Es gibt bisher keinen glaubwürdigen Beleg, geschweige denn Nachweis am Objekt, daß sich durch nachträgliche Wärmedämmung wirklich Energie sparen ließe. So äußern sich maßgebliche Vertreter des Bundes-Wirtschaftsministeriums, der Erdölindustrie, die kleinen und großen Vermieter (hinter vorgehaltener Hand) und Beobachter der Dämmszene. Selbst am Neubau hilft nur das Herausrechnungen angeblicher Lüftungs- und Brauchwasserverluste, mit Niedrigverbräuchen der Heizanlage zu prahlen. Wenn es wirklich gelingt, die Warmluft einzusperren: um welchen Preis? Sind hohe Klimaanlagen/Wärmerückgewinnung-Stromkosten bzw. Feuchtebelastung des stickigen Wohnklimas Werbeargumente? Nicht umsonst sind über 60 Prozent der Bauprozesse Schimmelstreit.
Was der Laie nicht weiß und der interessierte "Fachmann" verschweigt, zeigt die folgende Grafik. Sie basiert auf der Heizkostenerfassung von 1976 -2000 durch Prof. Jens Fehrenberg, FH Hildesheim. Die energetische und wirtschaftliche Nutzlosigkeit, angesichts eines Mehrverbrauchs sogar Schädlichkeit von Wärmedämmung am Beispiel bauartgleicher Großwohnungsbauten (Hannover, Tollenbrink 2A, 4 und 6 vgl. Tabelle 1976-2000), Nr. 6 nachträglich (1988) mit WDVS gedämmt wird, damit erwiesen. Der Energieverbrauch des Bauwerks Nr. 6, abzulesen an den Graphen der Energiekosten, stieg im Vergleich trotz Dämmung (Dämmhaus Nr. 6 in 12 Jahren (1989-2000) + 20.994,71 DM gegenüber ungedämmtem Haus Nr. 4 mit gleicher Bauart, Größe und Heizanlage)! Diesen Trend belegen auch die am 20.3.02 auf dem Kongreß "Energieeinsparung an Baudenkmälern des Deutschen Nationalkomitees Denkmalschutz, Haus der Geschichte, Bonn von Fehrenberg dokumentierten Hannoveraner Wohnblock-Energieverbrauchszahlen über viele Jahre. Fakt ist, daß die Dämmkonstruktionen - außer auf dem Papier - keine Energie einsparen können. Damit wird praktisch Jahr für Jahr widerlegt, sie trügen zur CO2-Einsparung und damit zur Rettung der Welt bei. Hat das übrigens je einer geglaubt?
Dazu schreibt Prof. Fehrenberg:
"Dämmung hilft Heizkosten sparen!
So wird jedenfalls geworben, besonders von den Herstellern von Styropor, Mineralfasern und anderen. Und sie können das auch vorrechnen: Der k-Wert, also der Heizwärmeverlust durch die Wand wird geringer, wenn außen Dämmstoff angebracht wird.
Wir haben nachgerechnet, in dem wir die langjährigen Heizkostenabrechnungen angesehen haben. Es handelt sich um drei [laut hier wiedergegebener Tabelle; Anm. KF] gleichartige freistehende Wohnblöcke mit ca. 3.200 m² Wohnflächen.
Außenwandaufbau
Typ Zweischaliges Mauerwerk mit Putzschicht: außen
Verblendziegel 11,5 cm; Putzschicht 2 cm; Hintermauerwerk 24 cm; Innenputz.
Im Jahre 1989 wurde [entsprechend einer Energieberatung,
die 33% Heizkostenersparnis versprach - so Prof. Fehrenberg auf einer Vortragsveranstaltung
am 30.1.2001 in Hildesheim] die gesamte Außenwandfläche des
Hauses 6 mit einem Wärmedämmverbundsystem verkleidet: 4 cm Polystyrol und 3 mm Kunststoffverblender.
Betrachtet der Dämmfetischist die Heizkostenentwicklung
bei Haus 6, so freut er sich über eine Reduzierung der Kosten im langjährigen
Schnitt um ca. ein Drittel. Da hat sich die Investition von einer knappen
Million DM doch gelohnt. Und das Haus 2 A und 4 freuen sich mit! Sie haben
nämlich nichts investiert, ihre massive Wand so belassen und ebenfalls eine Heizkostenreduzierung
von ca. einem Drittel! ???
Querlesen und Querdenken ist angesagt. Vergleichen wir
die jährlichen Heizkosten der Häuser untereinander, dann war die Investition ein teurer Flop – zumindest, was die
Heizkostenersparnis anbelangt.
MERKE: Der k-Wert durch die Wand allein macht’s nicht! So einfach lässt sich der energetische Haushalt eines Gebäudes nicht begreifen. Die Vorsehung allein nützt nichts, wir müssen auch Nachsehen, sonst haben die Bauherren das Nachsehen.
Architekt Prof. Jens P. Fehrenberg, Hildesheim. November 1999 [erg. 5/02]."

(Nachtrag 1: Die Kurvenschwankung hängt ab von 1. Energiepreisschwankung und 2. Klimaschwankung/Energiebedarf - in der Kurven-Parallelität/Identität vor/mit/ohne Dämmung liegt der Witz! Die erheblichen Unterschiede der Durchschnittstemperatur (in Hannover natürlich andere Werte als in Garmisch oder Baden-Baden) unserer Winterhalbjahre seit 94/95 zeigt folgende Tabelle (Datenquelle: Rheinbraun Brennstoff GmbH):
Nachtrag 2: wie der Tabelle zu entnehmen ist, wird der Energieverbrauch der leider gedämmten Hausnummer stetig höher im Vergleich. Nun - die Bude wird nass, die geschröpften Mieter müssen dagegen anheizen. Energiesparen heute.)
Bilder und Gelärme beleidigter Rechenkünstler betr. Tollenbrink-Heizkosten:
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BAU.DE > Forum > Bauphysik > 126:
Tollenbrink - Eine weitere ziegelphysikalische Posse?
Tipp: WDR-ServiceZeit
Bauen und Wohnen - 19.9.2003: Rechnet sich Dämmung wirklich? (Die Professorenschlacht - Fehrenberg kontra Gertis)
DSB e.V. - Ein Dämmstoffmärchen (Auswertung
Fehrenbergdaten nach Kosten)
(Fehrenberg-Grafik
drücken, führt zur Erläuterung, warum auch hier Dämmstoff nicht dämmt)
Das alles ist nun schon lange kalter Kaffee:
Von dem Bundesverband der Ziegelindustrie liegt mir die Pressemitteilung 9/1983 "Zweifel am k-Wert genährt" vor, aus der ich zitiere:
"Der k-Wert der Wand ist keine zuverlässige Größe, aus der allein auf den Energieverbrauch geschlossen werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband der deutschen Ziegelindustrie e.V. nach dem von der Bundesregierung durchgeführten THERMA-Wettbewerb, dessen Auswertung jetzt abgeschlossen wurde. [Es wurden] mehrgeschossige Häuser ... nach einer zusätzlichen Außenhaut-Dämmung über sechs Jahre auf ihren Energieverbrauch hin beobachtet.
Dabei konnten in keinem der acht vollständig ausgewerteten Objekte die vorher errechneten Energieeinsparungen erreicht werden. Zwar reduzierte sich der k-Wert in fast allen Fällen erheblich (bei fünf Häusern auf 35% der früheren Werte und weniger), der tatsächliche Energieverbrauch stand dazu jedoch durchweg in krassem Mißverhältnis. Die Messungen ergaben Einsparungen auf 93 bis 67% des früheren Verbrauchs. Auch das nach den Berechnungen gemäß der DIN 4701 prognostizierte Sperrziel konnte in keinem der Häuser erreicht werden.
Dementsprechend negativ ist das Kosten/Nutzen-Verhältnis zu bewerten. ... In drei Fällen Amortisation nach 22, 27 und 43 Jahren, in fünf Jahren überhaupt keine. (MEP)"
Dazu im Gegensatz unterstellen Rechenergebnisse nach DIN 4108 und WSVO, daß WDVS Energie sparen könne:
"Die im Vergleich zum Neuverputzen des Gebäudes
durch Aufbringen des WDVS erreichte drastische Reduktion des Jahresheizwärmebedarfes
führt zu einer entsprechenden Verringerung des Primärenergiebedarfes.
Die über 40 Jahre eingesparte Menge von umgerechnet ca. 65.000 l Rohöl
entspricht der Menge an Rohöl, die ausreicht, um zwei Tanklastzüge
zu füllen. [...] Stellt man einen Bezug zu den Einsparungen in der
Nutzungsphase her, so sind die Umweltbelastungen in der Herstellung nahezu
vernachlässigbar, und WDVS stellen damit eine sinnvolle Investition in eine lebenswerte Umwelt dar."
(Dipl.-Phys. Michael Betz, Dipl.-Ing. Johannes Kreißig,
Dipl.-Kfm. Hartmut Schöch, Institut für Kunststoffprüfung und Kunststoffkunde (IKP) Uni Stuttgart:
Wärmedämm-Verbundsysteme - eine Öko-Bilanz, in: bau-zeitung 53 (1999) 10).
Alles nur Berechnungen bzw. fehlgesteuerte Computersimulationen. Die bittere Wahrheit zeigt das Förderprojekt der HASTRA (Hannoversche Stromversorgungs-Akiengesellschaft), die supergedämmte und solarversorgte EXPO-Muster-Niedrigenergiehaussiedlung am Kronsberg, Hannover: Die Mieter bekamen eine Warmmiete von 9 DM/qm versprochen. Dann setzte die tatsächliche Heizkostenabrechnung ein. Gigantische Nachzahlungsforderungen waren die logische Folge des k-Wert-Schwindels. Und die ökoreligiöse Presse verbreitet nun (Deister Anzeiger der Hann. Allg. Zeitung 3.8.02): "Hunderte von Haushalten mussten für Energiekosten nachzahlen, weil sie die Gebäude falsch nutzten und ihre Anlagen nicht optimal eingestellt hatten." Dumm gelaufen für die betroffenen Ökojünger. Den Mietern wurden so gut wie 'keine' Heizkosten versprochen. Die Stromversorgung wollte damit prahlen, daß bei fast 0 Heizenernergiebedarf Stromheizung die vorteilhafteste Variante ist. 2000 ist die erste Heizkostenabrechnung eingetroffen: Wie im ungedämmten Wohnblock, oder gar noch schlimmer. Die Mieter zetern. Die Abrechnungsdaten werden unter Verschluß gehalten. Wie immer. Die Vermieter flüstern: Wir geben modernisierten Mietern absichtlich gar keine Möglichkeit, ihre Nebenkostenabrechnung mit unmodernisierten zu vergleichen. Sonst würde jeder wg. Beschiß klagen. In der Hannoverschen Allgemeinen am 16.5.03 dann sehr ironisch (Überschrift, hier ausgelassene Lobhudelei kumuliert in der zitierten Apotheose):
"Maßstab Kronsberg
Europa staunt über die Expo-Siedlung
... Auch die Qalität guter Dämmung und der Heizungs- und Lüftungstechnik mache sich bemerkbar - allerdings nicht im Portemonnaie: "Wir hatten uns einen besseren Einspareffekt versprochen. Der ist eindeutig nicht eingetreten." med"
Auch die Auswertung von 100 Niedrigenergiehäusern in Hessen zeigte: Bis zu 200 Prozent sind die abgerechneten Heizkosten höher als berechnet. In Vorzeige-Passivhäusern nach Feistscher Bauart wird in kalten Wintern heimlich mit mobilen Flüssiggas-Heizgeräten nachgeholfen (tel. Auskunft vom Lieferanten: Nachtanlieferung, damit die neidische Nachbarschaft im Massivbau feste neidisch bleibt), was der Strom nicht schafft. In NRW prozessiert man, da der Einzug in das perimetergedämmte NEH-KS-Hüttchen unterblieb, weil es die Niedrigenergietechnik nicht warmkriegte.
Wie das Katastrophenergebnis der GEWOS-Studie (wissenschaftlicher Vergleich mehrerer Großwohnungsbauten identischer Heizung mit und ohne nachträglicher WDVS-Dämmung) für die k-WERT-Apostel - Dämmbuden brauchen demnach bis über 15% mehr Heizenergie als nackte Massivbauten, die Rechenmystik findet in Phantasia statt - im Nachhinein schöngeschrieben wird, ist hier zu lesen (Uni Kassel/Prof. Hauser-"Forschung"!!).
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Apokalypsenlyrik
Wärmedämmung oder -speicherung, "Wissenschafterkenntnis" der etablierten Bauphysik?
Kommentierte Meldungen zum Wohnklima und der "Niedrig"-Energiebauweise
Nachhilfeunterricht in energiesparendem und wohngesundem Bauen - Das Professorenrätsel
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(Buderus-/IWO-Forum: Die Ölheizung der Zukunft, 28.10.03, Kloster Banz)