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Energiesparen im Altbau ohne Fassadendämmung, Dämmstoff, Dachdämmung, Wärmedämmung, Wärmedämmverbundsystem WDVS

Der Schwindel mit Wärmedämmung und Energiesparen 7

- Widerspruch Mieter gegen Mieterhöhung nach energetischer Sanierung mit Wärmedämmung /

- Gutachten für Widerspruch Eigentümer ./. WEG gegen Beschlußfassung energetische Sanierung Fassade

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Der Schwindel mit der Wärmedämmung - Start
Kapitel 1 - Einstimmung: Schadensfälle an Dämmfassaden - Madenbefall, Absturz usw.
2 - Zur Sache: Schimmel und Algen durch WDVS
3 - Fassadendämmung naß veralgt?
4 - Schädlingsbefall und Thermographie
5 - Amtliche Energiesparversprechen / Energiesparverbrechen?
6 - Dämmung, EnEV und Schimmelpilzbefall
7 - Widerspruch Mieter gegen Mieterhöhung nach energetischer Sanierung / Gutachten für Widerspruch Eigentümer ./. WEG gegen Beschlußfassung energetische Sanierung Fassade
8 - Reboundeffekt / Problemdiskussion Innendämmung / Innenisolierung
9 - Wärmedämmung im Vergleich / Das Lichtenfelser Experiment
10 - Schwindel? Dämmung + Energiesparverordnung EnEV
11 - Befreiung und Ausnahme von Energieeinsparverordnung
12 - Lichtenfelser Experiment - Ein Fake?
13 - Altbausanierung - Lohnt sich Energiesparen durch Dämmung?
14 - Frost, Eis, Kondensat, Feuchte, Nässeschäden und Beulenpest auf WDVS - Wärmedämmverbundfassaden, Dämmfassaden, Fassadendämmung.
15 - Dämmstoffbrand, Fogging + Energiesparen
16 - Dachdämmung / Zwischensparrendämmung verpilzt?

Wärmedämmung-Schwindel, Mietrecht, Mieterhöhung, WEG + Energiesparen

Wie sich Rechtsanwälte um den Hitzeschutz kümmern, zeigt die SZ unter der Rubrik "Recht so" und dem Titel "Heißkalt" am 5.10.01:

So wehrt man sich also als dämmbudengeplagter Mieter. Oder gleich so, wie es der Mieter H.B. schon in der DM-Epoche gegenüber seiner Wohnungsvermieterin, der WohnbauGmbH XY tut, nur aus Vorsorge gegen die Beklebung der Fassade mit Wärmedämmung:



Was machen nun die armen Vermieter? Sie dämmen, legen das in Wärmedämmung investierte Geld - oft gegen besseres Wissen aber aus mietrechtlichen Gründen - als angeblich werterhöhende "Modernisierung" gem. BGB § 535 (gilt für Maßnahmen, die 1. den Gebrauchswert der Mietsache nachhaltig erhöhen, 2. die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern und 3. nachhaltig Energie- oder Wassereinsparungen bringen) mit bis zu 11% Mieterhöhung auf den Mieter um und reduzieren im Jahr der Modernisierungsankündigung wg. fiktiver Heizkostenersparnis die vorauszuzahlende Heizkostenpauschale. Damit fühlen sich besonders einfältige Mieter, die die möglicherweise ohnehin fällige Fassadeninstandsetzung gem. BGB § 535 gar nicht mitfinanzieren müßten, zunächst gut bedient und wehren sich nicht gegen den Dämmblödsinn mittels angebappter Wärmedämmung. Dieser aber schädigt das Objekt eher, als dessen Wert zu erhhöhen, da die Schadenspotentiale der bau- und gesundheitsschädlichen Dämm- und Dichtmaßnahmen (Veralgung, Frostschädigung, Schimmelpilzbefall) den Gebrauchswert wesentlich mindern, ständige teure Instandsetzungsmaßnahmen verursachen (vgl. hier: Instandsetzungsvergleich verschiedener Fassadenkonstruktionen) und die allgemeinen Wohnverhältnisse damit wesentlich verschlechtern und so gut wie nie nachhaltige Energie-Einsparungen verursachen.

Das Amtsgericht Lichtenberg ermöglichte dem Vermieter mit Urteil vom 17.6.03, Az. 6 C 116/03 obendrein, sich über die bisher geltende Kappungsgrenze von 200 Prozent der - falsch, da nach U-Wert berechneten - fiktiven Energieersparnis hinwegzusetzen und bei 0,29 Cent Ersparnis pro Quadratmeter und Jahr ganze 1,29 Euro pro Quadratmeter "umzulegen". Gemäß BGH-Urteil Az.: VIII ZR 149/03 darf die Mieterhöhung sogar höher sein, als die Ersparnis des Mieters an Betriebskosten - und das gilt wohl für alle Dämm-Maßnahmen. So jedenfalls alle meine als verantwortlicher Sachverständiger gem. ZVEnEV im Rahmen von EnEV-Befreiungen durchgeführten Wirtschaftlichkeitsberechnungen, bei denen die fiktive, gem. EnEV errechnete "Ersparniss" gem. Wärmebedarfsberechnung den damit verbundenen "Energiesparkosten" gegenübergestellt werden. Das öffnet diesen Betrugsmechanismen natürlich weiter Tor und Tür.

Und ausgerechnet die Bundesregierung bzw. ihre Einflüsterer in den Ministerien (teils durch bestens honorierte Auftritte bei den Versammlungen einschlägiger Lobbyisten auffällig gewordene Ministerialen, ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...) behaupteten bei allen von den Lobbyisten / Ökoprofiteuren erst hereingereichten und dann bejubelten Gesetzesvorlagen der Energieeinsparverordnung (und anderer Energiespargesetze) und deren Dauer-Novellierung und Dauer-Verschärfung in immer kürzer werdendem Rhythmus, daß die damit erzielbaren Einsparungen die nur angeblichen Energiespar-Investionen schnell wieder hereinspielen würden. Grundlage dieser abenteuerlichen Schwindeleien: Gutachten einschlägiger "Energiegutachter".

Ja, gegen unser Steuergeld bekommt man hierzulande eben alles geboten, was man bestellt. Nur Bundestagsabgeordnete fallen auf solchen Schwindel herein, und wir wissen auch, warum. Daß der regierungsamtliche Papierdreck übelst getürkt ist, wissen alle MdBs geradezu selbstverständlich, denn die sind ja Politprofis und - entgegen mancher voreiliger Einschätzung - doch nicht ganz so blöd, wie es sich Politkritiker vorstellen. Daß aber nichts die eigene Karriere - manche erzählen mir auch, das eigene Leben - schneller beenden könnte, als ein Ausscheren aus der von gaaaanz oben vorgegebenen Politik, allerdings auch ...

Was macht nun der raffinierte Vermieter nach der Dämmung? Abgerechnet wird im nächsten Jahr freilich wieder nach dem tatsächlichen Heizkostenverbrauch. Da dieser nun wg. Preis- und Klimaunterschieden schwankt (bzw. wegen der zuallermeist begleitend vorgenommen Verbesserungen der Heizung tatsächlich sinkt), kann der Mieter mangels statistisch verwertbarem Datenmaterial die Sinnlosigkeit des Dämmens nicht so leicht belegen. Die meisten Schwachverständigen - da mangels eigenem wirklich belastbaren Fachwissen auf Treue zu den von der Dämmindustrie selbst organisierten Normfalschberechnungen geeicht - werden nun irgendeine "Ersparnis durch Dämmung" herbeirechnen. Damit hat der Mieter verloren, denn unsere Gerichte sind wiederum - mangels eigener Sachkenntnis - wiederum auf Schwachverständigengutachten geeicht (die Skandalgutachten im Mollath-Fall haben das ja wieder mal eindrucksvollst erwiesen). Daß der noch ungedämmte Nachbarwohnblock die gleichen oder sogar geringere Heizkosten als der inzwischen gedämmte bezahlt, weiß der Mieter nicht, kann es dank Geheimhaltung ("Datenschutz") des Eigentümers nicht wissen und weder Schwachverständige noch Gerichte wollen das wissen. So zahlt er die Zeche. Aus den Wobaus wird mehr und mehr bekannt, daß sie - genau wie die Fehrenberg'schen Belege - bisher keine nennenswerte dämmbedingte Heizkostenverminderung nachweisen konnten und deswegen auch keinem Mieter nur irgend eine dämmbedingte Ersparnis ausbezahlt haben. Die Abrechnungsdaten rücken die Vermieter allerdings nicht gerne heraus (Tipp: Hausmeister mit ner Flasch Bier fragen!), liefern sie doch eindeutiges Material für die Regreßforderung der dämmbedingt abgezockten Mieter. Außerdem will der Dämmberater auf Vermieterseite seine Provision nicht gerne riskieren.

Im Bereich der Wohnungseigentum-Miteigentümer-Gebäude setzt nun ein überall zu beobachtender Abzockmechanismus ein: Der (an den Ausgaben der Miteigentümer gem. bekannt gewordenen Fällen sogar hin und wieder in untreuer Art und Weise partizipierende?) Wohnungsverwalter holt seinen Planerliebling zur Seite, ein Dämmstoffproduzent, evtl. auch eine Haustechnikfirma liefert dem Planer manipulativ auf ihre Produkte zugeschnittene Planungsunterlagen "umsonst" (Weihnachtskuvert inkl.?), ebenso die für die Überredung der vertrauensseligen Eigentümergemeinschaft "bewährten" Verkaufsargumente in Form von undurchsichtigen bzw. auf Utopien beruhenden Grafiken, Tabellen, Broschüern, Vortragsunterlagen usw.

Ergebnis: Die verängstigte bzw. tatsächlich überredete Eigentümergemeinschaft stimmt einer Maßnahme zu, die sich oft nicht mit ein paar hundertausenden Euros begnügt, sondern gerne auch in die Millionen geht. Bei wirtschaftlich vertretbaren Kosten - selbst unter Ansatz der lediglich fiktiv von der Verwaltung und dem Planer in brüderlicher Interessensgemeinschaft vorgespiegelten Ersparnispotentialen in einer Kosten-Nutzen-Analyse / Wirtschaftlichkeitsberechnung nach kaufmännischen Gesichtspunkten und Standards - die weitaus (80 Prozent sind da keine Seltenheit!) geringer als die geforderte Investition sind. Üble Tricks wie unrealistische Energiepreissteigerungen oder falsche Rechenansätze, Verheimlichung der meist sehr viel niedrigeren Heizkosten als von dem Energieberater und seiner Software berechnet, befördern nun das Einlullen bei kritischen Nachfragen der zu schröpfenden Energiesparopfer. Nicht nur geradezu irrsinnige Wärmedämm-Maßnahmen werden so unter plumpester Vorspiegelung falschester "Tatsachen" wie "schlechte Bausubstanz", "Mauerwerk mit schlechtem U-Wert" usw. in den Markt gezwungen, auch die nach meinen Erfahrungen zumindest dümmsten, unwirtschaftlichsten, betreuungsintensivsten und trotzdem störungsanfälligsten aller Heizsysteme auf der Grundlage von Holzhackschnitzel oder Holzpellets oder irgendwelcher Solarhumbug (vgl. Linkinfo) müssen meist bestens funktionierende klassische Öl-Heizungen oder Gasheizungen ersetzen. Alles steigert die Baukosten und Planerhonorare, die Verwaltereinkünfte und Industrieumsätze ins Unermeßliche. Seit der Treuhand(!)-enteignungswelle des mitteldeutschen Grundbesitzes gab es wohl keinen größeren staatlich unterstützten Raubzug am Eigentum mehr. Wobei ausweislich der gesponsorten Artikel in Eigentum-Vertreter-Organisations-Zeitungen und - da SPD-gesteuert - auch die Mieterorganisationen selbst diese die Interessen ihrer vertrauensseligen Mitglieder schmählich an die Ökoprofiteure verraten. Käuflichkeit eben überall, nicht nur in der großen Politik. Ausnahme: Die Schutzgemeinschaft für Wohnungseigentümer und Mieter Hausgeld-Vergleich e.V.. Und hier noch etwas detaillierende Info zur Mietermisere: Mietrechtliche Probleme mit der Wärmedämmung



Rein rechtlich betrachtet kommen bei der Umsetzung des Energiesparschwindels auf Kosten der Miteigentümer möglicherweise mehrere Straftatbestände zusammen. Betrug ist nur einer davon.

Hier nun der anonymisierte Auszug aus einem meiner aktuellen Gutachten für die Beschlußanfechtung eines Miteigentümers einer WEG, die durch Wohnungsverwaltung und Planer in der beschriebenen Art und Weise zu einer "umfassenden energetischen Sanierung" ihres Bauwerks gedrängt wurde:

RAe ...                                                                  Hochstadt, 15.01.2008

Auftraggeber, Adresse / WEG ... wegen Beschlussanfechtung

Gutachterliche Stellungnahme zur Fassadensanierung

Anlage: Dirk Meyer: Die Energieeinsparverordnung (EnEV) eine ordnungspolitische Analyse

1. Auftraggeber: ...

2. Anlaß der Gutachterlichen Stellungnahme

Die Gutachterliche Stellungnahme soll als Argumentationsstütze für die Beschlußanfechtung gegen die Fassadensanierung der ...straße in ... mit einem Wärmedämmverbundsystem Verwendung finden. Insbesonders wird zu den konstruktiven Folgen und der Wirtschaftlichkeit der inzwischen veranlaßten Fassadendämmung Stellung genommen.

3. Baubeschreibung

Das Anwesen ...straße in ... ist ein aus Stahlbetonskelettbauweise errichtetes Hochhaus mit acht Stockwerken und 32 Wohnappartements. Es wurde ca. 1965 errichtet.

4. Baukonstruktion und Zustandsbewertung Fassade

Die Stahlbetonkonstruktion ist ab dem 1. OG mit Eternitplatten auf Heraklithplatten verkleidet. Nach Auskunft des Auftraggebers und ausweislich der vorliegenden Kostenermittlung nach DIN 276 der Architekten ... vom 19.07.2007, der Beschlußvorlagen der ... Immobilienverwaltung und Betreuung vom 15.08.2007 sowie der Ausarbeitung des Ingenieurbüros ... zur "Nachrüstung einer Wärmedämmung" vom 14.12.2007 gibt es an der Fassadenkonstruktion außer marginalen Mängeln keine wesentlichen konstruktiven und maßnahmenauslösenden Beeinträchtigungen.

Insofern ist auf Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse davon auszugehen, daß die Fassadenbauteile mit geringfügigen Instandhaltungsmaßnahmen in einen auch künftig gebrauchsfähigen und konstruktiv zuverlässigen Zustand zu versetzen gewesen wären.

Die ggf. zu beanstandenden Undichtheiten des Fensterbestands hätten dabei mit einfachen Nachdichtungsmaßnahmen beseitigt werden können und hätten keinen Austausch erfordert. Dabei ist allerdings auch das nach Fensterabdichtung deutlich gestiegene und aus einer Unzahl von Schimmelprozessen auch dem Gericht voraussichtlich bekannten Risiko zur Schimmelpilzbildung in den Wohnungen zu berücksichtigen.

5. "Wärmedämmung" der Fassaden

5.1 Geplante Maßnahmen

Laut Planung des Architekturbüros ... sollen die Fassaden nach Abnahme der Eternitverkleidung auf den Heraklithplatten mit 14 cm dicken Polystyrol-Hartschaumplatten (voraussichtlich ..., System ...) beschichtet werden, darauf ein in Spachtelkleber eingebettetes Armierungsgewebe als Bewehrung gegen Temperaturspannungen (Temperaturdehnzahl a Polystyrol: 8 mm/m x 100 K, dagegen Stahlbeton: 1,2 mm/m x 100 K). Als Deckschicht des damit entstehenden sogenannten Wärmedämmverbundsystems WDVS ist ein Oberputz, gestrichen voraussichtlich mit algizid ausgerüstetem ...-Anstrich vorgesehen.

Der originale Fensterbestand soll gegen dichtschließende Kunststoffenster ausgetauscht werden.

Inwieweit der erhebliche Gestaltwechsel durch die geplanten Beschichtungsmaßnahmen bei sachgerechter Würdigung der gestalterischen Belange hinnehmbar wäre, unterliegt nicht der Beurteilung des Unterzeichners.

5.2 Beurteilung der Polystyrolbeschichtung in baukonstruktiver Hinsicht

Das Wärmedämmverbundsystem mit Graphiteinbettung zur Verminderung der Fassadendurchdringung mit Wärmestrahlung versehenen Polystyrolplatten an der Fassade ist ein Leichtbausystem mit sehr geringer Speicherkapazität. Der Strahlungsausgleich mit dem kalten Nachthimmel führt im Unterschied zu einer speicherfähigen Fassadenoberfläche zur schnellen Abgabe der tagsüber durch diffuse und direkte Solarstrahlung aufgenommenen Wärmezufuhr. Während Massivoberflächen auch bei längeren Frostperioden so gut wie nie unter die Außenlufttemperatur absinken, bilden sich auf den Oberflächen von Isolierschichten zeitweise Befrostungen durch auffrierende Kondensataufnahme.

Wärmedämmung / WDVS-Beschichtung Vereist und veralgt Wärmedämmverbundsystem WDVS: Eis, Frost und Algen / / Algenbefall / Grünalgenbefall

Abbildung: Vereiste und veralgte WDVS-Beschichtung am 23.12.06

Die damit verbundene Temperaturabsenkung der Oberfläche unter die Temperatur der abkühlenden Nachtluft begünstigt die Kondensataufnahme im Beschichtungssystem. Dabei dringt Feuchtluft hinter die diffusionsoffene Beschichtung ein und kondensiert im kühleren Innenbereich des Beschichtungssystems aus.

Eine weitere künftige Befeuchtung der Dämmstofffassade steht im Zusammenhang mit der erwähnten großen Temperaturdehnung des Dämmstoffsystems. Während der Untergrund – Stahlbeton eine Wärmedehnzahl a von ca. 1,0 -1,2 mm/m 100K aufweist, hat der verwendete Baustoff Polystyrol einen Wert von ca. 5-7 mm/m 100K (vgl. www.lrz-muenchen.de/~volland/vhb/einblicke/dmstoff.pdf), der darauf aufzubringende Putz ca. 1,1 - 1,2 mm/m 100 K. Die erheblichen Temperaturdehnungen des Systems führen nach einiger Zeit - trotz der konstruktiven Gegenmaßnahmen (Armierung) - zwangsläufig trotz eingebetteter Armierung im Deckputz zur gravierenden Rißbildung und Schichtablösungen im System. Die sich in der Oberschicht bildenden Risse wirken kapillaraktiv und saugen Regenwasser ein.

Da das Beschichtungssystem keine nennenswerte Kapillartrocknung zuläßt, ist durch die Neigung zur Kondensataufnahme und längerfristig unabänderliche Rißbildung an der Oberfläche ein erhebliches Risiko der Auffeuchtung bzw. Hinterfeuchtung des Systems mit nachfolgender Frostsprengung und Schichtablösung verbunden.

Um das damit verbundene Risiko des Pilz- und Algenbefalls zu vermindern, werden den synthetisch und damit trocknungsblockierend ausgerüsteten Anstrichen toxische Algizide und Fungizide (XY nach vorliegender Herstellerangabe vom 19.07.2007: Mischung aus Carbendazim, Terbutryn und Octylisothiazolinon) beigemischt, die nach Abbau der zunächst wasserabweisenden Hydrophobiewirkmittel bei Beregnung auswaschbar sind, damit über längere Dauer in ihrer Abwehrwirkung nachlassen und obendrein auch eine Umweltgefährdung auslösen können.

Zur diesbezüglichen Risikoanalyse ist dem Sicherheitsdatenblatt des Herstellers YZ zu entnehmen:

„Schädlich für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.“

Die Vorsatzschale blockiert wesentliche Anteile der Solarzustrahlung in die dahinter liegende Massivwand. Durch die Graphiteinbettung im Dämmstoff wird die Aufnahme der auch in der Heizperiode täglich kostenlos Wärmeenergie in die Fassade einstrahlenden Solarstrahlung weiter abgemindert. Die damit verbundene Abkühlung der Massivwand hinter dem WDVS vor allem in der Winterperiode ist zu erwarten und kann erhöhten Zuheizbedarf von innen her erforderlich machen.

Als Ergebnis kann das gesamte Fassadensystems von außen her kondensationsbedingt auffeuchten. Damit verbunden ist eine Gefährdung der Betonarmierung durch Aufrostung. Da die raumumschließenden Fassadenkonstruktionen weniger Solarwärme aufnehmen, kühlen diese mehr ab, was zu erhöhten Heizkosten führen kann.

Eine allmähliche Auffeuchtung des gesamten Fassadensystems mit folgendem Schimmelpilzrisiko in den Innenräumen ist auch im Zusammenhang mit dem geplanten Einbau der neuen dichtschließenden Kunststofffenster nicht auszuschließen. Richtigerweise geht der Hausverwalter in der o.g. Beschlußvorlage von periodisch („Laufzeit von 15 Jahren“) wiederkehrenden Sanierungskosten aus, die er allerdings lediglich auf die Kosten für einen Neuanstrich „von ca. 50.000 bis 60.000 EUR“ beschränkt.

Insgesamt sind durch Beschichtungen mit Isolierstoffen von außen nachteilige Folgen für das Fassadensystem, den Heizenergieverbrauch und die Wohngesundheit bei längerfristiger Betrachtung nicht auszuschließen.

Über die Fragwürdigkeit der angeblichen Energieeinsparungen durch den Einbau sogenannter Wärmedämmverbundsystem an der Fassade vgl. auch Dirk Meyer: „Die Energieeinsparverordnung (EnEV) – eine ordnungspolitische Analyse“, Universität der Bundeswehr Hamburg, Fächergruppe Volkswirtschaftslehre, Diskussionspapier Nr. 14, Juli 2003, insbesondere Seite 6 ff: „breite Diskrepanz zwischen den theoretischen Berechnungen des Energiebedarfs und den effektiv gemessenen Energieverbräuchen“.

Wärmedämmung/Dachdämmung/Zwischensparrendämmung: Schimmelbefallene Mineralwollmatten in einem Dachgeschoß

Schimmelbefallene Mineralwollmatten in einem Dachgeschoß (aus Beratungsprojekt)

5.3 Beurteilung der Polystyrolbeschichtung in energetischer Hinsicht

5.3.1 Vorbemerkung

Nach gängiger Betrachtungsweise soll ein Wärmedämmsystem zu geringeren Heizkosten führen. Dies steht aber im Widerspruch zu den nachfolgend aufgeführten Fakten.

5.3.2 Der U-Wert / Wärmedurchlaßwiderstand als Hyperbelfunktion

Der U-Wert ist eine Hyperbelfunktion und errechnet sich: U = 1: 1/a i + 1/L + 1/a a (W/m²K)

Daraus ergibt sich:

Dämmstoffstärke U-Wert in (W/m²K) Verbesserung um

5 cm 0,8

10 cm 0,4 50%

20 cm 0,2 50%

Eine Verdoppelung des Aufwands halbiert folglich den Effekt, mit steigender Dämmstoffdicke nimmt die Effizienz ab.

Als Grafik zeigt sich das folgendermaßen, der angegebene k-Wert ist identisch mit dem heute gültigen U-Wert:

WÄrmedämmung: Die Hyperbelfunktion des U-Werts

Die Hyperbelfunktion des U-Werts. Die Effizienzgrenze liegt bei ca. 6-8 cm Dämmstoffstärke (Quelle: Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier, Richtig bauen, Bauphysik im Zwielicht Probleme und Lösungen, 4. Auflage, expert verlag 2007).

Als Folge lassen sich höhere Dämmstoffstärken wie im gegebenen Fall mit 14 cm nicht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten realisieren.

Dabei bleibt der Speichereffekt gegenüber solarer Zustrahlung unberücksichtigt. Die Energiezufuhr aus Solar- und Umgebungsstrahlung führt besonders in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst zu Energiespareffekten.

Das Normverfahren benachteiligt folglich die Massivbaustoffe zugunsten der Dämmstoffe. Mit dem baupraktischen Verbrauch von Wärmeenergie für die Raumheizung hat dieses Verfahren nur bedingt zu tun.

Dies wird auch an einem Forschungsergebnis des Instituts für Bauphysik des Fraunhofer-Gesellschaft in Holzkirchen deutlich. Gemessen wurde die erforderliche Heizleistung für Räume mit unterschiedlichen k- bzw. U-Werten der Außenwände während einer Meßperiode 25 Tage im Januar 1983 bei einer durchschnittlichen Außentemperatur von 2,5 °C (Datenquelle: Fraunhofer Institut für Bauphysik, Untersuchungsbericht zu Energiebedarf versch. witterungsexponierter Außenwandkonstruktionen von Versuchsbauten während Winterperiode, Außenstelle Holzkirchen, 1983).

Der Raum mit schlechtem k-/U-Wert verbraucht entsprechend dem Meßergebnis für die Heizperiode die geringste Heizenergie für die gleiche Raumtemperatur:

Wärmedämmung: Energieverbrauch in Räumen mit unterschiedlich gedämmten Wänden

Daß das Verhalten von realen Baustoffen unter den Bedingungen der Praxis mit den genormten Berechnungsformeln auf Grundlage der U-Werte nicht übereinstimmt, hat eine neuere Untersuchung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft FAL, Inst. für Betriebstechnik und Bauforschung unter Prof. Dr.-Ing. habil. Franz-Josef Bockisch über eine gesamte Jahresdauer an einem Versuchsbau erwiesen.

Hier ein Ergebnis der Messung im August:

Wärmedämmung: Temperaturentwicklung an Fassade real und theoretisch nach DIN gerechnet

Rot (Linienkurve) die Messwerte, blau (strichliert) die Norm-Rechenwerte (Quelle: FAL, Dipl.-Ing. Karl-Wilhelm Haake)

Die Unterkühlung der äußeren Innenwand gegenüber den Außenschichten und die damit gegebene Kondensationsanfälligkeit durch Feuchteaufnahme aus der Außenluft wird hier deutlich.

Ebenfalls als Ergebnis der FAL-Forschung hier ein Auszug aus der Februar-Kurve mit Darstellung der Temperaturverläufe an den verschiedenen gemessenen Fassadenrichtungen.

Deutlich werden die erheblichen Temperaturen an den Fassadenoberflächen (Ziegel), die bei entsprechenden Speichereffekten eine Abkühlung unter die Nachtlufttemperatur und damit die Kondensataufnahme verhindern (Blau: Lufttemperatur gem. Station Deutscher Wetterdienst auf Versuchsgelände):

Wärmedämmung: Temperaturentwicklung an Fassade real und theoretisch nach DIN gerechnet

Die vergeblichen Dämmversuche an Großbauten hat bisher Prof. Jens Fehrenberg, FH Hildesheim, an verschiedenen langjährigen Vergleichen des Energieverbrauchs von Hannoverschen Großbauten.

Außerdem ist am Energieverlust von Bauwerken die Außenwand nur mit 10-20 % (nach CO2ONLINE 12 Prozent) beteiligt, sodaß hier vorgenommene Verbesserungen nur marginalen Effekt auf den Gesamtenergieverbrauch haben können.

Siehe hierzu den Beitrag von Prof. Fehrenberg in: Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz DNfD (Hrsg.): "Energieeinsparung bei Baudenkmälern", Dokumentation der Tagung des DNfD am 19.3.02 in Bonn, Band 67.

Mit der folgenden Grafik belegt Prof. Fehrenberg die Beeinflussung des Energieverbrauchs an drei Großbauten in Hannover lediglich durch die jeweils unterschiedliche Durchschnittstemperatur der Heizperiode. Die durchgeführten Wärmedämmmaßnahmen mit WDVS (Eintrag "San.") haben demnach keinen bemerkenswerten Einfluß auf den Heizverbrauch:

Wärmedämmung: Energiekosten im Vergleich gedämmte und ungedämmte Fassaden gleicher Bauten

Auch die Untersuchungen von Wichmann / Varsek am Julius-Knecht-Gymnasium in Bruchsal belegen die tatsächlichen Verhältnisse bei der Energieaufnahme einer Massivwand im Winterfall (Februar). Demnach ergeben sich an der solar bestrahlten Massivoberfläche Temperaturen bis 30 Grad bei einer Außenlufttemperatur von ca. 8 Grad. Durch die nächtliche Wärmeabgabe sinkt die Temperatur der Massivwand wieder ab, bleibt aber immer wärmer als die Außenlufttemperatur und dadurch kondensatfrei.

Die folgende Abbildung zeigt das Meßergebnis:

Ohne Wärmedämmung: Reale Temperaturentwicklung an Fassade im Winter

Bildquelle: Rationeller Bauen, Februar 1983

5.3.4 Wirtschaftlichkeit einer Zusatzdämmung der Fassade

Eine Recherche bei dem Auftraggeber nach den letzten Jahresverbräuchen der Heizung dient als Grundlage einer wirtschaftlichen Bewertung der geplanten Energiesparmaßnahmen durch Fensteraustausch und Zusatzdämmung. Damit kann der künftige Heizenergieverbrauch des Bauwerks und das rechnerisch anzusetzende Einsparpotential für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung eingeschätzt werden.

Bei dem durchschnittlich ermittelten Jahresverbrauch (2003, 2005, 2006) von durchaus vertretbaren und im vergleichsweise günstigen Bereich liegenden 14,03 Litern Heizöl / qm a ergeben sich bei den 2.955,20 qm beheizte Nutzfläche des Bauwerks (Angaben Techem) und einem aktuellen Heizölpreis von ca. 0,7 EUR/Liter Jahreskosten von durchschnittlich 29.019,90 EUR.

Unterstellt man durch die geplanten Energiesparmaßnahmen ein Einsparpotential von (unrealistischen, s.o.) 54 Prozent, basierend auf dem von Dipl.-Ing. ... ermittelten künftigen Jahresheizwärmebedarf von 192.296 kWh/a und damit 6,51 Liter Heizöl /qm a, ergibt dies eine jährliche Ersparnis von 15.558,90 EUR.

Abb.: Heizölpreis inkl. MWST am 15.01.2008 in ... gem. www.fastenergy.de/

Heizölpreise

Damit ergibt sich bei günstigsten Bedingungen mit einem üblichen Mehrkosten-Nutzen-Verhältnis MNV von 12 ein Investitionskostenlimit für die anstehenden Energiesparmaßnahmen von maximal 186.706,80 EUR. Die geplanten Wärmedämmmaßnahmen mit Gesamtkosten (anteilig aus KG 3 + 7 gem. Kostenermittlung ..., ohne Fassadengerüst) von ca. 250.000 EUR sind damit selbst bei unrealistisch angesetzten Energieersparnissen extrem unrentierlich.

Dabei ist auch zu berücksichtigen, daß Dipl.-Ing. ... den aktuellen Jahresheizwärmebedarf mit 296.751 kWh/a vor Dämmung deutlich niedriger als den tatsächlichen Verbrauch mit durchschnittlich ca. 414.570 kWh/a ansetzt und damit im Vergleich zu seiner Prognose nach Dämmung lediglich ein Ersparnispotential von ca. 35 Prozent ausweist.

Die gravierende Unwirtschaftlichkeit derartiger Dämmmaßnahmen entspricht auch meinen diesbezüglich umfangreichen Erfahrungen als Sachverständiger gem. ZVEnEV bei der Bescheinigung von Befreiungen gem. EnEV § 17 mit entsprechender Wirtschaftlichkeitsberechnung auch nach den Berechnungswerten der EnEV - Wärmebedarfsberechnung.

Die gegebene gravierende Unwirtschaftlichkeit der geplanten und inzwischen ausgeführten Dämmmaßnahme kann ausweislich der Angaben Dipl.-Ing. ... auch mangels Inanspruchnahme von begünstigten KfW-Krediten entsprechend dem CO2-Sanierungsprogramm nicht gemildert werden.

Fazit: Nach den hier aufgeführten Belegen gibt es so gut wie keine nennenswerten Energieersparnis durch U-Wert-optimierte Dämmbeschichtungen auf Massivfassaden.

Bei Betrachtung der Kostensituation sind die geplanten Energiesparinvestitionen deswegen extrem unrentierlich. Die periodisch wiederkehrenden Instandhaltungen – bei der Berechnung zunächst unberücksichtigt - verschlechtern noch das Ergebnis.

Für die Wohnungseigentümergemeinschaft stellen die Dämmmaßnahmen deswegen eine „unzumutbare Härte“ im Sinne der Energieeinsparverordnung dar und hätten eigentlich eine diesbezügliche Befreiung von zusätzlichen Dämmanforderungen begründet.

6. Brandschutz

Da es sich bei den zur Verwendung kommenden Dämmstoffen um zwar schwer entflammbare, aber dennoch bei Erreichung der Zündtemperatur durch äußere Einflüsse brennbare Baustoffe handelt, ist mit deren Einsatz auch ein erhöhtes Brandrisiko verbunden. Auch der applizierte Fassadenanstrich ist nach Auskunft des Sicherheitsdatenblattes brennbar und erhöht damit das Brandrisiko.

Ein Beispiel eines WDVS-Brands aus "Schadensbilder aktuell" der Bayer. Brandversicherungskammer mag das verdeutlichen, auch aus Berlin sind inzwischen solche Brandschadensfälle bekanntgeworden:

Wärmedämmung WDVS: Großbrand Schwerentflammbare Wärmedämmfassade / Wärmedämmverbundsystem / Polystyrol-Fassade

8. Weitere Hinweise

Die hier gegebene Gutachterliche Stellungnahme ist nach bestem Wissen erfolgt und beruht auf meinen praktischen Projekterfahrungen in der Altbausanierung im gesamten Bundesgebiet seit 1979 sowie auf der Heranziehung von einschlägigen Projekt- und Forschungsdokumentationen sowie Informationen auf den angegebenen Webseiten.

Die Stellungnahme folgt den bewährten Methoden und nicht unbedingt den industrieseitig beeinflußten (vgl. sog. Meersburg-Urteil vom 22.05.1987 Bundesverwaltungsgericht, Aktenzeichen 4C 33-35/83 NJW Neue juristische Wochenschrift, Jg. 1987, Heft 45) und für die Altbausanierung nicht immer zutreffenden DIN-Normen sowie sonstigen industriebeeinflußten sog. „Regeln der Technik.“

Zum Themenkomplex insgesamt empfehle ich ergänzend meine Infoseiten auf www.konrad-fischer-info.de/213baust.htm, .../7fehrtab.htm, und .../7waefe.htm jeweils mit Folgeseiten.

Für weitere Erläuterungen des Gutachteninhalts stehe ich gerne zur Verfügung.

Aufgestellt

Dipl.-Ing. Konrad Fischer, Architekt BYAK

verantw. Sachverständiger gem. ZVEnEV


Noch ein Nachtrag:

Wie sollte man überhaupt mit alten asbesthaltigen Fassadenverkleidungen / Asbestzementplatten / Zement-Asbestfaserplatten / asbesthaltigen Kunstschieferplatten / Asbestfassadenplatten / Asbestschiefer / Asbestkunstschiefer / Asbestzement-Kunstschiefer / Wellzementdachplatten / Asbestschieferplatten / Asbestzementschiefer / Zementasbestplatten / Asbestzementwellplatten / Wellzementasbestplatten / Wellasbestplatten / Wellplatten (bekannt u.a. als asbesthaltige Eternitplatten / Eternitschiefer / Eternitschindeln / Welleternit / Sokalit-Platten) an Dach und Fassade umgehen, mal angenommen, dieses sind noch stabil verankert und technisch brauchbar? Muß man diese immer aufwendigst abbauen, entsorgen und erneuern - wieder mit einer hinterlüfteten Vorhangfassade/Plattenverkleidung/ neuen Dachdeckung oder gleich mit noch wesentlich teurerem WDVS bzw. Aufsparren-Dämmsystem?

Selbstverständlich! sagen die daran verdienenden Baustoffproduzenten, sagen die daran verdienenden Baufirmen, sagen die dabei unsäglich kräftiger abkassierenden Planer und auch die Hausverwaltung / Immobilienverwaltung und reiben sich dabei hinter Ihrem Rücken kräftig die Hände. Und ziehen allerlei Angstargumente aus der Tasche, von Asbestrisikenblabla über Entsorgungsgemunkel bis zum widerwärtigsten Energieberatungsschmonz. Eben die ganze Litanei der geldgierigen Ökoreligion.

Keinesfalls! sagt der sparsame und ressourcenschonendste Bauherr und auch sein als wahrer Treuhänder agierender Architekt und Energieberater. Denn es gibt wesentlich energiesparendere, umweltfreundlichere (Ätsch!) und wirtschaftlichere Methoden, ein derartiges Altsystem kostengünstig und ohne technische Nachteile einwandfrei instandzusetzen - wenn man denn keinesfalls den Mut zur gealterten Oberfläche als sinnstiftende Merkmal der Alterwürdigkeit aufbringt (vgl. Denkmalideologie). Und nicht mal ein Sanierungsgebot im baurechtlichen Sinne gibt es bei den gut gebundenen Asbestzementprodukten wie Dach- udn Fassadenplatten:

"Stellungnahme DIBT zu Asbestzement
Im Vergleich zu den schwach gebundenen Asbestprodukten setzen Asbestzementprodukte für Dachdeckungen und Fassadenbekleidungen nur relativ geringe Fasermengen frei. Nach heutiger Auffassung gehen von diesen genormten und allgemein bauaufsichtlich zugelassenen Asbestzementprodukten im eingebauten Zustand keine konkreten Gesundheitsgefahren im Sinne der Landesbauordnungen aus, wenn die Produkte bestimmungsgemäß hergestellt, verarbeitet und verwendet worden sind.
Somit ist ein generelles bauaufsichtliches Sanierungsgebot vergleichbar dem für schwach gebundene Asbestprodukte n i c h t erforderlich
Es besteht also baurechtlich kein Sanierungsgebot."
(Quelle: Dr.-Ing. Johannes Michatz: Sachgerechter Umgang mit Asbestzementprodukten" (PDF)

Und wie einfach das Instandsetzen dann ist, kaum zu glauben, aber wahr:

Erst mal einrüsten mit abgeplantem Fassadengerüst bzw. Dachdeckergerüst mit Dachfang. Dann lose Partikel und Schmutz an der Plattenoberfläche mit geschlossenem Sprüh-Saug-System ("Asbest-Krake") abreinigen. Dabei bitte Betriebe einsetzen, die für die Sanierung asbesthaltiger Fassaden auch die dafür notwendige Sachkunde nach den TRGS 519 (Technische Regeln für Gefahrstoffe, TRGS 519 - Asbest Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten) nachweisen können. Vgl. auch diese TRGS 519-Info der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Danach evtl. eine pilzabwehrende Grundierung zur Vermeidung einer Hinterwanderung der folgenden Grundierungen/Beschichtungen mit Pilzen. Dies können alkalische oder toxische (werden vorzugsweise bei Wärmedämmverbundsystemen eingesetzt) Produkte sein.

Danach Grundieren zur Egalisierung der Saugfähigkeit der Platten. Und abschließend mit einem geeignetem Anstrichsystem dauerstabil beschichten. Bei der Verwendung von hochreflektierenden Anstrichsystemen wird die künftige Beanspruchung der Plattenoberflächen durch thermische/hygrische Belastungen wesentlich vermindert. Kostet dafür etwas mehr.

Für ca. 18 bis 25 EUR/qm inkl. Gerüst und MWST (Stand 08/08) bekommt man so eine Perfektionierung der gealterten Oberfläche schon hin. Und das sind riesige Kostenvorteile gegenüber den von anderen "Beratern" empfohlenen Alternativen ab 100 EUR/qm aufwärts, die sich im Fall von WDVS trotz aller versprochenen Energiesparvorteile selbst am St. Nimmerleinstag niemals amortisieren können. Und man braucht übrigens keine spezielle Asbest-Zulassung für die hier eingesetzten Beschichtungsprodukte. Die Haftung und Gewährleistung für die Planung, Produkteignung und Ausführung folgen den üblichen Regelungen.

Tipp: Prüfen Sie rechtzeitig die Treuhänderschaft und den Sachverstand Ihrer "Berater", "Verwalter" und "Objektbetreuer", bevor es für Ihren Geldbeutel zu spät ist! Alternative: Knirschen Sie mit den Zähnen, kneifen Sie den A ... zusammen und zahlen Sie, bis ihre Schwarte kracht.


Noch eine Aktualisierung zum leidigen Thema rund um die perfiden Tricks der deutschen Hausverwaltungen und ihrer perversen Energieberater, es schreibt ein vom Energieberatungsschwindel - anders kann man die zugrundeliegenden Sachverhalte wohl kaum charakterisieren - betroffener Wohnungseigentümer:

Von Preisen und Kosten oder das Abenteuer „Energetische Sanierung“!

Einführung

Unsere Familie ist seit Mitte der achtziger Jahre Eigentümer von einigen kleinen Wohnungen in einer westdeutschen Großstadt. Die Wohneinheiten sind Teil eines über viele Wohnblöcke verteilten Ensembles, erbaut Ende der sechziger Jahre. Da die Stadt eine große Universität und einige Fachhochschulen besitzt, waren unsere Wohnungen zur Vermietung an Studenten gedacht, die Erlöse daraus sollten die Einkünfte der Familie aufbessern - So weit, so gut.

Die Wohnanlage wird seit Jahren vom selben Verwalter verwaltet der – wie gesetzlich vorgeschrieben - durch einen Eigentümer-Beirat in seiner Arbeit unterstützt wird. Altersbedingt erforderte die Wohnanlage immer mal wieder Reparatur- und Erneuerungmaßnahmen, die von uns Eigentümern befürwortet, regelmäßig durchgeführt und bezahlt wurden, darunter auch der Austausch der bis 2003 genutzten Ölzentralheizung durch eine kapitalintensive Fernwärmeheizung, die die Stadtwerke zur Energieeinsparung angeboten hatten. Heute "Kraftwärmekopplung" (KWK) genannt und in den Medien vielfach bewundert. Angesichts der ständig steigenden Kosten für die Heizung mit Öl, wurde uns Eigentümern ein Umstieg als sinnvoll schmackhaft gemacht, obwohl mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden. Heute, schon sechs Jahre nach der Umrüstung, liegt allerdings immer noch kein Vergleich vorher/nachher vor, sodass wir immer noch nicht sagen können, ob sich diese Investition auch für die Eigentümer und Mieter rentierte und nicht nur für die Errichter und Stadtwerke.

Die Situation vor der „Energetischen Sanierung“!

Aufgrund des Alters der Wohnungen hatten wir aus eigener Initiative die langsam marode werdenden Fenstertüren ersetzt und durch neue, nach den besten Regeln der Wärmedämmtechnik, ersetzt. Jede davon schlug mit rund 2000 € pro Wohnung zu Buche. Eine Umlage der Investition auf die Mieter unterblieb, einerseits aus Gründen der Vermietbarkeit, andererseits, weil das Gesetz nur den geringen "Modernisierungs-Anteil", den die verwendeten Verbundglasscheiben gegenüber der zuvor eingesetzten Einfachverglasung mehr kosteten, zuließ. Nur dieser hätte umgelegt werden dürfen. Der buchhalterische Trennaufwand für diese Kosten war uns dann doch zu hoch.

Wenig später, im Jahr 2008, begann der Druck auf alle Eigentümer von Wohnimmobilien zuzunehmen, ihre Wohnungen nunmehr „energetisch zu sanieren“. Dieser Euphemismus von „energetischer Sanierung“ umschreibt die Pflicht der Immobilieneigentümer zu einer maßlos teuren „Burkaisierung“ (FAS) ihrer Gebäude, die die Regierung bzw. ihre Berater sich zum Schutze des Klimas ausgedacht hatten.

Dazu wurden mit der Begründung der Chimäre vom „Klimaschutz“ unzählige Gesetze erlassen, die bei jeder anstehenden Renovierung, innerhalb sehr enger Grenzen, verlangten, dass die Dächer und Fassaden „energetisch zu sanieren“ seien. Diese Forderung wurde durch die Bereitstellung von Kreditstützungsmassnahmen der KfW ein wenig versüßt, welche die Kreditaufnahme für die „energetische Sanierung“  etwas erleichterten und die Zinsen dafür leicht absenkte. Kein Wunder, dass darob die Dämmwirtschaft begeistert die Champagnerkorken knallen ließ.

Die Verwaltung war ebenfalls von diesen Aussichten begeistert, vielleicht auch deshalb, weil sie sich tatkräftig in Szene setzen und darauf bauen konnte, dass weniger kapitalkräftige Eigentümer diesem Schritt nicht folgen und - wie zuvor schon geschehen - deren Wohnungen zum Schnäppchenpreis zu erwerben waren.

Die „energetische Sanierung“

Auch der Beirat der Eigentümer fand die in den üppigsten Farben gemalten Sanierungsvorschläge hoch interessant, trotz der Kenntnis eines dafür erforderlichen, aber ungünstigen Enegieberater-Gutachtens, das gleichwohl derartige Maßnahmen empfahl. So befürwortete er die Maßnahmen und schlug Mitte 2009 der Eigentümerversammlung die Annahme dieses Vorschlages zur umfangreichen energetischen Sanierung vor. Die wurde von der Aussicht auf günstige Kredite völlig überrumpelt und stimmte mehrheitlich zu, ohne zu erkennen, dass ihnen dabei das Fell über die Ohren gezogen wird. Wir enthielten uns der Stimme und führten im Vorfeld viele Gründe an, warum sich das Ganze nicht rechnet, ja sogar schädlich sein würde.

Insgesamt sollten knapp 3 Mio € investiert werden, zu tilgen über 12 Jahre nach Fertigstellung. Für uns erhöhten sich die Investitions-Kosten pro Wohnung um etwa 60 Prozent. Eine teilweise Umlage (nur Modernisierungsanteil) auf die Mieter wäre zwar rechtlich zulässig, aber am Markt kaum durchsetzbar. Mit anderen Worten, die Kosten würden allein an uns hängenbleiben, die Mieterlöse von den Nebenkosten aufgefressen. Die staatlich inszenierte kalte Enteignung wäre perfekt

Und so kam es. Obwohl den Eigentümern viel vom positiven Gutachten des Energieberaters zur Sanierung berichtet wurde, unterließ man es wohlweislich, es zur Einsicht und Gegenprüfung vorzulegen. Auf der Eigentümerversammlung 2009 wurde gleichwohl der Beschluss, diese Maßnahme durchzuführen, mit Mehrheit gefasst .Unser Protest verhallte wirkungslos. Die Maßnahmen begannen dann zuerst an anderen Gebäuden Zug um Zug im Jahre 2010

Das Gutachten

Als unser Gebäude an die Reihe kommen sollte, verlangten wir Einsicht in das Gutachten. Doch erst auf mehrfache Anforderung legte uns die Verwaltung im März 2011 das Energieberater-Gutachten vor, dass, so die Bezeichnung, „exemplarisch“ für eines der Mehrfamilienhäuser erstellt war.

In einer Vorinformation wurde uns förmlich mitgeteilt (fett Hervorhebungen vom Unterzeichner): „...dass exemplarisch für eines der Gebäude eine umfangreiche Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgenommen wurde. („Energieberatungsbericht zur sparsamen Energieverwendung in Wohngebäuden vor Ort“). Diese hat ergeben, dass die geplanten (und mittlerweile durchgeführten) Maßnahmen sich innerhalb der Lebensdauer der Bauteile sowohl statisch gesehen (ohne Berücksichtigung der Kapitalkosten und Energiepreissteigerungen) als auch dynamisch betrachtet (also inkl. Kapitalkosten und Preissteigerungen) amortisieren. Hieraus ergibt sich wohl eine gemäß den Anforderungen des § 25 der EnEV gesehene Wirtschaftlichkeit. Herauszustellen ist noch, dass die Wirtschaftlichkeitsberechnung gem. Vorgabe der BAFA, die diese Energieberatungsberichte subventioniert, die zusätzlichen Zuschüsse nicht mit einberechnet. Die Amortisierungsdauer verkürzt sich somit noch und es wird „noch wirtschaftlicher“, da wir ja Zuschüsse erhalten. Da die Gebäude gemäß der KfW-Vorgaben zur Erreichung des sog. „Energieeffizienzhaus 115“ auf den gleichen Wert hochgerechnet wurden ist somit davon auszugehen, dass auch Ihr Teilgebäude (...) die „Wirtschaftlichkeit“ i. S. dieses Paragraphen erreicht."

Die behauptete Wirtschaftlichkeit von „Maßnahmen, (die) sich innerhalb der Lebensdauer der Bauteile ... amortisieren, bestätigte sofort unseren Verdacht der absoluten Unwirtschaftlichkeit schon bei diesem „exemplarischen“ Gebäude, das übrigens in energetischer Hinsicht viel ungünstiger ist, als das mit unseren Wohnungen. Wir drangen deshalb verstärkt auf Einsichtnahme des Energieberater-Gutachtens. Einen knappen Monat später erhielten wir es.

Die Wirtschaftlichkeit wurde darin als Amortisationsdauer für die Fassade bzw. für ein Bündel von Maßnahmen untersucht. Unter sehr günstigen Annahmen, errechneten sich zwischen 28 (dynamisch) und 44 Jahren (statisch). Die für die Fenstererneuerung allein zwischen 40 (dynamisch) und 80 Jahren (statisch). In Summe wurde für ein Maßnahmenpaket zur Umrüstung zum „KfW Effizienzhaus 115/2009“ wie zuvor angestrebt, eine Amortisationsdauer zwischen 26 (dynamisch) und 41 Jahren (statisch) berechnet.

Und die dazu im Gutachten ausgesprochen Empfehlung lautet wirklich:

Empfehlung für diese Einzelmaßnahme: Wirtschaftlich gesehen ist diese Maßnahme für dieses Objekt empfehlenswert, da sie sich innerhalb der Lebensdauer der Materialien amortisiert und zu einer Energieeinsparung von 55% führt. Gut für Finanzen und Umwelt! Das Gebäude wird wertvoller, sieht besser aus, Wohnen wird behaglicher.“

Und der Schluss- und Höhepunkt dieser Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist der Satz:

"Eine Kosteneinsparung ist insgesamt schwer zu erzielen. Allerdings tritt eine Wertsteigerung des Gebäudes ein. Grund für die hohen Gesamtkosten ist der Fernwärmevertrag mit seinen relativ niedrigen Arbeitskosten und erhöhten Fixkosten. Ein Gebäude mit schlechter energetischer Substanz wird belohnt, ein Gebäude mit guter energetischer Hülle dagegen nicht."

Die Krönung:

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass die Überschrift von Preisen und Kosten handelt. Über die Kosten wurde ausführlich berichtet. Die tragen allein die Eigentümer. Die Preise hingegen gingen an die Verwaltung. Nämlich die „Goldmedaille im Wettbewerb "Umweltgerechte Modernisierung" mit über 11.000 m² Wärmedämmverbundsystem und 1100 neuen Fenstern. Zusätzlich bekam sie eine Silbermedaille als Immobilienverwalter des Jahres 2011, errungen für die gelungene Kreditbeschaffung zu diesem Wahnsinnsvorhaben.

Wir haben begonnen gegen diese kalte Enteignung zu klagen. Eine erste Anfechtungsklage wurde bereits abgelehnt.

Michael Limburg EIKE 16.1.11

Hier möchte ich meinen ungläubigen Lesern noch einen interessanten Fall aus meiner Energieberatung für Aufgeweckte vorführen:

Das Ossi-Energiesparwunder

Ein unscheinbares Wohnungsbauserie-(WBS-)70-Hochhaus aus guter alter Ostzonenzeit, wie es fast überall herumsteht:

Plattenbau Hochhaus Wohnungsbauserie WBS 70 DDR

Der mickrige Wandaufbau mit systemtypischer "Dreischichtplatte" aus Betonfertigteilen: 15 cm Tragschicht, 5 cm auch noch 2008 ausweislich 2er Kernbohrungen (Angabe Besitzer) trockener Polystyroldämmung, 6 cm Wetterschutzschicht.

Insgesamt also lediglich 21 cm massive Bauteile. Das kommt schon in die Nähe des historischen Skelettbaus/Riegelbaus: Das Fachwerkhaus. Perfekte Solarenergieabsorption durch die dunkle Wetterschutz-Waschbetonplatte, deren körnige Oberfläche ncht nur besonders absorptionsfähig ist, sondern auch den konvektionsbedingten Energieabtrag mindert. Die profilierte Oberfläche bremst nämlich aus strömungstechnischen Gesichtspunkten die Geschwindigkeit des anblasenden Windes ab. Obendrein verringert das optimale Grundflächen-Fassadenflächen-Verhältnis (A/V-Verhältnis) eines Hochhauses die Wärmabgabe je Qudratmeter. Daß ein optimal nach den Himmelsrichtungen ausgerichtetes, unverschattetes und ideal befenstertes Hochhaus besonders viel Solarenergie einfangen kann, kommt ja noch dazu. Und der Gipfel der Ossi-Energiespartechnik: Geheizt mit schönen DDR-Plattenheizkörpern einfachster und heiztechnisch bester Bauart, damit vorwiegend mit Wärmestrahlung beheizt und in der Nachwendezeit mit Raumluft-Thermostat RLT ergänzt:

Strahlungsheizung-Plattenheizkörper DDR

Die Heizenergie der Bude kommt als Fernwärme daher. 10 kWh-Preis z.B. 2007: 0,65 EUR. Fensteraustausch war schon 1999, die Kellersockelwände wurden 2003 mit wenig Aufwand ca. 1,20 Meter hoch nachträglich gedämmt, die Warmwasserbereitung wurde 2007 von der Heizung abgekoppelt und auf neu eingebaute Durchlauferhitzer umgestellt.

Was kann man nun machen, um den Energieverbrauch noch weiter zu senken? Die industriegesteuerten Energieberater kennen da nur eins: Wärmedämmung bis zum Halskragen. Und zwar möglichst dicke Pakete synthetische Dämmfilze oder Isolierschäume diverser Provenienzen. Kosten 110 EUR je Quadratmeter plus, plus, alle Beiarbeiten inklusive. Da kommen schöne Beträge heraus für die ca. 4.000 qm Fassade (probieren Sie es doch einfach mal mit Kopfrechnen!).

Und die aus bauphysikalischen Gründen feuchtesaufen Fassadendämmungen sehen dann einem langsamen Vergammeln entgegen, wie auf dieser Seite ja ausgiebigst vorgeführt und reich bebildert.

Nach der bauphysikalisch nutzlosen Wärmebedarfsberechnung gem. DIN / EnEV braucht so ein dünn gebautes Büdli unwahrscheinlich viel Heizenergie und wird deswegen frech als Energieschleuder beschimpft.

Ohne Wärmedämmung: Flachdach-Plattenbau
Der zweigeschoßige Flachbau, 2002 heiztechnisch an das Hochhaus angeschlossen.

Doch wie sieht denn die Realität in so einem unscheinbaren Massivplattenbau eigentlich aus, von der sich ein Bauherr bitteschön viel lieber verführen lassen sollte, als von den regierungsamtlich vorgeschriebenen Rechenutopien?

Hier der wahre Heizenergieverbrauch per Anno je Qudaratmeter, umgerechnet in Liter Heizöl (alle Angaben vom Hausbesitzer, Adresse auf Anfrage):

1996: 11,16 Liter, 1997: Unterlagen nicht auffindbar, 1998: 8,91 Liter, 1999: 8,45 Liter, 2000: 7,35 Liter, 2001: 5,99 Liter, 2002: 6,36 Liter - ab diesem Jahr wird auch der angebaute Flachbau mit beheizt, 2003: 7,03 Liter, 2004: 6,64 Liter, 2005: 6,43 Liter, 2006: 6,19 Liter, ab 2007 ohne Warmwasserbereitung: 5,42 Liter.

Das unterschreitet den Neubau-Niedrigenergiehaus-Standard. Und mindert die wirtschaftlich vertretbaren Energiesparinvestitionen ins Bodenlose. Wer da noch dämmt, ist selber schuld. Selbst der schon erfolgte Fensteraustausch für 60.000 EUR bekommt aufgrund der damit (vielleicht!) erreichbaren Energiekostenersparnis eine Amortisationszeit bis zum St. Nimmerleinstag. Alles, was zu tun bleibt, ist eine simple Optimierung des Heizungsbetriebs, um den immer noch gegebenen Konvektionsanteil und damit die Lüftungswärmeverluste noch etwas weiter abzusenken - doch das kost ja fast nix. Hier die Grafik des Jahresverbrauchs je Quadratmeter geheizter Fläche, deren zunächst steil abfallende Verbrauchskurve selbstverständlich auch den lokalen Verlauf der Winterdurchschnittstemperaturen repräsentiert:

Heizenergieverbrauch WBS-70 Plattenbau-Hochhaus

Da muß es einen schon wundern, daß nach einer 2008er Frühjahrs-Umfrage der Deutschen Energieagentur dena unter 3.500 Ausstellern von Energieausweisen sich über 52 Prozent der profi(t)mäßig verblödeten Hausbesitzern für den utopischen "Bedarfsausweis" entschieden haben. Bei so viel Einfalt auf der Kundenseite nimmt es wiederum nicht Wunder, daß die befragten Energieberater zu 90 Prozent mit stärker gefüllten Auftragsbüchern rechnen, und über 50 Prozent meinen, daß durch ihren Ausweis der Modernisierungsmarkt belebt werde.

Ja, da haben wir ihn wieder, den deutschen Energiesparer:

Weltmeister in der Disziplin "Mit dem Schinken nach der Wurst werfen" bzw. "Saving the Penny, losing the Pound". Demnächst in gesteigerter Form zusätzlich durch Erfüllung der nicht mehr zu steigernden Unwirtschaftlichkeit bei Maßnahmen gem. dem ab 1.1.2009 geltenden Erneuerbare-Energie-Wärmegesetz EEWärmeG / EEWG, wonach eine sog. Deckungsrate des Wärmeenergiebedarfs mit sog. "Erneuerbarer Energie" vorgeschrieben werden soll. Daß den betroffenen Bauherren durch die Ökoschwindler der EEWärmeG / EEWG § 9 ebenso wie der EnEV § 25 gewissenhaft verschwiegen und deswegen die pflichtgemäße Befreiung vom Geldvernichtungsunfug aus wirtschaftlichem Grund (Härtefallregelung) dem Auftraggeber vorenthalten wird, dürfte vorhersehbar sein. Die uninformierten Auftraggeber werden spätestens bei einem richtigen Kassenloch aufwachen - und dann blüht die Regreßindustrie ...

Besonders witzig wird es, wenn Sie (wie aus "unserer" Gruppe geschehen) bei Verbänden der Dämmstoffheinis nach baupraktischen Belegen fragen, ob irgendwo nachgewiesen wäre, nur mit Dämmstoffverbau wirtschaftliche Heizkostenersparnisse gegenüber dem Vorzustand erreicht zu haben. Als Abrechnungszahlenwerk mit Vergleich vorher und nachher. Probieren Sie selbst. Prognose: Erst wird getönt, es gäbe 1000e Belege, dann kommen Glanzpapiere ohne Beweise, dann tönt es sinngemäß, Schmeißfliegen können nicht irren, wenn es um Ernährungsfragen geht bzw. viele verbaute Schäume und Gespinste wären Beleg genug. Das amüsiert. Auf diesem Niveau dümpelt ja unsere Gesetz- und Verordnungsgebung im angeblichen Ökobereich und entwickelt raffinierte Meistbegünstigungsklauseln. Ein abgekartetes Spiel, in dem getürkte Gutachten das vorher Festgelegte festklopfen und als Weltrettung, nach denen so viele schreien, politisch verkäuflich hinnudeln. Wen wundert es eigentlich noch, wie unbeholfen unsere - tatsächlich nur in Teilen? - verhoyzerte Administration und Politik der milliardenschweren Krawattenmafia die verstunkenen Bälle zuspielen, Madoff/Mad Doof läßt grüßen?

Aus einer Untersuchung der "Stiftung Warentest" aus dem Jahr 2007 an einem Einfamilienhaus, Baujahr 1973, 150 Quadratmeter, 3.650 Liter Heizölverbrauch / Jahr ergibt sich vorbehaltlich aller Bedenken wg. überhöht angesetzter / berechneter Ersparnispotentiale dank U-Wert-Berechnung folgender Unterschied bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von sog. "Energiesparmaßnahmen (zitiert nach Susanne Dohrn: "Spechte, Milben, Schimmelpilze", in: "Berliner Republik" 06/2008):

Maßnahme Kosten EUR Berechnete Ersparnis / Jahr EUR Investitionslimit bei MNV
(Mehrkosten-Nutzen-Verhältnis) 12 (12 x Jahresersparnis) EUR
Überschuß / Fehlbetrag EUR
Neue Heizung 5.930 669,60 8.035,20 2.105,20
Fassade dämmen 15.020 788,60 9.463,20 -5.556,80
Neue Fenster 10.500 133,90 1.606,80 -8.893,20


Fazit: Zumindest die gravierende Unwirtschaftlichkeit der Fassadendämmung und des Fensteraustauschs stimmt vollkommen überein mit allen meinen bisherigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen als EnEV-Sachverständiger im Zusammenhang mit der Prüfung von Energieberatungsgutachten und Antragsverfahren gem. § 25 EnEV (Befreiung wg. Unwirtschaftlichkeit der EnEV-Maßnahmen). Ein Hoch auf die Stiftung Warentest!

Weiter: Der Schwindel mit der Wärmedämmung - Kapitel 8 - Reboundeffekt / Problemdiskussion Innendämmung / Innenisolierung

Angebliche und wirkliche Fachliteratur der Dämmpropaganda und ihrer entschiedensten Gegener sowie mehr oder weniger nützliche Produkte rund ums Energiesparen, den Schimmelpilz und die Feuchteproblematik - Sie entscheiden!







Energiesparen im Altbau ohne Fassadendämmung, Dämmstoff, Dachdämmung, Wärmedämmung, Wärmedämmverbundsystem WDVS


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