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Konrad Fischer Konrad Fischer: Altbauten kostengünstig sanieren
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27.10.06: DER SPIEGEL: Energiepass: Zu Tode gedämmte Häuser
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Konrad Fischer

Energiesparen und Wärmeschutz am Altbau 13 - WDVS Wärmedämmverbundsystem - Typische Mängel und Schäden

Von der Intelligenz moderner Baumethoden/Haustechnik/Schimmelpilzzüchtung usw.
Wissenschaftsdogmatik am Bau und in den Klima-Simulatoren

Energiesparen und Wärmeschutz Kapitel Einleitung 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21
(aktualisiert 4.04.09)

Kommentierte Meldungen zum Wohnklima und der "Niedrig"-Energie-/"Passiv"-Hausbauweise gem. U-/k-Wert

Feuchte, Schimmel und Algen auf gedämmten Fassaden

Den grünen Öko erkennt man heutzutage ja an seiner Fassade. So kann das über kurz oder gar nicht so lang aussehen:

Leopardenfell-Effekt auf veralgtem WDVS / Wärmedämmfassade

Oder auch so: Grünalgen / Algenbefall auf Wärmedämmung mit WDVS / Wärmegedämmter Fassade Veralgtes Wärmedämmverbundsystem WDVS - Helle Dübel: Leopardeffekt

Im Detail:

Algenbefallenes Wärmedämmverbundsystem WDVS - Helle Dübel: Leopardeneffekt

Schön, wie sich die besseren Wärme-Speichereigenschaften der WDVS-Teller-Dübel an der geringeren Vergrünung und Verschwärung mit Grünalgen, Schwazalgen, Stau, Öl und Rüß sofort punktgenau nachweisen lassen.

(Abbildung "Algenbefund auf der WDVS-Fassade" aus "[Forschung] Wärmedämmung; Zur EnEV: 1. Grünes Hinweisschild + 2. Schotten dicht"
in: Bautenschutz+Bausanierung, Zeitschrift für Bauinstandhaltung und Denkmalpflege, Januar 2002, S. 44, Bildautor: Hochschule Wismar, Bildbearbeitung K.F.)

Ein dimagb.de-Bilder-Rätsel der Dämmtechnik. Sehr zu empfehlen!!!

verschindelte Mineralwolledämmung auf Ziegelmauerwerk von außen - mit frischen
Nässespuren der vollgesoffenen Dämmung am Sockel, und von innen - die Schimmelpilzzucht
Abbildung: Eine verschindelte Mineralwolledämmung auf Ziegelmauerwerk von außen - mit frischen Nässespuren der vollgesoffenen Dämmung am Sockel, und von innen - die Schimmelpilzzucht (Bildquelle: Dipl.-Ing. Steier, Fa. Thermotech).

Veralgung/Algen auf der Dämmstofffassade/veralgtes WDVS
Abbildung: Ein algenbefallenes Wärmedämmverbundsystem auf der Nordostseite nach wenigen Jahren. So schmutzig kann "Energiesparen" sein. Trotz jährlichem Heißdampfreinigen. (Bildquelle: Beratungskunde).

Algenbildung Grünalgen Schwarzalgen auf der Wärmedämmung mit Kunstharzputz
Abbildung: Die veralgte wärmegedämmte Fassade (Polystyrol) - Südwestseite (Bildquelle: Beratungskunde). Gegen Kondensateinlagerung ist ein schnell auskühlende Thermohaut machtlos. Das Ergebnis ist vorprogrammiert. Und eine fungizide Silikonharzfarbe kann hier nur wenig bis gar nix helfen.

Aus einem Werbeprospekt der Wülfrather Zement GmbH (01.98):

Und ob das vom Verfasser vorgeschlagene aufwendige Applizieren von Zementmörtel hier dauerhafte Besserung verspricht, darf bezweifelt werden. Zementmörtel ist ja für seine hohe Wasserrückhaltung und Versprödungsneigung wohlbekannt.

Auch Prof. Dr. Dr. Venzmer, Dahlberg-Institut Wismar berichtet auf den 11. Hanseatischen Sanierungstagen 2000 lt. Bautenschutz und Bausanierung 1/2001:

"Wärmegedämmte Außenwandflächen von neuen und sanierten Wohngebäuden werden deutlich stärker als andere ungeschützte Flächen von Algen befallen!

Demnach weisen bis zu 50% von Großtafelbauten in mehreren Städten Norddeutschlands den auffälligen Bewuchs auf."

Haben die beteiligten Architekten/Ingenieure/"Bauphysiker"/Unternehmen den Kunden vor diesem seit langem bekanntem Risiko seines Energiesparwahns pflichtgemäß (Beratung als vertragliche Nebenpflicht mit zigjähriger Haftung!) gewarnt? Wer hat nun die Schadensersatzpflicht? Der Hersteller der schlechten Baustoffe im Rahmen seiner Produkthaftpflicht? Und was, wenn die feuchten Fassaden soweit aufgefeuchtet sind, daß die Feuchte durchschlägt und die abgedichtete Dämmwohnung zusätzlich mit der ohnehin schlecht abgelüfteten Wohnfeuchte noch mehr zum Schimmelpilzbefall gezwungen wird? Mit Gesundheitsrisiken und Krankheitsrisiken vom Asthma über Allergie bis zur kompletten Körpervergiftung als logische Folgen zu feuchter Wohnung? Fragen über Fragen. Lesen Sie dazu auch mal hier nach: Mit WDVS-Wärmedämmung sanierte Häuser massenhaft von Algen befallen.

Wenn Sie wissen wollen, wie es um die WDVSe wirklich aussieht, gehen Sie mal mit einer handelsüblichen Feuchtemeßsonde an derartige Kunststoff-Fassaden heran und überprüfen Sie diese mir vorliegenden Meßwerte eines Bausachverständigen (Dämmstoff EPS, Ablesung Display 10.4.2000, Steigende Meßwerte = Steigender Feuchtegehalt):

Ja, die deutsche Bauwirtschaft darf den Professoren Gertis, Hauser, Ehm (+) und Werner (u.a.), wohlbekannt aus "Fachseminaren", also ewig dankbar sein. Deren Produkte "DIN 4108" und "WSVO/EnEV" liefern Arbeitsplätze auf Dauer. Sogar für die Müllwerker. Obwohl das energetisch rein garnix bringt, vgl. diese Meßwertanalyse von Prof. Fehrenberg.

Beispiel aus einer Presse Information der Wüstenrot Holding AG 8/99, witzigerweise als "Wüstenrot-Ratgeber" tituliert [Kommentare in Klammern von Konrad Fischer]:

Das abschließende Getrommel, kumulierend in Lotuseffekt, Superhydrophobie und Kunst(Silikon)-Harzanstrich sparen wir uns.



Ja, die Schäden an Wärmedämmverbundsystemen. Auch der Silikonharzanstrich-Hersteller Herbol weiß davon zu berichten. Auf seiner mit vielen WDVS-Mängeln und -Schäden reich bebilderten Webseite findet sich folgende Information:

"WDV-Systeme: die Gebäudesituation
75% aller WDV-Systeme sind anstrichtechnisch Instand zu setzen. Ein Überblick über die Situation hilft bei der Wahl des passenden Instandsetzungs-Systems." Einer Grafik ist dann folgendes zur Schadenssituation an WDV-Systemen zu entnehmen:

50 % Mängel an der Oberfläche
"18 % partielle Schäden
15 % Mängel in der Dämmschicht
10 % ohne Mängel
5 % flächige Schäden
2 % nicht behebbare Schäden"


Ja, da macht das Sanieren Spaß. Wobei ich nicht daran glaube, daß mit einem kapillardicht-sperrenden Anstrich gleich welcher Komposition die WDVS-Bauweise zu retten sein wird. Kondensat dringt weiter ein und wird sich darunter stauen. Und dann? Was nützt dann die schäönste Dampfdiffusion? Sie hat eh nur 1:1000 Anteil an den Feuchtetransporten durch Baustoffe. Da heißt es aufpassen!

Rainer Jütte, Produktmanager bei Brillux, schreibt zum Veralgungsproblem auf Fassaden und dem Einsatz von vergifteten fassadenfarben / Fassadenanstrichen mit algizider (algentötender) bzw. fungizider (pilztötender) Ausrüstung / Beimischung sehr treffend in Bauhandwerk 9/2007:

"Grünstich. Fassadensanierung nach Algen- und Pilzbefall. Durch den Einsatz von algizid- oder fungizidausgerüsteten Beschichtungen können Mikroorganismen über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren in ihrer Ausbreitung eingeschränkt werden. Bei günstiger Objektlage, guter Baukonstruktion und wenig Oberflächenfeuchtigkeit sind längere Zeiträume möglich; unter ungünstigen Bedingungen kann sich ein Bewuchs allerdings auch eher einstellen. ..."

Find ich bemerkenswert, wie praxisnah einschränkend hier getextet wird. Was heißt das alles für die Gewährleistung des Handwerkers / der ausführenden Firma? Wo doch jeder normale Bauherr keine bald algenbefallene Fassade wünscht bzw. bestellt / beauftragt? Immer gleich Haftungsausschluß? Es immer darauf ankommen lassen und dann mit wohlfeilen Ausreden glänzen?

Noch besser dann das Öko-Test Spezial Umwelt & Energie vom Dezember 2008 auf Seite 105:

"Passivhaus - die aktive Altersvorsorge." Hier wird ein Herrenberger Ehepärchen vorgeführt, das sich von dem "Passivhaus-Papst" Wolfgang Feist (stammt bezeichnenderweise ebenfalls aus Herrenberg!) persönlich zu einem Passivmonster stimulieren ließ. Und was nicht alles in diesem Holzbretterbüdli alles zur Ausführung gelangt, selbstverständlich mit konstruktiver Hilfe eines passivhauserfahrenen Planers:

30 cm Wärmedämmung aus Hartschaum wurde unter der Bodenplatte des kellerlosen Büdlis verbuddelt, im Boden dann noch 80 mm Polystyrol-Dämmung, 36 cm "relativ preiswert" (!) eingeblasene und selbstverständlich boratverseuchte Zellulosefaser aus Altpapier in der Wand aus Holzstaketen und Lärchenholzschalung, gar 40 cm zwischen den Dachsparren plus paraffinierte Holzfaserplatte sowie angeblich feuchtevariable (in Wahrheit gem. Untersuchungen der FH Hildesheim, Prof. Möring bald dicht verschleimende) Dampfbremse, dreifachverglaste und mit dem Edelgas Argon gefüllte passivhauszertifizierte Wärmeschutzfenster mit einer abstrahlungsblockierenden Spezialbeschichtung, ein Scheitholzkessel mit Wärmetauschereinsatz, dazu elf Quadratmeter Solarkollektoren auf dem Dächli, eine Zwangslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Zulufttemperierung durch einen Erdwärmetauscher, der mit einer Umwälzpumpe sein Sole-Wasser aus 80 Meter Kunststoffrohren bezieht, die ein Meter tief im Gärtli verbuddelt wurden, sowie noch ein paar sonstige Ökofinessen wie eine Regenwassersammelanlage und selbstverständlich - man gönnt sich ja sonst nix - schon mal die Vorbereitung für eine nachzurüstende Photovoltaikanlage. Ja, solch konsequenter Umweltschutz macht eben Spaß.

Doch zu welchem Preis? Na, ja, im Artikel steht, daß die 125 qm Wohnfläche in den Kostengruppen 300 und 400 satte 315.000 Euro kosten, zuzüglich Baunebenkosten (Kostengruppe 700) dürften so ca. 380.000 Euro zusammengekommen sein - wenn's langt. Macht 3040 EUR/qm WF. Für diesen Preis bauen Banken ihre Hauptsitze.

Hätte der oberstolze schwäbische Passivhausbesitzer ein normales kellerloses Häusli mit 125 qm gebaut, z.B. mit 36,5 vollen Backsteinen und Massivholzdämmung, hätte er alleine vom Ersparten die nächsten 100.000 Jahre heizen können. Legt man nämlich die bei normalen Hauskosten von ca. 1.440 EUR/qm locker einzusparenden 200.000 EUR mit nur 3 Prozent Zins an, bekommt man jährlich 6.000 EUR Zinsgewinn ausbezahlt. Was bedeuten demgegenüber die Passiv-Geschäftle laut Werbeaussage der Ökotestredaktion?:

"Schon beim aktuellen Preisniveau ist das (sparsame Passivhaus) auf lange Sicht ein gutes Geschäft, denn die (Passivbauherren) sparen etwa 800 Euro (Energiekosten) pro Jahr."

Mööönsch, Pisa ist wirklich überall!. Allein die ersparbaren Baukosten dürften mehr als locker reichen, um die 125 Quadratmeterchen warmzuheizen, selbst mit Edelholz oder Olivenöl extra Vergine. Leute, kann man sich eine größere Umweltverschmutzung als durch eine solche ökoinduzierte Ressourcenvergeudung noch vorstellen? Ja, so ist er eben, der sparsame Passiv-Schwabe in Herrenberg, Allzeitchampion in seinen typischen drei Geizdisziplinen:

1. Mit dem Schinken nach der Wurst werfen, 2. Die Brüh teurer als die Wurst kochen und 3. Saving the Penny and losing the Pound. So schlägt man ganz persönlich die BW-Landesbank in der Finanzkrise.

Und wie verhält sich eigentlich die Gesamtwirtschaftlichkeit eines Fassadensystems, wenn man eine längere Zeitperiode betrachtet? Dirk Fanslau-Görlitz, Martin Pfeiffer, Janet Simon und Yasemin Wildebrand stellten sich diese drängende Frage auch und geben in ihrem "Atlas - Bauen im Bestand", Verlagsges. Müller, 2008, im Kapitel I.3: "Nachhaltige Modernisierung" auf Seite 59 eine Tabelle an, aus der die folgenden Kostendaten und Instandsetzungszyklen für verschiedene Fassadensysteme -auch für das vorgenannte Holzständerwerk mit Holzverschalung - bei Betrachtung einer Periode von 80 Jahren aufgeführt werden. Dieses Buch kann als wahre Fundgrube bezeichnet werden, soweit man sich für Baukosten und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen gerade im Zusammenhang mit derzeit anstehenden Neubauten oder auch Sanierungen interessiert.

Und wenn der schlaumeiernde Leser denkt, daß man ja die Instandhaltungszyklen fast nach Belieben dehnen kann, nur das: Dann steigen halt die jeweils anfallenden Instandhaltungskosten entsprechend. Vielleicht sogar exponentiell.


Hier nun ein wohl mehr als aufschlußreicher Auszug aus der aufschlußreichen Tabelle, die auf einer entsprechende Untersuchung des Instituts für Bauforschung e.V. IFB in Hannover (Erklärte Ziele u.a.: Kostengünstiges Planen, Bauen und Betreiben) aus dem Jahre 2001 aufbaut:

Tabelle I.45:
Instandsetzungsintervalle und Instandsetzungskosten ausgewählter Bauteile im Wohnungsbau [Auszug]
Bauteil, Art der Leistung Instand-
setzungs-
intervall
Kosten Jahre Kosten nach 80 Jahren
[inkl. Neben-
kosten + Ust
Inflation 2%)
Kosten im
Jahresdurch-
schnitt
Außenwände [Jahre] [EUR/m²] 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 [EUR/m²] [EUR/m²]
Außenwand mit Verblendmauerwerk 284,73 3,56
Verfugung ausbessern 20 7,67 . . . x . . . x . . . x . . . x 89,10 1,11
Gerüstvorhaltung 20 7,67 . . . x . . . x . . . x . . . x 89,10 1,11
Mauerwerk säubern 40 15,34 . . . . . . . x . . . . . . . x 106,53 1,33
Außenwand mit Standardputz (mit Anstrich 566,36 7,08
Neuer Anstrich 15 25,56 . . x . . x . . x . . x . . x . 333,09 4,16
Putzausbesserung 15 10,23 . . x . . x . . x . . x . . x . 133,32 1,67
Gerüstvorhaltung 15 7,67 . . x . . x . . x . . x . . x . 99,95 1,25
Außenwand aus Holzständerwerk mit Holzschalung 650,47 8,13
Streichen 5 5,11 x x x x x x x x x x x x x x x x 205,92 2,57
Gerüstvorhaltung 5 7,67 x x x x x x x x x x x x x x x x 309,63 3,87
neue Holzschalung 50 51,13 . . . . . . . . . x . . . . . . 134,92 1,69
Außenwand mit Wärmedämm-Verbundsystem 1.314,05 16,43
Reinigung und Pflege 5 7,67 x x x x x x x x x x x x x x x x 309,63 3,87
Gerüstvorhaltung 5 7,67 x x x x x x x x x x x x x x x x 309,63 3,87
Putzausbesserung 10 7,67 . x . x . x . x . x . x . x . x 162,21 2,03
Neues WDVS 40 76,69 . . . . . . . x . . . . . . . x 532,58 6,66


Nun soll mir mal ein Planer oder Energieberater erklären, wie sich das grottige WDVS-Ergebnis in der oberen Tabelle mit dem Umweltschutz, dem Klimaschutz, der Energieeinsparung und vor allem der Wirtschaftlichkeit verträgt? Ist es angesichts dieser wissenschaftlich erhobenen Daten nicht geradezu ein abscheulicher Betrug, unkundigen und vertrauensseligen Bauherren weiszumachen, daß WDVS zu großen Vorteilen führe? Und selbst der dickste KfW-Zuschuß - von den mickrigen Zinsvorteilen gar nicht zu reden - kann die hier wohl auf den ersten Blick sichtbare Unwirtschaftlichkeit der WDVS-Bauweise jemals heilen. Geschweige denn die selbst gemäß DIN und EnEV "regelrechte" Ermittlung der Heizkostenersparnis als Grundlage der Anfangsinvestition in ein Wärmedämmverbundsystem. Und aufgepaßt: Ein Bauherr kann wohl mit Fug und Recht erwarten, daß sein studierter Planer und auch sein zertifizierter Energieberater die einschlägige Fachliteratur zum Thema beherrscht und seinen Bauherrn deswegen auf Basis gesicherter Erkenntnis vollumfänglich auch wirtschaftlich korrekt berät! Wenn nicht? Das ist dann eine Frage für die Gerichte ...

Extreme Bildbeispiele für Algenbefall auf Wand und Fassade - Grünalgen, Schwarzalgen, Beulenpest und EnEV

Der auf der Webseite des Europäischen Instituts für Energie und Klima - EIKE e.V. - erschienene Artikel

Der grüne Dämmwahn wird immer teurer!

von Edgar Gärtner veranlaßte mich zu mehreren Richtigstellungen, die ich hier - etwas überarbeitet - auch der Leserschaft meiner Webseite präsentieren will. Grund: Um den hier offensichtlich weitverbreiteten Irrtümern vorzubeugen.

Tauwasseraufnahme der Dämmschwarten

Im Artikel steht:

"Die Dämmschicht verhindert tagsüber die Aufheizung der Außenmauern durch die Sonnenstrahlen. Nachts geben die Mauern deshalb kaum Wärme nach außen ab. Die Außenhaut der Dämmung kühlt daher rasch so weit unter den Taupunkt ab, dass sich Kondenswasser darauf niederschlägt. Durch unvermeidliche feine Risse in der Außenhaut dringt die Feuchtigkeit in die Dämmung ein, kommt aber am Tage vor allem an der Nordseite des Gebäudes wegen der wasserdichten Kunststoff-Farbe kaum wieder heraus."

Tatsächlich kondensiert auf den Dämmstoffhäuten mangels Speicherfähigkeit in der Nacht Tauwasser, sobald ihre Oberfläche den Taupunkt unterschritten hat. Das kann dann durch das Mikrorißcraquelee auch kapillar eingesogen werden. Und die Brühe staut sich dann unter der Kunstharzschwarte, die übrigens auch etwas Feuchte aufnimmt und dann anquillt und so besten Nährboden für die Algensauerei (z.B. Grünalge Fritschiella u.a.) bietet.

Hinzu kommt aber das Tauwasser, das im feuchtluftgeschwängerten und - bis auf wenige Ausnahmen (Schaumglas) - immer luftdurchlässigem, diffusionsoffenen Dämmstoff selber ausfällt - und zwar in allen Zonen und damit auch irgendwo im Dämmstoffpaket selber, in denen der temperaturabhängige Taupunkt während der jahreszeitlich bedingten Wetterschwankungen gerade mal unterschritten wird. Das ausgefällte Kondensat - pures Wasser in flüssiger Form - kann nun aus dem Dämmstoff nicht mehr entweichen, weil der zwar für Dampfdiffusion und damit für das Eindringen von wasserdampfgeschwängerter feuchter Luft offen ist, nicht aber für flüssige Feuchte. Die müßte nämlich kapillar transportiert werden, das kann der Dämmstoff aber mangels Kapillarsystem nicht.

Was man hierzu wissen sollte: ~ 1000 : 1 ist das Verhältnis zwischen Kapillartransport und Dampfdiffusion, wenn es um Feuchtetransport in Baustoffen geht. Und wenn sie eben keine Kapillaraktivität aufweisen, bleibt die eingedampfte Brühe eben drin. Verdampfen geht auch schlecht, weil im Dämmstoffschaumbläschen ebensowenig wie im Dämmgespinst oder der Dämmflockenschüttung keine kleinen grünen Männchen mit Tauchsieder drinsitzen, die die zwangsweise angereicherte Flüssigkeit ordentlich verdampfen. Ein Phänomen, das übrigens auch den hinter Dampfbremsen verborgenen Dämmplunder im Dach oder in der Wand betrifft.

Genau diesen Auffeuchtungsprozeß im diffusionsoffenen, aber kapillarlosen Dämmstoff PUR haben wir im Fassaden-Isolierklinkerfall in "45 Minuten - Wahnsinn Wärmedämmung" (NDR) aufgezeigt. Und hinter dem wassergeschwängerten Dämmstoff war die alte Außenwand nahezu komplett vom Schwarzschimmel befallen, wie sich nun beim Abreißen der komplett nassen Dämmhaut bestätigt hat.

Sowas kommt eben raus, wenn intelligenzgeschwängerte Hausverwalter, erfahrene Planer und brave Handwerker dem scherzpertengläubigen Hausbesitzer beibringen, daß er unbedingt dämmen muß.

Sparen nasse Fassaden besser?

Artikel:

"Einmal vollgesaugt, isolieren die Dämmplatten nicht besser als ein nasser Pullover."

Jein! Das Entscheidende ist: Die Dämmplatten verhindern vom ersten Tag an - egal ob trocken oder naß, daß die Wandkonstruktion dahinter sich alltäglich mit diffuser oder direkter Solarwärme vollsaugen kann. Die sogenannte Solarblockade.

Der somit fehlende Wärmeeintrag muß dann zusätzlich durch die Heizung geliefert werden. Genau das hat das Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen experimentell bestätigt. Das war 1983-85. Und ist seitdem nicht nur nicht widerlegt worden, sondern durch die Großuntersuchung an knapp 50 gedämmten und ungedämmten Ziegelbauten (Gewos-Untersuchung 1996) grausam bestätigt. Immer wenn Dämmung auf der Hütte war, stiegen deren Heizkosten.

Wobei die Nässe im Baustoff dessen Speicherfähigkeit und damit dessen Solarabsorption dramatisch erhöht! Was doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Die ETH Zürich hat nach Kollege Paul Bossert in den 50ern experimentell bestätigt, daß nassere Fassaden weniger Heizenergieverbrauch bedingen.

Sind Wärmedämmdübel, die sich hell von der versauten WDVS-Fassade abzeichnen, Wärmebrücken?

Artikel:

"Oft sieht man an den grünen Fassaden regelmäßig angeordnete weiße Punkte. Dort sitzen die Dübel, mit denen die Dämmplatten am Mauerwerk befestigt sind. Sie bilden Wärmebrücken, an denen der Außenputz trocken bleibt und Algen nicht gedeihen können."

Das stimmt so nicht. Die Vorstellung, die Dübelschräubchen seien in der Lage, so mächtig Wärme aus der Wand zu saugen, daß sie die draufsitzenden Tellerdübel aus Plaste dermaßen erhitzen, daß sie nicht mehr so viel Oberflächenkondensat einfangen und dadurch weniger veralgen, ist komplett daneben. Dieser Blödsinn wird von der Industrie und den fachlich durchgeknallten Scherzperten suggeriert, um dem furchtsamen (Gewährleistung!) Handwerksheini bzw. dessen Auftraggeber nun oberseitig gedämmte - wesentlich teurere - Dübel zu verhökern. Die dann tatsächlich genauso verdrecken, wie die Gesamtfassade drumherum.

Die Wahrheit ist viel einfacher:

Die Dübelteller aus massivem Plastik, die in der äußeren Zone des kranken Fassadensystems sitzen, haben selber wesentlich mehr Speicherfähigkeit, als die Dämmstoffe. Außerdem sitzen sie direkt unter dem Putzhäutchen und haben keinen Dämmstoff drüber. Die dadurch verschwindend höhere Speicherfähigkeit der Dübelteller genügt schon, um die Oberzone über dem Dübelteller einmal weniger auszukühlen und damit allnächtlich weniger Tauwasser reinzusaugen. Somit dann kann sich auch keine Feuchte im Dämmtellerbereich anreichern, so wie in der verdämmten Situation drumherum. Ergebnis: Die Dämmtelleroberflächenzone wird weniger verschmuddelt und von Algen angefressen. Das heißt dann im Fachjargon "Leopardeffekt" oder "Leopardeneffekt".

Heizenergie berechnen oder messen?

Kommentator Schwerdt schreibt als "Beweis", daß Dämmstoff eine prima Sache sei zu seinem Dämmhüttchen:

"Primärenergiebedarf für diesen Neubau seitdem unter 40 KWh/m²/a. Mein altes Haus mit zweischaliger Bauweise ca 300 KWh/m²/a."

Da hätte er aber schon dazuschreiben dürfen, was "Primärenergiebedarf" in Wahrheit bedeutet: Das fiktive Ergebnis einer falschen U-Wert-Rechenformel, die bei gedämmten Buden grundsätzlich zu schön und bei ungedämmten zu schlecht rechnet und mit dem HeizenergieVERBRAUCH nix zu tun hat. Was zumindest versteckt in den "DENA-Sanierungs-Studien" - Wirtschaftlichkeit energetischer Modernisierung im Mietwohnungsbestand. Begleitforschung zum dena-Projekt "Niedrigenergiehaus im Bestand" zugegeben wird. Die "Nachweise", daß das Häuserdämmen wirtschaftlich und damit sinnvoll sei, liefert die Deutsche Energie Agentur dena alle nur mit dem gerechneten "Bedarf", wobei sie extrem abenteuerliche Randbedingungen setzen muß, um den Empfängern ihrer Botschaften weiszumachen, daß durch Dämmung echte Kostenvorteile entstünden. Nur professionell, aber von jedem Deppen - Politiker und Beamte ausdrücklic ausgeschlossen! - zu durchschauende gefakete Berechnungen simulieren, daß sich Dämmung lohne.

Spart Dämmen Heizkosten?

Wichtig die hier maßgeblichen Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik - Effektiver Wärmeschutz von Ziegelaußenwandkonstruktionen - Auswirkung der Strahlungsabsorption von Außenwandoberflächen ... auf den Transmissionswärmeverlust und den Heizenergiebverbrauch", Holzkirchen 20. Dezember 1985. Genau die haben im reproduzierbaren Experiment an echten Testgebäuden justament das erwiesen, was Fakt ist. Sobald WDVS: Höhere Heizkosten.

Und: Im Sommer kühl, im Winter warm, das ist nicht die gedämmte Pappendeckelbude, sondern das Massivhaus mit aecht Mauerwerk!

Soviel zu dem EIKE-Artikel.

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Kontroverse Fachliteratur und nützliche Produkte rund ums Energiesparen, den Schimmelpilz und die Feuchteproblematik








Energiesparen im Altbau ohne Fassadendämmung, Dämmstoff, Dachdämmung, Wärmedämmung, Wärmedämmverbundsystem WDVS


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