Lüften zurückzuführen. Meist sind die verwendeten Baustoffe
die Ursache für Schimmelbefall. Außerdem spielt die Tatsache, dass die heutige Bauweise von Häusern keine
natürlichen Luftaustausch mehr ermöglichen, eine entscheidende Rolle."
"Schimmelpilzschnüffler im Einsatz" - HR3 - Zitat:
"In rund 40 Prozent aller Wohnungen gibt es ein Schimmelproblem. ... problematisch: Die Sanierung von alten Häusern
mit ungeeigneten Materialien. Werden hier stark isolierende Fenster und wärmedämmende oder abdichtende Stoffe
verwendet, funktioniert die frühere Feuchtigkeitsregulation nicht mehr: Schimmel entsteht. Betroffen sind auch
Neubauten, mit einer zu kurzen Trocknungsphase vor dem Bezug. Nur in 10 bis 15 Prozent aller Fälle ist falsches
Lüften oder Heizen Grund für Schimmel!"
Fazit: Die Wahrheit hat mehr als zwei Gesichter ...
Und um zu verdeutlichen, was hier in bauphysikalischer Hinsicht wirklich läuft, wenn angebliche Schimmelexperten
die Dämmung von Außenwänden empfehlen, erst mal etwas Bauphysik:
| |
Taupunkttemperatur für +10 °C bis +30 °C bei einer relativen Luftfeuchte von 30% bis 95% |
| °C |
30% |
35% |
40% |
45% |
50% |
55% |
60% |
65% |
70% |
75% |
80% |
85% |
90% |
95% |
| 30 |
10,5 |
12,9 |
14,9 |
16,8 |
18,4 |
20,0 |
21,4 |
22,7 |
23,9 |
25,1 |
26,2 |
27,2 |
28,2 |
29,1 |
| 29 |
9,7 |
12,0 |
14,0 |
15,9 |
17,5 |
19,0 |
20,4 |
21,7 |
23,0 |
24,1 |
25,2 |
26,2 |
27,2 |
28,1 |
| 28 |
8,8 |
11,1 |
13,1 |
15,0 |
16,6 |
18,1 |
19,5 |
20,8 |
22,0 |
23,2 |
24,2 |
25,2 |
26,2 |
27,1 |
| 27 |
8,0 |
10,2 |
12,2 |
14,1 |
15,7 |
17,2 |
18,6 |
19,9 |
21,1 |
22,2 |
23,3 |
24,3 |
25,2 |
26,1 |
| 26 |
7,1 |
9,4 |
11,4 |
13,2 |
14,8 |
16,3 |
17,6 |
18,9 |
20,1 |
21,2 |
22,3 |
23,3 |
24,2 |
25,1 |
| 25 |
6,2 |
8,5 |
10,5 |
12,2 |
13,9 |
15,3 |
16,7 |
18,0 |
19,1 |
20,3 |
21,3 |
22,3 |
23,2 |
24,1 |
| 24 |
5,4 |
7,6 |
9,6 |
11,3 |
12,9 |
14,4 |
15,8 |
17,0 |
18,2 |
19,3 |
20,3 |
21,3 |
22,3 |
23,1 |
| 23 |
4,5 |
6,7 |
8,7 |
10,4 |
12,0 |
13,5 |
14,8 |
16,1 |
17,2 |
18,3 |
19,4 |
20,3 |
21,3 |
22,2 |
| 22 |
3,6 |
5,9 |
7,8 |
9,5 |
11,1 |
12,5 |
13,9 |
15,1 |
16,3 |
17,4 |
18,4 |
19,4 |
20,3 |
21,2 |
| 21 |
2,8 |
5,0 |
6,9 |
8,6 |
10,2 |
11,6 |
12,9 |
14,2 |
15,3 |
16,4 |
17,4 |
18,4 |
19,3 |
20,2 |
| 20 |
1,9 |
4,1 |
6,0 |
7,7 |
9,3 |
10,7 |
12,0 |
13,2 |
14,4 |
15,4 |
16,4 |
17,4 |
18,3 |
19,2 |
| 19 |
1,0 |
3,2 |
5,1 |
6,8 |
8,3 |
9,8 |
11,1 |
12,3 |
13,4 |
14,5 |
15,5 |
16,4 |
17,3 |
18,2 |
| 18 |
0,2 |
2,3 |
4,2 |
5,9 |
7,4 |
8,8 |
10,1 |
11,3 |
12,5 |
13,5 |
14,5 |
15,4 |
16,3 |
17,2 |
| 17 |
-0,6 |
1,4 |
3,3 |
5,0 |
6,5 |
7,9 |
9,2 |
10,4 |
11,5 |
12,5 |
13,5 |
14,5 |
15,3 |
16,2 |
| 16 |
-1,4 |
0,5 |
2,4 |
4,1 |
5,6 |
7,0 |
8,2 |
9,4 |
10,5 |
11,6 |
12,6 |
13,5 |
14,4 |
15,2 |
| 15 |
-2,2 |
-0,3 |
1,5 |
3,2 |
4,7 |
6,1 |
7,3 |
8,5 |
9,6 |
10,6 |
11,6 |
12,5 |
13,4 |
14,2 |
| 14 |
-2,9 |
-1,0 |
0,6 |
2,3 |
3,7 |
5,1 |
6,4 |
7,5 |
8,6 |
9,6 |
10,6 |
11,5 |
12,4 |
13,2 |
| 13 |
-3,7 |
-1,9 |
-0,1 |
1,3 |
2,8 |
4,2 |
5,5 |
6,6 |
7,7 |
8,7 |
9,6 |
10,5 |
11,4 |
12,2 |
| 12 |
-4,5 |
-2,6 |
-1,0 |
0,4 |
1,9 |
3,2 |
4,5 |
5,7 |
6,7 |
7,7 |
8,7 |
9,6 |
10,4 |
11,2 |
| 11 |
-5,2 |
-3,4 |
-1,8 |
-0,4 |
1,0 |
2,3 |
3,5 |
4,7 |
5,8 |
6,7 |
7,7 |
8,6 |
9,4 |
10,2 |
| 10 |
-6,0 |
-4,2 |
-2,6 |
-1,2 |
0,1 |
1,4 |
2,6 |
3,7 |
4,8 |
5,8 |
6,7 |
7,6 |
8,4 |
9,2 |
Dieser Datenbereich entspricht den üblichen Raumtemperaturen in Wohnungen und sonstigen Aufenthaltsräumen.
Die kritische Oberflächentemperatur, ab der es gewöhnlicherweise (ca. 60 % rel. Feuchte) zum Kondensatausfall
kommt, liegt bei etwa +12 °C.
Der für 50% rel. Luftfeuchte und +20 °C Raumlufttemperatur gekennzeichnete Wert heißt für die
Luft, daß darin je m³ 8,65 g Wasser enthalten sind, die Taupunkttemperatur liegt dafür bei +9,3 °C.
Bei einer relativen Raumluftfeuchte von 70% - schnell in allen Räumen erreichbar in den mit Isolierfenstern
ausgestatteten Wohnungen, außerdem in jedem Bad, jeder Dusche und Küche und jedem Waschraum - ist dann 10,2
g Wasserfracht / m³ Raumluft enthalten. Die dann schon bei 14,4 °C Oberflächentemperatur auskondensiert.
Und diese "Unterkühlung" stellt sich bei Ihrer Konvektionsheizung so gut wie von selbst
ein, und zwar in der Außenwand-Boden-Ecke und an der Außenwand-Decken-Ecke, wo Ihre Heizluftwalze eben nicht so
schön hinkommt - aus strömungstechnischen Gründen. Jedes Infrarotthermometer kann Ihnen hierzu
ungeheuerliche Erkenntnisgewinne bieten.
Fazit: Die Taupunkttemperatur nähert sich mit zunehmender relativer Luftfeuchte immer mehr der Raumlufttemperatur.
Es ist also die relative Raumluftfeuchte, die bei angenehmer Raumtemperatur (und auch, wenn Sie energiesparend vor sich
hinbibbern) den Schimmelpilzbefall fördert.
Und wenn Sie glauben, daß Schimmelbuden durch bessere Wärmedämmung weniger schimmeln, hier eine weitere
bauphysikalische Betrachtung:
Links sehen Sie, was nach offizieller Berechnung gem. EnEV und DIN in Ihrem Wäscheschrank als quasi unbeabsichtigte
Innendämmung an der Außenwand los ist, wenn Sie Ihre schöne Altbau-Ziegelwand aus 36,5er beidseitig
verputztem Hochlochziegel-Mauerwerk für Zigtausende mit 16 cm Polystyrol-Wärmedämmverbundsystem WDVS
bebappen, weil es der Experte so wollte. Oder ein dahergelaufener räudiger Energieberater.
"Zur Erhöhung der Temperatur an den schimmelbefallenen Oberflächen, als vorrangige (und gottseidank teuerste)
Maßnahme gegen den Schimmel", der schon vorher hinter Ihrem oder Ihres Mieters Wäscheschrank blühte,
hat es so hoffnungsfroh geheißen.
Und wenn Sie wegen eines Augenleidens oder weil Sie wegen Ihrer schon getätigten Sinnlosinvestition in die
Dämmfassade so sehr greinen müssen, daß Sie jetzt nicht so genau hinstieren können, damit auch
Ihnen deutlich wird, wie bitter kalt es hinter dem Schrank bei 20 Grad Celsius Raumlufttemperatur und minus 10 Grad
draußen / Außentemperatur bei nur 50-prozentiger relativer Raumluftfeuchte wird, bitteschön:
4,9 °C an der Schrankwand und 4,6 °C am Innenputz.
Und da wir oben gelernt haben, daß bei diesen Konditionen
ab 9,4 Grad das Kondensat zu plätschern beginnt, können Sie sich selber ausmalen, wo es dann im Wäscheschrank
das Aufnässen beginnt, und wie sehr es selbst bei günstigeren Außentemperaturen noch drum herum das
Schimmeln beginnt. Ach so, die waagrechte grüne Linie zeigt die kritischen 12 °C an.
Und nie mehr kann etwas warmer Sonnenschein die Situation an der speicherfähigen Massiv-Ziegelwand soweit
verbessern, daß derartige Temperaturereignisse weitgehend vermieden werden.
Da rinnt Ihr Raumluftkondensat nicht nur bei 50 Prozent relative Raumluftfeuchte als Bächlein die Wände
runter und Ihre Energiesparinvestition den Bach, nein, es schimmelt weiter wie wild. Trotz energetischer Sanierung und
Schimmelvermeidungsdämmung. Klaro? Und übrigens, auch Ihr Experte und vor allem Ihr Energieberater kann mit
seiner Software das gleiche herausbekommen. Doch vielleicht sind diese Brüder und Schwestern eher auf die
Bedürfnisse und Umsatzerwartungen der Ökoprofiteure ausgebildet, nicht auf Ihr Wohl und Wehe? Trau, schau,
wem?
Was tun? Lesen Sie doch erst mal weiter ...
Link:
k/U-Wert-Narretei
Weiter: [6 - Schimmelpilz und Medizin]
Sonstige Nützlichkeiten und andere Meinungen für salzbelastete, feuchte, nasse,
abgesoffene, verschimmelte, verpilzte und vermorschte Häuser - soweit es nicht um nutzlose
Horizontalisolierung gegen "aufsteigende Feuchte" geht, der manche industrieabhängige
bzw. ahnungslose Autoren (wer es ist, verrate ich nicht, ätsch!) - anhängen. Reihenfolge der Titel beinhaltet
keinerlei Wertung!!!:

Altbau und Denkmalpflege Informationen Startseite
Zur Seite Verordnetes Energiesparen, Klimaschutz und Schimmelpilz
usw. (Über 100 Seiten weitere detaillierte Info und Fallbeschreibungen)
Schimmelrat
Antrag auf Ausnahme/Befreiung von den Anforderungen der EnEV